Das zu erwartende Verkehrschaos kam ohne lange Vorwarnzeit. Nur wenige Stunden vor der Vollsperrung teilte die Autobahn GmbH des Bundes trocken mit:
„Die Rheinbrücke Bonn-Nord (Friedrich-Ebert-Brücke) wird ab heute (3.6.) um 15 Uhr vorsorglich voll für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.“
Eine eminent wichtige Verkehrsader war plötzlich nicht mehr da , bzw. nicht mehr nutzbar. Behördlich unterkühlt hieß es in der amtlichen Mitteilung weiter, die "Sperrung betrifft nicht nur das Bauwerk selbst", sondern verschiedene Abschnitte der A565 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost. Selbst der Ortsunkundigste dürfte ahnen, dass das plötzliche Fehlen einer Rheinbrücke für viele Menschen in der Region verheerend ist.
Gerade im Westen hatten sich die Menschen über einige Jahrzehnte daran gewöhnt, dass der Staat und seine Behörden dafür sorgen, dass die Infrastruktur erhalten und intakt bleibt, also stets repariert, saniert und ausgebaut wird. Mittlerweile lernen sie kennen, womit ältere Bewohner der verdientermaßen dahingeschiedenen DDR groß geworden sind: Einen Zustand, in dem die vom Staat eingeplanten Bau- und Reparaturkapazitäten mit dem Tempo der Verfalls nicht mehr Schritt halten können.
Das konstatiert auch die Autobahn GmbH in den nüchternen Worten ihrer Verkehrskatastrophen-Mitteilung:
„Aktuelle Brückenprüfungen haben strukturelle Schäden am Tragwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke festgestellt, die eine unverzügliche Sicherung erfordern. Die bereits umgesetzten Maßnahmen – darunter ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen sowie technische Kontrollen (WIM-Anlagen) – haben nicht ausgereicht, um weitere Schäden zu verhindern.“
Frühestens in den dreißiger Jahren?
Offenbar hatten die Verantwortlichen eine Art Streckbetrieb geplant, wie Bild berichtet:
"Bereits seit Februar galt auf der Rheinbrücke Bonn-Nord ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen. Bei Überprüfungen waren an der Brücke aus den 1960er-Jahren zahlreiche Schäden festgestellt worden. Zudem bestehen an Teilen der Konstruktion statische Probleme.
Ein Neubau ist zwar geplant – soll aber nach bisherigen Angaben frühestens in den 2030er-Jahren beginnen."
Vielleicht gelingt einem cleveren Experten noch ein bauliches Reparaturwunder, aber es ist wohl wahrscheinlicher, dass der Plan eines Brückenstreckbetriebs bis in die dreißiger Jahre hinein krachend gescheitert ist. Obwohl, „krachend“ gottlob noch nicht. Immerhin hat die Autobahn GmbH rechtzeitig die Notbremse gezogen, nach dem von ihrem Chef ausgegebenen Motto: „Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar."
Das ist immerhin ein beruhigenderer Umgang mit Alarmmeldungen der Fachleute. Das war bei der Carolabrücke in Dresden bekanntlich anders. Da stellte sich die zuständige Verwaltung taub gegenüber Warnungen zum desolaten Zustand des Bauwerks, so dass sie eines Nachts einfach einstürzte. Wie durch ein Wunder zu einem Zeitpunkt, als gerade kein Auto, keine Straßenbahn und auch kein einsamer Fußgänger auf der Brücke unterwegs war, so dass niemand verletzt oder gar getötet wurde. Aber darauf, dass marode Brücken so rücksichtsvoll einstürzen, kann sich selbstverständlich niemand verlassen.
Den Dresdenern blieb nichts anderes übrig, als sich auf einen Alltag mit einer Innenstadtbrücke weniger einzurichten. Es wird Jahre dauern, bis wieder eine Carolabrücke gebaut worden ist. Und die politisch Verantwortlichen setzen vielleicht auch darauf, dass sich die Bürger nach dem ersten Schreck schon irgendwie an die schwierigeren Umstände gewöhnen werden. Ihnen bleibt ja nichts anderes übrig, als einen Alltag mit langen Umwegen in Kauf zu nehmen.
Für praktisch überforderte Verantwortungsträger ist die Vorstellung natürlich verführerisch, dass sich vielleicht auch eine solche Misere dank der Duldsamkeit der Bürger irgendwie aussitzen lässt. Jede Duldsamkeit ist endlich. Auch die scheinbar Unendliche. Wie wäre es denn, das politische Spitzenpersonal würde sich nicht länger an Versuchen der Wal- oder Weltrettung verheben, sondern sich um ureigenste staatliche Aufgaben kümmern? Da herrscht offensichtlich ein ziemlich großer Rettungsbedarf.
Beitragsbild: Matthias Zepper CC BY 2.5 via Wikimedia Commons

Die personifizierte Unfähigkeit hat einem Namen, Deutsche Politik.
„Und die politisch Verantwortlichen setzen vielleicht auch darauf, dass sich die Bürger nach dem ersten Schreck schon irgendwie an die schwierigeren Umstände gewöhnen werden.“
Nachdem schon einige Zeit vergangen ist, genießen sicher einige politisch Verantwortliche bereits ihre stattliche Pension. Warum sollten sie sich noch Gedanken machen? Wir gehen immer von der irrigen Meinung aus, dass es der Staat gut mit uns meint und vergessen den alten Liberalen Grundsatz: „Der Staat tendiert dazu, zu wachsen und damit unsere Freiheit einzuschränken. Es genügt daher nicht, ein braver Staatsbürger zu sein, sondern wir müssen täglich gegen den Staat kämpfen, um unsere Freiheit zu behalten.
Hau weg den Scheiß. Wer sagte das? Werner oder der Meister? Der Meister hätte ein Schnüffelstück gesetzt. Das wäre vielleicht die Rettung gewesen. Verachtet mir die Meister nicht! Auch nicht die alten Hexenmeister, obwohl die nur Böses im Schilde führen. Sie werden schon wissen, wozu das gut ist. Vertraut dem Plan!
Das bahnte sich doch schon vor vielen Jahren an und sogar im Fernsehen gab es Sendungen darüber. Alles wurde genau vorher gesagt Niemand interessierte sich dafür und es kam wie es kommen musste. Was braucht man Brücken wenn die Wirtschaft kaputt gemacht wird. Aber Hand aufs Herz, es scheint vielen nicht bewusst zu sein, was in diesem Land eigentlich läuft. Die Generation Lastenfahrrad wird sich mit den Zuständen arrangieren. Eine Weile jedenfalls.
Infrastruktur ist Nebensache, Dummland denkt? grösser, die Weltrettung(Klima, Flüchtlinge..) hat Vorrang. Da müssen die Nichtmigranten, bisher Weissbrote und Kartoffeln genannt ,Abstriche und Umwege in Kauf nehemen.Sondervermögen gibt es nicht für den Klassenfeind, und seine Strassen.
Wüst, Azubi von Stalins Rache aus der Uckermark, weiss , was er tut, er dient einem grösseren Ziel.
Ups! Dafür hat das „Sondervermögen“ auch nicht gereicht? Na so was! Aber wie ich schon mal gesagt habe: ein Haus das abgerissen werden soll renoviert man ja auch nicht mehr.
Neubau soll frühestens in den 2030er-Jahren beginnen: die 500 Milliarden „Sondervermögen“ reichen vorn und hinten nicht. Da würde mich interessieren, wie teuer der Brückenbau in den 60ern war. Jede Wette, dass die Inflationszahlen der EZB nicht reichen, die Differenz zu erklären.