Krieg ist unberechenbar, aber eines ist sicher an der US-israelischen Kampagne gegen den Iran: Donald Trump wird den Sieg verkünden.
Er wird dies tun, selbst wenn die Kämpfe das iranische Regime an der Macht lassen – verbitterter und aggressiver denn je –, selbst wenn viele Iraner sterben und nichts erreicht wird, selbst wenn Israel verwundbarer zurückbleibt, selbst wenn sich die Wahlchancen seiner Partei verschlechtern, selbst wenn dadurch künftige Berufungen auf präventive amerikanische Gewalt delegitimiert werden. Er wird es tun, weil er – seiner eigenen Definition nach – immer gewinnt.
Doch für diejenigen unter uns, die nicht Donald Trump sind: Was liegt vor uns? Wer wird gewinnen – und was bedeutet Gewinnen überhaupt?
Für das Iran-Regime bedeutet Überleben bereits einen Sieg
Für die Führer der 47 Jahre alten Islamischen Republik Iran bedeutet bloßes Überleben bereits einen Sieg. Nachdem der US-Präsident und der israelische Ministerpräsident die Iraner offen dazu aufgerufen haben, ihre Tyrannen zu stürzen, erlaubt allein das Überstehen eines Luftangriffs und eines Aufstands der eigenen Bevölkerung dem Regime – selbst wenn der Oberste Führer Ali Chamenei ermordet würde –, plausibel zu behaupten, das Überdauern all seiner Feinde sei ein Erfolg. Zugleich verschafft es ihm künftig eine gewisse Immunität gegenüber äußeren Versuchen, einen Regimewechsel zu erzwingen.
Für die Israelis bedeutet Sieg das Gegenteil: den Sturz einer Regierung, die „Tod Israel“ zu ihrer lautesten, häufigsten und konsequentesten außenpolitischen Parole gemacht hat. Teherans Aggressionskampagne umfasste nicht nur direkte Feindseligkeiten gegen Israel, sondern auch indirekte über seinen regionalen „Ring des Feuers“ aus Stellvertretern (Hamas, Hisbollah, die Huthis u. a.) sowie eine ideologische Offensive durch Islamisten weltweit.
Für die Amerikaner ist der Begriff des Sieges nuancierter und hängt von ihrer außenpolitischen Grundhaltung ab. Dabei geht es weniger um Demokraten oder Republikaner als um die Frage, wie man Amerikas Rolle in der Welt sieht: isolationistisch oder engagiert. Strikte MAGA-Anhänger und Progressive verurteilen die Militärkampagne ideologisch bereits als Empörung und werden dies unabhängig vom Ausgang weiterhin tun. Zentristen hingegen würden ihren Erfolg anerkennen, falls der von Xi Jinping und Wladimir Putin bevorzugte Verbündete eine deutlich geringere Gefahr für das von den USA geführte Bündnis – einschließlich Australien – darstellen sollte. Umso besser wäre es, wenn zugleich die Energiepreise sänken und sich mehr arabischsprachige Regierungen unter dem amerikanischen Schutzschirm versammelten.
Was die Vorhersage betrifft, wer den Krieg gewinnen wird: Die Vereinigten Staaten und Israel verfügen über weitaus größere wirtschaftliche Ressourcen und militärische Macht als der Iran. Doch sie stehen vor vielen Hürden, um die von Trump den Iranern versprochene „wohlhabende und glorreiche Zukunft“ zu entfesseln.
Die sieben Probleme
Erstes Problem: Anders als 1979, als Ajatollah Chomeini die Opposition gegen den Schah dominierte und mühelos die Kontrolle übernahm, gibt es heute keine einzelne dominierende Figur. Der Sohn des Schahs, Reza Pahlavi, hat beeindruckend breite Unterstützung gewonnen, doch deren Belastbarkeit unter Druck ist noch nicht erprobt. Mangelnde Einigkeit würde dem Regime vermutlich ermöglichen, an der Macht zu bleiben.
Zweitens hängt der Sturz des Regimes von einem massiven Aufstand der Iraner ab, den weder die USA noch Israel kontrollieren. Wie eine Mutter von zwei Kindern sagte: „Das Einzige, woran wir jetzt denken, ist, in Sicherheit zu kommen. Niemand denkt gerade ans Protestieren.“ Wird sich die Lage stabilisieren, so dass Iraner wirksam protestieren können? Und selbst dann: Können Straßenproteste jemals das brutale Regime stürzen, an dem sie zuvor so oft gescheitert sind?
Drittens geben die parallelen amerikanischen und israelischen Aufrufe an die Iraner, das Mullah-Regime zu stürzen, eben diesen Mullahs und ihren Schergen jeden Anreiz, bis zum bitteren Ende zu kämpfen – mit allen Mitteln und ohne jede Grenze der Barbarei.
Viertens sind die Waffen der westlichen Verbündeten zahlenmäßig begrenzt. Teuer und komplex, benötigen sie Zeit in der Herstellung, und andere vorrangige Kriegsschauplätze wie die Ukraine und Taiwan schränken das für den Iran verfügbare Arsenal ein. Dadurch erscheint das Schlachtfeld weniger ungleich, als es zunächst wirken mag.
Fünftens könnte Teheran, falls es erfolgreich etwa 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gastransporte durch die Straße von Hormus blockiert, eine wirtschaftliche Krise auslösen, die die Verbündeten vorzeitig zum Abbruch ihrer Kampagne drängt.
Sechstens widerspricht dieser Konflikt einem ehernen Gesetz: Luftmacht allein hat gravierende Grenzen; man sollte einen Krieg nur beginnen, wenn man bereit ist, auch Bodentruppen einzusetzen. In einer Demokratie setzt das voraus, dass die Wähler den Einsatz von Bodentruppen unterstützen. Für den US-Präsidenten bedeutet dies, eine Genehmigung des Kongresses zu erlangen – etwas, das Trump demonstrativ nicht angestrebt hat. Entsprechend ist er den politischen Winden ausgesetzt.
Schließlich erschwert unsere Unkenntnis als Außenstehende jede Prognose. Haben die Verbündeten mit Oppositionskräften innerhalb Irans koordiniert? Haben sie Geld, Geheimdienstinformationen und Waffen geliefert? Netanyahu erwähnte Irans nicht-persische Minderheiten, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen – wurden sie eingeladen, sich dem Prozess anzuschließen? Haben die Verbündeten mit den Staaten am Persischen Golf Notfallpläne abgestimmt? Haben sie Chinas Zustimmung gesichert?
Ich hoffe inständig, dass die Entscheidungsträger in Washington und Jerusalem wissen, was sie tun
Im Bewusstsein des Chaos, das die Entscheidungsfindung in der Trump-Administration umgibt – ganz zu schweigen von Trumps monumentaler Widersprüchlichkeit –, äußerte ich bereits vor Beginn der Operation „Epic Fury“ Zweifel. Nun, da sie im Gange ist, hoffe ich erneut inständig, dass die Verantwortlichen in Washington und Jerusalem wissen, was sie tun.
Viel steht auf dem Spiel. Die Beendigung der Islamischen Republik Iran verspricht nahezu 100 Millionen Iranern die Möglichkeit von Freiheit und Wohlstand. Sie bietet 500 Millionen Menschen im Nahen Osten eine Verringerung von Sabotage und Gewalt. Und sie befreit in erheblichem Maße zwei Milliarden Muslime vom Gift der heute vitalsten totalitären Ideologie, dem Islamismus.
Also: Bravo, Herr Trump, dass Sie endlich auf zwei Generationen des Krieges gegen Moderne und Menschlichkeit reagiert haben.
Möge er nun das Schlachtfeld nicht verlassen und den Sieg verkünden, bevor die Aufgabe vollendet ist.
Daniel Pipes ist Gründer des Middle East Forum und Autor von „Israel Victory: How Zionists Win Acceptance and Palestinians Get Liberated“.
@Arnold Balzer / 01.03.2026 : >>@ Gerd Maar und A. Ostrovsky:
Die Westalliierten wollten Hitler noch möglichst lange Russen töten lassen? Und haben deshalb ein schnelles Kriegsende durch massives Bombardement des Führerbunkers vermieden? Wie krank ist das denn!
Klar, die Amis haben lieber ihre Soldaten in der mörderischen Schlacht in den Ardennen-Wäldern verheizt, anstatt schon vorher das Zentrum Berlins zusammen mit dem GröFaZ in Schutt und Asche zu legen à la Dresden? Wer soll denn das glauben!<<
## Ich nehme mich mal als Adressat dort heraus, weil Sie nicht mir antworten. Ich habe unbezweifelbare FAKTEN erwähnt, u.a. dass die ersten Schäden an der Fassade der Reichskanzlei in Berlin von einem russischen Panzerbeschuss im Mai 1945 stammten. Machen Sie damit, was Sie wollen. Und das John Jay McCloy Staatssekretär im US-Kriegsministerium war und dass er in dieser Position die Bombardierung der Gleisanlagen nach Auschwitz VERHINDERT hat, ist bekannt. Ihr Widerspruch ist hilflos, aber sicher gut gemeint. Aber Sie sollten nicht versäumen, selbst nach diesen Tatsachen zu recherchieren, weil wir hier keine Links posten können. Und wenn Sie sich dann überzeugt haben, würde ich mich darüber freuen, wenn Sie uns dann hier Ihre Schlussfolgerungen mitteilen würden.
Übrigens war John Jay McCloy zur Olympiade 1936 Ehrengast in Hitlers Loge. Danach, als dann der Endsieg scheiterte, wurde er Hauptankläger bei den Nürnberger Prozessen (mit plötzlich erstaunlich milden Urteilen für viele Nazis) und dann war er wohl Hochkommissar der US-Regierung für Deutschland. Also durchaus eine Kontinuität in seiner Zuständigkeit.
Bevor Sie das nun alles wieder bezweifeln, recherchieren Sie bitte vorher ordentlich.
Bitte googeln Sie auch nach SPIEGEL „Der Programmierte Massenmord 11.02.2001“. Sie können sich das Datum gut merken, exakt sieben Monate vor dem 11.09.2001.
Freundliche Grüße.
@Bremmhuber Sepp. Sie, die Heuchler, werden gewählt von Volkes Mannen. Sie wollen Gleiche, wie sie selber sind, in der Regierung, in Ämtern Behörden und Medien haben. Damit denkt der gemeine Bürger, es sei auf Augenhöhe mit der Obrigkeit.
Abwarten und Sprit tanken :-)
Schauen wir uns Südkorea mal an zu der Zeit, als Hawkeye Pierce und Trapper John noch dort stationiert waren. Eine Militärdiktatur ohne jede Rechtfertigung außer der Gnade der Amerikaner. Und heute? Da geht’s demokratischer zu als in der bunten Republik. Und bessere Autos baut man wohl auch. Kommt davon, dass die ortsansässige Jugend in den 1970er Jahren nicht auf den Eiertoller oder die Versprechungen aus Moskau reingefallen ist.
Und dann gibt’s Schlaumeier, die alles Unbill in Persien auf die Operation Ajax zurückführen. Den Rest der Geschichte gibt’s für diese Leute schlicht nicht. Und Militärdiktaturen müssen ja nicht immer so bleiben, wie man an Korea schön sieht.
Man muss mit Sicherheit kein Anhänger der Iranischen Regierung sein.Nur frage ich mich,warum Kriege der Amerikanerund und Israelis imme gut geheißen werden,während Russland mit Sanktionen überzogen wird.Allgemein gilt Das Völkerecht ist nichts wert.Die älteren unter uns ,können sich sicher noch an den Vietnamkrieg erinnenrn,da wurden auf ein Land mehr Bomben abgeworfen als im zweiten Weltkrieg.Ich glaube nicht,dass man mit Raketen ohne Bodentruppen den Krieg gewint.Fazit,westliche Kriege sind immer demokratisch legitimiert.Nur die dritte Welt,wird sich ihren Teil denken.Ich bin mit dem Tenor aufgewachsen nie wieder Krieg!!!!!!!!!!!!
Es ist richtig, dass dem islamistischem Terrorregime in Teheran endlich Paroli geboten wird. Über Jahrzehnte versucht es mit Gewalt seine Religion der Welt aufzuzwingen und Ungläubige wie die Juden und den Westen mit den Atheisten und Christen zu beseitigen.
Hamas und Hisbollah sind nun auch geschwächt.
Es wohl wahr: Wenn Istael fällt, fällt der Westen.
Jetzt fehlt nur ein Kampf gegen die Muslimbruderschaft, die weltweit – noch leise und über Institutionen – die Weltherrschaft des Islam erreichen will.
Noch etwas: Apropos Herr Gysi. Hat er nicht in der ersten demokratischen Wahl in seinem Wahlbezirk ein Direktmandat gewonnen, wo ihn doch schätzungsweise 30% ? der „Bürger“ gewählt haben. Wenn man annimmt, dass es in diesem Wahlbezirk nach der Wende keinen signifikanten Bevölkerungsaustausch gab, dann hatten oder auch haben doch diese 30% ? keine Probleme mit der Mauer, den Mauertoten oder auch dem Stasigefängnis in Hohenschönhausen, aber haben jetzt sicher die ihnen vorher verwehrte Reisefreiheit ausgiebig genutzt. Und nun zurück zu Afghanistan oder dem Iran. Erleben wir jetzt nicht eine Einwanderung aus diesen beiden Staaten. Alles aufrechte Demokraten, die offenbar keine Lust hatten, in Afghanistan die Demokratie zu verteidigen oder im Iran dafür zu kämpfen oder bevorzugt ein signifikanter Teil dieser Menschen doch eher das deutsche Sozialsystem? Aber entscheidend ist, wie sich diese Menschen hier mit Juden und dem Staat Israel als Nagelprobe, nicht wahr Herr Günther?