Spätestens seit Hippokrates sind Ärzte durch ihren Eid verpflichtet, genau dem Evidenz-Prinzip zu folgen. Evidenz ist nichts anderes als die Summe menschlicher Erfahrung über die Folgen unseres Handelns: Auf Glatteis rutscht man leicht aus, und zu viel Sport verursacht Muskelkater. Wer Entscheidungen im Licht solcher Erfahrungen trifft, handelt evidenzbasiert – oder schlicht und einfach vernünftig. Die systematische Sammlung, Prüfung der Wirksamkeit und stetige Verbesserung therapeutischer Verfahren ist Aufgabe der medizinischen Wissenschaft. Eine Ärzteschaft, die dafür sorgt, dass diese Erkenntnisse und Erfahrungen dem Patienten zugutekommen, handelt evidenzbasiert. Und genau das hat jeder Arzt in seinem Hippokratischen Eid geschworen. Dafür brauchen wir keine Politiker.
Gerade während der Corona-Zeit zeigte sich jedoch, dass massive politische Interessen auf diesen Prozess Einfluss genommen haben. Die Regierung bestimmte, wer am wissenschaftlichen Diskurs teilnehmen durfte und wer ausgeschlossen wurde. Vielleicht erinnern Sie sich an Namen wie John Ioannidis, Sucharit Bhakdi, Wolfgang Wodarg oder Roland Wiesendanger, die damals ignoriert oder diskreditiert wurden. In wessen Interesse wurden diese Experten daran gehindert, ihren Beitrag zur medizinischen Evidenz zu leisten? Sicherlich nicht im Interesse der Bürger. Regierungen haben immer wieder gezeigt, dass evidenzbasiertes Handeln nicht ihre Stärke ist, und gerade deshalb sollten sie ihre Finger – in klinischer Hygiene gesprochen – so weit wie möglich von medizinischen Entscheidungen fernhalten. Andernfalls könnte unsere „evidenzbasierte“ Körpertemperatur demnächst bei 360 Grad liegen.
Ein Staat, der seinem Volk dient
Auch über die Wirkungen staatlichen Handelns existiert ein gewaltiger Erfahrungsschatz. Die Geschichtsbücher sind voll davon. Deshalb erwarten wir auch von einem Staat, dass er evidenzbasiert handelt – dass seine Entscheidungen nach bestem Wissen dem Wohl der Bürger dienen oder ihnen zumindest keinen Schaden zufügen. „Primum non nocere.“ Wenn der Staat eine geborstene, stark befahrene Brücke schnellstmöglich reparieren lässt, dann ist das evidenzbasiertes Handeln. Wenn er hingegen funktionierende Kraftwerke zerstört, dann entspräche das – ins Medizinische übertragen – einer Ärzteschaft, die ihren Patienten reihenweise gesunde Arme und Beine amputiert, um sie bewegungsunfähig zu machen. Welche Kräfte treiben Individuen oder Staaten zu einem Handeln, das der Evidenz so offensichtlich widerspricht? Neben der gewöhnlichen Dummheit gibt es dafür noch zwei weitere Ursachen: Korruption und Ideologie.
Evidenzbasierte Korruption
Korruption verleitet Entscheidungsträger dazu, ihre Verpflichtung gegenüber dem Volk – oder gegenüber dem Patienten – zugunsten persönlicher Vorteile zu verraten. Beispiele muss ich kaum nennen; wer die Tagespresse verfolgt, weiß, wovon die Rede ist. Eine Organisation ohne Korruption gibt es nicht. Überall nutzen Entscheidungsträger die ihnen eingeräumten Privilegien zum eigenen Vorteil. Der Unterschied liegt in der Größenordnung des Betrugs: Handelt es sich um ein paar Euro für ein Bahnticket oder um Milliarden an Steuergeldern für die Beschaffung von Dingen, deren Nutzen für das Volk keineswegs evident ist – wie etwa die Erweiterung des Kanzleramts? Viele afrikanische Staaten stehen beinahe synonym für Korruption. Aber ist es weiter im Norden, etwa in Europa, wirklich sehr viel besser?
Der Erzfeind der Wirklichkeit
Eine Ideologie ist eine politische Bewegung, deren zentrale Thesen der Wirklichkeit offensichtlich widersprechen. Es wäre eine interessante Aufgabe für die Wissenschaft, herauszufinden, warum ansonsten psychologisch unauffällige Menschen derartigen Bewegungen folgen. Deutschlands Attraktivität hinsichtlich Lebensqualität ist in den vergangenen zwanzig Jahren im internationalen Vergleich deutlich gesunken, angeblich von Platz 2 auf Platz 14. Das lag nicht allein an Korruption, obwohl auch sie eine Rolle spielte.
Ausschlaggebend waren lebensfeindliche Ideologien, die in einem evidenzbasierten politischen System keine Chance gehabt hätten. Die Anti-Atom-Bewegung, die zur Zerstörung voll funktionsfähiger Kraftwerke geführt und Deutschland erheblichen wirtschaftlichen Schaden zugefügt hat, wäre unter einer evidenzbasierten Politik ebenso ausgeschlossen gewesen, wie es in einer Klinik ausgeschlossen wäre, dass ein paar durchgeknallte Ärzte ihren Patienten reihenweise gesunde Arme und Beine amputieren.
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Nach dem 2. Weltkrieg wußte die neue Regierungspartei sofort, wie ein Land aufgebaut und eine Wirtschaft in Fahrt gebracht wird, um Wohlstand für alle zu generieren. Plötzlich war das Wirttschaftswunder machbar.
Und die BRD schuf Wohlstand für alle. Ganz im Gegensatz zur Weimarer Republik und der EU, wo nur zermürbendes Hickhack, völlige Unkenntnis und ideologische Verblödung das Tagesgeschäft beherrschen und beherrschten.
Der Handel mit Deutschland machte ganz Europa friedlich, reich und glücklich.
Wir machen denselben Fehlern, den Putin macht, wir nutzen die Schwäche er Gegner nicht aus, um zu gewinnen. Deshalb nimmt man uns nicht ernst. Dadurch kam es zu einem zermürbenden, man kann schon sagen, Dreissigjährigem Abnutzungskrieg.
Die anderen Seite ist am Ende, die kann mit der völlig verstockten Debatte nichts anfangen, die kann nur jedes Projekt torpedieren, das nicht von ihr kommt. Die weiß weder, wie es weiter gehen soll, weil die Ideologie nicht bis zu Ende gedacht worden ist, noch hat sie einen Plan B.
„… wie es in einer Klinik ausgeschlossen wäre, dass ein paar durchgeknallte Ärzte ihren Patienten reihenweise gesunde Arme und Beine amputieren.“
Oder funktionierende Schniedel und Muschis. Wie bei
Tavistock.
Das wäre ein fataler Bruch mit dem heutigen, postaufgeklärten Zeitalter. Allerdings haben die heutigen Wahnsinnigen/Faschisten/Traumwandler vorgesorgt und präventiv ihr eigenes Handeln/Entscheiden und Wirken als wissenschaftlich, demokratisch, nachhaltig und antifaschistisch deklariert und das der Gegenseite nicht. Was für eine Leistung. Da stehen dann täglich stolz und von sich überzeugt „UnsereDemokratie“-Anhänger samt Klimareligiösen und Islamisten-Anbeterinnen in einer Reihe und feiern die geistige und körperliche Impotenz der eigenen, verhassten Kultur, die alternative Ansiedlung und Finanzierung von tribal geprägten Gruppen mit primitivsten Männlichkeitsritualen/Rechtsverständnis, die Zerstörung jeglicher Wettbewerbsfähigkeit und entsprechender Anreize der Gesellschaft, die Vertreibung von Unternehmen, Arbeitsplätzen und Leistungsfähigen/-willigen, das Anhäufen von Schulden und Aufblähen der Währung, die Zerstörung der Infrastruktur, die 4-jährliche Wiederwahl der Wahnsinnigen mit überwältigender, meist mindestens 80%iger Mehrheit. Sie feiern das Anbeten eines kinderlosen Klimakultes gegen jede Vernunft und gegen jede echte wissenschaftliche Evidenz. Westeuropa ist längst ein Schatten seiner selbst. Es bräuchte ein komplettes auf die Füsse stellen einer komplett geistig verwahrlosten Gesellschaft. Ansonsten werden (in 1 bis 3 Generationen) die Chinesen, Südkoreaner, usw. mit einer Mischung aus Faszination und Verwunderung die Reste einer Hochkultur, die ihren eigenen Untergang gefeiert und bewusst herbeiführt, untersuchen und für die Nachwelt überliefern dürfen. Danke dafür bereits im voraus.
YouTube: Why The Right Is So Divided
Rechts ist keine einheitliche Ideologie, sondern eine Abwehrreaktion auf linke umstürzlerische Ideologien.
Linke haben ein einheitliches Weltbild. Rechte haben verschiedene Weltbilder.
Links: Ideologische Endlösung
Rechts: Individuelle Lebensentwürfe
Links: künstliche Ordnung
Rechts: natürliche Ordnung
Links: Planwirtschaft auf allen gesellschaftlichen Ebenen.
Rechts: Natürliche gesellschaftliche Evolution.
Links: Theorie
Rechts: Freiheit
Kurze Videos, gute Erklärungen!
Ich erinnere daran, dass Frau Warken sich gerade per Ministerialbeschluss über ein Urteil des Bundessozialgerichts von 2023 hinweggesetzt hat, das zwingend die Konsultation des Bundestags für die Schaffung einer evidenzbasierten Grundlage für Leistungen der Kassen im Rahmen der „Transgender-Medizin“ gefordert hatte. Im Klartext: wir alle zahlen gerade fröhlich das Brustabschneiden und Penisumstülpen von transidenten Menschen, obwohl es dafür *keinerlei evidenzbasierte Grundlage gibt*, dass es diesen dadurch psychisch besser geht. (Eine neue große finnische Studie legt genau das Gegenteil nahe.) Mit anderen Worten: selbst 14-jährigen Teenager-Mädchen werden von deutschen Ärzten Brüste amputiert, wenn diese sagen, sie fühlten sich mit ihrem Körper unwohl (was oft weniger mit Transsein als z.B. mit Traumatisierung durch Gewalt u.ä. zu tun hat), *obwohl es hier für keine medizinische Evidenz gibt* (von der medizinethischen Problematik mal ganz abgesehen). Frau Warken findet offenbar den Weg über den Bundestag (nach eigener Aussage) zu „lang und komplex“, daher wird zukünftig auf unsere Kosten munter weitergeschnippelt, demnächst vermutlich auch bei Menschen, die sich als „non-binär“ verstehen, und die alle äußere Geschlechtsmerkmale entfernt haben wollen. Weiterhin wird in Deutschland Teenagern ohne jegliche Evidenz Pubertätsblocker gegeben, die schwere Nebenwirkungen haben, die nicht reversibel sind. Während andere Länder dies mittlerweile verboten oder stark eingeschränkt haben. Stört aber niemanden in der Regierung, einschließlich der CDU, deren Ex-Gesundheitsminister Spahn einst dafür sorgte, dass verunsicherte Teenager nicht mehr „ergebnissenoffen / explorativ“ psychotherapeutisch behandelt werden dürfen, sondern ausschließlich „affirmativ“, sonst steht der Therapeut mit einem Bein im Gefängnis oder muss eine Geldstrafe fürchten. Soviel zur Aufrichtigkeit des Strebens nach „Evidenz“ im Gesundheitswesen durch die jetzige Regierung.
@Rainer Niersberger: Sie benennen en passant eine der Hauptursachen des Problems, das durchaus nicht nur die Michels und Michelinen betrifft: NIHILISMUS