Der Bund der Steuerzahler hat sein neues Schwarzbuch zur Steuergeldverschwendung veröffentlicht. Die 54. Ausgabe versammelt 100 Fälle aus Bund, Ländern und Kommunen – von millionenschweren Prestigeprojekten bis zu Ausgaben, bei denen man sich fragt, ob sie in Schilda beschlossen wurden. In Halle soll ein „Zukunftszentrum“ 277 Millionen Euro kosten, in Berlin droht der geplante Regierungsflughafen am BER mit bis zu 2,5 Milliarden Euro zu Buche zu schlagen. Kleinere Absurditäten umfassen zum Beispiel sieben Bänke in Hamburg für fast 15.000 Euro, fünf speziell bepflanzte Bäume in Hessen für 100.000 Euro oder knapp 35.000 Laptops in Schleswig-Holstein, von denen rund ein Drittel gar nicht erst eingeschaltet wurde. Die inhaltliche Fülle hätte genug Stoff für Kafka, Ionesco, Harms und Lewis Carroll zusammen. Hier nur einige absurde Beispiele:
„70 Kilometer für eine Tankfüllung!“
Da für den „Klimaschutz“ keine Million Euro Steuergelder zu schade wäre, schaffte sich die Stadt Bielefeld sieben Wasserstoff-Müllwagen an. Dass sie 7,5 Millionen Euro kosteten, wovon knapp 5 Millionen Euro Fördergelder vom Bundesverkehrsministerium bereitgestellt wurden, macht nichts. Denn die Wasserstoff-Müllwagen haben zur Verwirklichung einer Vision der postfossilen Mobilität beigetragen – des Feinkonzepts „HyDrive OWL“ des Fraunhofer-Instituts zum Ausbau der regionalen Wasserstoffinfrastruktur. Das Problem war nur, dass die Stadt keine eigene Tankstelle hatte und der Förderantrag zum Bau einer solchen abgelehnt wurde.
Die Fahrzeuge mussten deshalb jahrelang ein- bis zweimal pro Woche 70 Kilometer nach Rheda-Wiedenbrück fahren, um Wasserstoff zu tanken. Als auch diese Tankstelle schloss, stellte sich heraus, dass Bielefeld bereits seit 2021 eine Wasserstofftankstelle besitzt. Für seine Busse. Die Müllwagen durften aber dort wegen der Förderauflagen nicht tanken. Erst im April 2026 wurde das erlaubt – gegen Rückzahlung von Fördermitteln. Am Ende doch alles richtig gemacht. Dumm nur, dass Bielefeld bis Ende 2027 schrittweise auf batteriebetriebene Müllwagen umsteigen will.
„900.000 Euro für die nächste Grünphase!“
Damit Radfahrer nicht etwa selbst anhand der Ampel erkennen müssen, ob sie die nächste Grünphase noch erreichen, investiert Berlin in das Projekt „VeloFlow“. 23 digitale Anzeigen sollen Radfahrern rund 100 Meter vor einer Ampel mitteilen, ob sie bei etwa 20 Kilometern pro Stunde noch bei Grün über die Kreuzung kommen. Kostenpunkt: 763.223 Euro. Dazu kommen jährliche Betriebs- und Unterhaltungskosten von bis zu 31.000 Euro.
Auch Hamburg wollte bei diesem Fortschritt nicht zurückstehen und installierte zwei „Radflow“-Anzeigen. Sie geben Hinweise wie „Weiter treten“, „Jetzt Turbo“ oder „Kurz trödeln“ und sollen Radfahrer dazu bringen, ihre Geschwindigkeit an die nächste Grünphase anzupassen. Kostenpunkt für das Pilotprojekt: 143.190 Euro. Wie das Schicksal so ist, waren die innovativen Anzeigen in Hamburg weniger selbsterklärend als die Ampel selbst (die aufgrund der kurzen Entfernungen voneinander für Fahrradfahrer ohnehin gut sichtbar ist), weshalb die Stadt unter den Hinweisen noch Bedienungsanleitungen angebracht hat. Alles zusammen hat mehr als 900.000 Euro gekostet. Es macht aber nichts, weil die beiden „Radflow“-Anzeigen in Hamburg jetzt außer Betrieb sind.
„Mit Fritzi durch den Kiez“
Wenn Kinder im Berliner Görlitzer Park und an anderen Orten mit aggressiven Auseinandersetzungen, Alkohol- und Drogenkonsum und Obdachlosen in Zelten konfrontiert werden, hilft künftig Fritzi, der Stadtfuchs. In einem 24-seitigen Kinderbuch lernen Kinder ab drei Jahren, Abstand von Betrunkenen zu halten und keine Drogenspritzen anzufassen. So soll die Großstadt trotz allem ein „sicherer und spannender Ort“ bleiben.
Damit die fuchsschlauen Tipps auch möglichst viele Kinder erreichen, haben zwei Bezirksämter insgesamt 67.460 Euro für das Büchlein ausgegeben. 10.000 Exemplare kosteten Friedrichshain-Kreuzberg 38.948 Euro, weitere 5.000 türkische Exemplare 14.569,90 Euro. Treptow-Köpenick zahlte 13.942,10 Euro für 7.000 Exemplare.
„Rotlicht-Container“
Für die Prostituierten, die wegen einer Sperrgebietsverordnung vom Straßenstrich in ein nachts eher verlassenes Gewerbegebiet ausweichen mussten, stellte die Stadt Trier im April 2023 einen Container mit WC und Aufenthaltsraum auf. Eine wunderbare Idee, die nur einen kleinen Haken hatte: Der Container war stets abgeschlossen. Wer ihn nutzen wollte, musste sich – natürlich, wie denn sonst – vorher im Rathaus, Ordnungsamt oder Gesundheitsamt einen Schlüssel besorgen.
Prostituierte haben das Angebot aber nicht genutzt – seltsam, warum nur. Und so stand der angemietete Rotlicht-Container in seiner ganzen Einsamkeit seit 2023 – bis jemandem aufgefallen ist, dass auch ein ungenutztes Angebot Kosten verursacht. Im November 2025 war es dann so weit: Der Container wurde abtransportiert und der Mietvertrag gekündigt, was das Schwarzbuch als steuerlichen „Erfolg“ bezeichnet.
„Matsch, Meersalz und Millionen“
Aus einem leerstehenden Kurmittelhaus in Wangerland sollte ein modernes Thalasso-Zentrum werden. Mit Schlick, Algen, Salz und Meerwasser wollte die Gemeinde ab 2020 Touristen und Kurgäste an die Nordsee locken. 4,6 Millionen Euro sollte das Ganze ursprünglich kosten. Da sich zwischenzeitlich herausgestellt hatte, dass ein privater Investor keine Fördermittel bekommen hätte, entschied sich die Gemeinde, das Vorhaben selbst in die Hand zu nehmen, was dazu geführt hat, dass aus den 4,6 Millionen Euro 8,8 Millionen wurden. Als der Bau 2020 endlich begann, kamen Lieferengpässe, Schäden und weitere Probleme dazu. Im Mai 2023 rechnete die Wangerland Touristik GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Gemeinde, die das Vorhaben übernommen hat, bereits mit 17 Millionen Euro. Zur Eröffnung im Juni 2024 waren es dann rund 23 Millionen.
Das Land übernahm ein Teil der Kosten und erhöhte noch einmal seine Förderung – von drei auf neun Millionen Euro. Den Rest musste die Tourismusgesellschaft irgendwie selbst stemmen. Das ging nicht lange gut: Im Juni 2025 musste sie Insolvenz anmelden, zwei Schwimmbäder schließen und unter anderem Campingplätze und Strandkörbe (ob Philipp Amthor davon etwas mitbekommen hat?) verkaufen.
Das Thalasso-Spa selbst darf nicht verkauft werden. Stattdessen wird nun ein Betreiber gesucht. Der soll das Spa ab 2027 übernehmen – und bekommt dafür möglicherweise sogar noch ein „Geschäftsbesorgungshonorar“. Schließlich macht das Spa im Eigenbetrieb derzeit rund 1,3 Millionen Euro Defizit im Jahr.
„Chinesische Pandabären für München“
München bekommt 2028 voraussichtlich zwei Große Pandas aus China, die im Tierpark Hellabrunn bei den Touristen für Begeisterung sorgen, den Artenschutz fördern und die diplomatischen Beziehungen zwischen Bayern und China pflegen sollen. Für das neue Zuhause, genauer gesagt für ein spezielles Panda-Gehege, übernimmt der Freistaat einmalig rund 18 Millionen Euro. Hinzu kommt eine jährliche „Artenschutzgebühr“ im mittleren sechsstelligen Bereich.
Da es sich bei den beiden Pandas um eine internationale Angelegenheit handelt, gehören mögliche Kinder der Pandas China. Der Freistaat finanziert praktisch nur die Miete der beiden Bambusfreunde, verspricht sich aber von dem Projekt mehr Tourismus und mehr internationale Aufmerksamkeit.
„Frankfurter Wachdienst-Treppenwitz wegen sieben Zentimetern“
In einer Frankfurter Grundschule sind die Treppengeländer sieben Zentimeter zu niedrig. 103 statt der inzwischen vorgeschriebenen 110 Zentimeter. Das ist bei einer Sonderbaukontrolle des Amts für Bau und Immobilien aufgefallen. Zwar ist in den vergangenen 100 Jahren nichts passiert, aber seit der Mangel bekannt ist, muss natürlich gehandelt werden. Also engagierte die Stadt für vier Wochen einen Sicherheitsdienst. Erst vier, später zwei Wachleute überwachten die Treppen. Kosten: rund 20.000 Euro. Parallel wurde für weitere 18.000 Euro ein Pressspanprovisorium gebaut, um die fehlenden sieben Zentimeter auszugleichen.
An einer zweiten Frankfurter Grundschule wiederholte sich das Schauspiel. Weil auch dort die Treppengeländer zu niedrig sind, bewachten im Frühjahr 2026 täglich acht bis vierzehn Sicherheitsleute für rund drei Wochen die Treppen. Kosten: etwa 28.000 Euro. Danach wurden über vier Etagen Netze gespannt, damit niemand über das Geländer fallen kann. Da es sich in beiden Fällen um Übergangslösungen handelt und die Schulen natürlich keine anderen Bedarfe haben, für die sie das Geld verwenden könnten, spielt das wohl keine Rolle. Wie die endgültigen Geländer aussehen sollen und wie viel sie kosten würden, ist auch noch nicht bekannt.
Ekaterina Quehl, geboren in St. Petersburg und seit mehr als 20 Jahren in Deutschland, ist Journalistin, Redakteurin und Grafikdesignerin. Sie leitete jahrelang die Redaktion eines großen kritischen journalistischen Portals und schreibt heute auf ihrem eigenen Blog Querblick, wo dieser Beitrag zuerst erschien.
Im Achgut-Buchshop erhältlich:
„Schwarzbuch Staatsfunk“ von Josef Kraus und Walter Krämer, LangenMüller Verlag 2026, hier bestellbar.

Im Saarland wird die Beschilderung auf Radwegen komplett ausgetauscht. Ein Paradebeispiel für die Kurzschlüsse, die in den Hirnen von Politikern vorliegen. Es geht ausschließlich um die Farbe. Sie sind seit 30 Jahren grün mit weißer Schrift und haben immer ihren Dienst getan. Jetzt muss grüne Schrift auf weißen Schildern her. Begründet unter anderem damit, dass es dafür ja Fördergeld vom Bund gibt. Sprich Steuergeld wird verprasst, wobei wir bei der Lieblingsbeschäftigung von Politikern wären. Und nicht etwa nur verprasst, sondern dem dummen Wähler noch als alternativlos verkauft, weil man ja sonst auf Förderung verzichtet, die man in Form von Steuern dem Wähler abgepresst hat und nun sinnlos rausblasen muss. Es werden nicht nur vorhandene Schilder ausgetauscht, sondern auch dort beschildert, wo Radwege nur geplant, aber noch lange nicht vorhanden sind. Bei zu erwartenden Änderungen reißt man die dann wieder ab und stellt neue ein. Hat den Vorteil, dass man so zweimal unnötig Geld verbrennt und nicht nur einmal. Last but not least muss natürlich vorab noch einem Berliner Unternehmen 400000€ in den Hintern dafür geschoben werden, dass diese eine Studie erstellen, wo welche Beschilderung sinnvoll ist. Gesamtkosten der verschwendeten Steuergelder liegen geschätzt bei 2,2Mio, es dürfte, wie in D üblich, am Ende ein gutes Stück teurer werden.
Die sprichwörtliche deutsche Gründlichkeit gilt auch für die Dummheit.
Wenn wir schon verblöden, dann bitte vollständig, dann macht es wenigstens Spaß!
Es wäre zum Lachen wie unsere Politikenden den Bürgern von Schilda auf unsere Kosten nacheifern, wenn es nicht so bitter traurig wäre. Die Nachkriegsgenerationen mussten innovativ und wirtschaftlich denken, da herrschte noch gesunder Unternehmergeist, die Politikenden die überall mit einem Heer von Bürokraten, besonders aus der EU Hurz, ähm Furz kontrollieren und bestimmen wollen verschrotten auch durch Fördermittel- und Subventionsmissbrauch, vor dem der mysteriös um das Leben gekommene Möllemann eindringlich warnte das einstige Wirtschaftswunderland D. WENIGER BÜROKRATIE wird gerade aufgebläht, damit Sesselfurzer auch mit Blödsinn Geld verdienen und ihre Politikenden dafür hörig vergöttern) UND MEHR REALWIRTSCHAFT MIT BILANZKENTNISSEN WÄRE ANGEBRACHT: Natürlich muss es auch Bürokratie geben, aber nicht mit wachsender, sondern schrumpfender Tendenz und ja auch Schreibtischtäter sollten für die Schäden die sie anrichten haften, anstatt mit Sonderrechten verwöhnt zu werden. So wie unsere Altpartei Politiker unser Land wirtschaftlich vorsätzlich ruinieren uns ständig neue Gesetze mit Mogelpackungen um die Ohren hauen, meist hirnrissig, von einem ordentlichen Bilanzhaushalt eines seriösen Unternehmens keine Ahnung haben, beraten von gekauften Qualitätsökonomen, die an der Börse Spielbank süchtig sind, wird das nichts mehr. . .
Man könnte meinen es wäre Wahnsinn ? Aber nein , es ist das wahre Leben der deutschen Bürokratie, die unter Denkmalschutz zu stellen ist ? Nein , sie wird uns auch ohne Denkmalschutz erhalten bleiben !
Obwohl mit Hegels Anrede an seine Zuhörer bei Eröffnung seiner Vorlesungen in Berlin am 22. Oktober 1818 längst klar ist, dass „alles, was das menschliche Leben zusammenhält, … geistiger Natur (ist)“, schickte sich der Deutsche Bundestag rund zwei Jahrhunderte später dazu an, öffentliches Geld in mehrstelliger Millionenhöhe für ein sogenanntes Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) auszureichen. Nennenswerte Erkenntnisfortschritte sind seit dessen Gründung im Jahr 2020 denn auch nicht zu verzeichnen. Dennoch ist bereits die künftige Finanzierung zugesichert. Angesichts dessen sollte die Kritik erlaubt sein, dass damit etwas mehr als reichlich eine materielle Förderung erfährt, das es niemals leisten wird, zum Wohle aller einen Ertrag abzuwerfen.
Die Bürger von Schilda trugen Sonnenlicht in Eimern. Das wird wohl in unserer Spaßgesellschaft mit zunehmender Verblödung auch demnächst passieren. Und alle werden jubeln.
Wie entkommen wir? Anzunehmen ist…… gar nicht. Eher wird das Schwarzbuch, der Rechnungshof, oder der Bund der Steuerzahler verboten.
FALSCH !: Diese Deutscheland-Volks-Regierung versucht gerade sog. Schulden-Sonder-Vermögen (ok über 10 Jahre…) von über 800.000.000.000 Euro für Irgendetwas zu verschleudern – das ca 1.400-fache der hiesigen „normalen“ JahresSteuerEinnnahmen …