Wie iranische Top-Sportlerinnen gegen die Mullahs kämpfen

Im Iran wird die Freiheitsbewegung der Frauen offenbar stärker, wie aus diesem Bericht von Audiatur hervorgeht. Dazu tragen auch Top-Sportlerinnen bei. Die iranische Taekwondo-Bronzemedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Rio etwa zog aus Protest nach Europa. Aus ihrer Sicht verließ sie ein „unterdrücktes Volk“, das „immer trauert“. Noch mehr Aufmerksamkeit erfährt die iranische Schiedsrichterin Shohreh Bayat, die am vierten Turniertag der Schach-Weltmeisterschaft der Frauen in China ihr Kopftuch ablegte. Zuvor hatte sie ein leichtes Kopftuch umgelegt. Dieses verdeckte – ganz, ganz schlimm – nicht jedes einzelne Haar. Iranische Staatsmedien lancierten daraufhin, „die 32-Jährige bedecke aus Protest ihr Haar bei der Schach-WM nicht“.

Sodann forderte der iranische Schachverband die als professionell geltende Schiedsrichterin auf, „Reue zu zeigen und ein besonders frommes Kopftuch zu tragen“. Seitdem Bayat keinerlei Tuch mehr trägt, bekommt sie von heimischen Behörden keine Antwort auf ihre schriftliche Frage, ob sie „ohne Sorge um meine Sicherheit in den Iran zurückkehren kann“. Sie wird es wohl vorerst nicht tun. Vermutlich ist sie gerade in der Antarktis, wie dieser unterhaltsame Bericht außerdem erläutert: „Im Kontext der Unruhen im Iran und seines Betonregimes, das im Sport lieber seine besten Köpfe verliert, als sich von archaischen Regeln zu lösen, machte Bayats Affront gegen den Ajatollah weltweit Schlagzeilen.“ Der Weltschachverband FIDE steht klar hinter Bayat. Der Fall kann noch spannend werden. 

Westliche Hilfe bleibt aus

Nochmal zur Rekapitulation: Die Kleiderordnung wandelte sich nach der Revolution quasi über Nacht, Anfang März 1979, vom Minirock zum Hijab. Frauen im Iran müssen seitdem beim Verlassen des Hauses ein Kopftuch tragen. Die Deutsche Welle konkretisiert: „Im Iran müssen Mädchen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch und einen langen, weiten Mantel tragen, um Haare und Körperkonturen zu verhüllen.“ Zu riskanten Verhaltensweisen gehörten auch Tanzen, Singen oder Musizieren, so Audiatur. Und weiter: Iranische Frauen haben „die höchste Selbstmordrate unter den Frauen und Mädchen im Nahen Osten“. Inzwischen seien aber hunderte von Frauen ohne Kopftuch unterwegs, so dass die Polizei mit ihren Festnahmen nicht mehr hinterher käme. Sollten es – trotz verstärkter Moralpolizei – deutlich mehr werden, dann könnten sie den Mullahs schon gefährlich werden. Auf wesentliche Hilfe von westeuropäischer Seite können sich die Iranerinnen wohl nicht verlassen:

„Während iranische Feministinnen, die sich weigern, den Hidschab zu tragen, mutig sind, haben ihre westlichen Kolleginnen, die rosa Mützen tragen (Anm.: u.a. beim Women‘s March), sie elendig im Stich gelassen. Federica Mogherini, die ehemalige Leiterin der EU-Außenpolitik, die bei offiziellen Besuchen im Iran einen Tschador trug und sich mit iranischen Abgeordneten ablichten ließ, hat kein Wort über diese außergewöhnlichen Frauen gesagt.“ Aus der Spitze der iranischen Frauenrechtsbewegung ließ man zur Verhüllung bei Iran-Besuchen gegenüber westlichen Politikerinnen verlauten: „Ein diskriminierendes Gesetz als Teil unserer Kultur zu bezeichnen – das ist eine Beleidigung für eine Nation.“ Angesichts weiterer eklatanter Menschenrechtsverletzungen wie Steinigung oder Mord an Homosexuellen ist die Frage immer noch offen: „Warum wird die iranische Barbarei im Westen so einfach geduldet?“

Hinweis: Weitere relevante Eindrücke bekommt man hierdorthier und in ein paar Texten dort. 

 

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Susanne Baumstarks Blog Luftwurzel.

Foto: Before sharia spoiled everything

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Karsten Dörre / 29.01.2020

Es fehlt an vielen mutigen, iranischen Männern. Nur die Männer können die vorgeschriebene Kleiderordnung ihrer Frauen durch Dritte abschaffen. Doch mir fehlt der Glaube, dass die Männer das mehrheitlich wünschen, da diese ein krankes Frauenbild haben. Ebenso sind die indoktrinierten, unaufgeklärten oder hoffnungslosen Mütter an diesem Desaster verantwortlich. Islam und Mullahs sind nur vorgeschoben, um die vermeintliche Machtlosigkeit zu demonstrieren.

Florian Teubert / 29.01.2020

Es ist die postmoderne Orientierungslosigkeit und Beliebigkeit, die den politischen Mainstream dazu drängt, sich Diktaturen und abwegigen Wertvorstellungen anzudienen. In einer Kultur der Dekadenz, in der jede Eigenart, jede kulturelle Identität und jeder Opfermentalität offiziellen Schutzstatus für sich beanspruchen können, muss es nicht wundern, dass feste Maßstäbe und Orientierungen verloren gehen oder sich gegenseitig gar widersprechen. So kommt es, dass dieselben Personen, die sich das Gendern auf die Fahnen schreiben, menschen- und insbesondere frauenverachtende Bräuche mit dem Euphemismus “kulturelle Eigenart” adeln. Der Gesellschaft sind die Werte und Maßstäbe verloren gegangen, vor allem das Bewusstsein dafür, dass wir die Freiheit, für alles und jeden einzustehen, zuvorderst der Aufklärung verdanken. Armes Deutschland.

Dr. R. Moeller / 29.01.2020

@Rolf Mainz: Doch - wir sollen und muessen es nicht nur wagen sondern durchziehen. Eine gewaltbereite, ruecksichtslose und nicht kompromissbereite Ideologie muss mit der einzigen Sprache bekaempft werden, die sie versteht: Gewalt. Die islamische Kultur ist keine Heldenkultur. Im Grunde sind es Feiglinge, die die Masse brauchen um die eigene Minderwertigkeit nicht wahrnehmen zu muessen. Bei Hunden bezeichnet man dies als Angstbeisser. Wenn sie den ihnen zustehenden Platz zugewiesen bekommen,  koennen sie ein zufriedenes Leben fuehren.

Anke Zimmermann / 29.01.2020

Meine Unterstützung haben die mutigen iranischen Frauen, ich kann nur leider wenig tun. Da ist die Claudia Roth von den durchgegenderten Grünen, die hier gegen weiße alte Männer hetzt, sich aber gelegentlich freudig einen Lappen um den Kopf wickelt, um sich von alten Mullahs herzen zu lassen. Sie schlägt sich auf die Seite von Frauenunterdrückern, Homohassern und Judenmördern? Und die Weiber in Politik und Medien sind alle so. Manchmal fühle ich mich, als wäre die deutsche Gesellschaft über Nacht gehirngewaschen, während ich mal kurz im Ausland war. Journalistinnen, Politikerinnen, Künstlerinnen alle uneingeschränkt, auf der Seite von unterdrückenden und schlagenden (auch die Kinder) Muselmännern im Steinzeitreligionsmodus. Die haben sich doch Hirn und Herz komplett weggegendert. Ich kann nicht zum Ausdruck bringen wie, was…. Die haben allesamt den Wertekanon, mit dem ich groß geworden bin verlassen, das sind weibliche Moralzombies. Nur eines Frau Roth, Herr Steinmeier, sollte der gesellschaftliche Druck zu politischen Veränderungen im Iran führen, wem wollen dann dort noch in die Augen schauen?

Sirius Bellt / 29.01.2020

Warum die Barbarei bei uns geduldet wird? Mit Verlaub, was interessiert es mich, ob Frauen im Iran ein Kopftuch tragen oder nicht. Ich soll mich jetzt in die iranische Gesetzgebung reinhängen? Sehr merkwürdiges Ansinnen von Ihnen, Frau Baumstark. Wie würden Sie es finden, wenn morgen ein Nachbar bei Ihnen klingelte und Ihnen mitteilte, dass Sie total falsch leben? Falscher Kleidungsstil, falsche Kindererziehung usw. Da würden Sie sich aber herzlich bedanken, oder? Was Menschen im Iran machen ist deren Angelegenheit. In unserem Land gibt es weitaus wichtigere Probleme, die dringend einer vernünftigen Lösung bedürfen.

Frank Holdergrün / 29.01.2020

„Wie kann man das Schweigen und die Ignoranz der Intellektuellen erklären? Die massive Gewalt des Jihad hat die Psychologie des „missbrauchten Kindes“ zur Folge. Intellektuelle fürchten sich vor den islamischen Vergewaltigern, sie entschuldigen und besänftigen sie und  ignorieren die Gewalt der Vergangenheit. Dann drehen sie sich um und beraten unsere Politiker. Das Resultat ist eine ignorante Bevölkerung welche sich an die Intellektuellen wendet um informiert zu werden. Man tischt ihnen jedoch nur Verrat und Lügen auf.“ (Dr. Bill Warner)

Sabine Schönfelder / 29.01.2020

Claudia Roth, selbst Profiteurin des deutschen Feminismus, schwingt sich ihre Wohnzimmergardine um Kopf und Rest-Volumina, wenn sie Muselmanen kontaktiert, diese grüne Anbiederungsweltmeisterin, statt mal ihre gut einstudierte Empörungsmimik in Teheran mit vibrierenden Speckbäckchen einzusetzen, die sie im Bundestag von oben herab, als Bu-ta-vi-Prä, so gerne der AFD entgegenhält. Diese Partei ist gegen die Verschleierung der Frau, gegen das Aufknüpfen von Schwulen an Baukränen, gegen eine finanzielle Unterstützung des Irans seitens Deutschlands, gegen Flugzeuge, die 300 Millionen Euro Bargeld in dieses Land fliegen zur Belohnung dafür, daß der Iran sich einen feuchten Kehricht um das Atomabkommen schert. „Nun, liebe Claudia, wer soll denn nun dein Herzblatt sein?“ Frage von Susi. Liebe Autorin, wie können wir helfen?

Rolf Mainz / 29.01.2020

Es handelt sich nicht um “iranische Barbarei”, dies ist lediglich Islam-Auslegung im rechtgläubigen Sinne. Leider. Und demnächst auch in Westeuropa immer öfter zu beobachten. Was soll der Westen dabei “helfen”? Den Islam verbieten? Dem Islam seine eigene Auslegung vorschreiben? Das wird niemand wagen, man denke allein an Millionen Muslime, die sich bereits in Europa aufhalten, ausserdem an die wirtschaftliche Macht der ölexportierenden arabischen Staaten. Europa könnte sich höchstens möglichst fernhalten - doch tatsächlich macht man/frau das genau Gegenteil und fördert den Import jener Praktiken.

Gudrun Dietzel / 29.01.2020

Mein Eindruck ist, daß ein Großteil der Deutschen die iranische Bevölkerung mit dem Mullah-Regime gleichsetzt. Das ist falsch. Es brodelt unter dem Tschador (Hijab im arabischen Raum), um nur mal von den Frauen zu reden. Lieber heute als morgen würden sie die schwarzen Umhüllungen von Kopf bis Fuß ablegen. Mutige Iranerinnen sah ich in Shiraz ohne Kopftuch bei Livemusik im Teehaus zu spätabendlicher Stunde tanzen, in einem bekannten Haus, dennoch war keine Moralpolizei anwesend. Und das waren nicht nur Feministinnen, die sich dort progressiv gaben.  Damit kein falsches Bild entsteht: Auch die jungen Mütter und die älteren Frauen haben es satt, sich länger den Mullahs zu unterwerfen. Einfache Toilettenfrauen, die freundlich die Tür zum „europäischen Örtchen“ wiesen, nestelten die schwarzen Lagen auf ihrem schwitzenden Körper mit quälendem Blick. Und das auf dem flachen Land, nicht etwa in den großen Städten. Wie konnte es also dazu kommen, daß die Iranerinnen 1979 vom Minirock in den Tschador wechseln mußten? Die Dekadenz des Shah-Regimes hatte ihren Höhepunkt erreicht, sagten mir Iraner. Die größte Party der Welt, die Shah Reza Pahlavi 1971 an historischer Stätte in Persepolis schmiß, mit einem Pomp und Prunk sondergleichen, er, dessen Großvater noch Ziegenhirt in den Bergen gewesen war, pries sich als „König der Könige“ in der Geschichte der damals 2500 Jahre alten Monarchie und brachte damit das Faß zum Überlaufen. Dieser Protz markierte den Kipp-Punkt, und als die Mullahs 1979 riefen „Wollt ihr die islamische Republik?“, antworteten die Iraner mit ja, ohne schlußendlich zu wissen, was auf sie tatsächlich zukommen würde. Das ist ihr selbstgewähltes Dilemma. Es ist richtig, heute auf das Aufbegehren iranischer Sportlerinnen oder Feministinnen hinzuweisen, die sind aber nur ein winziger Teil der sich auflehnenden iranischen Gesellschaft.

Klaus Biskaborn / 29.01.2020

Zur letzten Frage: weil der Westen sich dem Islam in erbärmlicher Weise anbiedert, Deutschland allen voran. Warum das so ist hätte ich gern mal erläutert.

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