In einem Kurz-Video erzählt ein schwuler Mann offen, dass er Angst vor migrantischen Jugendlichen hat, jeden Tag Anfeindungen und Hass erlebt, aber „nicht von Rechten“. „Ich erlebe sie von Migranten und von muslimischen Menschen. Und es sind ja auch im Stadtteil Gruppen durchgezogen, die Schwule dort angegriffen haben, verletzt haben. Das waren migrantische Jugendliche. Keine rechten.“
Daraufhin antwortet die Gesprächspartnerin, eine junge Frau: „Ich denke nicht, dass es damit zusammenhängt, dass es migrantische Jugendliche sind. Ich denke, das hängt eher damit zusammen, dass es männliche Jugendliche sind. Und ich glaube, dass Queer-Feindlichkeit und Antifeminismus bis in die Mitte der Gesellschaft recht stabil sind. Und dann gibt es eben rechtsradikale Parteien, die damit Stimmung machen.“
Das ist ein Paradebeispiel für die zahlreichen Reaktionen, die wir nach dem CSD-Anschlag erleben und bei denen man sich fragt, was in den Köpfen von Menschen vorgeht, wenn die Realität vor Augen ist, aber trotzdem so lange umgedeutet wird, bis sie ins eigene Weltbild passt.
Medien entwickeln Theorien, was Islamisten und Rechtsradikale verbindet, um den Anschlag auch nur ansatzweise mit rechter Gewalt begründen zu können. Die taz veröffentlicht ein Interview mit einem Aktivisten, der erklärt, dass der Klimawandel der Grund für den Anschlag sein könnte, denn – „Je mehr ökologischer Kollaps, desto mehr Gewalt“. (Siehe auch hier auf Achgut.com)
Warum werden aus „migrantischen Jugendlichen“ „männliche Jugendliche“, und warum wird der Grund für einen islamistischen Anschlag ausgerechnet bei den Rechten beziehungsweise sogar beim Klima gesucht?
Kein Wunder, dass Fakten keine so große Rolle mehr spielen
Besonders in den letzten Jahren ist die Realitätsverweigerung in unserem Land so großflächig geworden, dass man sich inzwischen fragen muss, wie das passieren konnte. Schaltet der Schutzmechanismus zum Erhalt des eigenen Weltbildes tatsächlich derart? Oder ist die eigene Haltung inzwischen so stark, dass selbst die Realität an ihren Wänden zerbricht? Das Schlimme ist, dass es sich nicht (mehr) um einzelne Menschen handelt, die für sich Fakten an das eigene Wertesystem beziehungsweise die eigene Haltung passend interpretieren.
Dafür werden inzwischen öffentliche Akteure, NGOs, Hochschulen, Faktenchecker etc. eingespannt. Projekte werden gefördert, Studien durchgeführt, Studiengänge eröffnet, Parteiprogramme geschrieben – es ist eine regelrechte Infrastruktur zum Erhalt eines bestimmten Weltbildes entstanden. Kein Wunder, dass Fakten keine so große Rolle mehr spielen. Und wenn doch, dienen sie häufig nur noch der Widerspruchsbeseitigung.
Ich kann mich noch an ein Studienprojekt erinnern – und das war schon vor vielen Jahren –, bei dem wir, die Studenten, im Internet nach rechten und rechtsradikalen Netzwerken suchen mussten, die im Hintergrund großflächig aktiv sein und bestimmte Zielgruppen mit ihren Aktivitäten für sich einspannen sollten. Als ich beim besten Willen keine Informationen finden konnte, die valide Daten zur Bestätigung der „Großflächigkeit“ beitragen konnten, sagte mir die Dozentin: „Das kann nicht sein.“
Vielleicht war ich eine schlechte Rechercheurin, aber man konnte schon merken, dass das Studienprojekt die Tatsache zugrunde gelegt hatte, es gebe eben so viele solcher Netzwerke, dass es zumindest für jeden Studenten reichen müsse. Was am Ende alles als rechts interpretiert wurde, hat mich – damals noch – sehr gewundert: Von Mädchengruppen zum Zöpfe flechten bis hin zu Chats über bestimmte Kleidungs- und Musiktrends.
Bei einem ehemaligen Arbeitgeber durfte ich beim Layout eines Flyers über Hacking im Internet kein Bild verwenden, auf dem ein Mann mit Kapuze vor einem Computer saß – weil die Zielgruppe des Projekts Migranten waren und sie sich wegen des Bildes beleidigt hätten fühlen können.
Heute scheint die Wahrnehmung selbst beschädigt
Besonders stark merkt man heute, wie verschiedene Themen des Alltags immer mehr zu moralischen Marken werden. Vertritt man sie – ist man auf der „richtigen Seite“. Tut man das nicht – aha, entweder stimmt irgendwas mit einem nicht, oder man ist gleich rechtsradikal. In der Corona-Zeit waren es Masken, Impfungen, 2G-Courage etc. Heute sind es zum Beispiel LGBTQ- oder FCKAFD-Sticker, bestimmte Formulierungen, das Tragen oder Nicht-Tragen bestimmter Symbole, die Wahl bestimmter Wörter. Dasselbe gilt für bestimmte Sprachregelungen. Wer „Flüchtlinge“ sagt statt „Geflüchtete“, wer bei Gewalttaten die Herkunft der Täter benennt, statt sofort von „männlichen Jugendlichen“ zu sprechen, der hat sich bereits positioniert – oft unfreiwillig. Die Sprache selbst wird zum Code.
Konsum und Alltag betrifft es auch schon längst. Welche Zeitung man liest, welchen Podcast man hört, ob man Fleisch isst oder nicht, wie man spricht – all das kann signalisieren, zu welcher Seite man gehört. Jugendliche diskutieren auf TikTok, ob Sprudelwasser-Trinker rechts wären und ob Jutebeutel links, viele sagen auch nicht mehr das Wort „Mann“ oder „Mensch“, sondern immer nur „Person“. Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Codes ausbreiten und verhärten, ist nach meinem Empfinden enorm. Einmal zum moralischen Erkennungszeichen geworden, werden diese Dinge zu einer Art Bekenntnis. Und Bekenntnisse werden freiwillig und couragiert verteidigt – so stark, dass man inzwischen den Eindruck hat, die Realität könnte da nicht mehr mithalten.
Vielleicht sind meine Erinnerungen an die sowjetische Diktatur etwas verzerrt, aber ich hatte immer den Eindruck, dass mich Menschen mit gesundem Menschenverstand umgeben: Alle verstanden alles, redeten aber über gewisse Dinge nicht, um Konsequenzen zu vermeiden. Richtig Verblendete gab es nicht viele. Hierzulande habe ich immer häufiger das Gefühl, der gesunde Menschenverstand sei etwas sehr Seltenes und Wertvolles geworden. Und das ist vielleicht der große Unterschied zu damals: Früher sah man die Realität, und ihre Wahrnehmung war noch intakt, aber man schwieg. Heute scheint die Wahrnehmung selbst beschädigt. Und das ist eine ernstere Diagnose.
Ekaterina Quehl, geboren in St. Petersburg und seit mehr als 20 Jahren in Deutschland, ist Journalistin, Redakteurin und Grafikdesignerin. Sie leitete jahrelang die Redaktion eines großen kritischen journalistischen Portals und schreibt heute auf ihrem eigenen Blog, wo dieser Beitrag zuerst erschien.
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Wo aber Wunsch und Wirklichkeit sehr weit auseinander klaffen, führt das zu gedanklichen Widersprüchen [kognitiven Dissonanzen], die in der Regel – vor allem auch vor sich selbst – verdeckt werden, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Das kann an einem zu verteidigenden Weltbild und/oder an fehlender Urteilsfähigkeit liegen.
Es gibt viele Menschen in Deutschland, die die Realität sehen und auch die unangenehmen Wahrheiten aussprechen, seien es die Erkenntnisse der Biologie, die Probleme, die sich durch die Massenmigration ergeben, religiösen Fanatismus, Klimairrsinn, Regierende, die gegen das eigene Volk agieren und vieles mehr. Sie sprechen Missstände an und werden dafür ausgegrenzt, diffamiert und bekämpft, ob mit Worten oder brutaler körperlicher Gewalt. „Unsere Demokraten“ stellen sich schützend vor „UnsereDemokratie“ und wollen nicht sehen, dass die echte Demokratie am Ende nicht mehr existiert, wenn es nach ihrem Willen so weiter geht!
Wenn ich rede komme ich zwar höflich und ohne Kraftausdrücke rüber aber mit realer Benennung von Gruppen und Sachverhalten. Sollte jeder tun. Sonst überlassen wir die Deutungshoheit einer Minderheit von ca. 15%. Also 85% denken normal.---Im Video reden ein geistig normaler Schwuler mit einer Frau, welche an Genderdysphorie leidet. Dieses Gespräch ist sinnlos, sie braucht Behandlung. Und man sollte auch regelmässig darauf hinweisen, dass bei Frauen die Magersucht proportional zur Zuhname bei Genderdysphorie abgenommen hat. Eine Krankheit ersetzt eine andere.
Kritisches Denken? Sozialismus ist eine Religion und in Religionen geht es um Glauben und nicht um Denken. So wie die Christen an die Jungfrauengeburt, die Dreifaltigkeit, die Sintflut, die Vertreibung aus dem Paradies, die sieben Plagen im alten Ägypten und die Apokalypse des Johannes glauben, so glauben Sozialisten der Glaubensrichtung linksgrünwoke an die Klimakatastrophe, 64 Geschlechter, das böse NO2 und CO2, den bösen Kapitalismus, die Corona-Plage und Glück für alle durch den gütigen sozialistischen Staat. Und daran ist zuerst mal nichts auszusetzen. Menschen sind zur Religion hin angelegt und Glauben ist etwas sehr wichtiges. Der einzige Webfehler im System ist, daß der Sozialismus nicht genauso als Religion anerkannt und behandelt wird wie Christentum, Judentum und Islam auch.
Dummheit ist heutzutage massenhaft anzutreffen.
Dietrich Bonhoeffer, 1906-1945, Theologe, Widerstandskämpfer, schreibt, daß Dummheit ein gefährlicherer Feind des Guten ist als Bosheit.
Näheres auf der Webseite der Bonhoeffer-Niemoeller-Stiftung
Und so haben sich diese Politiker selbst, in die dritte Kategorie der von Machiavelli definierten dreigeteilten menschlichen Ordnung eingeordnet. Die, die verstehen, ohne dass sie es erklärt bekommen, die, die verstehen, nachdem es erklärt wurde und zuletzt die, die auch nachdem es erklärt wurde, nichts verstanden haben.
Es schreit nach einer Fortsetzung der LTI von Victor Klemperer. Findet sich kein ernsthafter Sprachwissenschaftler?
Keine Sorge, die migrantischen Jugendlichen, die LGBTQX-Menschen angreifen, sind tatsächlich auch rechtsradikal und rassistisch. Nur richtet sich ihre Haltung gegen Europäer, Daher sind sie nach Definition der Linken NICHT rechtsradikal, obwohl sie es sind. Und Nein – die verdrehte linke Logik dahinter muss man nicht begreifen.