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Die ukrainische Regierung, geführt von dem Freiheitskämpfer und Demokraten Selenskij, hat der dänischen TV-Journalistin Matilde Kimer die Akkreditierung enzogen. Vorwurf: Kimer verbreite Russische Propaganda. Hintergrund: Kimer berichtet - was man sich auch von anderen seriösen Journalisten wünschen würde - von beiden Seiten der Front. Das heißt, sie berichtete aus der Ukraine; aber AUCH aus dem Gebiet der selbsternannten ‘Volksrepublik Donezk’. Kimer interviewte AUCH DORT Menschen - und sogar offizielle Vertreter des dortigen Regimes. Zudem ist Matilde Kimer Autorin des Buchs ‘Krigen indeni’ (‘Der Krieg im Inneren’), der die 2014-Proteste in Kiew, den Sturz der ukrainischen Regierung unter Viktor Janukowitsch und die Kämpfe in der Ostukraine schildert. Hat irgendjemand unter den geschätzten Mitforisten mal was von dem Buch gehört oder gelesen? Ebend! Auf Seiten unserer dänischen Freunde ist man einhellig ‘empört’. Kimer gilt dort als erfahrene und anerkannte Reporterin. Die Journalistin berichtet seit 2014 als Auslandskorrespondentin aus Russland und der Ukraine. Allein im vergangenen Jahr lieferte sie 230 Beiträge über die russische Invasion und die Ukraine. Kimers Vorgesetzter beim öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Dänemark, Niels Kvale, teilte gegenüber dem US-Medium The Intercept mit, ein (ukrainischer) Geheimdienst-Beamter habe Kimer vorschlagen, diese solle in Zukunft ‘gute Geschichten über den Krieg produzieren’. Kimer habe dieses ‘Angebot’ zurückgewiesen. - Haben andere Qualitätsjournlisten entsprechende Angebote mglw. angenommen? Soviel zur Pressefreiheit unter dem Regime Selenskij. Im deutschen Sprachraum haben berichtet; die NachDenkSeiten, telepolis.de (ein ‘Angebot von heise online’), infosperber.ch und die links-alternative taz. Soviel zur Glaubwürdigkeit der Besser-Deutschen Qualitätsmedien! Naja, Frau Kimer hat eben weder Waffen geschmuggelt noch anderen Leuten den nächsten Schlaganfall gewünscht. Sie ist eben kein Deniz Yücel!
@Leo Hohensee: US-Ex-Außenminister Kissinger hat am 17.12 einen Beitrag im Spectator veröffentlicht. Die schweizerische Seite infosperber.ch hat die deutsche Übersetzung von Kissingers Beitrag/Rede ins Netz gestellt. Überschrift: ‘So läßt sich ein Weltkrieg vermeiden’. Hinweis: infosperber.ch ist heute zeitweise schwer erreichbar; ggf. mehrmals suchen. Ich fasse Kissingers Beitrag gekürzt zusammenzufassen: ‘... Das Ziel eines Friedensprozesses wäre ein zweifaches: (I) die Bestätigung der Freiheit der Ukraine und (II) die Festlegung einer neuen internationalen Struktur, insbesondere für Mittel- und Osteuropa. Letztendlich sollte Russland einen Platz in einer solchen Ordnung finden. ... Gegen ein Vakuum in einem Russland voller Atomwaffen. ... Manche bevorzugen ein Russland, das durch einen fortgesetzten Krieg machtlos geworden ist. Dem stimme ich NICHT zu.Trotz seiner Neigung zur Gewalt hat Russland über ein halbes Jahrtausend lang entscheidende Beiträge zum globalen Gleichgewicht und zur Machtbalance geleistet. Seine historische Rolle sollte nicht herabgewürdigt werden. Russlands militärische Rückschläge haben seine globale nukleare Reichweite nicht beseitigt, die es ihm ermöglicht, mit einer Eskalation in der Ukraine zu drohen. Selbst wenn diese Fähigkeit abnimmt, könnte die Auflösung Russlands ... sein 11 Zeitzonen umfassendes Territorium in ein umkämpftes Vakuum verwandeln. Seine konkurrierenden Gesellschaftsteile könnten ihre Streitigkeiten mit Gewalt beilegen wollen. Andere Länder könnten versuchen, ihre Ansprüche mit Gewalt auszuweiten. Diese Gefahren sind umso grösser, als Tausende von Atomwaffen Russland zu einer der beiden grössten Atommächte der Welt machen. ... Das Streben nach Frieden und Ordnung hat zwei Komponenten, die manchmal als widersprüchlich angesehen werden: (I) das Streben nach Sicherheitselemente und (II) die Forderung nach Versöhnungsakten. Wenn wir nicht beides erreichen können, werden wir keines von beidem erreichen! ...’
Ach menno .. Das bei anderen Themen sehr lesenswerte und lehrreiche achgut.com greift beim Ukraine-Krieg leider weiter auf blühende Phantasie und befremdliche Quellen zurück. Der gewöhnlich gut informierte Thomas Röper (AntiSpiegel.ru), der sich auch öfter selbst im Donbass aufhielt, berichtet genau nichts von, dem, was der Autor hier schreibt. Sämtliche Vorwürfe von Kriegsverbrechen gegen Kadyrow sind offenkundig Hörensagen oder Propaganda (btw, andere Autoren hier belegen ihre Aussagen mit Links zu Quellen). Das einzige in obskuren Artikel, was zuzutreffen scheint, ist die geringe militärische Relevanz der Kadyrow Truppen. Kadyrows Einheiten haben im Krieg nirgendwo Erfolge erreicht, werden auch nicht wirklich in der Etappe eingesetzt und sind eigentlich nur mit Propagandavideos (ohne direkte Kämpfe) aus Mariupol aufgefallen. Dass der Autor einen Machtkampf zwischen Kadyrows pöbelnder Truppe und der Elite-Gruppe Wagner sieht, ist eine völlige Verkennung der Realität. Die Gruppe Wagner hat sich einen Ruf als aktuell beste, disziplinierteste, best-kordinierte und wohl auch best-ausgerüstete PMC (“Private Military Contractor”) der Welt aufgebaut - weit vor Black Water Klonen etc., die nur mit Kohle scheffeln und Zivilisten ermorden auffallen. Nicht umsonst bieten Ukraine und Westen sechsstellige Summen für Überläufer und Gefangene der Wagner Kräfte im Kampfgebiet: Geld, was sie bisher nicht auzugeben brauchten (der ominöse Überläufer nach Norwegen neulich war womöglich bei Wagner, kam aber nicht aus dem Kampfgebiet).
Auf einer Drogentherapie in den 90ern lernte ich einen russichen Ex-Soldaten kennen, der im Tschetschenienkrieg kämpfte. Er schilderte mir Szenen von gegenseitiger Grausamkeit, die mich, im Schwerter-zu-Pflugscharen Buntland aufgewachsener, bis heute zutiefst erschüttern. Kein Wunder wurde der Junge drogenabhängig, er hatte wohl noch Reste an Humanität in sich und konnte mit dem erfahrenen und selbst ausgeübten Terror nicht anders umgehen. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Protagonisten heute in der Ukraine wüten, wird mir schlecht. Kriege sind immer grausam, was aber Putin und seine widerwärtigen Hilfstruppen verbrechen, ist unmenschlich. Mit Gesprächen jedweder Art ist dieser Wahnsinn nicht zu stoppen. Wie gegen die Nazis bleibt allein die militärische Option, alles andere ist unrealistisches Wunschdenken aus einer friedlichen Kalter Krieg Zeit. Und ja, dieser Krieg geht uns etwas an, er findet vor unserer Haustüre statt und ist gegen Europäer gerichtet, die nichts anderes wollen, als unabhängig und in Frieden in ihrem Land zu leben. Ob diese innenpolitisch korrupt sind oder nicht, spielt dabei nicht die geringste Rolle und wird nur als Strohargument der Propaganda verbreitet. Und nein, niemand hat Russland angegriffen oder gar nur bedroht. Das größte Land der Welt, wer sollte so irre sein? Es ist nur eine der absurden Lügen eines größenwahnsinnig gewordenen Diktators. Historisch steht er damit ja leider nicht alleine da.
Wolf Hagen / 23.01.2023 “Das Geplärre von Kadyrow hin, oder her, es bleiben muslimische Einheiten. Und deren Kampfwert ist in regulären Konflikten historisch schon immer mehr oder weniger zweifelhaft gewesen. Selbst der Ruf der ehemals so gefürchteten Janitscharen war mehr Schein, als Sein.” Nun ja, ich mag keinen längeren Text dazu schreiben, Ihre Aussagen sind haarsträubend daneben. Daher nur: Timur, auch Timur Leng oder Tamerlan genannt war Moslem, ebenso wie seine Truppen und der hätte Europa dem Erdboden gleichgemacht. Aber Europa um 1400 war ihm viel zu arm, eine Invasion erschien ihm nicht lohnenswert. Bis zur Renaissance waren islamische und christliche Heere ziemlich gleichwertig, die Türken unter den Nachfahren Osmans haben mit Leichtigkeit christliche Heere geschlagen, die zu den besten ihrer Zeit zählten (Bayezid bei Nikopolis), sogar in Unterzahl (Bayezids Vater Murad gegen Serbien). Es gibt genügend Literatur zum Thema, mit der man seinen Wissensstand leicht auf ein Niveau heben kann, dass es nicht mehr blamabel ist, wenn man auf Kenner der Materie trifft.
Dass die Ukraine durch Tschetschenen islamisiert wird kann wohl kaum im Interesse Putins und der russisch orthodoxen Kirche sein. Vermutlich wird er sich seiner kaukasischen Söldner entledigen sobald deren Zweck erfüllt ist.
Mehr interessieren würde mich, wie viele Tschetschenen sich in der BRD aufhalten. Mit Geschichten über angebliche Widerständigkeit gegen Grosnij und Moskau sind die nämlich hier in nullkommanix asylberechtigt, um dann UNS häufig habituelle Gewaltbereitschaft und Mafiosität vorzuführen. Selenskij hat übrigens in einer Autogrammstunde in den USA eine in drei Sprachen formulierte bedingungslose Kapitulation der Ukraine unterzeichnet. Ein Arbeiter legte ihm dazu ein geschickt gefaltetes Blatt vor, har, har. Das wurde dann auf eBay für $1500 versteigert. Die Wahrheit hinter diesem Jux ist es, daß auch in den USA wohl die Hälfte der Bevölkerung - und nicht die faulste - absolut gegen die Kriegstreiberei des Westens eingestellt ist.
Nein, lieber @HDieckmann, die „ Asowbande“ sind doch die Guten, da traut sich kein ( mutiger?) Autor dran. Wann hört diese unendlich gruselige Kriegshetze in den Medien und von politischer Seite endlich auf? Diplomatie ist gefragt!
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