In der vergangenen Woche fand in Abu Dhabi die jüngste Verhandlungsrunde zwischen Kiew und Moskau statt. Vertreter Russlands, der Ukraine und der Vereinigten Staaten sprachen mehrere Stunden über Waffenstillstandslinien, Austauschlisten, Kontrollmechanismen und technische Fragen der Überwachung. Beide Seiten entsandten hochrangige Militär- und Geheimdienstvertreter – ein deutlich höheres Niveau als bei früheren Gesprächsrunden, zu denen Moskau häufig niedrigere Delegationen geschickt hatte.
Die Stellungnahmen blieben vorsichtig optimistisch. Der ukrainische Verhandlungsführer Kyrylo Budanow sprach von „wirklich konstruktiven“ Gesprächen, der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew bestätigte Fortschritte. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff warnte zugleich vor verbleibenden Hürden. Ein greifbares Ergebnis gab es dennoch: Beide Seiten vereinbarten den Austausch von jeweils 157 Kriegsgefangenen.
Erstmals seit dem Amtsantritt von Präsident Trump vor einem Jahr setzte Washington den Verhandlern nun eine Frist. Die USA erwarten von Moskau und Kiew bis Juni eine Einigung über Friedensbedingungen. Als nächster Schritt sollen bald weitere Gespräche in den Vereinigten Staaten beginnen; als Austragungsort ist Miami im Gespräch. Dass dieser Zeitplan eher ambitioniert als realistisch ist, zeigte sich noch in derselben Nacht: Russische Raketen trafen ukrainische Städte. Energieanlagen wurden getroffen, Wohngebäude beschädigt, Tote und Verletzte gemeldet. Russische Unterhändler erklärten später, nicht alle Einheiten hätten den Befehl rechtzeitig erhalten – eine Erklärung, die angesichts der hohen Vernetzungsdichte des russischen Militärs wie eine Provokation wirkt.
Ein veränderter Ton der Gespräche?
Es blieb nicht bei Einzelfällen. Im unmittelbaren Umfeld der Gespräche setzte Russland seine Luftangriffe fort. Kyjiw, Dnipro, Charkiw, Sumy und Odessa gerieten unter Beschuss durch hunderte Drohnen und dutzende Raketen, während die Temperaturen unter minus zwanzig Grad Celsius fielen. Zuvor hatte Moskau informell signalisiert, mehrere Tage auf Angriffe gegen große Städte verzichten zu wollen. Noch während darüber öffentlich diskutiert wurde, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow, eine Pause könne allenfalls ein Wochenende dauern.
Die ukrainische Führung wertete dies bemerkenswerterweise nicht als Scheitern der Diplomatie, sondern als deren Begleiterscheinung. Außenminister Andrij Sybiha erklärte, weder Gespräche noch Zusagen gegenüber den Vereinigten Staaten hätten Russland je davon abgehalten, zivile Infrastruktur anzugreifen. Präsidentenberater Mychajlo Podoljak sagte offen, ein russischer Waffenstillstand bedeute häufig lediglich, Raketen zu sammeln und anschließend gezielt zuzuschlagen. Die Bevölkerung habe gelernt, diese Abfolge als vorhersehbar zu betrachten.
Gleichzeitig berichteten amerikanische und ukrainische Teilnehmer von einem veränderten Ton der Gespräche. Russische Vertreter arbeiteten detaillierter an technischen Fragen, Geheimdienstoffiziere konzentrierten sich stärker auf praktische Regelungen statt auf politische Grundsatzreden. Selbst skeptische Beobachter hielten die Gespräche erstmals für ernsthaft geführt. Gerade diese Kombination – ernsthafte Verhandlungen bei gleichzeitig ausgeweiteten Angriffen – verlangt nach einer Erklärung.
Inwieweit muss sich Putin mit Hardlinern arrangieren?
Tatsächlich lässt sich in den aktuellen Ereignissen eine wiederkehrende Sequenz erkennen. Seit 2014 zeigt sich dasselbe Muster: Minsk I, Minsk II, der Gefangenenaustausch vom September 2019, die Istanbuler Gespräche im März 2022, humanitäre Korridore im Frühjahr 2022, das Getreideabkommen im Juli 2022, Austauschabkommen 2023 – und nun Abu Dhabi. Auf jede Phase operativer Verständigung folgte eine militärische Eskalation.
Doch was steckt dahinter? Die gängige westliche Deutung lautet: Täuschung – Moskau wolle nie Frieden, sondern Zeit gewinnen. Die Konstanz des Musters deutet jedoch auf etwas anderes hin. Russland verhandelt tatsächlich, allerdings innerhalb eines Systems, in dem Frieden politisch riskanter ist als die Fortsetzung des Krieges.
Die Fehleinschätzung beginnt beim Bild des russischen Präsidenten. In der westlichen Wahrnehmung erscheint Wladimir Putin als absolutistischer Autokrat, der frei entscheidet. Dieses Bild mag ausreichen, um die formale Befehlskette zu beschreiben; zur Erklärung der Dynamik innerhalb des russischen Machtapparats greift es jedoch zu kurz. Putins Macht ist stark personalisiert, doch personalisierte Macht bedeutet keine unbegrenzte Entscheidungsfreiheit. Sie bildet die Spitze eines Gleichgewichtssystems: Der Präsident steuert die Kräfteverhältnisse innerhalb eines Apparats, dessen Bestandteile nicht austauschbar sind.
Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass die russische Führung kein monolithischer Block ist. Sie besteht aus unterschiedlichen Funktionsgruppen mit teils gegensätzlichen Interessen, deren Einfluss weniger aus formalen Institutionen als aus ihrer Bedeutung für die Stabilität des Regimes erwächst. Der Kreml gleicht keiner Pyramide, sondern einem Gefüge konkurrierender Funktionen, in dem Macht aus Nähe, Funktion und persönlicher Verlässlichkeit entsteht. Diese Struktur ist entscheidend für die Frage, inwieweit sich Wladimir Putin mit Hardlinern arrangieren muss.
Wer bestimmt, was Putin sieht?
Den innersten Kreis bilden Personen aus der persönlichen Umgebung des Präsidenten. Ihre Macht liegt weniger in formalen Entscheidungen als darin, Zugang zu organisieren, Informationen zu filtern und Wahrnehmung zu strukturieren. Wer bestimmt, was Putin sieht, bestimmt indirekt, was als Bedrohung gilt — und damit, welche Entscheidungen überhaupt denkbar werden. Ein illustratives Beispiel für diese Wirkung bot die Coronakrise: Aus Angst vor einer Infektion schottete sich Putin systematisch ab. Davon profitierten jene, die weiterhin Zugang zu ihm hatten.
Zu diesem inneren Kreis zählen keine klassischen Politiker, sondern Funktionsträger: der Leiter der Präsidialadministration Anton Waino, Sprecher Dmitri Peskow, Mitarbeiter der Präsidialkanzlei und Adjutanten des Föderalen Schutzdienstes. Viele kennen Putin aus jahrelanger persönlicher Zusammenarbeit im Alltag; ihre Loyalität ist biographisch, nicht ideologisch. Der Präsident nutzt diese Umgebung zugleich als Kaderreservoir – mehrere ehemalige Leibwächter wurden später Gouverneure oder Minister. Die Gruppe liefert daher nicht primär Objektivität, sondern Vertrauen: nicht die Genauigkeit der Lage, sondern die Kohärenz der Wahrnehmung.
Die nächste Gruppe bilden ressourcenbasierte Unterstützer – staatsnahe Großunternehmen und wirtschaftliche Machtzentren. Dazu gehören Manager wie Igor Setschin (Rosneft), Alexei Miller (Gazprom), Sergej Tschemesow (Rostec) oder German Gref (Sberbank). Ihr Aufstieg geht oft auf frühe Zusammenarbeit mit Putin zurück; heute prägen funktionale Rollen das Verhältnis stärker als persönliche Nähe.
Sie sichern die materielle Stabilität des Systems: Haushaltsströme, Exporterlöse und strategische Industrien. Gerade deshalb bevorzugen sie berechenbare Rahmenbedingungen – Sanktionen, Kriegsfinanzierung und Isolation treffen ihre Interessen unmittelbar. Ihr Verhältnis zum Präsidenten bleibt loyal, aber nicht symbiotisch; zunehmend treten sie als Bittsteller gegenüber dem Staat auf. Putin nutzt ihre Ressourcen, vertraut ihnen jedoch weniger als früher, weil Unternehmensinteressen nicht immer mit geopolitischen Zielen übereinstimmen.
Die Interpretation der Wirklichkeit als permanenter Konfliktzustand
Drittens existiert eine administrative Stabilisierungsgruppe – Staatsmanager und politische Vertraute aus Putins früherer Karriere, etwa Dmitri Medwedew, Alexei Kudrin oder Dmitri Kosak. Sie kennen den Präsidenten seit Jahrzehnten und genießen biographisches Vertrauen, besitzen jedoch schwindende operative Bedeutung. Ihre Funktion besteht darin, institutionelle Kontinuität zu sichern, Übergänge zu organisieren und Konflikte innerhalb der Elite zu moderieren. Gerade deshalb werden sie zunehmend aus operativen Machtpositionen herausgelöst: Sie bleiben in der Nähe des Präsidenten, ohne den Kurs zu bestimmen.
Die vierte Gruppe bilden politische Technokraten. Ihre Stellung verdanken sie weniger persönlicher Nähe als nachweisbarer Leistungsfähigkeit – etwa Sergej Kirijenko (Innenpolitik), Sergej Lawrow (Außenpolitik), Sergej Schoigu (Militär), Anton Siluanow (Haushalt) oder Elwira Nabiullina (Zentralbank). Diese Akteure stellen die operative Funktionselite des Systems.
Ihr Verhältnis zu Putin beruht auf Zuverlässigkeit. Sie handeln, solange sie Ergebnisse liefern, und verlieren Einfluss, sobald ihre Funktion entfällt. Der Präsident bevorzugt sie zunehmend gegenüber alten Weggefährten: Sie besitzen selten eine eigene Agenda, widersprechen kaum und stabilisieren die Entscheidungsfähigkeit. Das System wird dadurch weniger personalistisch, zugleich stärker funktional abhängig.
Schließlich existiert eine fünfte Gruppe – die Hardliner im Sicherheitsapparat. Ihr Einfluss speist sich weniger aus unmittelbaren Gewaltmitteln als aus der Definition von Bedrohung. Zu ihr gehören Sicherheitsratssekretär Nikolai Patruschew, Auslandsgeheimdienstchef Sergei Naryschkin, Ermittlungschef Alexander Bastrykin oder Rosgwardija-Chef Viktor Solotow.
Diese Gruppe verbindet den Präsidenten am stärksten mit seiner Herkunft aus den Sicherheitsorganen. Ihr Verhältnis zu Putin ist nicht nur loyal, sondern weltanschaulich kompatibel. Sie liefern keine Verwaltung und keine Ressourcen, sondern Deutung: die Interpretation der Wirklichkeit als permanenter Konfliktzustand. Dadurch bestimmen sie den Rahmen dessen, was politisch als notwendig erscheint. Ihre Macht liegt darin, Risiken zu definieren. Während andere Gruppen Stabilität verwalten, erzeugt diese Fraktion die Legitimation für Ausnahmezustände – und gewinnt deshalb in Phasen äußerer Konfrontation systematisch an Gewicht. Zentrales Instrument dieser Deutung ist der Inlandsgeheimdienst FSB.
Bereits in der Sowjetunion bildete der KGB die zentrale Säule der Hardliner
Anders als westliche Nachrichtendienste ist er kein beobachtendes Organ neben Staat und Regierung, sondern ein strukturbildendes Machtzentrum innerhalb dieses Gleichgewichtssystems. Er vereint Funktionen, die in anderen Staaten getrennt wären: Ermittlungsbehörde, politischer Sicherheitsdienst, wirtschaftliche Kontrollinstanz und innerstaatlicher Nachrichtendienst zugleich. Strafverfahren können Eigentumsverhältnisse verändern, Ermittlungen Karrieren beenden, Sicherheitsbewertungen politische Entscheidungen verhindern.
Bereits in der Sowjetunion bildete der KGB die zentrale Säule der Hardliner. Dieses Erbe integrierte Putin in seine Machtarchitektur. Mit ihm geriet nicht nur ein ehemaliger Geheimdienstoffizier an die Spitze des Staates; auch der FSB gewann strukturell an Gewicht. Der Präsident erhält seine Lagebilder nicht allein über den Behördenleiter, sondern über mehrere direkte Kommunikationskanäle aus unterschiedlichen Einheiten des Dienstes. So entsteht ein mehrstufiges Informationssystem, in dem rivalisierende Gruppen konkurrierende Wirklichkeitsbeschreibungen liefern.
Politik basiert damit auf der Auswahl zwischen Bedrohungsdefinitionen: Wer den Gefahrenrahmen setzt, bestimmt den Handlungsspielraum. Der formale Entscheider wird zum Schiedsrichter eines Apparats, dessen Wahrnehmungen er selbst nicht vollständig überblickt.
Seit den 2000er Jahren hat der Dienst schrittweise andere Institutionen überlagert. Ermittlungsbehörden, Staatsanwaltschaft, Innenministerium und Teile der Justiz wurden faktisch abhängig – damit wuchs nicht nur Putins Macht, sondern auch der Einfluss des Geheimdienstes. Wirtschaftliche Konflikte werden über Strafverfahren geregelt, politische Rivalitäten über Ermittlungen ausgetragen, Eigentumsfragen über Sicherheitsbewertungen entschieden. Außenpolitik erscheint so als Fortsetzung innerer Sicherheitsprozesse, militärisches Handeln als operative Umsetzung interner Lagebilder, Diplomatie als Regulierung ihrer Folgen nach außen.
Der Krieg stärkt den Sicherheitsapparat unmittelbar
Ein Waffenstillstand würde diese Struktur verändern. Er erzwingt eine eindeutige Lagebewertung, also die Entscheidung, welche Bedrohungsdefinition gilt. Solange der Krieg andauert, können widersprüchliche Einschätzungen parallel bestehen. Frieden hingegen würde eine davon delegitimieren und damit ein inneres Machtgleichgewicht auflösen. Damit erklärt sich das Paradox der Verhandlungen: Gespräche sind möglich, weil sie das Gleichgewicht nicht festlegen. Begrenzte Vereinbarungen funktionieren, weil sie reversibel bleiben. Ein stabiler Frieden würde die innere Struktur entscheiden, deshalb entsteht während ernsthafter Gespräche zugleich militärischer Druck.
Der Krieg stärkt den Sicherheitsapparat unmittelbar. Seit der Invasion 2022 stieg der Militärhaushalt deutlich, zugleich erhielten Sicherheitsorgane erweiterte Kompetenzen. Andere Elitegruppen verlieren dagegen: Staatsunternehmen verzeichnen Gewinneinbrüche, wirtschaftspolitische Technokraten stabilisieren die Wirtschaft unter Sanktionen. Es entsteht eine asymmetrische Anreizstruktur: Frieden nützt Teilen der Wirtschaft, bedroht jedoch die Funktion des Sicherheitslagers. Der Krieg hat dessen Einfluss auf Politik und Wirtschaft auf ein zuvor unerreichtes Niveau gehoben; ein Machtverlust liegt daher nicht in seinem Interesse.
Präsident Putin kann diese Gruppen nicht austauschen, ohne die Balance des Systems zu gefährden. Ein dauerhafter Frieden würde festlegen, welche Bedrohungsdiagnose falsch war und damit Gewinner und Verlierer bestimmen. Der Konfliktzustand erlaubt dagegen parallele Wirklichkeiten und stabilisiert die Eliteordnung. Vor diesem Hintergrund widersprechen sich Verhandlungen und Angriffe nicht. Gespräche bedienen jene Teile des Systems, die Berechenbarkeit benötigen; militärischer Druck stabilisiert jene, deren Macht aus Bedrohung erwächst. So wird auch die Episode von Abu Dhabi erklärbar: Während Diplomatie reguliert, hält militärische Gewalt den Ausnahmezustand aufrecht.
Der Krieg stärkt den Sicherheitsapparat unmittelbar
Dass russische Unterhändler erklären, Einheiten hätten Befehle zu spät erhalten, passt in dieses Bild eines fragmentierten Entscheidungsapparats. Autorität ist zentralisiert, die Ausführung verteilt – Generalstab, Teilstreitkräfte, regionale Kommandos und Sicherheitsorgane verfügen über eigene operative Ebenen. Die Folge ist ein charakteristisches Muster: Begrenzte Vereinbarungen funktionieren, umfassende Friedensregelungen scheitern.
Bereits 1947 beschrieb George F. Kennan diese Logik, indem er darauf hinwies, dass die Organe der Unterdrückung, in denen die sowjetische Führung Sicherheit vor rivalisierenden Kräften gesucht hatte, zu den Herren derjenigen geworden seien, denen sie eigentlich dienen sollten.
Diese Einsicht gilt bis heute. Der Krieg erscheint damit nicht als irrationaler Widerspruch zur Diplomatie, sondern als Bedingung ihrer Möglichkeit. Vor diesem Hintergrund verhandelt in Abu Dhabi nicht ein einheitlicher Staat mit klar definierten Interessen. Sichtbar wird vielmehr die Handlungslogik eines Systems, in dem die Bedrohungswahrnehmung des Sicherheitsapparats den politischen Handlungsspielraum bestimmt. Wladimir Putin wird demnach nicht von Hardlinern getrieben, er balanciert zwischen ihnen – und stabilisiert damit ein System, das Konflikt nicht nur führt, sondern benötigt.
Jetzt muss ich mal dumm fragen: Ist das ein Artikel über Russland oder über die USA? Der einzige relevante Unterschied in den Strukturen zwischen den USA und Russland liegt darin, dass Trump aus dem Handel kommt und Putin Geheimdienstler ist. Der staatliche Unterbau unterscheidet sich in beiden Fällen wenig. Wenn man den KGB durch die CIA und das Pentagon ersetzt, hat man vergleichbare Machtstrukturen mit gleichem, bis in den USA sogar erheblich mehr Einfluss auf Innen- und Außenpolitik, sowie auf das Volk. Es ist ein Irrglaube, dass die USA ihr Volk nicht genauso durch den Sicherheitsapparat steuern würden wie die Russen. Im Gegenteil, die Amis sind seit 24 Jahren sogar noch deutlich penetranter. Wobei in beiden Fällen der Arm bis tief nach Europa reicht. Bei den Amis kommt das über die Digitaltechnik und bei den Russen über Personal. Im Endeffekt sind die Russen dabei deutlich effektiver, und können hier trotz NATO und NSA Dauerabhöre auf allen Kanälen in Europa fast schalten und walten wie sie wollen. Das generiert Pressemeldungen, aber passieren tut hier nichts. Wohl auch deshalb, weil die USA/die NATO mit ihrem invasiven Abhörquatsch das Sicherheitsversprechen für Europa gar nicht einlösen. Denen geht es nicht um Schutz, sondern um Kontrolle. Genau deswegen haben die Russen ja überhaupt den Vostoß gewagt, weil die Amis sich eher dafür interessieren, wer hier wie oft welche Unterhosen trägt, als dafür, wie man hier wirklich Sicherheit herstellt. Darum sage ich ja die ganze Zeit: Die EU muss ihre Sicherheit selbst herstellen. Anders wird das nicht funktionieren. Insbesondere auch deshalb, weil Trump und Putin nicht ewig leben werden und ein duchgeknallter Hardliner als Nachfolger auf einer der beiden Seiten unglaublich fatale Wirkung haben kann. Also einen schönen Gruß ins EU Parlament: Rauft euch endlich zusammen und stampft ein eigenes Verteidigungsbündis (keine zentralisierte europäische Armee! Das tut’s hier nicht!) aus dem Boden. Das geht sonst schief.
Alles Unsinn. NIEMAND weiß, was Putin mit diesen großen Verlust an Menschenleben und Material wirklich beabsichtigt! Ich stelle mir einen größeren Plan dahinter vor… mehr nicht… siehe Corona!
@Angelika Meier … „Deshalb versucht Putin jetzt noch den Rest dieser Provinz zu erobern, was aber nicht klappt.“ … Warum sollte Putin das Leben seiner Soldaten unnötig aufs Spiel setzen? In den Grabengefechten, die eher dem I. Weltkrieg gleichen, verliert die Ukraine. Putin wartet einfach, bis den Ukrainern die Soldaten ausgehen, die im Gleitbomben-Beschuß & im Artillerie-Feuer nach & nach alle draufgehen. Genau das erachtet Donald Trump, völlig zu Recht, als sinnlos. Die Ukraine verliert also den Krieg an der Front, wie sie jetzt besteht. Und wenn die Ukraine an dieser Front rechnerisch sowieso bedingungslos in absehbarer Zeit kapitulieren muß & damit das gesamte Land in Putins Hände fällt, kann sich die Ukraine fragen, warum nicht gleich jetzt kapitulieren. Man glaubt halt immer noch, über die Kriegskosten der Russen einen Erfolg erzielen zu können. Aber damit unterschätzt man die Verlockung für die Russen, die einzige Armee des Planeten zu besitzen, die in einem modernen symmetrischen Krieg durchexerziert ist, was die Macht Rußlands geopolitisch extrem erhöht.
„Gleichzeitig berichteten amerikanische und ukrainische Teilnehmer von einem veränderten Ton der Gespräche.“ Und woher kommt der neue Ton? Weil Trump den Druck erhöht hat. In Venezuela, Grönland, Middle East. Alles auch russische Begehrlichkeiten, während die Ukraine für die USA strategisch bedeutungslos ist. Eine europäische Angelegenheit. Another European failed State, so what? Aber von den Europäern kommt da nichts, ausser vergorenem Moralin.
@Lutz Herrmann … „der Binsen-Lutze“ … Die Entscheidung der Japaner, diesen Krieg, auch noch falsch zu führen, basiert auf der Mentalität der Asiaten, für die der Gesichtsverlust quasi schlimmer als der Tod ist. Das ist der Grund, warum man in Ostasien grundsätzlich belogen wird, wenn man nach dem Weg fragt, denn meistens weiß den niemand. Sie haben also das Beispiel falsch gebracht. Auch die Japaner konnten seinerzeit (Wirtschafts- & militärische) Zahlen lesen & hätten also die Frage stellen müssen, warum Japan sich nicht hat gleich von den USA & Britannien per Ölembargo hat erpressen lassen, anstatt zu schießen. Insofern, Herr Herrmann, diskreditieren Sie nur Ihre Kompetenz politische & militärische Zusammenhänge beurteilen zu können. Der Ukraine stellt sich also dieselbe Frage, wie den seinerzeitigen Japanern. Warum noch weiter einen Krieg führen, den man sowieso verliert? Sie sehen, was für Sie eine Binse ist, zeigt woanders Qualitäten, nur weil Sie diese nicht verstehen.
@Jochen Lindt … „Seine Armee hat Potemkinsches Format. Vermutlich noch mehr als Bundeswehr & andere europäischen Gurkentruppen.“ … Warum lesen Sie nicht mal von Clausewitz? Den haben zumindest alle Soldaten im Offiziersrang weltweit gelesen. Ein jeweiliger Krieg wird, wenn überhaupt, in der Größe des politischen Zwecks geführt, sehen Sie gut an der Reokkupation der Krim ohne einen Schuß. Hierbei ist zu bedenken, daß in jedem Land, aufgrund unterschiedlicher militärischer Optionen, der politische Zweck immer ungleich groß ist & jeweils für sich betrachtet werden muß. Rußland führt also diesen Krieg, wie auch jeden anderen Krieg nur so intensiv, wie es der Meinung ist, die Intensität des Krieges veranlagen zu müssen. Kritiker, wie Sie, begehen den eher dämlichen Fehler, den eigenen politischen Zweck anzulegen, vor allem bei völliger militärischer Inkompetenz. Sie, Herr Lindt, sind in der Beurteilung militärischer Zusammenhänge noch schlechter, als der Gröfaz, eine typisch Deutsche Dämlichkeit, anstatt sich an von Manstein zu halten. Der politische Zweck der NATO-Europäer & -Amerikaner ist also nicht groß genug, um Krieg gegen Rußland zu führen. Entweder ist der NATO der Return on Investment nicht groß genug, oder man hat schlichtweg Angst, solch einen Krieg zu verlieren. Das ist mutmaßlich auch der entscheidende Grund, warum Amis & Russen nicht auf einander schießen. Solch einen Konflikt können beide nur verlieren. Selbst, wenn dieser Krieg nur konventionell geführt würde, die Amis können sich es nicht erlauben, all ihre teuren Flugzeugträger zu verlieren. Und es gibt keine Abwehr gegen konventionelle Oreschniks die auf einem Flugzeugträger einschlagen & das Ding schlicht mit ihrer kinetischen Energie zum Sinken bringen.
Mein Gott. Dass Russland bei Corona viel liberaler zu Werke ging als Deutschland, fällt bei Ostholfs Artigel nicht auf…