Roger Letsch / 11.07.2020 / 06:25 / Foto: Pixabay / 68 / Seite ausdrucken

Wie die PEN-Präsidentin die Redefreiheit ein bisschen verteidigt

Man wollte den eigenen Ohren nicht trauen, als Regula Venske, die Präsidentin des deutschen PEN, am 8. Juli 2020 im Interview mit dem Deutschlandfunk (nur Audio, das Interview wurde nicht transkribiert) bestätigte, es gebe da schon irgendwie doch mittlerweile Probleme mit der Meinungsfreiheit bei uns, und vielleicht hätte man es ja wirklich übertrieben mit dem, was der Volksmund Zensur, PC oder „cancel culture“ nennt. Anlass der schriftstellerischen Selbstkritik war der offene Brief, den amerikanische Schriftsteller, Journalisten und Autoren im Harpers Magazine veröffentlicht hatten.

Deutschlandfunk-Moderatorin Anja Reinhard bestätigte in der Anmoderation so ganz nebenbei meine These, dass die Spannkraft der Sprecher des Senders über den Tag nachlässt. Denn während morgens dank glottalem Plosiv das Binnen‑I nur so durch die Luft knallt, verschleift sich das zum Nachmittag hin fast immer zur femininen Wortform. So auch hier, als Reinhard von „Autorinnen und Intellektuellen“ sprach, obwohl auch männliche Autoren den Brief unterzeichnet haben. Ein Schelm, wer da den Genderbeauftragten zu Hilfe rufen möchte. Aber ich schweife ab.

Die Autorinnen und Autoren des offenen Briefes im Harpers Magazine diagnostizieren in den Medien ein Klima der Intoleranz, und dass dies auch der Zustand in deutschen Medien ist, sollte mittlerweile offensichtlich sein. Moralische Dogmen und politische Eindeutigkeit sind gefragt, Toleranz wird zugunsten ideologischer Konformität abgeschafft und existiert nur noch dem Namen nach.

Die interviewte Regula Venske vom PEN liegt aber falsch, wenn sie in dem Zusammenhang von Selbstzensur spricht, die von der Angst vor einen Shitstorm in den sozialen Medien gespeist wird. Es sind ja vielmehr Politik und die klassischen Medien selbst, die zur Schaufel greifen, um mit Dreck zu werfen oder gleich ein tiefes Loch für jene zu graben, die im Meinungskorridor an die Wände stoßen. Besonders eifrig sind die Schaufelschwinger, die von üppig sprudelnden Zwangsgebühren angetrieben werden.

Venske berichtet selbst von der Schere im Kopf, die dafür sorge, dass viele nur noch von der erwarteten Reaktion her denken können. Diese Diagnose stimmt, und die Zensur hinterlässt in der Kreativität von Kunst und Literatur eine Schneise der Verwüstung. Doch mediale Kritik an den politisch herbeigeführten Verengungen sucht man vergeblich. Man denke nur daran, wie in Schleswig-Holsteins Filmförderung nun Gender- und PC-Fragen auf einer Checkliste an Filmemacher herangetragen werden, nachdem man sie schon jahrelang auf grüne Energiesparkompatibilität gebürstet hat. Sowas wird eher als „progressiv” oder „inklusiv” beklatscht, als dass es als unzulässig abgelehnt wird. Man hofft wie immer, dass es nur ” die Anderen” treffen möge oder definiert die eigene „Kreativität” freiwillig innerhalb dieser „Grenzen des Machbaren”.

So schnell wie der Anfall kam, war er auch schon wieder vorbei

Nun fallen im DLF-Interview Worte, die seit Jahren toxische Tabus in der Debatte sind und über die man nur unter Disclaimer und nach heiligem Schwur schreiben kann, dass man das natürlich alles viel offener und pluralistischer sehe als die „Hetzer und Ausgrenzer“.

„Islam, Kopftuch […] so entstehen Denkverbote…man akzeptiert, dass eine Kultur des beleidigt seins entsteht.“

Die Welt verliere den Humor, wenn jetzt schon Monty Python auf dem Prüfstand steht, klagt Venske, und damit liegt sie richtig. Das Interview ist bis hierhin in einer Weise offen und ehrlich, dass man sich die Ohren reibt angesichts der Tatsache, dass dies alles seit Jahren bekannt ist und beklagt wird. Vergeblich, wie uns TV-Haltungsschäden wie Gniffke, Kleber, Restle oder Reschke immer wieder aufs Brot schmieren. Der Journalist von heute sei Haltungsträger, und Hanns Joachim Friedrichs hätte seinen berühmten Satz, ein Journalist dürfe sich mit keiner Sache gemein machen, auch keiner guten, genau andersherum gemeint, meinte etwa Anja Reschke – just in dem Moment, als sie 2018 den Friedrichs-Preis entgegennahm und hinter ihr genau jener Satz leuchtete.

Woher also die plötzliche Einsicht, dass Zensur und Selbstzensur destruktiv sind? Was stört Venske plötzlich daran, dass die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird? Ihre ist doch nicht bedroht, ebenso jene der Autoren bei Spiegel, SZ, Panorama, Monitor oder Maischberger. Oder etwa doch? Man hat sich in vielen Verlagen, beim DLF und auch im PEN bisher jedoch eher als freiwilliger „Zensor” betätigt und will uns nun erzählen, dass man längst als Opfer Blut vergieße? Aber ach, so schnell wie der Anfall kam, war er auch schon wieder vorbei.

Reinhard fängt die klagende Venske schnell wieder ein und insistiert, man müsse natürlich unterscheiden! 2018 sprach schließlich auch Uwe Tellkamp von einem „Gesinnungskorridor“, als er behauptet habe, die meisten Asylsuchenden würden hier den Sozialstaat unterwandern. Es gebe doch, so Reinhard, schon noch eine Grenze des Sagbaren! Dem stimmt Venske sofort zu und der Moment, die Gelegenheit zum Brückenbau war verpufft.

„Tschüss, Sendeplatz“, „Adieu, Buchvertrag“

Es geht im Interview nicht um Meinungsfreiheit oder verengte Debatten für alle! Vielmehr spüren die Jakobiner von heute die Enge mittlerweile am eigenen Kragen. Wen sie hingegen verdammten, der ist verloren, auch wenn er nur sein Recht auf eine eigene Meinung in Anspruch nahm. Wer die (aktuelle) „Grenze des Sagbaren“ überschreitet, ist verbannt und bleibt es. How dare you, Tellkamp!

Es ist das ewige Problem des Jakobinismus, dass die Abgrenzung zwanghaft ist und jede rote Linie, die Sagbares von Unsagbarem trennt, schon am nächsten Tag durch eine neue, noch engere ersetzt sein kann. Man weiß also nie, ob man richtig steht und ausreichend konform mit den ausgereichten Tagesparolen ist. Was heute noch eine scherzhafte Äußerung sein kann, ist morgen vielleicht schon verderbte Gesinnung und falsche Haltung, und dann heißt es „Tschüss, Sendeplatz“, „Adieu, Buchvertrag“.

Der Raum des Denk- und Sagbaren wird immer kleiner, und sind die Jakobiner zu Beginn noch im schönsten Einvernehmen, wird der geistige Platz, den sie sich teilen, mit fortschreitender Zeit immer kleiner, die Sprache ähnlicher und austauschbarer, die Angst größer, morgen versehentlich selbst hinter der roten Linie zu landen. All die vorauseilenden Kniefälle und Entschuldigungen sind nichts als verzweifelte Eingeständnisse, dass man sich gerade nicht sicher ist, ob man vielleicht doch schon hinter der Grenze des Sagbaren steht. Man neigt vorsichtshalber den Kopf, auf dass der rote Pinsel darüber hinweg ziehen mag.

Sie hätten ja in manchem recht, diese „Rechten“, meint Venske. Man könne schon über die deutsche Politik kritisch und kontrovers berichten und diskutieren. Aber auch hier irrt sie. Genau das kann man eben nicht frei. Die Konsequenz einer solchen Kontroverse hat Tellkamp schließlich am eigenen Leib gespürt, das sollte Venske eigentlich wissen. Die Konsequenz für ihn war genau das, was sie nun öffentlich beklagt, für Tellkamp aber nicht gelten lassen will, weil dieser schon jenseits der aktuellen roten Linie steht.

Venske und andere „woke“ Leute kämpfen nur für jene, die bei der „Reise nach Jerusalem“ noch Aussicht auf einen Stuhl haben. Doch die werden logischerweise immer weniger, so ist das Spiel. Über Themen wie Migration, Energiewende, Eurorettung oder Klimawandel ist eine Debatte öffentlich nur noch möglich, wenn sie die gewünschte Richtung einschlägt. Die Debatte ist aber nicht frei, wenn Rollenverteilung, Richtung und Ergebnis schon feststehen.

Abstand zu „denen da“

Reinhards Eingangsfrage, ob wir einen solchen Appell wie im Harpers Magazine auch in Deutschland brauchen, beantwortet Venske mit „ja“. Doch wie glaubwürdig ist dieser Appell, wenn er Meinungsfreiheit im Grunde nur für jene fordert, die diese noch haben? Es gab ja bereits vergleichbare Appelle, an denen inhaltlich nichts auszusetzen war. Der eine richtete sich gegen die blinde Zerstörung von Büchern und Gedanken (Dagen, 2017), der andere sprach sich schlicht für die Durchsetzung geltenden Rechts aus (Lengsfeld, Broder, Klonovsky, 2018), und in beiden Fällen konnten diejenigen, die heute über sich verengende Debatten klagen, gar nicht schnell genug Abstand gewinnen, kübelten Häme und Spott und implementierten die Unterzeichner in ihre Block-Listen.

Wie im Interview zu hören war, achtet man immer noch peinlich auf Abstand zu „denen da“, besteht auf „Grenzen des Sagbaren“ und möchte die Gedankenschere nicht wirklich loswerden, sondern nur etwas kleiner haben, damit sie in den eigenen, engen Kopf passt. Als kürzlich James Bennet, der Opinion-Chefredakteur der New York Times, seinen Hut nehmen musste (er kündigte selbst, aber nicht freiwillig), weil er eine „falsche Meinung“, nämlich die eines republikanischen Senators ins Blatt gelassen hatte, hielt sich die Empörung im deutschen Blätterwald in Grenzen. Selbst die FAZ schmutzte vom „umstrittenen Artikel“, als sei das kein Qualitätsmerkmal, sondern ein zu vermeidender Fehler, weil nur Unumstrittenes in eine Zeitung wie die NYT gehöre. Das, was Tom Cotton im Artikel forderte („Send in the Troops“), geschieht übrigens gerade in Kansas City*, und die Bewohner, die unter den ausufernden gewalttätigen Zuständen leiden, sind darüber sicher nicht unglücklich.

Wer offene Briefe wie den im Harpers Magazine oder die Erklärung 2018 unterschreibt, liefert sofort den ultimativen Beweis für deren Notwendigkeit. Für jene, die sich noch sicher fühlen und noch keine roten Linien um sich herum erblicken, dienen solche Listen nämlich als Sieb, in dem jene sichtbar hängen bleiben, die man als nächste ablehnen, angreifen und ausradieren kann. Man glaubt vielleicht, lästige Konkurrenz loszuwerden und hofft auf Raumgewinne. In der Praxis ist jedoch das Gegenteil der Fall: Die Räume werden enger.

Die meinungsbeherrschenden Elite wird kleiner

Vox, ein ultralinkes Medium und nicht zu verwechseln mit Fox, hat sich selbst verdient gemacht um Ausgrenzung und „cancel culture“, und der Vox-Redakteur und Mitgründer Matthew Yglesias zog nun öffentliche Gegenreaktionen von Kollegen auf sich, da auch er den offenen Brief unterschrieben hatte.

Weil der Brief wie andere Aufrufe inhaltlich kaum angreifbar ist, macht man Kritik daran an den Personen fest, die ebenfalls unterschrieben haben und unterstellt moralische Konterbande. Emily VanDerWerff erblickte etwa mehrere, wie sie es nennt, „Anti-Trans-Kritiker“ unter den Unterzeichnern, die an ihrem „Sicherheitsgefühl“ kratzen, und wer sich wie Yglesias mit solchen gemein mache und den Mindestabstand zu solchen Leuten nicht einhalte (rote Linie), der sei zusammen mit den „Anti-Trans-Kritikern“ verdammt bis in alle Ewigkeit. Vermutlich stört sich Emily VanDerWerff an der Unterschrift von J. K. Rowling, die sich das Frausein nicht verbieten lassen oder zu „menstruierend“ umdefiniert sehen will.

Jeder der den offenen Brief in Harpers Magazine unterschrieben hat, ist nun von einer unsichtbaren roten Linie umgeben, der sich nicht nähern darf, wer noch zur meinungsbeherrschenden Elite gehören will. Die „Verräter“, hübsch zusammengefasst auf einer Liste, sind fortan aus der Debatte verbannt. Für die meinungsbeherrschende Elite, die täglich scheinheilige Eide auf die Meinungsfreiheit schwört, sind die „Grenzen des Sagbaren“ nun wieder etwas enger geworden, und der Moment, an dem es in diesem Wettbewerb des Vereinfachens und Aussortierens nur noch eine einzige Meinung, nur noch eine korrekte Haltung und eine einzige Gewissheit gibt und die ganze Welt nur noch von ausgegrenzten Feinden dieser einen „richtigen” Meinung besteht, rückt wieder ein Stückchen näher. Das ist in Deutschland nicht anders als in Amerika.

* Die ursprüngliche Quelle ist in der EU nur via VPN zu erreichen (danke, NetzDG!). Ich habe sie durch eine gleichwertige ersetzt, die aus der EU erreichbar ist.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Roger Letschs Blog Unbesorgt.

Foto: Pixabay

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Leserpost

netiquette:

Wiebke Ruschewski / 11.07.2020

Normalerweise respektiere ich es, wenn Leute -wenn auch spät- zur Meinungsänderung in der Lage sind. Umso mehr, wenn sie sich vorher aus dem Fenster gelehnt haben. Denn das ist dann durchaus als ehrlich und mutig zu bezeichnen. Aber in diesem Fall, wo man anscheinend nur die eigenen Ansichten und Meinungen weiterhin unangetastet und unkritisiert vertreten will, da finde ich es geradezu peinlich. Wie im Artikel beschrieben: die bisherigen Aussätzigen bleiben igitt! Es geht nur darum, dass man selbst auch in Zukunft noch zu denen innerhalb der roten Linie gehört.

Ilona Grimm / 11.07.2020

@Geert Aufderhaydn: Klar wissen das die Kommentatoren. Sollen wir also aufhören, unsere Meinung zu schreiben und einpacken? Was wird dann aus der Achse und anderen Blogs? Irgendwie muss man seinen Frust doch loswerden. Ich jedenfalls brauche das. Denn, ich wiederhole mich: „Achse oder Klapse“. Lassen Sie uns nur weitermachen. Das exponentielle Wachstum haben wir bei Corona (nicht wirklich) erlebt. Schauen wir mal, welches Ereignis das exponentielle Wachstum des muslimischen Anteils am Volk bremsen wird. Ich sehe da gar nicht soooo schwarz.

Volker Kleinophorst / 11.07.2020

@ S. Lotus. Dass ich KOH bin da habe ich ein bißchen gebraucht. Das mit den Eiern werde im umgehend meinem Freund “Wir brauchen Eier”-Olli Kahn erzählen. Der kann das ja dann in die Geschlechterdiskussion einbringen. Dazu empfehle ich “Die verhängnisvollen Eier” von Michael Bulgakow. ;)

Klaus Schmid Dr. / 11.07.2020

Menschen sind auch nur weit-entwickelte Tiere, und so wie Fische halt nicht gehen können so können Menschen eben nicht selbständig denken.

giesemann gerhard / 11.07.2020

@Ilona Grimm: Die haben Ihnen nur geantwortet, weil sie genau wissen: Sie, Frau Grimm, haben keine Chance. Gegen so viel Pluralismus, wie auch ... . Hätten Sie auch nur einen Funken an Chance, dann wäre die übliche Reaktion: Schweigen. Aber: Es nagt an denen, insofern ist jede Aktivität in der Richtung, wie Sie das machen gut und sinnvoll. Man stelle sich vor, das machen 100.000! Illusion, ich weiß, sogar ich bin zu faul, um mit denen überhaupt zu reden. Ich gestehe meine Schande.

Gerald Weinbehr / 11.07.2020

Ich brauche kein Interview mit PEN-Präsidentin Regula Venske, um das Offensichtliche zu sehen. Die Meinungsfreiheit ist in Merkel-Land hinsichtlich einiger, sagen wir mal gesellschaftlich sensibler Themen schlicht beseitigt. Ende August 2019 sprach Bernhard Kempen, Jurist und Präsident des Dt. Hochschulverbandes, in einem Interview in der 3sat-Kulturzeit (bestimmt keine “rechte” Sendung) offen von “Gesinnungs-Terrorismus” an dt. Hochschulen (Hintergrund war der Fall des Diktaturforschers Jörg Baberowski, der es doch tatsächlich gewagt hatte, Merkels Flüchtlingspolitk zu kritisieren). Auch der Fall Bernig in Radebeul sagt mehr als jedes Interview. Meinungs- und Pressefreiheit gibt es in Merkel-Land im Jahr 2020 nur noch für stramm Linke. Es ist ein absoluter Skandal, dass die “von üppig sprudelnden Zwangsgebühren” sehr gut Lebenden bei der fortschreitenden Verengung des Meinungskorridors an vorderster Front kämpfen. Abweichende Meinung kommt im ÖRR nicht mehr vor. Und wenn doch, wird sie ebenso schnell wie rigoros niedergemacht und als “rechts” diffamiert. Das nennt sich dann ganz ironiefrei “Qualitätsjournalismus”.

sybille eden / 11.07.2020

Lieber Herr CREMER, es sind ja nicht nur die Mordbefehle des Korans, sondern es ist der Aufbau des Sozialismus der medial vorbereitet wird. Ob dieser dann,wenn installiert, den Mordbefehlen trotzen kann, wage ich zu bezweifeln, schon wegen der schieren Anzahl der Rechtgläubigen ! David Murray sagt eine Population von einem DRITTEL der europäischen Bevölkerung in den nächsten dreissig Jahren voraus. Das wird auch die mediale “linksliberale"Elite nicht überleben, die Hadithen und das Kopftuch werden das “übernehmen”.

Geert Aufderhaydn / 11.07.2020

@ Günther H. Probst   Sehr geehrter Herr Probst, Sie und ich wissen es bereits: wer jemals in linken Gruppierungen gearbeitet hat, der wurde mit knallhartem Stalinismus konfrontiert: Freiheit der Meinung ja, aber nicht für Andersdenkende (bei Polt ist es lustig, aber auch nur da: “I brauch ka Opposition net, I bin ja scho Demokrat”).  Die meisten von uns sind dabei vernünftiger geworden und haben es als das erkannt, was es ist: nur eine weitere verlogene Ideologie als Vehikel zur alleinigen Erringung der Macht.

Geert Aufderhaydn / 11.07.2020

Es ist immer wieder beeindruckend, wie die Leser hier und auf ähnlichen Blogs darauf setzen, daß “wir” immer mehr werden und die von uns beanstandeten Lügengebäude früher oder später einstürzen werden.  Haben wir soviel Zeit, darauf zu hoffen? Inzwischen verändern sich die demografischen Daten derart rapide, daß in den Kindergärten und Grundschulen das weiße deutsche Kind (huch, er hat, glaube ich “das, weiße, deutsche Kind” gesagt!) in der Minderheit ist.  Diese Kinder sind in 10 Jahren Wähler, ca. 70% von Ihnen sind dann durch eine Koranschule gegangen und danach unsere Feinde, zumindest Feinde pluralistischer Demokratien. Der Graph der exponentiellen Geburtenentwicklung ist am Ende der Parabelkurve angekommen und schießt nun fast senkrecht in die Höhe. In 10 Jahren werden wir einen islamischen Kanzler haben, das ist demografisch nicht mehr abzuwenden. Es wird keine autochthonen Mehrheiten mehr geben, Punkt. Seit der letzten Bundestagswahl ist es vorbei. All die klugen Leute, die hier und anderswo kommentieren -  wissen die denn das nicht?  Wissen die wirklich nicht, was eine “exponentielle Entwicklung” bewirkt?!

Wilfried Düring / 11.07.2020

Was in Deutschland abgeht ist nicht mehr normal. Ein gutes Beispiel liefert aktuell die Evangelische Kirche in Deutschland. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur idea/spektrum will die EKD beimThema Rass-zismus (der bekanntlich überall eines der drängendsaten Probleme in diesem Land und in dieser Kirche ist)  die SENSIBILITÄT in den Gemeinden stärken. Aus dieser SENSIBILITÄT heraus, ‘empfehlen’ Entscheidungsträger der EKD, ‘kritische Strophen von Kirchenliedern, in denen der Begriff RASSE vorkommt, nicht mehr UNÜBERLEGT zu benutzen’. Damit steht bei den Evangelischen das Singen der eigenen Kirchenlieder ab sofort unter einer Art George-Orwell-Vorbehalt. Angeblich reagiert die EKD ‘auf eine Diskussion in den Gemeinden; ob in kirchlichen Gemeinden und Gruppen noch Lieder gesungen werden sollten, in denen dieser Begriff <RASSE> verwendet wird’. Betroffen von der Säuberung des eigenen Lied-Gutes ist z.B. das in den achtziger Jahren in Dunkel-Deutschland in ‘reaktionären kirchlichen Kreisen’ sehr bekannte Lied: ‘Herr, Deine Liebe ist wie Gras in Ufer’; in dessen (inkriminierter) vierter Strophe es heisst: ‘Herr, du bist Richter! Du nur kannst befreien, Wenn DU uns freisprichst, dann ist Freiheit da. Freiheit, sie gilt für Menschen, VÖLKER, RASSEN, so weit, wie deine Liebe uns ergreift.’ Dieses Lied ist nun also per EKD-Ukas de facto verboten. Der Leiter des Instituts für Aus-, Fort- und Weiterbildung der westfälischen Landeskirche, Herr Böhlemann, drohte gegenüber idea:  ‘Die betreffenden Lieder wollten in der Sprache ihrer Zeit ausdrücken, dass das Christentum mit Rassismus unvereinbar sei. ... Heute würden wir bei einer inhaltlichen Neuauflage solche mittlerweile VERALTETEN TEXTE gar nicht mehr aufnehmen’. Ich stelle hierzu fest: Es gab schon einmal eine Zeit, in welcher bei Neuauflagen von Liederbücher, Lieder mit ‘mittlerweile veralteten Texten’ nicht mehr berücksichtigt wurden. Es war die Zeit der DEUTSCHEN CHRISTEN.

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