Roger Letsch / 11.07.2020 / 06:25 / Foto: Pixabay / 68 / Seite ausdrucken

Wie die PEN-Präsidentin die Redefreiheit ein bisschen verteidigt

Man wollte den eigenen Ohren nicht trauen, als Regula Venske, die Präsidentin des deutschen PEN, am 8. Juli 2020 im Interview mit dem Deutschlandfunk (nur Audio, das Interview wurde nicht transkribiert) bestätigte, es gebe da schon irgendwie doch mittlerweile Probleme mit der Meinungsfreiheit bei uns, und vielleicht hätte man es ja wirklich übertrieben mit dem, was der Volksmund Zensur, PC oder „cancel culture“ nennt. Anlass der schriftstellerischen Selbstkritik war der offene Brief, den amerikanische Schriftsteller, Journalisten und Autoren im Harpers Magazine veröffentlicht hatten.

Deutschlandfunk-Moderatorin Anja Reinhard bestätigte in der Anmoderation so ganz nebenbei meine These, dass die Spannkraft der Sprecher des Senders über den Tag nachlässt. Denn während morgens dank glottalem Plosiv das Binnen‑I nur so durch die Luft knallt, verschleift sich das zum Nachmittag hin fast immer zur femininen Wortform. So auch hier, als Reinhard von „Autorinnen und Intellektuellen“ sprach, obwohl auch männliche Autoren den Brief unterzeichnet haben. Ein Schelm, wer da den Genderbeauftragten zu Hilfe rufen möchte. Aber ich schweife ab.

Die Autorinnen und Autoren des offenen Briefes im Harpers Magazine diagnostizieren in den Medien ein Klima der Intoleranz, und dass dies auch der Zustand in deutschen Medien ist, sollte mittlerweile offensichtlich sein. Moralische Dogmen und politische Eindeutigkeit sind gefragt, Toleranz wird zugunsten ideologischer Konformität abgeschafft und existiert nur noch dem Namen nach.

Die interviewte Regula Venske vom PEN liegt aber falsch, wenn sie in dem Zusammenhang von Selbstzensur spricht, die von der Angst vor einen Shitstorm in den sozialen Medien gespeist wird. Es sind ja vielmehr Politik und die klassischen Medien selbst, die zur Schaufel greifen, um mit Dreck zu werfen oder gleich ein tiefes Loch für jene zu graben, die im Meinungskorridor an die Wände stoßen. Besonders eifrig sind die Schaufelschwinger, die von üppig sprudelnden Zwangsgebühren angetrieben werden.

Venske berichtet selbst von der Schere im Kopf, die dafür sorge, dass viele nur noch von der erwarteten Reaktion her denken können. Diese Diagnose stimmt, und die Zensur hinterlässt in der Kreativität von Kunst und Literatur eine Schneise der Verwüstung. Doch mediale Kritik an den politisch herbeigeführten Verengungen sucht man vergeblich. Man denke nur daran, wie in Schleswig-Holsteins Filmförderung nun Gender- und PC-Fragen auf einer Checkliste an Filmemacher herangetragen werden, nachdem man sie schon jahrelang auf grüne Energiesparkompatibilität gebürstet hat. Sowas wird eher als „progressiv” oder „inklusiv” beklatscht, als dass es als unzulässig abgelehnt wird. Man hofft wie immer, dass es nur ” die Anderen” treffen möge oder definiert die eigene „Kreativität” freiwillig innerhalb dieser „Grenzen des Machbaren”.

So schnell wie der Anfall kam, war er auch schon wieder vorbei

Nun fallen im DLF-Interview Worte, die seit Jahren toxische Tabus in der Debatte sind und über die man nur unter Disclaimer und nach heiligem Schwur schreiben kann, dass man das natürlich alles viel offener und pluralistischer sehe als die „Hetzer und Ausgrenzer“.

„Islam, Kopftuch […] so entstehen Denkverbote…man akzeptiert, dass eine Kultur des beleidigt seins entsteht.“

Die Welt verliere den Humor, wenn jetzt schon Monty Python auf dem Prüfstand steht, klagt Venske, und damit liegt sie richtig. Das Interview ist bis hierhin in einer Weise offen und ehrlich, dass man sich die Ohren reibt angesichts der Tatsache, dass dies alles seit Jahren bekannt ist und beklagt wird. Vergeblich, wie uns TV-Haltungsschäden wie Gniffke, Kleber, Restle oder Reschke immer wieder aufs Brot schmieren. Der Journalist von heute sei Haltungsträger, und Hanns Joachim Friedrichs hätte seinen berühmten Satz, ein Journalist dürfe sich mit keiner Sache gemein machen, auch keiner guten, genau andersherum gemeint, meinte etwa Anja Reschke – just in dem Moment, als sie 2018 den Friedrichs-Preis entgegennahm und hinter ihr genau jener Satz leuchtete.

Woher also die plötzliche Einsicht, dass Zensur und Selbstzensur destruktiv sind? Was stört Venske plötzlich daran, dass die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird? Ihre ist doch nicht bedroht, ebenso jene der Autoren bei Spiegel, SZ, Panorama, Monitor oder Maischberger. Oder etwa doch? Man hat sich in vielen Verlagen, beim DLF und auch im PEN bisher jedoch eher als freiwilliger „Zensor” betätigt und will uns nun erzählen, dass man längst als Opfer Blut vergieße? Aber ach, so schnell wie der Anfall kam, war er auch schon wieder vorbei.

Reinhard fängt die klagende Venske schnell wieder ein und insistiert, man müsse natürlich unterscheiden! 2018 sprach schließlich auch Uwe Tellkamp von einem „Gesinnungskorridor“, als er behauptet habe, die meisten Asylsuchenden würden hier den Sozialstaat unterwandern. Es gebe doch, so Reinhard, schon noch eine Grenze des Sagbaren! Dem stimmt Venske sofort zu und der Moment, die Gelegenheit zum Brückenbau war verpufft.

„Tschüss, Sendeplatz“, „Adieu, Buchvertrag“

Es geht im Interview nicht um Meinungsfreiheit oder verengte Debatten für alle! Vielmehr spüren die Jakobiner von heute die Enge mittlerweile am eigenen Kragen. Wen sie hingegen verdammten, der ist verloren, auch wenn er nur sein Recht auf eine eigene Meinung in Anspruch nahm. Wer die (aktuelle) „Grenze des Sagbaren“ überschreitet, ist verbannt und bleibt es. How dare you, Tellkamp!

Es ist das ewige Problem des Jakobinismus, dass die Abgrenzung zwanghaft ist und jede rote Linie, die Sagbares von Unsagbarem trennt, schon am nächsten Tag durch eine neue, noch engere ersetzt sein kann. Man weiß also nie, ob man richtig steht und ausreichend konform mit den ausgereichten Tagesparolen ist. Was heute noch eine scherzhafte Äußerung sein kann, ist morgen vielleicht schon verderbte Gesinnung und falsche Haltung, und dann heißt es „Tschüss, Sendeplatz“, „Adieu, Buchvertrag“.

Der Raum des Denk- und Sagbaren wird immer kleiner, und sind die Jakobiner zu Beginn noch im schönsten Einvernehmen, wird der geistige Platz, den sie sich teilen, mit fortschreitender Zeit immer kleiner, die Sprache ähnlicher und austauschbarer, die Angst größer, morgen versehentlich selbst hinter der roten Linie zu landen. All die vorauseilenden Kniefälle und Entschuldigungen sind nichts als verzweifelte Eingeständnisse, dass man sich gerade nicht sicher ist, ob man vielleicht doch schon hinter der Grenze des Sagbaren steht. Man neigt vorsichtshalber den Kopf, auf dass der rote Pinsel darüber hinweg ziehen mag.

Sie hätten ja in manchem recht, diese „Rechten“, meint Venske. Man könne schon über die deutsche Politik kritisch und kontrovers berichten und diskutieren. Aber auch hier irrt sie. Genau das kann man eben nicht frei. Die Konsequenz einer solchen Kontroverse hat Tellkamp schließlich am eigenen Leib gespürt, das sollte Venske eigentlich wissen. Die Konsequenz für ihn war genau das, was sie nun öffentlich beklagt, für Tellkamp aber nicht gelten lassen will, weil dieser schon jenseits der aktuellen roten Linie steht.

Venske und andere „woke“ Leute kämpfen nur für jene, die bei der „Reise nach Jerusalem“ noch Aussicht auf einen Stuhl haben. Doch die werden logischerweise immer weniger, so ist das Spiel. Über Themen wie Migration, Energiewende, Eurorettung oder Klimawandel ist eine Debatte öffentlich nur noch möglich, wenn sie die gewünschte Richtung einschlägt. Die Debatte ist aber nicht frei, wenn Rollenverteilung, Richtung und Ergebnis schon feststehen.

Abstand zu „denen da“

Reinhards Eingangsfrage, ob wir einen solchen Appell wie im Harpers Magazine auch in Deutschland brauchen, beantwortet Venske mit „ja“. Doch wie glaubwürdig ist dieser Appell, wenn er Meinungsfreiheit im Grunde nur für jene fordert, die diese noch haben? Es gab ja bereits vergleichbare Appelle, an denen inhaltlich nichts auszusetzen war. Der eine richtete sich gegen die blinde Zerstörung von Büchern und Gedanken (Dagen, 2017), der andere sprach sich schlicht für die Durchsetzung geltenden Rechts aus (Lengsfeld, Broder, Klonovsky, 2018), und in beiden Fällen konnten diejenigen, die heute über sich verengende Debatten klagen, gar nicht schnell genug Abstand gewinnen, kübelten Häme und Spott und implementierten die Unterzeichner in ihre Block-Listen.

Wie im Interview zu hören war, achtet man immer noch peinlich auf Abstand zu „denen da“, besteht auf „Grenzen des Sagbaren“ und möchte die Gedankenschere nicht wirklich loswerden, sondern nur etwas kleiner haben, damit sie in den eigenen, engen Kopf passt. Als kürzlich James Bennet, der Opinion-Chefredakteur der New York Times, seinen Hut nehmen musste (er kündigte selbst, aber nicht freiwillig), weil er eine „falsche Meinung“, nämlich die eines republikanischen Senators ins Blatt gelassen hatte, hielt sich die Empörung im deutschen Blätterwald in Grenzen. Selbst die FAZ schmutzte vom „umstrittenen Artikel“, als sei das kein Qualitätsmerkmal, sondern ein zu vermeidender Fehler, weil nur Unumstrittenes in eine Zeitung wie die NYT gehöre. Das, was Tom Cotton im Artikel forderte („Send in the Troops“), geschieht übrigens gerade in Kansas City*, und die Bewohner, die unter den ausufernden gewalttätigen Zuständen leiden, sind darüber sicher nicht unglücklich.

Wer offene Briefe wie den im Harpers Magazine oder die Erklärung 2018 unterschreibt, liefert sofort den ultimativen Beweis für deren Notwendigkeit. Für jene, die sich noch sicher fühlen und noch keine roten Linien um sich herum erblicken, dienen solche Listen nämlich als Sieb, in dem jene sichtbar hängen bleiben, die man als nächste ablehnen, angreifen und ausradieren kann. Man glaubt vielleicht, lästige Konkurrenz loszuwerden und hofft auf Raumgewinne. In der Praxis ist jedoch das Gegenteil der Fall: Die Räume werden enger.

Die meinungsbeherrschenden Elite wird kleiner

Vox, ein ultralinkes Medium und nicht zu verwechseln mit Fox, hat sich selbst verdient gemacht um Ausgrenzung und „cancel culture“, und der Vox-Redakteur und Mitgründer Matthew Yglesias zog nun öffentliche Gegenreaktionen von Kollegen auf sich, da auch er den offenen Brief unterschrieben hatte.

Weil der Brief wie andere Aufrufe inhaltlich kaum angreifbar ist, macht man Kritik daran an den Personen fest, die ebenfalls unterschrieben haben und unterstellt moralische Konterbande. Emily VanDerWerff erblickte etwa mehrere, wie sie es nennt, „Anti-Trans-Kritiker“ unter den Unterzeichnern, die an ihrem „Sicherheitsgefühl“ kratzen, und wer sich wie Yglesias mit solchen gemein mache und den Mindestabstand zu solchen Leuten nicht einhalte (rote Linie), der sei zusammen mit den „Anti-Trans-Kritikern“ verdammt bis in alle Ewigkeit. Vermutlich stört sich Emily VanDerWerff an der Unterschrift von J. K. Rowling, die sich das Frausein nicht verbieten lassen oder zu „menstruierend“ umdefiniert sehen will.

Jeder der den offenen Brief in Harpers Magazine unterschrieben hat, ist nun von einer unsichtbaren roten Linie umgeben, der sich nicht nähern darf, wer noch zur meinungsbeherrschenden Elite gehören will. Die „Verräter“, hübsch zusammengefasst auf einer Liste, sind fortan aus der Debatte verbannt. Für die meinungsbeherrschende Elite, die täglich scheinheilige Eide auf die Meinungsfreiheit schwört, sind die „Grenzen des Sagbaren“ nun wieder etwas enger geworden, und der Moment, an dem es in diesem Wettbewerb des Vereinfachens und Aussortierens nur noch eine einzige Meinung, nur noch eine korrekte Haltung und eine einzige Gewissheit gibt und die ganze Welt nur noch von ausgegrenzten Feinden dieser einen „richtigen” Meinung besteht, rückt wieder ein Stückchen näher. Das ist in Deutschland nicht anders als in Amerika.

* Die ursprüngliche Quelle ist in der EU nur via VPN zu erreichen (danke, NetzDG!). Ich habe sie durch eine gleichwertige ersetzt, die aus der EU erreichbar ist.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Roger Letschs Blog Unbesorgt.

Foto: Pixabay

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netiquette:

Hans-Peter Dollhopf / 11.07.2020

“Innere Kündigung ist im Personalwesen die Arbeitseinstellung einer Arbeitskraft, zwar das Arbeitsverhältnis nicht durch Kündigung aufzugeben, aber die Arbeitsleistung durch Verweigerung von Eigeninitiative und Arbeitseinsatz in einem Ausmaß zu senken, als ob die Arbeitskraft bei ihrem Arbeitgeber nicht mehr beschäftigt wäre.” (Wikipedio) Frau Regula Venske, die Präsidentin des deutschen PEN, ist innerlich angereift! lets see

Michael Scheffler / 11.07.2020

Lieber Herr Düring, was sorgen Sie sich um die (evangelische) Kirche? Die Kirchen in Deutschland lassen sich vor jeden politischen Karren spannen. Das war auch schon früher so. Sie können in der jetzigen Form weg.

Thomas Seethaler / 11.07.2020

Frau Venske ist ein Opfer unserer Zeit und eine von vielen Menschen, die im 3. Reich und DDR denunziert und weggesperrt wurden. Sie hat ANGST…Angst vor Diffamierung und deshalb ist sie gemäßigt bzw. rudert zurück. Treibt uns diese geschürte Angst nicht schon seit Jahrhunderten? .....Wir fallen immer wieder darauf hinein. Wie viele Lebzeit- Beamte (ab 28-30 Jahren) tuen ihren Mund nicht auf?........ANGST….unbegründet durch ihr Arbeitsverhältnis. Diese Beamten dulden das System bis zur Pension (Rente), um dann evt. mal aufzubegehren….:). Bravo. Dazu die Systemtreuen Filmemacher, Schauspieler, Musiker, Nachrichtensprecher und Moderatoren, die uns die tägliche Impfung verabreichen. Also in breiten Teilen eine Gleichschaltung. JETZT kann ich mir vorstellen wie sich ein geringer Teil der deutschen Gesellschaft 1933-45 und 49-89 gefühlt hat .....die wenigen Widersacher waren getrieben durch Angst und haben es ertragen um zu überleben. Dulden und Ertragen trotz Wissens…Begleiter “Angst” macht es möglich. Unsere Gesellschaft (auch meine Kinder) ist/sind in wichtigen Punkten unkritisch…es ist wichtiger: wann beginnt wieder die BL, Essen.Trinken, Party ect…... Vielleicht bin ich ein ewiger Gestriger.    

A. Ostrovsky / 11.07.2020

Heißt die Frau wirklich Regula oder ist das Satire?

Maike Citronella / 11.07.2020

Wenn sogar die Pen-Präsidentin Regula Venske bemerkt, dass die Redefreiheit durch den Haltungsjournalismus, den sie selbst übereifrig darstellt, extrem eingeschränkt wurde, ist es wirklich eine Minute vor Zwölf in dieser Sparte der Berichterstattungen. Sie hat natürlich die Kompetenz dieses auch mal vorsichtig zu beschreiben und somit wohl auch ihre eigenen wahren Gedanken mal in lauwarmen Kriterien auszudrücken. So wird es wohl mittlerweile, oder auch schon immer, einige sogenannte Haltungsjournalisten geben, die es zwar gerne wollen, aber umhin es nicht wagen können, ihre eigene Meinung über die Haltung zu stellen und daher ihrer Berufung nicht gerecht werden. Der moderne Journalist, steht heutzutage unter dem Druck, immer dass sogenannte Richtige, die von Oben vorgegebene Meinung zu vertreten, auch wenn es nicht seine eigene ist. Der Zeitgeist und Mainstream hat eine derartige Macht über die Menschen erlangt und besonders über die, welche davon leben, dass sie gar nicht anders können, als ihm dienlich zu sein. Aber wenn eine Frau wie Regula Venske es mal vorsichtig wagt, leise Kritik am Haltungsjournalismus zu üben, ist vielleicht noch nicht alles zu spät, so dass einige mutige Journalisten ebenfalls mit leichten Schritten ein Umdenken einfordern und ihre Tätigkeit nach eigenen Richtlinien darstellen! Was allerdings heutzutage fehlt, ist echter Journalismus der ohne zu bewerten, liberal die Dinge beschreibt , wie sie nun mal sind und nicht seine eigene Sicht darüber oder die Sicht von höherer Stelle zur eigenen macht und es daher verfälscht dem Konsumenten zur Haltung rüberbringt!

RMPetersen / 11.07.2020

Gerade las ich die im Exil-Verlag erschienenen Essays von Monika Maron (- Schere im Kopf beim Schreiben, weil ein Satz bei den Guten einen Shitstorm auslösen und den Buchvertrag und Auftritte kosten könne) - - da passt dieser Artikel. Die Frau Venske wird keine Sorgen haben, ihre bisherigen Medien weiter bedienen zu dürfen. Laut Wikiüedia waren dies ” Bertelsmann Stiftung, Literaturredakteurin bei Brigitte und Verlagsleiterin im Rotbuch-Verlag” sowie “Frankfurter Rundschau, der taz oder der jungen Welt”. Da suhlen sich die woken Anführer, wie auf der Animal Farm. Man kennt sich, so zwischen Bertelsmann Rotverlag Frankenfurter, und man hülft einander: ““Regula Venske schreibt wunderbare Krimis. Daneben betätigt sie sich auch als Literatur-wissenschaftlerin und leistet sich vertrackte literarische Experimente. Sie ist eine bedeutende Autorin mit einem wichtigen Beitrag zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.”  Frankfurter Neue Presse, 25.10. 2006

alma Ruth / 11.07.2020

Die links-grüne Meinung ist vorherrschend, aber das reicht nicht. Sie soll alleinherrschend sein. Das ist das eine. Das andere: Statt Literatur, also Kunst, will man ausschließlich einseitige politische Propaganda haben. Also Volkserziehung. Eine mögliche Zusammenfassung von dem, was da geschieht. Ob diese Links-Grüne überhaupt eine Ahnung haben, was Kunst ist/sein kann… da habe ich meine ganz großen Zweifel. Egal, ob es um Literatur, Bildende Künste, Theater, Musik, Film, Foto etc. geht. Sie alle sollen die allein seligmachende Links-Grüne Wahrheit verkünden. Einer kann dagegen nichts tun. Aber man könnte vielleicht was dagegen tun, wenn sich alle Künstler zusammenschließen würden. Das wäre eine große Kraft. Und es wäre ein Versuch wert. Die Frage ist, wie viel Mut die Künstler besitzen und wie wichtig ihnen ihre Kunst ist. lg alma Ruth

Max Wedell / 11.07.2020

A. Ostrovsky, bitte nehmen Sie sich doch die Zeit und schreiben einen Science-Fiction-Roman über die Zukunft Deutschlands. In Ihrem Beitrag ist schon das Grundmaterial für einen Bestseller enthalten. Kreativität und Fantasie ist bei Ihnen ausreichend vorhanden, wie auch andere Ihrer Beiträge zeigten. Also los, geben Sie sich einen Ruck! Ich hätte das gern selber gemacht, irgendetwas zwischen Robert Sheckley, Ron Goulart (“Fragmented America”-Serie), John Sladek, Carl Amery (“Der Untergang der Stadt Passau”) und John Brunner (“Morgenwelt”)... aber ich fürchte, mir fehlt dazu das Talent.

Ilona Grimm / 11.07.2020

@Wilfried Düring: Danke für Ihren Kommentar, der meiner geschundenen Protestanten-Seele gut tut. Die Diskussion über Rassismus in den Gemeinden ist eine Schimäre. Ich kenne niemanden, für den „Rassismus“ ein Thema ist. Das sind ganz normale Menschen, die mit anderen ganz normalen Menschen (egal welcher Ethnie) überhaupt kein Problem haben. Ich bin zwar vor nicht allzu langer Zeit aus der EKD ausgetreten, aber der verrottete Zustand dieser Kirche regt mich nach wie vor auf. Ich kenne eine Gemeinde, wo statt das Evangelium zu verbreiten, die Religionen des Islam, Hinduismus, Shintoismus und Buddhismus ausführlich in einer Ausstellung und begleitenden Veranstaltungen vorgestellt werden. ... In derselben Kirchengemeinde ist nun ein Labyrinth im Bau (auf dem Gelände des überflüssig gewordenen Parkplatzes!) in Anlehnung an die antike römische Kultur, die doch so eng mit dem Christentum verbunden ist. In meinem „Kündigungsschreiben“ habe ich sechzehn Gründe (von mindestens hundert) aufgeführt. Ich habe auch daran erinnert, dass zu NS-Zeiten das Jesus-Wort „Das Heil kommt von den Juden“ aus der Bibel gestrichen worden ist. Dass Herr Bedford-Strohm im populistisch wirksamen Gedenken an den bis zum Kragen mit Fentanyl befüllten, an Sichelzellenanämie und Covid-19 erkrankten Mehrfach-Verbrecher George Floyd im Englischen Garten (gegenüber seiner Dienstwohnung) in die Knie gegangen ist, hat bei mir Brechreiz ausgelöst. Den Tod des Mannes bedaure ich auch, aber nicht mehr als jeden Tod eines gemeuchelten Weißen, Japaners, Chinesen oder Schwarzen. Die Heuchelei ist unerträglich - aber typisch für Leute, die an nichts glauben und deshalb jedem Quatsch auf den Leim gehen. Zudem führt die EKD Krieg gegen (mindestens) einen ihrer Pfarrer, weil dieser sich an die Vorgaben der Bibel hält (Olaf Latzel, St. Martini Bremen, derzeit wegen „Disziplinarmaßnahmen“ „beurlaubt“.) Diese Kirche ist am Ende. Der Teufel reibt sich die Hände.

Max Wedell / 11.07.2020

Geert Aufderhaydn, Sie erzählen da aber einen ziemlichen Quatsch. Bei den unter 18-Jährigen sind 64% Biodeutsche, bei den 3-6-Jährigen (KITA-Alter) sind 62% Biodeutsche, bei den 7-12-Jährigen (Grundschule und OS) sind 63% Biodeutsche (Zahlen von 2017). Das ist also (noch) eine Mehrheit. Selbst bei den unter 3-Jährigen gibt es die von Ihnen zusammenfantasierte Migrantenmehrheit nicht (61 % Biodeutsche). Einen muslimischen Kanzler könnte es in 10 Jahren vielleicht geben, aber nur, wenn genügend Biodeutsche dies so toll fänden, daß sie ihn wählen. Ausgeschlossen hingegen ist, daß es dann eine muslimische Mehrheit unter den Wahlberechtigten gibt. Nur ein Teil der Personen mit Migrationshintergrund ist übrigens wahlberechtigt, die Ausländer sind es nämlich nicht. Mehr als ein Viertel der Kinder unter 18 Jahren mit Migrationshintergrund hat die deutsche Staatsangehörigkeit nicht! Um die von Ihnen postulierten Verhältnisse einer muslimischen Mehrheit unter den Wahlberechtigten in 10 Jahren zu bekommen, müssten in den nächsten 10 Jahren mehr als 20 Millionen Muslime einwandern und sofort die deutsche Staatsbürgerschaft erlangen. Halten Sie das für wahrscheinlich? Oder ist das nicht eine Hysterie von Rechts, die nur insofern nicht genauso lächerlich ist wie die vielen Hysterien von links, als daß die befürchteten Verhältnisse durchaus doch auch eintreten können… nur eben halt mindestens 60 Jahre später als behauptet.

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