Wie der BDI es mit der Demokratie hält

Im Deutschlandfunkt bringt BDI Hauptgeschäftsführer Joachim Lang in einem Interview auf den Punkt, warum sich politische Entscheidungsträger jetzt mit diesem Brexit herumschlagen müssen. Gefragt, nach dem politischen Versagen um den geplanten EU-Austritt Großbritanniens, antwortet er mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit:

„Also, wenn man dieses harte Worte in den Mund nehmen möchte, dann ist es natürlich, zunächst einmal, die ursprüngliche Entscheidung überhaupt abstimmen zu lassen über diese Frage. Und die zweite ist dann an dieser Entscheidung festzuhalten, obwohl man im Zuge der Verhandlungen zum Austrittsabkommen erkennt, dass das Ganze ziemlich negativ laufen wird. Und dann sich nicht einzugestehen, dass man auf dem Holzweg ist und die Entscheidung zu korrigieren, das ist etwas, womit viele auf dem Europäischen Kontinent hadern.“

Die rule of law war wohl schon immer eher Sache der schottischen Aufklärung, während man auf dem Kontinent schon öfter damit haderte.

Lang war vor seinem Wechsel in die Wirtschaft im Bundeskanzleramt tätig, wo er die Koordinierung der Europapolitik der Bundesregierung verantwortete. Die bundesdeutsche Arroganz in Europafragen hat er beibehalten. Es sind diese lästigen aufmüpfigen Bewohner in einigen lästigen aufmüpfigen Ländern, die ihm und seinen Kollegen das Leben schwer machen. Warum sich nicht alle Mitgliedsländer in allen Fragen der deutschen Perspektive unterordnen, ist demnach nicht nur unverständlich, sondern schlichtweg dumm bis unmoralisch.

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Leserpost

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Bernd Ackermann / 15.01.2019

“Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem”, sagte unser Ex-BP Joachim Gauck im Jahr 2016. Da kann man Herrn Lang doch kaum böse sein, dass er in dasselbe Horn stößt. Das Leben wäre so schön wenn man sich nicht ständig mit dem Plebs herumschlagen müsste. Dann könnten Klerus, Geld- & Politikadel sowie der niedere Adel aus den Redaktionen einfach durchregieren.

Udo Kemmerling / 15.01.2019

Das ist die exakte Definition von “Europa”, dass “Über etwas abstimmen zu lassen” das Problem ist, und der selbsternannte Europa-Autokrat dass nicht eben mal bestimmen kann, nach ner Pulle Schampus oder zwei.

Florian Bode / 15.01.2019

Danke für die Aufklärung über die früheren Tätigkeit des Hr. Lang. Jetzt kann ich den aalglatten Sermon dieses Verbandsfunktionärs besser einordnen.

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