Wie der BDI es mit der Demokratie hält

Im Deutschlandfunkt bringt BDI Hauptgeschäftsführer Joachim Lang in einem Interview auf den Punkt, warum sich politische Entscheidungsträger jetzt mit diesem Brexit herumschlagen müssen. Gefragt, nach dem politischen Versagen um den geplanten EU-Austritt Großbritanniens, antwortet er mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit:

„Also, wenn man dieses harte Worte in den Mund nehmen möchte, dann ist es natürlich, zunächst einmal, die ursprüngliche Entscheidung überhaupt abstimmen zu lassen über diese Frage. Und die zweite ist dann an dieser Entscheidung festzuhalten, obwohl man im Zuge der Verhandlungen zum Austrittsabkommen erkennt, dass das Ganze ziemlich negativ laufen wird. Und dann sich nicht einzugestehen, dass man auf dem Holzweg ist und die Entscheidung zu korrigieren, das ist etwas, womit viele auf dem Europäischen Kontinent hadern.“

Die rule of law war wohl schon immer eher Sache der schottischen Aufklärung, während man auf dem Kontinent schon öfter damit haderte.

Lang war vor seinem Wechsel in die Wirtschaft im Bundeskanzleramt tätig, wo er die Koordinierung der Europapolitik der Bundesregierung verantwortete. Die bundesdeutsche Arroganz in Europafragen hat er beibehalten. Es sind diese lästigen aufmüpfigen Bewohner in einigen lästigen aufmüpfigen Ländern, die ihm und seinen Kollegen das Leben schwer machen. Warum sich nicht alle Mitgliedsländer in allen Fragen der deutschen Perspektive unterordnen, ist demnach nicht nur unverständlich, sondern schlichtweg dumm bis unmoralisch.

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Roland Stolla-Besta / 15.01.2019

Eine Frage an den Langen Joachim: Wäre es nicht in Ihrem Sinne, daß Deutschland mal wieder „Bomben auf Engeland“ wirft? Damit wäre doch Ihr und das der EU-Herrschenden Problem mit einem Schlag gelöst. Wer nicht hören will, muß halt fühlen!

Peter Zentner / 15.01.2019

Ich gestehe hiermit, ein in England aufgewachsener Österreicher zu sein; mein Papa war lange Zeit in Österreichs Botschaft in London tätig, was meine formenden Jahre prägte. Und ich weise darauf hin, dass “Rule, Britannia | Britannia, rule the waves | Britains ne-e-e-e-ver will be slaves” ein Imperativ ist, nicht etwa eine Bestandsaufnahme des damaligen Hier und Heute. Dieser Imperativ aus vor-napoleonischen Zeiten, anschließend nicht nur durch Admiral Nelson und Wellington vollzogen, gilt zumindest im Unterbewusstsein des UK noch heute, mag die Gegenwart auch wackeln, dem wetterwendischen Zeitgeist folgend; doch der ist vergänglich. Schaut euch gelegentlich “The Night of the Proms” in der Royal Albert Hall an, bei YouTube leicht zu finden ... dann wisst ihr, was die Briten so wohltuend und erfrischend von Deutschland und dem Großteil der EU-Mitgliedsländer unterscheidet.

Paul Mittelsdorf / 15.01.2019

Wahnsinn, die neuen Feudalherren sprechen. Und noch schlimmer ist: Genau so was haben 80% dieses Volkes verdient.

Karl-Heinz Vonderstein / 15.01.2019

Der Herr Stegner von der SPD sagte mal vor ein paar Jahren, die Schweizer würden spinnen, weil diese sich in einem Volksentscheid gegen Minarette ausgesprochen hatten. So schienen auf dem europäischen Kontinent auch so manche Politiker gedacht haben, als sich die Briten mehrheitlich für den Brexit entschieden hatten. In vielen deutschen Medien tut man so als wenn Großbritannien dauerhaft nicht überleben könnte, wenn es entgültig aus der EU Austritt und es dauerhaft den Handel mit Großbritannien schaden würde.

Karla Kuhn / 15.01.2019

“In Deutschland wäre so etwas nicht passiert”  Ja, die Demokratie scheint ein Feind des Kapitalismus zu sein.  “Es sind diese lästigen aufmüpfigen Bewohner in einigen lästigen aufmüpfigen Ländern, die ihm und seinen Kollegen das Leben schwer machen. Warum sich nicht alle Mitgliedsländer in allen Fragen der deutschen Perspektive unterordnen, ist demnach nicht nur unverständlich, sondern schlichtweg dumm bis unmoralisch.”  Trauert er dem Absolutismus hinterher ?? Gott sei Dank sind diese Zeiten vorbei und es wird Zeit, daß das nicht nur von den Gelbwesten praktiziert wird. Mamma mia, Wo sind wir gelandet !

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