Bei den linken und linksextremen Protesten während des AfD-Parteitags in Erfurt wurden Reporter und Journalisten von „Junge Freiheit“ und „Apollo News“ gejagt, zusammengeschlagen und getreten. Sie wurden als „Faschisten“ diffamiert und anschließend noch selbst der Provokation beschuldigt. Im Gespräch mit dem Evolutionsbiologen Professor Ulrich Kutschera möchte Ekaterina Quehl einen Einblick in die wissenschaftliche Perspektive auf menschliche Aggressionen einer gesellschaftlichen Gruppe gegenüber einer anderen am Beispiel von „Antifa“ geben. Im Mittelpunkt stehen dabei die evolutionsbiologischen Ursachen von Tribalismus, eine starke Loyalität gegenüber der eigenen Gruppe, Feindbilddenken und gruppenbezogener Gewalt.
Ekaterina Quehl: Wie können Sie aus evolutionsbiologischer Sicht die Aggression und Gewalt einer Gruppe gegenüber Vertretern einer anderen Gruppe erklären?
Ulrich Kutschera: Aktuelle Studien an freilebenden Schimpansen-Populationen haben das bestätigt, was für Menschen lange bekannt war: Sozial organisierte, territoriale Herrentiere-Primaten verteidigen ihr Revier gegenüber „den Anderen“ – „Us-versus-Them“ (Wir gegen sie). Hierbei geht es meist um Nahrung und Paarungs-Partnerinnen. Beim Menschen spielen politische Ideologien eine ähnliche Rolle: „Wir Sozis gegen die Rechten“ lautet das Credo.
Was sagen Sie zu den Zielen der Antifa?
Nach Propagandamaterial der „Antifa“ wenden sich diese „Aktivisten“ gegen Faschismus, Rassismus, Antisemitismus und Sexismus. Als international aktiver Evolutionsbiologe und Physiologe, der seit Jahrzehnten in der Grundlagenforschung tätig ist, und als Mitglied der Alexander von Humboldt-Stiftung, bin ich ebenfalls gegen diese menschenfeindlichen Ideologien. Allerdings argumentiere ich gegen diese „Ismen“ mit biowissenschaftlichen Argumenten. Die „Antifa“ ist hingegen eine faktenfreie Schlägertruppe.
Laut der aktuellen Statistik des Verfassungsschutzes ist die Zahl linksextremistisch motivierter Straftaten im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um fast 40 Prozent gestiegen. Die Gewalttaten stiegen dabei erheblich. Womit ist ein solcher Anstieg der linksextremen Gewalttaten aus Ihrer Sicht verbunden?
Die sogenannten „Linken“ glauben, die moralisch Guten zu sein, sie ignorieren aber die Grundlagen des menschlichen Existenz-Konkurrenzdenkens: „Us versus Them“. Wer sich im Besitz der geglaubten Wahrheit sieht, handelt irrational, wie ein religiöser Fanatiker. Letztendlich geht es um akuten Bildungsmangel mit fatalen Folgen. Die „Linken“ lehnen meist auch Darwin und die Evolution ab – vermutlich, weil sie die dahinterstehende Populationsgenetik nicht verstehen.
Hatten Sie schon einmal als „umstrittener Biologe“ Kontakt mit diesen Damen und Herren?
Im Frühjahr 2019 habe ich eine Einladung von der AfD-Fraktion im Kieler Landtag angenommen und dort zum Thema „Gender-Ideologie“ einen Fachvortrag gehalten. Damals glaubte ich noch an „Unsere Demokratie“. Das heißt, ich nahm an, ein durch hunderte von Forschungsarbeiten qualifizierter Wissenschaftler könne unbehelligt zu einem Thema der „Mann-Frau-Frage“ reden. Das war naiv. Bereits am Bahnhof wurde ich von der Polizei und Antifa abgefangen. Ein junger Antifant bezeichnete mich öffentlich als „Nazi“. Ich sagte zum Polizeibeamten: „Anzeige – ich bin ein „Anti-Hitlerist“, kein Nazi“. Wir gingen in das Bahnhofs-Polizeibüro, wo ich schriftlich Anzeige erstattete. Hierbei konnte ich einige Antifanten sprechen und beobachten. Es sind bemitleidenswerte Gestalten.
Warum haben Sie Mitleid mit den aggressiven Antifa-Querulanten beziehungsweise Linksradikalen?
Der junge Antifant konnte auf Nachfrage der Polizei keinen klaren Satz aussprechen. Seine draußen wartende Meute grölte herum – wohlstandsverwahrloste Kinder, links-grün indoktriniert, die vermutlich nie gearbeitet haben, ohne Lebensziel, wie Affen im Zoo vom Sozialstaat gepäppelt. Armselig! Ein Dokument des gesellschaftlichen Niedergangs – natürlich muss die Bevölkerung vor diesen Personen geschützt werden.
Wie ging Ihr Rechtsstreit mit der Kieler Antifa aus? Mit einer Gerichtsverhandlung?
Ich erhielt dann später das Protokoll von der Kieler Polizei, mit der Frage, ob ich Anzeige wegen Beleidigung stellen möchte. Da ich ein tolerant-weltoffener Biologe bin – ohne Brandmauern in irgendeine Richtung – und die psychologischen Hintergründe der Antifanten kenne, habe ich keinen Strafantrag gestellt und die Sache eingestellt. Mit Leuten, die keine Ahnung von den evolutionsbiologischen Grundlagen des Menschseins haben, kann ich nicht vor Gericht verhandeln. Erst wenn in Deutschland der wirtschaftliche Zusammenbruch mit Bürgerkrieg kommt, wird sich das Antifa-Problem von alleine lösen.
Warum neigt der Mensch überhaupt dazu, die Welt in „wir“ (die Guten) und „sie“ (die Bösen) einzuteilen? Ist es ein sogenannter Tribalismus, also eine starke Loyalität gegenüber der eigenen Gruppe, ein evolutionäres Erbe, das heute noch unser politisches Verhalten prägt?
Mensch und Schimpanse sind vor circa 7 Millionen Jahren aus einer afrikanischen Urform hervorgegangen – Sahelanthropus. Wir haben uns zu Savannenbewohnern entwickelt, unsere „behaarten Brüder und Schwestern“ sind im Urwald geblieben. Das an ein Siedlungsgebiet gebundene Gruppen-Dasein ist ein Erbe der Human-Evolution. Bei Urvölkern ist dieses „Wir-gegen-die Anderen“-Prinzip noch heute überlebenswichtig. In der „zivilisierten Welt“ klingt dieser archaische Tribalismus bis heute nach, gerade auch in der Politik. Denken Sie an Frau Dr. Alice Weidel, die immer Fakten-basiert argumentiert, aber von ihrer „Außengruppe“, den AfD-Hassern, wie eine Staatsfeindin behandelt wird!
Ich danke Professor Ulrich Kutschera herzlich für das interessante Interview. Das Gespräch erschien zuerst auf Ekaterina Quehls Blog.
Tribalismus ist sicher ein Teil der Erklärung, ich sehe darüber hinaus noch eine Mischung aus staatlicher Propaganda und extremer Identifizierung Heranwachsender mit ihren bürgerlichen linksgrünen Eltern. Die Pubertät dient normalerweise dazu, sich als Individuum von den Eltern abzugrenzen und eine eigene erwachsene Identität zu entwickeln. Was aber, wenn die Eltern derartig nett sind, eine einzige wachsweiche Gummiwand, von deren Verständnis jeglicher Widerstand einfach aufgesogen wird? Wenn die Eltern die besten Freunde und Kumpels sind und selbst genauso etwas gegen die bösen Anforderungen der Schule haben und die Lehrer verantwortlich machen, statt dieses altvorderliche nervige „dann lern’s eben“ von sich zu geben wie andere uncoole Väter und Mütter. Wohin dann mit der pubertären Wut, die nach Widerstand strebt? Dann sucht man gemeinsam mit Kumpel Papa nach einem Objekt außerhalb. Und was bietet sich an – vermeintlich wiederauferstandene böse Gestalten aus der Geschichte, gleichgültig, ob es stimmt, Hauptsache die pubertäre Wut findet eine Projektionsfläche. Und besonders dann, wenn der Filius völlig überraschend in der Schule scheitert, muss jemand schuld sein. Das Feindbild kann ein Gruppenphänomen sein, aber auch die Funktion haben, persönliches biographisches Scheitern nach außen abzuleiten. In jedem Fall bräuchte es Gegenwind und dass Staat und Medien die Antifa so lange nicht nur geschont, sondern sogar gefördert haben, hat nicht eben dazu geführt, dass die Antifanten und ihre Väter an sich zweifeln.
Aber wie erklärt sich der Hang zum Marxismus-Wokeismus, wie er an Universitäten zur Eintrittskarte geworden ist?
Vor allem sehe ich das Problem im sogenannten TINA-Prinzip (There Is No Alternative). Auf Deutsch wird das auch „Alternativlosigkeit“ genannt. Als Beispiel sei bei der Migration nur zwischen „vollkommen offenen Grenzen“ und „vollkommen geschlossenen Grenzen“ als Möglichkeiten genannt.
Die Schweizer Lyrikerin Erika Burkart reklamiert längst: „ … im menschlichen Wesen ist ein Keim auf das Metaphysische hin angelegt und wächst eine Art Nabelschnur zur Schöpfung. Zerreißt sie, ist der Mensch das heimatloseste Tier“. Auch der deutsche Philosoph Karl Heinz Haag gibt zu bedenken, dass dem Menschen allein der Schritt in die negative Metaphysik ein „wahrhaft intellektuelles und gesittetes Leben“ gestattet. Es sollte daher die Kritik erlaubt sein, dass die sogenannte Antifa sich inzwischen in der Tat hat dumm machen lassen.
Die „Antifa“ ist eine verbalradikale, linkssektiererische und kleinbürgerliche sowie faktenfreie Schlägertruppe. Bedauerlich, dass Personen so verformt wurden und werden; dennoch muss man sich vor allem geistig aber auch juristisch gegen sie wehren.
Alle Religionsgemeinschaften handeln irrational, im Westen (wie im Osten) nichts Neues, Frau Quehl.
Kurz und knapp: „wenn der Faschismus wiederkommt, dann… usw.“ (Zitat) So isses…