Stefan Frank / 24.02.2019 / 16:00 / Foto: Pixabay / 7 / Seite ausdrucken

Wer macht in Gaza das Licht aus?

Der Gesandte Katars im Gazastreifen, Mohammad al-Emadi, hat die Hamas gewarnt, dass die Regierung in Doha die Zahlungen nicht über April hinaus fortsetzen werde. Das berichten israelische Websites unter Berufung auf Kan, den öffentlichen israelischen Rundfunk. Seit Oktober 2018 bezahlt das Emirat die israelischen Behörden, damit diese über den Grenzübergang Kerem Shalom den Dieseltreibstoff liefern, der Gazas einziges Kraftwerk antreibt. Dieser Handel zwischen Israel, Katar und der Hamas kam im Oktober 2018 zustande, entgegen dem Widerstand der Palästinensischen Autonomiebehörde von Mahmud Abbas.

Abbas hatte seit April 2017 die Zahlungen für Israels Elektrizitätslieferungen in den Gazastreifen mehrmals gekürzt und Israel aufgefordert, entsprechend weniger Strom zu liefern. Damit wollte er die im Gazastreifen herrschende Hamas dafür bestrafen, dass diese sich weigert, die Autorität der Palästinensischen Autonomiebehörde über den Gazastreifen wiederherzustellen und sich ihr vollständig zu unterwerfen.

Durch die Zahlungen Katars und die in der Folge erhöhten israelischen Treibstofflieferungen konnte Gazas Kraftwerk wieder einen nennenswerten Beitrag zur Stromversorgung der Küstenenklave leisten. „Von Israel erhalten wir 120 Megawatt. Nun kommen noch 75 Megawatt von dem Kraftwerk dazu“, sagte Mohammed Thabit, ein Sprecher von Gazas Elektrizitätsgesellschaft, dem Fernsehsender Al-Jazeera im Oktober.

Acht Stunden Strom, acht Stunden Pause

Das mache es möglich, Gazas Haushalte acht Stunden am Tag durchgehend mit Strom zu versorgen, gefolgt von acht Stunden Pause. Zuvor waren es über ein Jahr lang nur vier Stunden Strom gewesen, gefolgt von zwölf Stunden Pause.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich sehr kritisch über die Politik der Palästinensischen Autonomiebehörde geäußert. Die Welt müsse Mahmud Abbas sagen, dass er damit aufhören müsse, Gaza zu „strangulieren“, da dies zu „sehr ernsthaften Konsequenzen“ führen könne.

Abbas, sagte Netanjahu, habe die Lage in Gaza seit Sommer 2017 „schwieriger“ gemacht, indem er die Überweisungen der Palästinensischen Autonomiebehörde nach Gaza immer weiter reduziert habe. „Infolge dieses Würgegriffs wurde Druck geschaffen“, so Netanjahu; Angriffe der Hamas auf Israel seien die Folge. Abbas, so Netanjahu weiter, habe „alle Versuche der Vereinten Nationen hintertrieben, die Lage in Gaza zu lindern“. „Selbst die Geberländer verurteilen ihn dafür, und mit Recht.“

OCHA die UN-Agentur für humanitäre Hilfe resümierte: „Die anhaltende Stromknappheit hat zu starken Einschränkungen bei der Verfügbarkeit wesentlicher Versorgungen geführt, vor allem im Gesundheitssektor und bei der Wasser- und Sanitärversorgung, und sie hat Gazas brüchige Wirtschaft untergraben, insbesondere die industrielle Fertigung und die Landwirtschaft“.

Kein Strom aus Ägypten

Laut der Statistik von OCHA gibt es derzeit in Gaza zwölf Stunden Strom am Tag, während es 2017 und in den ersten neun Monaten von 2018 nur vier bis sechs waren. Den weitaus größten Teil des in Gaza verbrauchten Stroms liefert seit Jahr und Tag der von der Hamas bekämpfte Staat Israel. Die Stromlieferungen aus Ägypten, die früher noch einen kleinen Teil des Stromangebots ausmachten, sind seit dem Frühjahr 2018 vollkommen gestoppt.

Sollte Katar im April seine Zahlungen einstellen, könnte sich die Stromkrise in Gaza erneut zuspitzen. Der öffentliche israelische Rundfunk zitierte ungenannte „palästinensische Quellen“, die den Schritt des Emirats auf „Frustration“ zurückführen. Katar sei „frustriert“, weil die Hamas nicht die offenbar zugesagte Erneuerung der Infrastruktur in Angriff genommen habe.

Zu dieser soll dem Bericht nach der Bau einer neuen Hochspannungsleitung von Israel in den Gazastreifen gehören, den die Hamas verzögere. Diese geplante Hochspannungsleitung soll die Stromversorgung des Gazastreifens verdoppeln. Ohne sie hingegen wird es – sollte Katar Ernst machen – im Gazastreifen ab Mai keine zwölf Stunden Strom am Tag geben, sondern wieder nur noch vier oder sechs, wenn nicht noch weniger.

Gaza wird von Israel versorgt – und nur von Israel. Doch diese Versorgungslinien sind immer wieder unter Beschuss der Terroristen bzw. werden buchstäblich untergraben. Die Hamas wäre gut beraten, einzusehen, dass Israel der beste (und fast einzige) Freund des Gazastreifens ist und dessen Bevölkerung eine humanitäre Katastrophe droht, sollte die Hamas nicht aufhören, die Hand zu beißen, die Gaza füttert.

Zuerst erschienen auf mena-watch.com

Foto: Pixabay

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Marcel Seiler / 24.02.2019

Gaza liegt in idealer Lage: in unmittelbarer Nachbarschaft zum hochzivilisierten, demokratischen, rechtstaatlichen Hochtechnologieland Israel. Wenn die Herrscher der Palästinenser wollten, könnten sie in Gaza in Kooperation mit Israel eine moderne, gebildete Demokratie aufbauen. – Aber sie wollen nicht. Ihre Ressourcen stecken sie in Waffen, nicht in Bildung. Die Bewohner sind halb Mittäter und halb Geiseln. – Man sollte Gaza auflösen und die Menschen in ihre jeweiligen Wunschzielländer Arabiens auswandern lassen. Da wäre allen geholfen, außer den Kriegsgewinnlern, denen das Elend der Gaza-Bevölkerung egal ist.

Peer Munk / 24.02.2019

Die Hamas hat kein Interesse daran, dass es den Palästinensern gut geht. Sie braucht den Konflikt und das Feindbild Israel, weil sie dann weiter Gelder u.a. aus Deutschland bekommt. Und die deutsche Politik unterstützt die Hamas dabei, und gleichzeitig ist man gegen sog. Nazis - es ist zum irre werden.

S. Marek / 24.02.2019

Liebe Herr Stefan Frank,  ein Ausweg ist da. Auf Grund der real existierender politischer und rechtlicher Gegebenheiten, sieh u.a. Der Globale Pakt für sichere,  geordnete und reguläre Migration, hätte ich eine Idee wie dem Deutschen Staat die so dringend benötigten, lt. neuester Untersuchung Bertelsmann-Stiftung mindestens 260 Tsd. pro Jahr, gut ausgebildeten Arbeitskräfte auf den Sprung zu helfen um nach Deutschland mit der Familie überzusiedeln. Es handelt sich um noch zu eröffnendes Reisebüro in Ramallah, inkl. Zweitniederlassung in Gaza Stadt, mit dieser besonderen Aufgabe die potentiellen Ausreisewilligen über den Migrations-Pakt und die ökonomischen und kulturellen Vorteile die Deutschland bietet in deren Landessprache, Arabisch, zu vermitteln. Damit soll eine Win-Win Situation für alle Seiten entstehen. Die armen s.g. “Palästinenser” können endlich dem Joch der Unterdrückung und der Apartheid entfliehen und die große Willkommenskultur hier genießen. Der Deutsche Staat im Gegenzug könnte endlich die Aber-Millionen von Steuergeldern einsparen die seit ca. 1950 nach “Palästina” fließen und sich dort in Luft auflösen, obwohl die gesamte Weltweite Unterstützung an diese Menschengruppe bereits das 25-Fache des gesamten Marshallplans für Europa nach WWII, offiziell European Recovery Program (kurz ERP) bereits überschritten hat, ist dort ein neuer quasi Abu Dhabi, noch weiter als die Fata Morgana. Deutschland könnte zusätzlich die in Übermaß vorhandenen und geplanten EU & Welt Zuwendungen an diese Menschen beanspruchen und endlich gewissenhafte Verteilung garantieren. Die Iraner ihrerseits hätten keine Kopfschmerzen mehr was passiert mit der “palästinensischer Autonomie-Behörde” wen Sie die A-Bombe auf den Kopf des Israelischen PM Hrn. B. Netanjahu werfen wollen , bei deren Vorbereitung zur atomarer Auslöschung von Israel. Und die Deutschen hätten endlich tief durchatmen können, daß Sie endlich ihrer Verpflichtung seit Wannsee-Konferenz nachgekommen sind.

Sabine Schönfelder / 24.02.2019

Schade, daß man aus Blödheit keinen Strom machen kann, dann wäre die Hamas unabhängig und Abbas könnte noch Strom nach Israel verkaufen…..notfalls könnte man immer noch ein paar Grüne einladen…....oder Merkel ben Kasner….

Wolfgang Kaufmann / 24.02.2019

Wieso dankbar sein oder einlenken? Je schlimmer die Lage, desto wirksamer die Tränendrüsendrückerei. Auch wenn unsere Wohlstandsmütter das nicht glauben wollen: Manche Kulturen opfern bereitwillig einen Teil ihrer Kinder für die politische Sache; Pallywood lässt grüßen. Wir arbeiten an Künstlicher Intelligenz, aber sie haben die Nachhaltigkeit. Waffenfähiger Nachwuchs ist ein nachwachsender Rohstoff.

Elisabeth Prehn / 24.02.2019

Solche objektive Nachrichten gibt es in den ÖR Medien nicht

Richard Loewe / 24.02.2019

In Deutschland haben 1933 rund 33% die NSDAP gewaehlt; in Gaza haben 66% Hamas gewaehlt. In Deutschland wurde die Zivilbevölkerung gezielt von den von Deutschland angegriffenen Staaten bombardiert. Bomber Harris wird geadelt und hat ein großes Denkmal. Soweit, so normal. Wenn die Alliierten im zweiten Weltkrieg keine Bomben, sondern Süßigkeiten und Lebensmittel über deutschen Städten abgeworfen hätten, waeren sie immer noch nicht so freundlich gewesen wie die fiktiven Lebensmittelbomber, denn den Strom nutzt Hamas ja intensiv, um Propaganda zu senden, Waffen zu produzieren, Kasernen zu unterhalten, etc. Merke: wenn Juden nicht genug Geld an ihre eigenen Moerder zahlen, zeigt das mal wieder wie widerwärtig sie wirklich sind. Mein Mitleid mit den Menschen in Gaza ist so gross wie deren Liebe fuer Israel.

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