Die UN-Sonderberichterstatterin Reem Alsalem legte einen Bericht vor, in dem sie vor der Einschränkung von Frauenrechten durch Transrechte warnt. Und von zwei Geschlechtern ausgeht. 200 NGOs werfen der Jordanierin nun Kolonialismus vor.
Die jordanische Politikwissenschaftlerin Reem Alsalem (49) ist UN-Sonderberichterstatterin zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Letzten Monat stellte sie dem UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) ihren Bericht vor: „Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen: Neue Grenzen und aufkommende Probleme.“
Darin übt sie gut belegte Kritik an der Abschaffung beziehungsweise Umdeutung des Begriffs „Frau“ und zeigt auf, was es bedeutet, wenn Frauen mehr und mehr als Geschlecht verschwinden. Hintergrund ist die Geisteshaltung, wonach jeder eine Frau sei, der behauptet, eine zu sein. In diesem Zusammenhang hatte Alsalem auch das deutsche Selbstbestimmungsgesetz kritisiert und beklagt, es biete „keinerlei Sicherheitsmaßnahmen“, „um zu verhindern, dass sexuell übergriffige Männer das Gesetz missbrauchen und sich Zugang zu solchen Räumen verschaffen“. Sie bezog sich ausdrücklich nicht auf wirkliche Transgender, sondern auf Straftäter, die das Gesetz ausnutzen.
Auch in ihrem aktuellen Bericht nimmt die Sorge um das Verschwinden geschützter Räume für Frauen und die Umleitung von eigentlich für Frauen bestimmter Ressourcen breiten Raum ein. Ohne Definition dessen, was eine Frau sei, könne man Frauen auch nicht schützen, so ihre Warnung.
Um Männern, die sich als Frauen identifizierten, Anerkennung zu verschaffen, würden Frauen ihre gesetzlichen Rechte genommen, lautet ihre Zustandsbeschreibung. Das Wort „Frau“ werde vermieden, umgedeutet oder ersetzt durch entmenschlichende – und falsche – Konstrukte wie „gebärende Person“, „Menstruierende/Blutende“ oder „Vagina-Besitzer mit Vorderlöchern“.
„Was nicht definiert ist, kann nicht geschützt werden.“
Wenn der Begriff „Frau“ abgeschafft oder umgedeutet wird, hin zu einer Worthülse, die jeden umfasst, der sich selbst zur Frau erklärt, dann hat das, wie Alsalem zeigt, verheerende Folgen für Frauen, für Einrichtungen, die sich speziell an Frauen wenden – etwa Hilfe für Vergewaltigungsopfer – und für Organisationen, die sich für Frauenrechte einsetzen.
Die Sonderberichterstatterin weist darauf hin, dass das Geschlecht binär ist und Begriffe wie „Frau“ und „Mädchen“ biologisch begründet sind. Der Vorstoß von Gender-Aktivisten, die Sprache zu neutralisieren – oder sie vermeintlich inklusiv zu gestalten – nehme biologischen Frauen ihre gesetzlichen Rechte. Frauen, darunter auch lesbischen und bisexuellen, werde der gezielte Schutz im Sinne des Völkerrechts genommen.
„Wenn die Kategorie der biologischen Frau ausgelöscht oder grundsätzlich von geschlechtsspezifischer Unterdrückung abgekoppelt wird, wird diese Unterdrückung zunehmend schwieriger zu identifizieren und somit zu bekämpfen. Kurz gesagt: Was nicht definiert ist, kann nicht geschützt werden.“
„Dieses Framing“, so Alsalem, gehe Hand in Hand mit einer Sichtweise, in der die Unterscheidung zwischen männlich und weiblich als „biologischer Essentialismus“ und „innerer Ausdruck patriarchaler Strukturen“ verdammt werde, statt als „materielle Realität, der unterdrückende Geschlechternormen und -stereotype aufgezwungen werden“.
„Erzwungene Inklusion“
Die Sonderberichterstatterin weist darauf hin, dass die Verwendung von Begriffen wie „gebärende Person“ faktisch falsch ist und dass (nur) eine biologisch begründete Sprache Frauen den notwendigen Rechtsschutz bietet. Wenn sie von „Geschlecht“ spricht, meint sie dies als biologische Kategorie und als Unterscheidung zwischen Frauen und Männern sowie zwischen Jungen und Mädchen. Sie erklärt:
„Bezugnahmen auf 'Geschlecht' beziehen sich auf die biologische Unterscheidung zwischen Männern und Frauen, die durch unterschiedliche Fortpflanzungsprozesse gekennzeichnet ist. Unter sonst gleichen Bedingungen entwickeln Männer Körper, die auf die Produktion kleiner Gameten (Geschlechtszellen) ausgerichtet sind, und Frauen Körper, die auf die Produktion großer Gameten ausgerichtet sind.“
Sie zitiert den Evolutionsbiologen Richard Dawkins mit den Worten: „Geschlecht ist eine echte Binärität. Alles begann mit der Entwicklung der Anisogamie – der sexuellen Fortpflanzung, bei der die Gameten zwei unterschiedliche Größen haben: Makrogameten oder Eier und Mikrogameten oder Spermien.“
Daneben, so Alsalem, gebe es den Begriff Gender zur Beschreibung von „stereotypen Rollen, Haltungen, Vorurteilen und gesellschaftlichen und kulturellen Praktiken, die in der Unterordnung der Frauen unter die Männer“ resultierten. Seit einigen Jahrzehnten werde der Begriff „Gender“ fälschlicherweise als Synonym zum Begriff „Geschlecht“ angesehen, auch in einigen internationalen Erklärungen und Instrumenten.
„In jüngster Zeit gab es eine konzertierte internationale Initiative, die Definition von Mann und Frau von ihrem biologischen Geschlecht zu trennen und die rechtliche Kategorie ‚Frau‘ abzuschaffen. Solche Bemühungen haben die praktische Verwirklichung der Gleichstellung von Mann und Frau untergraben. Frauen wird daher ihre rechtmäßige Anerkennung als eigenständige Kategorie in Recht und Gesellschaft verweigert.“
Die UN-Sonderberichterstatterin spricht in diesem Zusammenhang von einer „erzwungenen Inklusion“, „die auf der Erwartung beruht, dass Frauen so freundlich sind, ihre eigene Anerkennung und ihren Schutz für andere zu opfern“.
Frauen verschwinden aus der Statistik
Die Unterdrückung von Frauen in Sprache und Recht erfolge in verschiedenen Formen: durch die Ersetzung geschlechtsspezifischer Sprache durch neutrale Sprache; durch die Uminterpretation geschlechtsspezifischer Sprache, um sich auf die Geschlechtsidentität statt auf das Geschlecht zu beziehen; und durch die Bezeichnung von Frauen durch entmenschlichende, biologisch reduktive Begriffe („Menstruierende“ etc.). Alsalem warnt: Es werde immer schwieriger, Unterdrückung zu bekämpfen, wenn die Begriffe dafür nicht mehr länger vorhanden seien. An dieser Stelle lobt sie Großbritanniens Obersten Gerichtshof, der im April geurteilt hatte, dass Bezüge auf „Geschlecht“ und „Frau“ in Antidiskriminierungsgesetzen sich auf das biologische Geschlecht beziehen.
Dieses Urteil, so Alsalem, „schützt Frauen und Mädchen in einer eigenen Kategorie und gewährt gleichzeitig Transgendern Antidiskriminierungsrechte, ohne das Recht von Frauen und Mädchen auf geschlechtergetrennte Räume zu untergraben“.
Ein bislang in der öffentlichen Debatte kaum beachteter Punkt, den Alsalem hervorhebt, ist die schleichende Eliminierung von nach Geschlechtern sortierten Statistiken. Da es sich um eine wichtige demografische Variable handle, sei die Erhebung präziser und belastbarer Daten zum Geschlecht unerlässlich für eine evidenzbasierte Politikgestaltung in allen Sektoren, vom Gesundheitswesen bis zur Strafjustiz. „Genaue Daten sind unerlässlich, um systematische Muster geschlechtsspezifischer Gewalt und Unterdrückung zu bekämpfen.“ So brauche man verlässliche Daten über Fälle von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, um dagegen vorgehen zu können.
In den letzten Jahrzehnten habe es aber es „einen zunehmenden Trend“ gegeben, Daten zur (selbst gewählten) Geschlechtsidentität anstelle von geschlechtsbezogenen Daten zu erheben. Das betreffe die Vereinten Nationen und Länder, die die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität ermöglichen – also auch Deutschland. Dies sei besonders problematisch im Gesundheitswesen: „Das Versäumnis der Medizin, Geschlechtsunterschiede zu berücksichtigen, ist ein bekanntes Phänomen mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung von Frauen.“
Statistisch signifikante Auswirkungen
Beispielsweise sei die Wirkung von Medikamenten auf den weiblichen Körper und damit die Wirksamkeit von Medikamenten für Frauen unzureichend erforscht und verstanden. Sie macht deutlich, dass sie niemanden diskriminieren will:
„Die Erhebung geschlechtsspezifischer Daten reduziert Menschen nicht auf biologische Kategorien. Sie erfasst lediglich Informationen, die notwendig sind, um die Ergebnisse für verschiedene Gruppen zu verfolgen, ungerechte Ungleichheiten zwischen ihnen zu beseitigen und gezielte Unterstützung zu bieten, auch für Transgender-Personen.“
Alsalem bestreitet auch einen anderen von der Trans-Lobby erhobenen Vorwurf – dort, wo es um sexuelle Gewalt geht:
„Die Behauptung, der Begriff ‚sexuelle Gewalt’ schließe nichtbinäre, geschlechtsdiverse und transsexuelle Personen aus, impliziert fälschlicherweise, dass diese Personen entweder kein Geschlecht haben oder keine Diskriminierung und Gewalt aufgrund ihres Geschlechts erfahren.“
In den meisten Ländern sei die häufigste Formen geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen physischer, psychischer und sexueller Natur. „Die Sprache und Terminologie, die zur Beschreibung von Frauen verwendet wird, hat direkten Einfluss darauf, wie Gewalt verstanden und gemeldet wird und wie die Gesellschaft sich darüber bewusst wird“, so die UN-Sonderberichterstatterin. Als „besonders besorgniserregend“ bezeichnet sie, „dass in einer Reihe von Ländern wie Australien, Kanada, Irland, Malta, Neuseeland und den Vereinigten Staaten Strafverfolgungsbehörden, Justiz und Medien männliche Gewaltttäter nach ihrer selbsterklärten Geschlechtsidentität bezeichnen und dadurch auch die Kriminalitätsraten von Männern und Frauen verzerren“. Man denke an die in Ungarn inhaftierte „non-binäre Person“ „Maja T.“.
Da Frauen sehr wenige Gewaltverbrechen, insbesondere Sexualdelikte, begingen, könnten selbst kleine Abweichungen statistisch signifikante Auswirkungen haben. Solche statistischen Anomalien seien bereits in Kanada, Norwegen und dem Vereinigten Königreich festgestellt worden. In Norwegen beispielsweise sei die Zahl der von Frauen begangenen Vergewaltigungen nach der Einführung der Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität von zwölf im Jahr 2015 auf 44 im Jahr 2017 gestiegen.
Schrumpfende Räume für Frauen
Der Bericht beklagt das Fehlen (beziehungsweise Verschwinden) geschlechterspezifischer Räume in Staaten, die in ihren Strategien und Zielen von der „Gleichstellung von Frauen und Männern“ oder der „Geschlechtergleichstellung“ zur „Gender-Gleichstellung“ übergegangen sind. Dies gehe oft mit einer schrittweisen Streichung von Fördermitteln und politischen Initiativen einher, die Frauen oder bestimmte Frauengruppen unterstützen, darunter Organisationen, die Hilfe für weibliche Opfer männlicher Gewalt anbieten.
Die Ausblendung des Geschlechts als eigenständiger Analysevektor in Recht und Politik verschleiere die besondere Schutzbedürftigkeit von Frauen.
„Sondermaßnahmen, die ihre gesellschaftliche Teilhabe erhöhen sollten, darunter Quoten und separate Kategorien für Frauen in Politik, bei Preisverleihungen und im Sport, wurden abgeschafft und durch Kategorien ersetzt, die auf der Geschlechtsidentität basieren.“
Dies führe zu einem Verlust von Gleichstellung und gesellschaftlicher Teilhabe von Frauen. Besonders problematisch sei es, wenn Frauen geschützte Räume versagt werden. Die Vernachlässigung der geschlechtsspezifischen Bedürfnisse von Gewaltopfern führe dazu, dass kein angemessener Schutz, wie zum Beispiel Einrichtungen, Dienstleistungen und Räume nur für Frauen, bereitgestellt werde.
„Räume nur für Frauen sind in Kontexten unerlässlich, in denen Frauen besonders gefährdet sind oder Privatsphäre vor Männern benötigen.“
In Großbritannien etwa habe der Verlust von Räumen, die nur für Frauen da sind, „zu Einschüchterung, Angst, Vertrauensverlust, Zwang und Verlust der Würde“ geführt:
„Frauen fühlen sich möglicherweise schikaniert, belästigt oder gedemütigt, weil sie gezwungen werden, intime Räume mit Männern zu teilen, die sich als Frauen identifizieren, oder sich aktiv an der ‚Bestätigung‘ der Geschlechtsidentität ihrer Kollegen zu beteiligen.“
Dies habe auch eine abschreckende Wirkung auf Frauen am Arbeitsplatz, wenn Arbeitgeber und Dienstleister zögerten, ausschließlich Frauen Unterstützung anzubieten, aus Angst vor dem Verlust von Fördermitteln.
Warum Frauen geschützt werden müssen
Alsalem verweist auf einen Bericht der britischen Menschenrechtsorganisation Sex Matters („Das Geschlecht zählt“), der vor Augen führt, warum Einrichtungen nur für Frauen notwendig sind:
– Thema Häusliche Gewalt: Pro Jahr wenden sich in Großbritannien 130.000 Frauen an Einrichtungen für Opfer häuslicher Gewalt. 94 Prozent von ihnen haben Gewalt von Männern erfahren. Es gibt 5.238 Frauenhäuser in Großbritannien, „1.500 zu wenig“, so der Bericht von Sex Matters.
– Thema Frauen im Strafvollzug: Frauen machen in Großbritannien nur vier Prozent der Häftlinge aus. 58 Prozent von ihnen verbüßen Strafen von weniger als sechs Monaten. 53 Prozent der inhaftierten Frauen haben als Kinder Gewalt und Missbrauch erfahren. Die Hälfte der Frauen haben, wenn sie das Gefängnis verlassen, keine feste Bleibe.
– Thema Sexualstraftaten: Jede fünfte Frau wird in ihrem Leben Opfer eines sexuellen Übergriffs. Nur in zwei Prozent der Vergewaltigungen wird jemand innerhalb eines Jahres angeklagt. 98 Prozent der erwachsenen Sexualstraftäter sind Männer.
Die Öffentlichkeit unterstütze mit großer Mehrheit soziale Angebote nur für Frauen, so Sex Matters. Doch Trans-Lobbygruppen wie die Organisation Stonewall übten Druck aus, keine Orte mehr zuzulassen, bei denen Männer, die sich als Frauen identifizieren, keinen Zutritt haben – also etwa Frauenumkleiden oder Angebote für vergewaltigte Frauen. Die Autoren warnen: Wenn Räume, die für Frauen da sind, auch von biologischen Männern benutzt werden, führe das dazu, dass viele Frauen sie mieden, wegen der damit verbundenen Angst, der Scham und dem Sicherheitsrisiko.
Die Angriffe sorgten zudem innerhalb von karitativen Einrichtungen für Frauen für Zerwürfnisse, Spaltungen und Druck auf die ohnehin knappen Ressourcen. Dies führe dazu, dass sie immer weniger in der Lage seien, sich ihrer Mission zu widmen. Zudem gebe es Misstrauen, Angst und Selbstzensur: In Hunderten von Interviews sei deutlich geworden, dass viele Frauen im Hilfssektor für Frauen „sich zum Schweigen gebracht“ fühlten und „nicht bereit“ seien, „sich an der Debatte zu beteiligen, weil die Transgender-Ideologie so aggressiv ist“.
Kein Schutz mehr für lesbische Frauen
Alsalem weist auch auf die Probleme für lesbische Frauen hin. Die Auslöschung der Definition von Lesben als biologische Frauen, die sich sexuell zu anderen biologischen Frauen hingezogen fühlen, führe zu einer „Verwischung der Grenzen, die Frauen Gewalt ausgesetzt macht, die von sexueller Belästigung und sexuellem Missbrauch bis hin zu Diskriminierung am Arbeitsplatz und Online-Belästigung reicht“. Sexuelle Gewalt gegen gleichgeschlechtlich orientierte Frauen werde aufgrund von Stigmatisierung und Angst oft nicht gemeldet.
„Lesben werden routinemäßig von heterosexuellen Männern sexualisiert und zu sexuellen Beziehungen mit Männern gezwungen, die sich als Frauen identifizieren. Der Begriff ‚lesbisch‘ ist einer der häufigsten Suchbegriffe in der Pornografie, und die Pornifizierung lesbischer Frauen hat zu einer zunehmenden Verdinglichung und zu sexuellen Übergriffen durch Männer geführt.“
Die Vermischung von Geschlecht und Geschlechtsidentität führe zu gesellschaftlichem Druck auf Lesben, Männer, die sich als Frauen identifizieren, als Sexualpartner zu akzeptieren. In Australien gipfelte dies in einem Gerichtsurteil, wonach die Interessenvertretung Lesbian Action Group keine Treffen oder Veranstaltungen ausschließlich für lesbische Frauen organisieren darf. Solche Veranstaltungen müssen auch bisexuellen Frauen offen stehen und dürfen nicht auf biologische Frauen beschränkt werden. Dies, so Alsalem, „steht im krassen Gegensatz zur Behandlung eines Hotels in Australien, das Heterosexuelle abweisen durfte, weil dies die Gleichstellung schwuler Männer fördern soll“.
Gegen Geschlechtsumwandlung bei Kindern
Wichtig ist auch Alsalems Forderung, die Geschlechtsumwandlung bei Kindern zu stoppen, die angeben, unter Geschlechtsdysphorie zu leiden, sich also nicht mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Sollte man jedes Mal, wenn ein Kind in der Pubertät sich unwohl fühlt, das Skalpell auspacken?
Alsalem weist darauf hin, dass heranwachsende Mädchen, die mit der Pubertät oder ihrer sich entwickelnden sexuellen Orientierung unzufrieden sind, in der Adoleszenz eine vorübergehende Geschlechtsdysphorie entwickeln. Mindestens 70 Prozent der Frauen, die die weltweit größte Gender-Klinik in Großbritannien konsultierten, fühlten sich sexuell zu anderen Frauen hingezogen.
„Von den teilnehmenden Frauen, für die Daten zur sexuellen Orientierung vorlagen, waren mindestens 50 Prozent lesbisch und mindestens 20 Prozent bisexuell.“
Einer Studie zufolge waren weibliche Detransitioner (die, die eine Geschlechtsumwandlung rückgängig machen wollen) dreimal häufiger lesbisch als heterosexuell. Ein großer Teil der Befragten gab an, dass Schwierigkeiten bei der Akzeptanz der sexuellen Orientierung ein Grund für die Transition und die anschließende Detransition seien. In Folgestudien, so Alsalem, sei festgestellt worden, „dass die geschlechtsspezifische Belastung in der Kindheit in etwa 80 Prozent der Fälle mit der Pubertät abnahm“. Dies deute darauf hin, dass für einen großen Teil der Mädchen und jungen Frauen mit geschlechtsspezifischer Belastung die Auseinandersetzung mit und die Akzeptanz einer gleichgeschlechtlichen sexuellen Orientierung ein wichtiger Teil der sexuellen Entwicklung sein könne.
Verweigerung der Glaubens- und Meinungsfreiheit
Ein weiterer Aspekt der Genderdebatte ist die Einschränkung der Glaubens- und Meinungsfreiheit. Viele Menschen, insbesondere Frauen, würden in Diskussionen über geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung eingeschüchtert, sobald es um die Bedeutung des Geschlechts geht.
Frauen würden zudem gezwungen, Männer, die sich als Frauen identifizierten, mit ihren bevorzugten weiblichen Pronomen anzusprechen, auch in Situationen, in denen sie Missbrauch und Gewalt gegen Frauen verübt hatten. Sobald Frauen ihr Recht geltend machten, sich zu Themen rund um Geschlecht und Gender zu äußern, würden sie im Internet Opfer von Verleumdungen, Drohungen, darunter auch Morddrohungen und Hetzkampagnen. Wenn sie das Geschlecht in den Mittelpunkt von Diskriminierung und Gewalt stellen, werden sie als „reduktionistisch“, „biologisch deterministisch“ und „binär“ bezeichnet, von einem „gefährlichen Rückschritt“ sei die Rede. Um Frauen davon abzuhalten, sich zu äußern und um sie zu beschämen, würden sie als „transphob“, „Nazis“ und „Völkermörderinnen“ gebrandmarkt.
„In mehreren Ländern sind Frauen, die sich für die politische Bedeutung des biologischen Geschlechts aussprechen, Gewalt ausgesetzt, oft in sehr öffentlicher und bedrohlicher Weise. Dazu gehören Zensur, rechtliche Schikanen, Arbeitsplatzverlust, Einkommensverlust, Entfernung von Social-Media-Plattformen und Reden sowie die Weigerung, Forschungsergebnisse und Artikel zu veröffentlichen. Einige Frauen wurden so stark geächtet, dass sie einen Selbstmordversuch unternahmen.“
Solche Taten, so Alsalem „beeinträchtigen die gleichberechtigte, sichere und menschenwürdige Teilhabe von Frauen und Mädchen an der Gesellschaft erheblich“.
NGOs empört
Man kann sich denken, dass der gesunde Menschenverstand und die ehrliche Sorge der UN-Sonderberichterstatterin um Frauen, Mädchen und Kinder sie zu einem Ziel der Empörungsindustrie macht. Weil Reem Alsalem es wagt, in ihren Berichten die Existenz zweier Geschlechter anzuerkennen, haben über 200 NGOs einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie sie anprangern. Man käme allein nie darauf, mit welchen Argumenten das geschieht: Die Jordanierin Alsalem sei eine westliche Kolonialistin und Rassistin, suggerieren sie. In dem Brief heißt es, Alsalems „geschlechtsspezifischer“ Ansatz sei nichts anderes als eine „westliche kolonial-patriarchalische Weltanschauung“, die „Jahrzehnte des Fortschritts untergräbt“. Ja, Sie haben richtig gehört: Die Vorstellung von zwei Geschlechtern ist eine Idee des Westens; vor Ankunft des Kolonialismus hatte der Rest der Welt nie etwas davon gehört, sondern lebte offenbar queer. Non-binäre Menschen zeugten in Zufallsbegegnungen Babys mit zahlreichen Pronomen. Im Original klingt das so:
„Indem es ein westliches, kolonial-patriarchalisches Weltbild fördert, das auf der binären Natur des Geschlechts beharrt, ignoriert es die Lebenserfahrungen von Millionen von Menschen. Das Konzept des binären Geschlechts entstammt dem westlichen, kolonialen Patriarchat, das historisch strikte Geschlechterunterscheidungen nutzte, um die weiße Vorherrschaft zu behaupten. In diesem Rahmen wurden schwarze und andere rassifizierte Frauen als von Natur aus geschlechtsnonkonform abgestempelt, mit katastrophalen Folgen für ihre Gesundheit und Rechte. Die Kategorie 'Frau' war schon immer rassistisch geprägt, und von weißen Frauen wurde erwartet, dass sie binäre Geschlechternormen gewaltsam gegenüber allen durchsetzen, die als nonkonform gelten. Dieses Erbe untermauert die schädlichen Positionen, die die aktuelle Mandatsinhaberin nun vertritt.“
Die Anerkennung der Gewalttätigkeit von Männern gegen Frauen führt also dazu, „dass gefährdete Gruppen, darunter Trans- und geschlechtsdiverse Personen, weiter marginalisiert werden und das Risiko von Gewalt und Hass erhöht wird“.
Der Vorwurf gegen Alsalem:
„Die derzeitige Mandatsinhaberin hat ihre Amtszeit leider dem Angriff auf Transgender und genderdiverse Menschen gewidmet. Viele ihrer Aufrufe und Äußerungen stellten Transgender indirekt als Hindernis für Cis-Frauen auf dem Weg zu Sicherheit und Gleichberechtigung dar. Dieses gefährliche Narrativ lenkt den Fokus weg von patriarchalen Systemen und cis-normativen Geschlechterrollen als Hauptursachen von Gewalt, Diskriminierung und Ungleichheit.“
Auf gut Deutsch: Man sollte nicht darüber reden, dass Männer Frauen schlagen, vergewaltigen und steinigen, sondern lieber Programme auflegen, um den Taliban ihre cis-normativen Geschlechterrollen auszureden und ihnen gendergerechte Sprache und Transinklusivität beizubringen. Das wäre zwar streng genommen ziemlich kolonialistisch, weil wir uns dann ja über die autochthone afghanische Kultur stellen würden, aber mit einigem Orwellschen Doppeldenk wird es wohl zu schaffen sein, das als antikolonial zu betrachten.
Wie bei jedem Quatsch sollte man fragen: Müssen wir das bezahlen? Die Antwort: Zu den Unterzeichnern des Briefs gehört auch der Bundesverband Trans. Er wird vom Bundesfamilienministerium gefördert.
Stefan Frank, geboren 1976, ist unabhängiger Publizist und schreibt u.a. für Audiatur online, die Jüdische Rundschau und MENA Watch. Buchveröffentlichungen: Die Weltvernichtungsmaschine. Vom Kreditboom zur Wirtschaftskrise (2009); Kreditinferno. Ewige Schuldenkrise und monetäres Chaos (2012).
Beitragsbild: Frankie Fouganthin - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Überschrift …
… und rächtz(extrem), antisemitisch und AfD-nah! Letztere Injurie ist die unfreiwillige Anerkennung des gesunden Menschenverstandes der AfD, den man sonst von Links bis zur Merkel-Partei nicht mal mit der Lupe finden kann! Das gefährlichste Gewissen ist dass permanent gute der Volksvertreter, die aufs Versemmeln abonniert sind und trotz Abwahl so weiter regieren wie die Ampel.
Solche kranken Hirne wie die von den 200 NGOs sind nur durch eine wertschöpfende Arbeitstherapie zu heilen + Kohle entziehen!!!. Wenn Dummheit weh täte könnte man diese Verrückten unentwegt schreien hören. Das ist alles wirklich nur noch absolut krank, allein schon diese menschenverachtenden Begriffe um Frauen zu kennzeichnen (Personen mit Vorderlöchern). Wann hört das alles auf?
Ich lese: Das Wort „Frau“ vermeiden, umdeuten oder ersetzen durch Konstrukte wie „gebärende Person“, „Menstruierende/Blutende“ (Anm: Und nach dem Meno-Pause?) oder „Vagina-Besitzer mit Vorderlöchern“. Ich meine: Wie „intellektuell krank“ ist denn das? Und ich frage mich: Wovon finanziell leben und wie produktiv arbeiten denn solche „Intellektuelle“ …? Schließlich: Wie soll denn unsere schöne deutsche Sprache noch verunstaltet werden? Der geneigte Leser möge sich § 986 BGB sprachlich vor Augen halten und solchermaßen mal selbst für sich sprachlich so „durchgendern“. Eine ohnehin rechtlich, aber auch sprachlich schwierige Norm … und so neugefaßt ??? Schrecklich und völlig lebensfremd, unpraktikbel!
Aus zwei mach drei zu hassen, ist gleich Gott zu hassen.
Die Dichotomie der Geschlechter – die journalistische Flachwasserzone für den Sommerbetrieb auf der Achse. Auch bei 40 Grad Hitze, mit einem Bacardi in der Hand und eindeutig maskulinen Bermudashorts im durchgentrifizierten Ambiete von La Palma auch von durchschnittlichen Digitalnomaden ohne Gefahr für die Work-Life-Balance intellektuell gut zu bewältigen.
Kolonialismus kann Spaß machen, und selbst im Open-Border-Bereich der Stranddisko wird die Umstellung auf das Genderless LAN gemeinhin problemlos verkraftet , solange sie oberhalb 2,5 Promille erfolgt. Was bleibt, ist die Angst, mit der Komplexität im Bett zu landen – und dem Weltbild beim Aufwachen nicht mehr ins Gesicht sehen zu können.
„Wer an zwei Geschlechter glaubt, ist “kolonialistisch„“
Glauben? So eine blödsinnige Formulierung können nur Politologen mit Vertiefung Menschenrechte wählen! Nix glauben, sondern wissen und beweisen können! Es gibt zwei natürliche Geschlechter und manche Spezies ist von Natur aus in der Lage, ihr Geschlecht zu wechseln. Der Rest sind soziale Konstrukte.
Allerdings glaube ich fest daran, dass ein Studium der Politologie nutzlos ist und die Menschenrechte das Papier verschwenden auf dem sie stehen! Wenn sich die Menschenrechte nicht mit dem System befassen, in dem die Menschen leben und beispielsweise mörderisch-unterdrückerische Theokratien ausdrücklich tolerieren, dann glaube ich, dass die Menschenrechte in der gelehrten Form Quatsch sind! Ähnliches gilt für die Genfer Konvention, die Handgranaten in der Größe eines Fingerhuts ausdrücklich und wortreich ächtet, aber solche von der Größe einer Bierflasche erlaubt. Falls die mich damit zum Lachen bringen wollen, das ist nicht lustig!
200 NGO‚ s werfen der Jordanierin Kolonialismus vor, ahh ja. Da hilft nur eins… Geld weg, zumachen den Laden und arbeiten schicken aber harte und wertschöpfende Arbeit . Dann kommen diese geistigen Tiefflieger nicht mehr auf dumme Gedanken und landen, wenn es halbwegs gut läuft ,wieder in der Realität… und ich wüsste nicht einmal was es da grossartig zu diskutieren gibt!