Felix Nmecha wurde wegen seiner Trauer um Charlie Kirk verunglimpft. Ein bestürzendes Muster: Die Gewalt wird kleingeredet, die Empathie verteufelt. Nicht die Kugel wird zum Skandal, sondern das Gebet für das Opfer. Nicht der Täter wird geächtet, sondern der Trauernde.
Ein Mann fällt auf offener Bühne, mitten im Reden, getroffen von einer Kugel. Charlie Kirk, 31 Jahre alt, Ehemann, Vater, Wortführer, bricht zusammen; ein Schuss zerreißt seine Kehle, vor tausenden Zuhörern, vor laufenden Kameras. Blut auf dem Podium, ein Leben ausgelöscht, weil er es wagte, seine Redefreiheit zu nutzen. Und noch während die Welt ringt, den Sinn dieses Mordes zu begreifen, stößt die deutsche Presse ihren Blick nicht auf den Täter, nicht auf die Gewalt, sondern auf ein Gebet. Auf die schlichten Worte eines Fußballers.
Felix Nmecha, 24 Jahre, Nationalspieler, Profi bei Borussia Dortmund (BVB), schrieb auf Instagram: „Ruhe in Frieden bei Gott. So ein trauriger Tag.“ Später fügte er hinzu: „Möge der Herr der Familie Kirk in dieser Zeit mit besonderer Gnade beistehen. Jesus ist der wahre Weg zu Frieden und Liebe.“ Es waren Worte ohne Hinterlist, frei von politischem Kalkül. Klar und schlicht und menschlich. Worte, die jeder hätte schreiben können. Doch statt Resonanz des Mitgefühls brach eine Kakophonie von Verdacht, Häme und Misstrauen los, in den Schlagzeilen, in den Kommentaren, im dröhnenden Chor der Medien.
Plötzlich ging es nicht mehr um das Attentat, nicht um die Frage, wie ein politischer Redner mitten im Streitgespräch hingerichtet werden konnte. Im Vordergrund stand nun allein, ob es überhaupt erlaubt sei, für diesen Mann zu trauern. Im Spiegel wurde der Tote vom Sportjournalisten Peter Ahrens auf ein Etikett reduziert: „Donald-Trump-Anhänger.“ Als wäre dies das ganze Maß seines Lebens, als reichte ein politisches Schlagwort, um jedes Mitgefühl zu vergiften, um Tränen in Verdacht zu verwandeln. Ein Mensch verblutet, und die Redaktionen verwandeln ihn in ein Symbol, ein Feindbild; und der Fußballer, der trauert, wird aus dem Trauernden zum Angeklagten.
Die Verdrehung schreit zum Himmel. Nmecha hatte gesagt, Kirk sei „friedlich für seine Überzeugungen und Werte eingestanden“. Sofort erhob sich das Geschrei des Besserwissers im Spiegel: diese Aussage Nmechas sei „eine fragwürdige Einordnung“, da Kirk „radikale“ Ansichten vertreten habe. Welch ein Unsinn! Als ob Radikalität Friedfertigkeit ausschlösse. Als ob Mut zur Konfrontation, zur offenen Debatte, ein Vergehen wäre.
Die Gewalt wird kleingeredet, die Empathie verteufelt
Denn gerade das war Kirk: radikal im Denken, radikal in seiner Bereitschaft, sich jeder Frage zu stellen, jedem Gegner, jeder Kritik. Sein Leitspruch „Prove me wrong“ war eine Einladung zur rhetorischen Auseinandersetzung. Er suchte die Konfrontation mit Worten, nicht mit Fäusten. Er stellte sich jenen, die ihn ablehnten, und ließ sie reden. Das ist Friedfertigkeit in ihrer anspruchsvollsten Form: Vertrauen in die Macht des Arguments.
Radikal ist es, jede Stimme zuzulassen. Radikal ist es, ins Feuer der Debatte zu treten, ohne Schutz, ohne Zensur. Friedlich ist es, darauf zu vertrauen, dass Wahrheit im Wort stärker ist als Gewalt im Schuss. Wer das nicht anerkennen will, schwärzt nicht nur das Andenken des Ermordeten und entwertet zugleich jedes Mitgefühl für ihn. So legt sich ein Muster frei: Die Gewalt wird kleingeredet, die Empathie verteufelt. Nicht die Kugel wird zum Skandal, sondern das Gebet. Nicht der Täter wird geächtet, sondern der Trauernde. Cancel Culture richtet sich so gegen das Menschliche selbst.
Und was folgt daraus? Ein Klima der Furcht. Wer sieht, wie Nmecha für ein Gebet öffentlich bloßgestellt wird, wird beim nächsten Mal schweigen. Schweigen erscheint sicher, Mitgefühl gefährlich. So wird die Gesellschaft umerzogen: Gefühle veröden, Zynismus blüht, Mitbürger krümmen sich zu Duckmäusern, und Empathie verwandelt sich in Schuld. Felix Nmecha ist kein Täter. In der Reaktion auf seine Trauer wird die Verkommenheit der öffentlichen Medien sichtbar. Er tat das Selbstverständlichste: Er betete für eine Familie in Trauer. Und er wurde dafür gegeißelt. Der Skandal liegt nicht bei ihm. Er liegt bei jenen Redaktionen, die aus einem Gebet ein Gedankenverbrechen konstruierten.
Die Humanität als Risiko brandmarken
Nun wagt es auch noch Borussia Dortmund zu intervenieren. Der Verein erklärt, man müsse „das Gespräch suchen“ mit Felix Nmecha. Als hätte der Spieler eine Grenze überschritten, die nicht im Strafrecht, nicht in der Sportordnung, aber wohl allein in den empfindlichen Nervensystemen der woken Hegemonialmeinung verzeichnet ist.
Und so entlarvt sich in einem einzigen Satz das ganze Elend der institutionellen Feigheit, die sich nicht darin erschöpft, einen Spieler mit der Geste des väterlichen Tadels an den Tisch zu zitieren. Nein, es gipfelt sogar darin, dass ein Klub im entscheidenden Augenblick nicht den Mut hat, den eigenen Mann gegen eine wütende Medienmeute zu verteidigen, sondern ihn preisgibt, ihn als Sündenbock darstellt, um selbst unversehrt durch den Sturm der Schlagzeilen zu segeln.
Damit verrät Borussia Dortmund Nmecha und die Idee des Sports als Ort der Solidarität und der Menschlichkeit, weil es in diesem Augenblick nicht mehr um Fairplay geht, nicht um Teamgeist. Der BVB verfolgt das blinde Funktionieren im Getriebe jener Gesinnungskontrolle, die Humanität als Risiko brandmarkt.
Hier lautet meine Antwort: Bündnis Redefreiheit. Zu welchem Zweck? Als Schutzraum für das Wesentliche: dass wir Mitgefühl aussprechen dürfen, ohne Furcht. Denn wenn schon ein Beileidspost zum Verdachtsfall wird, wenn Trauerworte wie Beweismittel behandelt werden, dann geht es nicht nur um abstrakte Meinungsfreiheit. Dann steht die elementare Freiheit auf dem Spiel, Empathie in Sprache zu fassen; sei es gesprochen, sei es geschrieben. Wird auch dieses Recht untergraben, verliert eine Gesellschaft ihr Herz.
Andrea Seaman ist Geschäftsführer des Bündnis Redefreiheit, dessen Ziel es ist, Menschen in der Schweiz und in Deutschland beizustehen, deren Recht auf freie Meinungsäußerung in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz oder im digitalen Raum eingeschränkt wird. Er ist Redakteur bei Novo Argumente und schreibt unter anderem für das britische Novo-Partnermagazin Spiked.
Wenn Sportler sich für diese oder jene politische Richtung äußern, die Öffentlichkeit (je nach politischer Richtung) daraus einen Strick dreht, dann seid Ihr alle aus gleichem Holz geschnitzt.
@Plath: Die Moral des Volkes ist ein Desaster. Der Großteil des Volkes denkt genauso. Deshalb können die Meinungsmacher und Herrschenden so sein und tun. Wir müssten den Mut und Glauben von Nmecha haben und diesen Leuten ins Gesicht widerstehen und die Zeitungsabo kündigen und den Herrschenden klar machen, dass die Zwangsfinanzierung sofort abzuschaffen ist.
@Dieter Hermann – Sie schrieben: „So einem Club schuldet man weder Sympathie noch Loyalität.“ Ich hatte überlegt, ob ich einem Freund zum Geburtstag etwas aus dem BVB-Fanshop schenke, aber daraus wird jetzt nichts. Die bekommen keinen Cent von mir.
Nmecha ist ja schwarz, trauert über Kirk, der wiederum vom ÖRR als WhiteSupremacist bezeichnet wird. Also stört Nmecha das Narrativ. Narrativ=Lüge. Stark bleiben, nicht zurückweichen, nachdoppeln. Danke Nmecha.
Sehr geehrter Herr Nmecha, ich danke Ihnen im Namen aller konservativen Christen für Ihre Worte zu Charlie Kirk, die ich selbst nicht hätte besser formulieren können. Lassen Sie bitte nicht nach im Gebet, seien Sie uns ein Vorbild.
Ich möchte Ihnen nicht vorschreiben was tun oder nicht tun sollen. Doch bitte ich Sie darum einmal darüber nachzudenken, ob Sie wirklich noch für dieses Land und den Verein Dortmund, voller Hetzer, Monster und Teufel in Menschengestalt, Fußball spielen wollen. Dies nicht aus Rache für Ihr widerfahrenes Unrecht, sondern aus Sorge um Ihr Leben. Die werden Sie wie Charlie Kirk umbringen. Meine Frau und ich haben diese Entwicklung kommen sehen und sind aus „Schland“ geflohen. Retten Sie Ihr Leben, Herr Nmecha!
Ich glaube, von allen verstörenen Dingen, die im Zuge der Einschränkung von Meinungsfreiheit in den letzten Jahren geschehen sind, ist das diejenige, die mich am meisten fassungslos macht. Und: es sind *exakt* dieselben Leute, die den Mord an Kirk bejubeln, die Folter der „Hammerbande“ gefeiert haben, die jetzt Mobbing gegen Nmecha betreiben, weil der eigentlich das einzig Richtige getan hat, nämlich die mordlustige Meute für ihre Feierorgien zu verurteilen. Diejenigen also, die Gewalt, politischen Mord, Folter aus politischen Gründen verherrlichen und öffentlich feiern, die jetzt über Nmecha herfallen, und den – meines Wissens – immer friedfertigen und dialogbereiten Kirk behandeln, als sei *er* der Mordlustige, der Folterbefürworter, der Gewaltverherrlichende gewesen. Fazit: man kann im deutschen Fußball völlig problemlos von sich selbst Fotos veröffentlichen, wo man islamistische Gesten zeigt – kein Problem. Aber Instagram-Posts mit Verweis auf Jesus und die Äußerung der Abscheu über das Feiern eines politischen Mordes, das geht gar nicht, da man wird sofort „zum Verhör“ zitiert, als ob wir nicht in einer Demokratie, sondern in der DDR leben würden. Was ist bloß aus dieser Gesellschaft geworden? Natürlich passt das nahtlos dazu, dass jüdische Studenten sich nicht mehr an die Uni trauen, während ein selbstbesoffener Mob durch die Straßen zieht, und sich dafür feiert, eine mordende Terrorbande zu unterstützen, und (fast) alle denken, das sei normal. Man verzeihe mir meinen ungalanten Ton, aber: What.The.Actual.Fuck. ist hier los.
Spaltung, Isolation, Separation, Entmenschlichung und Verachtung sind Wegmarken auf dem Weg in einen Totalitarismus, an dessen Ende die Vernichtung der Ausgegrenzten steht. Das Prinzip der christlichen Nächstenliebe und Vergebung ist da kontraproduktiv. Kontaktschuld allein ist schon genug, um in der bipolaren Wahrnehmung dieser kranken Geisteshaltung den vermeintlich „Falschen“ zugeordnet zu werden.