Man spürt förmlich, wie beim Tippen dieser Zeilen in der Hamburger Redaktion die Hände gezittert haben müssen. Jeden Tag Angriffe! Jeden Tag Bedrohung! Man möchte den Herrschaften am liebsten eine warme Decke und einen Kamillentee reichen.
Die daraus abgeleitete Logik des medial-politischen Komplexes ist von rührender Einfalt: Wenn im Netz die Bots tanzen oder ein russischer Server Husten hat, hilft im besten öffentlich-rechtlichen Vokabular nur eins – die gute alte Aufrüstung. Das ist intellektuell ungefähr auf dem Niveau, sich eine mittelalterliche Zugbrücke vors Haus zu bauen, um sich gegen Enkeltrick-Betrüger zu wehren.
Wer „hybrid“ angegriffen wird, müsste – theoretisch – die Kunst der hybriden Abwehr beherrschen. Also: funktionierende Cybersicherheit, krisenfeste Infrastruktur und digitale Kompetenz. Doch das hieße ja, dass der Staat seine Hausaufgaben machen müsste. Da ist es natürlich psychologisch weitaus entlastender, nach schweren Waffen zu rufen. Das klingt nach Entschlossenheit, lenkt vom eigenen digitalen Staatsversagen ab und macht sich auf dem Papier einfach besser.
Umstellen wir San Marino mit Leopard-Panzern?
Das digitale Unverständnis unserer Elite erinnert mich an eine persönliche Anekdote aus den Anfängen des Internetzeitalters. Damals, als noch nicht jeder eine E-Mail-Adresse hatte und Boris Becker der staunenden Nation im Werbefernsehen verkündete: „Ich bin drin!“ Ich war zu dieser Zeit geschäftlich in der Türkei. Nach einem Meeting fragte ich den dortigen CEO, ob er denn schon E-Mail nutze. Seine Antwort war pragmatisch: „Ich nicht, aber mein Bruder.“ Der Bruder stand direkt daneben, grinste und diktierte mir stolz seine Adresse:„Sie können mir an Startrek1971@... schreiben. Alles klar?“ Doch damit nicht genug. Kurz vor dem Abschied wendete sich der CEO staatstragend an seinen Bruder und wies ihn an: „Gib Herrn Dener auch die E-Mail-Adresse vom Sommerhaus, ab nächster Woche sind wir nämlich dort.“
Der gute Mann glaubte in seiner analogen Logik tatsächlich, dass jede postalische Anschrift im echten Leben auch eine eigene, ortsgebundene Mail-Adresse im Cyberspace benötigt. Das Erschreckende daran ist: Genau auf diesem intellektuellen Niveau dürfte sich das Verständnis von digitaler Technologie im heutigen Deutschland immer noch bewegen. Insbesondere unter unseren Spitzenpolitikern. Für die ist das Internet nach wie vor jenes „Neuland“, in dem man offenbar vermutet, dass die Viren im Sommerhaus physisch Urlaub machen.
Dabei beherrschen das hybride Spiel im 21. Jahrhundert mittlerweile fast alle, Russland inklusive. Aber spielen wir das geopolitische Panik-Szenario doch mal konsequent zu Ende: Was machen unsere Strategen eigentlich, wenn die nächste digitale Sabotage, die das chronisch marode deutsche IT-Netzwerk lahmlegt, nachweislich aus San Marino kommt? Was ist dann die Antwort? Marschieren wir dann in der ältesten Republik der Welt ein? Umstellen wir die Festung Guaita mit Leopard-Panzern, weil dort jemand ein Schadprogramm hochgeladen hat?
Das Wesen der Moderne schlicht nicht begriffen.
Das fundamentale Missverständnis dieser neuen, vermeintlich so mysteriösen Kriegführung ist so banal wie augenscheinlich: Man braucht dafür keine Panzerdivisionen an der Grenze und keine Flugzeugträger im Ärmelkanal. Das Besondere an „Hybrid“ ist, dass man es von jedem verdammten Punkt dieser Erde aus betreiben kann, an dem ein funktionierender Internetanschluss existiert.
Wer auf digitale Nadelstiche mit dem Reflexhaften Ruf nach konventioneller Aufrüstung reagiert, hat das Wesen der Moderne schlicht nicht begriffen. Die Realität ist im 21. Jahrhundert angekommen – der deutsche Haltungsjournalismus und seine politischen Einflüsterer leider noch nicht. Also: Tränen trocknen, Router patchen und endlich aufhören, jeden digitalen Schluckauf zur existenziellen Schicksalsfrage zu stilisieren.

Über den Kampagnen-„Journalismus“ des Relotiusblattes bin ich schon länger nicht mehr im Bilde. Vielleicht blitzt auch dort das ein oder andere Mal, selten, aber gelegentlich vielleicht doch, die Realität durch. Nach meiner persönlichen Wahrnehmung sind hauptverantwortlich für die Mehrzahl bzw. die schlagkräftigsten „hybriden“ Angriffe im besten DE das es je gab weniger die Russen bzw. Putin höchstselbst noch mehr oder weniger dubiose San Marinesen, sondern die gutesten autochthon-deutschen Superlinksgrünen bzw. entsprechend Ver(w)irrten die es je gab. Wurde darüber auch schon mal berichtet? Und wurde dort auch die Hochrüstung gegen derartige Feinde im Innern empfohlen? Immerhin könnten ein paar Leos an den Kabelbrücken in Bürlün durchaus einen realen Effekt zeitigen;-)
Nicht das „Hybride“ steht im Fokus, es ist die Kriegsführung, die man uns immer näherlegen will. Innerhalb kürzester Zeit hat man es immerhin geschafft, Begriffe wie „Kriegstüchtigkeit“ – und nicht etwa „Verteidigungsfähigkeit“ – nach Jahrzehnten wieder zu etablieren. Und die geneigte Presse lässt sich einmal mehr instrumentalisieren. Schäbig.
Die Redaktion komplett m/w /d / * des Schundblattes bitte zum Kriegsberichterstatter bis zum Endsieg an der Front vor Moskau einsetzen, bitte nichts mit Etappenhasen. Mir ist aber nicht bekannt, ob es noch geeignete Lehrkräfte dafür gibt, denn die sind hochbetagt und auch schuldbelastet.
Armstrong Economics, übersetzt:
Taiwan bereitet sich auf den Drohnenkrieg vor
Die moderne Kriegsführung entfernt sich rasch von der Annahme, dass der Sieg ausschließlich demjenigen zusteht, der die teuerste Waffenplattform besitzt. Ein $100 Millionen Flugzeug oder ein gepanzertes Fahrzeug im Wert von mehreren Millionen Dollar kann nun durch Technologie bedroht sein, die einen Bruchteil dieses Betrags kostet. Das Schlachtfeld wird zunehmend automatisiert, dezentralisiert und ist von enormen Mengen relativ kostengünstiger Systeme abhängig.
Taiwan hat diese Lektion eindeutig verinnerlicht. Allein der vorgeschlagene Nachtragshaushalt umfasst mehr als 40.000 Küstenangriffsdrohnen, und das umfassendere Sechsjahresprogramm könnte letztendlich zu einer Drohnenflotte in Höhe von mehreren Hunderttausend führen.
[Doch) China selbst dominiert die globale kommerzielle Drohnenindustrie und einen Großteil der für ihre Herstellung erforderlichen Lieferkette [inklusive Sensorik, Chips und Software].
Es nicht mehr nur um den Besitz von Waffen. Regierungen erkennen, dass sie die Fabriken, Halbleiter, Kommunikationsausrüstung, Rohstoffe, Energie und Lieferketten kontrollieren müssen, die erforderlich sind, um diese Waffen während eines längeren Konflikts zu ersetzen.
Zu „Drohnenflotte in Höhe von mehreren Hunderttausend“:
Diese Drohnen werden das aller-billigste sein, allerdings mit akzeptabler Sensorik, Chips gut genug für den Job aber mit der besten Software auch für GPS freie Navigation gegen jamming. Natürlich verraten sie sich auch nicht durch Strahlung wie Radar sondern sie arbeiten bildgestützt. Hat man die beste Software ist deren Produktion billig, es nennt sich copy.
Die Abwehr von Drohnen in der Größenordnung von 10000den auf einmal ist dann auch nicht mehr mit anti-Drohnen Drohnen möglich.
Das israelische Iron Beam von Rafael Advanced Defense ist das weltweit erste operative Laser Luftverteidigungssystem zur kostengünstigen Abwehr von solchen Drohnen Schwärmen …
Angst und Schrecken sind wesentliche Geschäftsgrundlage des linksgrünen Milieus, soweit es ihre politischen Gegner betrifft. Auf Realitätssinn kommt es weder in den dazu erfundenen Lügengeschichten (= sogenannte Narrative), noch in den angebotenen Lösungen an. Hauptsache, der verängstigte Wähler trifft die „richtige“ Entscheidung.
Die tägliche/wöchentliche verzweifelte Suche nach irgendwelchen billigen Schlagzeilen/Aufmachern, um das eigene Geschäft am laufen zu halten. Der Spiegel gehört in solchen Fällen einfach in die Tonne.
In der Tat – es wundert mich, dass SPIEGEL, ÖRR & Co. erst jetzt herausgefunden haben, dass bereits seit mehr als 10 Jahren von Putin ein erbitterter gnadenloser hybrider Krieg gegen Deutschland geführt wird. Er begann mit der von Putin verursachten Fundamental-Krise des europäischen Finanzsystems 2009/2010 und setzte sich fort mit dem 2011 von Putin angeordneten beschleunigten Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie bis 2023, dem seit 2015 andauernden Einsatz der Migrationswaffe durch Putin, dem Ruinieren von Handel und Gewerbe durch Putins Corona-Politik und der Sprengung der NordStream-Pipeline durch russische Agenten.
Aber das ist nur das, was man sieht!
Unter der Oberfläche tobt der Desinformations-Krieg: Täglich reden uns die russischen Staatsmedien, russische Bots, von Russen gekaufte Agenten und russlandfreundliche alternative Hetzportale erfolgreich ein, dass Habeck ein Schwarzkopf, Merkel eine schlechte Politikerin, Selenskij ein Korrumpel, Merz ein skrupelloser Wahlbetrüger und Klingbeil ein Strohmann des „N“GO-Imperiums sei, dass es mit unserer Wirtschaft bergab ginge, Menschen- und Bürgerrechte bloß noch auf dem Papier stünden, Wissenschaft, Forschung und Lehre nicht mehr frei seien, sich Leistung nicht mehr lohne, wir die halbe Welt – beziehungsweise ausländische Bonzen und Betrügersyndikate – durchfütterten und täglich Deutsche von Migranten vergewaltigt, abgestochen und beraubt würden.
Wie zufrieden wären wir in Unsererdemokratie und mit Unserendemokraten, wenn uns die Russen endlich mal in Ruhe ließen!