Die WELT berichtete kürzlich an prominenter Stelle über eine gerade veröffentlichte Langzeitstudie aus dem Leibniz Institut für Bildungsverläufe in Bamberg. Diese mit insgesamt 250 Mitarbeitern personell recht generös ausgestattete Einrichtung war mir bis dato völlig unbekannt. Aber nun haben drei der dort tätigen Wissenschaftler die Ergebnisse einer groß angelegten Langzeitstudie publiziert – unter dem schönen Titel: Von der Kita bis zur Uni. Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen. Nach Meinung der WELT-Journalistin zeige die Analyse, „dass soziale Bildungsungleichheiten – gemeint sind im Wesentlichen Sozialschicht abhängige – schon im frühesten Kindesalter einsetzen, sich rasch verstärken und dann lange stabil bleiben“.
Dass die Studie tatsächlich solche Ergebnisse gezeitigt hat, gilt aber allenfalls bei oberflächlicher Lektüre. Denn bei bereits etwas genauerer Analyse fällt zumindest dem vorgebildeten und kritischen Leser sofort auf, dass die Leibniz-Forscher der Komplexität ihres Forschungsgegenstandes nicht gerecht wurden. Nach ihrer Auffassung ist es nämlich nahezu ausschließlich die soziale Schichtzugehörigkeit, die schulische Leistungen und damit auch den erreichten Schulabschluss determiniert. Dementsprechend lautet die Antwort eines Mitglieds des Forschertrios auf die Frage der WELT-Journalistin nach der Bedeutung genetischer Faktoren und der „Vererbung“ von Intelligenz: Diese Aspekte spielten für den Bildungsverlauf nur eine „eher untergeordnete Rolle“. Und deshalb, so lautet ja wohl der Subtext, konnten wir auch problemlos darauf verzichten, die Intelligenz beziehungsweise den IQ in unserer Studie mit zu erfassen. Obwohl das bei dem hier angewandten Forschungsdesign völlig problemlos möglich gewesen wäre. Aber bevor dieses Thema hier vertieft wird, lauschen wir doch zunächst mal dem O-Ton der Ergebnisdarstellung von Seiten des Leibniz-Instituts:
„Eine neue Studie analysiert erstmals umfassend, wie soziale Herkunft in Deutschland den gesamten Bildungsverlauf eines Menschen beeinflusst – von der frühen Kindheit bis zum Übergang in Studium und Ausbildung. (…) Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass soziale Bildungsungleichheiten sehr früh einsetzen und lange stabil bleiben. (…) Kinder aus Familien mit niedrigem Bildungsniveau nehmen vor dem vierten Lebensjahr seltener an frühkindlicher Betreuung teil. (…) Schon im Kleinkindalter unterscheiden sich Wortschatz sowie frühe mathematische und naturwissenschaftliche Fähigkeiten systematisch nach der sozialen Herkunft und vergrößern sich bis zum Schuleintritt. (…) Insgesamt bleiben die Unterschiede über die Schulzeit hinweg weitgehend stabil. Der berufliche Status und das Bildungsniveau der Eltern beeinflussen den Übergang auf das Gymnasium (…).“
Natürlich unterbreitet das Forscherkollektiv auch den ein oder anderen Verbesserungsvorschlag, zum Beispiel im ausführlichen Forschungsbericht: „Ein weiteres Handlungsfeld ist die Minimierung der sozialen Ungleichheit bei der Notengebung, insbesondere in der Grundschule.“ So kann man Probleme natürlich auch lösen.
Eine anspruchsvolle Längsschnittstudie
Die Studie basiert auf Längsschnittdaten über einen Zeitraum von insgesamt 26 Jahren, genauer: Ab 2010 beziehungsweise 2012 wurden vier repräsentative Teilstichproben unterschiedlichen Alters von der Kita bis zum, eventuellen, Studium parallel jeweils über mehrere Jahre verfolgt, in der Summe eben über 26 Jahre. Von den Probanden wurden schulische und soziale Daten erhoben und bestimmte Leistungen auch gezielt untersucht, vor allem in Bezug auf Lese-, mathematische oder auch naturwissenschaftliche Kompetenzen. Die Ergebnisse dieser Längsschnittuntersuchung beziehen sich, notgedrungen, teils also auf bereits etwas länger zurückliegende Zeiträume und sind dementsprechend auch nur eingeschränkt auf die heutigen Verhältnisse übertragbar. Man denke diesbezüglich vor allem an den seit Untersuchungsbeginn vor 15 Jahren deutlich gestiegenen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund. Oder, davon ja nicht ganz unabhängig, das Abschmieren der Schüler in Deutschland bei der letzten PISA-Studie im Jahr 2022, mit dem schlechtesten Ergebnis seit Beginn dieser Studien, vor allem in Mathematik.
Aber zurück zur hier interessierenden Leibniz-Studie, deren Schlussergebnis folgendermaßen ausfällt: Am Ende der Schulzeit hat nur ein knappes Drittel der Schulabgängerinnen und -abgänger aus niedrigen sozialen Schichten eine Hochschulreife erlangt, dagegen etwa die Hälfte derjenigen aus mittleren Sozialschichten und mehr als drei Viertel derjenigen aus hohen Sozialschichten. Während der gesamten Schulzeit hätten sich erwartungsgemäß ganz ähnlich gelagerte, nämlich schichtabhängige Ungleichheiten bei einzelnen Schulleistungen gezeigt. Zum Beispiel haben in der 4. Klasse mindestens eine 2 in Mathematik 52 Prozent aus der„niedrigen“ sozialen Schicht bekommen, aber 70 Prozent aus der „mittleren“ und 81 Prozent aus der „hohen“. Besonders der schon etwas ältere Leser und damit auch der Autor denken bei diesen Zahlen zuvorderst doch wohl kaum an eine hier angeblich vorliegende schreiende soziale Ungerechtigkeit, sondern wundern sich, dass die große Mehrheit der Schüler in Mathematik gute oder gar sehr gute Leistungen erzielt haben soll.
Frau Direktorin ist begeistert
Der bereits erwähnte ausführliche Forschungsbericht wird, wie es sich gehört, eingeleitet durch ein Vorwort der Direktorin des Instituts, Prof. Cordula Artet. Die gibt sich restlos begeistert: „Das in diesem Buch gezeichnete Bild über den Einfluss sozialer Ungleichheiten auf die Bildungswege von der Kita bis zur Uni ist komplex und einfach zugleich. Es lenkt den Blick auf Schwachstellen und Chancen im System und im Umgang mit sozialer Ungleichheit und weist auf Ansatzpunkte hin, die der Ausbildung und Verstärkung von Ungleichheiten entgegenwirken.“ Außerdem sei ihr kein Werk bekannt „das die Phänomenologie sozialer Ungleichheit in so umfassender Weise empirisch in den Blick nimmt“ (…) und „in soziologisch fundierter Weise den langen Arm der Sozialschicht in Deutschland“ kartographiere. Was sie dabei allerdings übersieht, ist, dass diese soziologische Studie auf einem grob fehlerhaft konstruierten Fundament errichtet wurde und deshalb auch nicht zu tragfähigen Ergebnissen führen kann.
Tatsächlich liegt bei diesem Forschungsprojekt in geradezu klassischer Weise das vor, was in der epidemiologischen beziehungweise Beobachtungsforschung als Bias bezeichnet wird. Damit wird ganz allgemein die Tendenz bezeichnet, Ergebnisse zu erzeugen, die systematisch von den wahren Werten beziehungweise von der Wahrheit abweichen. Der Grund dafür ist schlicht folgender: Die Intelligenz beziehungweise ihr gebräuchlichstes Maß, der Intelligenzquotient (IQ), determinieren – auch wenn die Autoren das hier leugnen – zu einem sehr großen Anteil die schulischen Leistungen. Darüber hinaus bestimmt der IQ aber auch ganz wesentlich die Schichtzugehörigkeit. Deshalb ist es methodisch natürlich nicht zulässig beziehungweise zielführend, die soziale Schichtzugehörigkeit als alleinige oder auch nur als Hauptursache für einzelne schulische Leistungen oder den gesamten Bildungsweg zu verwenden. Anders formuliert: Wenn sowohl A (Schulleistungen) als auch B (soziale Schicht) ganz überwiegend von X (IQ) determiniert werden, kann es nicht überraschen, dass auch A und B recht hoch miteinander korrelieren.
Der vom Bamberger Forschungskombinat willentlich begangene methodische Fehler ist allerdings nicht ganz so krass wie bei dem schon etwas betagten Klassiker auf diesem Gebiet der Fake-Forschung: Kaffeekonsum erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen! Das war allerdings schon auf Grundlage des damaligen Wissensstandes nicht sonderlich plausibel. Also prüften die Forscher, ob der Kaffeegenuss hier vielleicht eine sogenannte Störvariable ist, beziehungweise ein Confounder. Und so ist es, denn ein Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird nur deshalb vorgetäuscht, weil Kaffeekonsumenten besonders häufig Raucher sind.
Ein kleiner Exkurs in die Kardiologie
Aus didaktischen Gründen bleiben wir zunächst beim Beispiel der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nämlich der Frage, ob vielleicht auch die Intelligenz etwas mit dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu tun hat. Und genau so ist es. Einer Verlautbarung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung aus dem Jahr 2010 über die Ergebnisse einer britischen 20-jährigen Langzeitstudie ist die folgende bemerkenswerte Erkenntnis zu entnehmen: „Ein niedriger Intelligenz-Quotient (IQ) ist nach dem Rauchen der wichtigste Risiko-Indikator für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, bedeutsamer noch als Übergewicht und Bluthochdruck. Ähnliche Ergebnisse ergaben sich im Hinblick auf die Gesamtsterblichkeit.“ Donnerwetter! Ende der 80er Jahre, als diese Studie konzipiert wurde, war es ganz offensichtlich noch problemlos möglich, schlicht das zu messen, was aus rein fachlicher Sicht sinnvoll und zielführend erschien. Einer der Studienautoren erläuterte damals die Ergebnisse unter anderem dahingehend, dass es einen „Zusammenhang von geringer Intelligenz und gesundheitsschädigendem Verhalten“ geben könnte.
Dieses Ergebnis aus der Herz- und Kreislaufforschung steht in einer langen Reihe von ähnlichen Forschungsresultaten auf anderen Gebieten, die alle zeigen, dass der IQ ein ganz wesentlicher – meist sogar der wesentlichste – Prädiktor ist, zum Beispiel für die berufliche Leistung, die Bewältigung der verschiedensten Alltagsprobleme und natürlich auch der Lernfähigkeit schlechthin. Und deshalb gilt die Parole: „Du kannst alles erreichen, wenn Du es nur wirklich willst“, nicht uneingeschränkt, sondern nur mit der Ergänzung, dass dafür eben auch die entsprechenden Fähigkeiten vorhanden sein müssen.
Bleibt noch die Frage zu klären, in welchem Maße die Intelligenz genetischen Einflüssen folgt und wie stark sie durch die ja teils wiederum auch schichtabhängigen Umgebungseinflüsse bestimmt wird. Auch diesbezüglich vertraue ich meinem einschlägigen Gewährsmann, dem langjährigen (Ex-)Herausgeber der auf ihrem Gebiet führenden US-Fachzeitschrift Intelligence, Prof. Richard J. Haier, beziehungweise seinem Standardwerk The Neuroscience of Intelligence (2023). Hier das Wesentliche in der gebotenen Kürze: Natürlich entsteht Intelligenz aus genetischen Voraussetzungen und Umwelteinflüssen. Im Alter von sieben Jahren liegt der erbliche Anteil der Intelligenz bei circa 40 Prozent, im Alter von zwölf bei circa 60 Prozent und ab dem späten Teenager-Alter bei circa 80 Prozent.
Letztlich geht es immer um die Wahrheit
Wir haben es bei der hier diskutierten bildungssoziologischen Studie mal wieder mit dem Phänomen zu tun, dass auf bestimmten wissenschaftlichen Gebieten die Begriffe Intelligenz oder IQ strikt gemieden werden. Im Wesentlichen deshalb, weil dadurch die besser ins eigene ideologische Raster passenden Ergebnisse systematisch und gravierend relativiert oder gar regelrecht kaputt gemacht würden. Und damit dann meist auch die aus solche Studien mehr oder weniger regelhaft abgeleiteten politischen Forderungen nach allem, was vermeintlich die soziale Gleichheit fördert. Mittlerweile kommt auch noch begünstigend hinzu, dass dieses systematische Meidungsverhalten von bestimmten Forschungskonzepten bereits seit etwa vier Jahrzehnten an Universitäten und sonstigen Forschungseinrichtungen etabliert ist, so dass etliche das mittlerweile schlicht für die Normalität halten dürften. Bleibt noch die Frage, wie die Ergebnisse der Bamberger Bildungsstudie ausgefallen wären, hätte man den IQ mit erhoben? Teils oder auch überwiegend anders – und vor allem valider, also dichter an der „Wahrheit“. Und das ist doch wohl die Kernaufgabe der Wissenschaft, die Wahrheit zutage zu fördern beziehungsweise ihr möglichst nahe zu kommen.

Intelligtenz, wie Gesundheit oder Schönheit, läßt sich politisch nicht ändern. Deswegen fummeln Politiker und ihre wissenschaftlichen Lakaien immer mit kulturellen und finanziellen Unterschieden rum. Und wundern sich, daß hinter her keiner schöner ist.
„Bleibt noch die Frage, wie die Ergebnisse der Bamberger Bildungsstudie ausgefallen wären, hätte man den IQ mit erhoben? Teils oder auch überwiegend anders – und vor allem valider, also dichter an der “Wahrheit„. Und das ist doch wohl die Kernaufgabe der Wissenschaft, die Wahrheit zutage zu fördern beziehungsweise ihr möglichst nahe zu kommen. “
1. Wäre es sehr hilfreich gewesen, hätten die Studienbeteiligten ihren IQ mitgegeben.
Sowie ihre persönliche soziale Einstufung bzw. beide Angaben ihrer Eltern.
DAS wäre dann zwecks Einordnung m.E. sehr zweckmäßig gewesen.
Ich schlage das mal als zwingend erforderliche „Metadaten“ für alle Studien-Veröffentlichung vor!
2. Lieber Herr Prof. Meins: verwechseln Sie hier nicht „Wahrheit“ mit „Realität“?
Denn was solche zeitgeistlich-esoterischen Papiere wie das Bamberger Schrifttum propagieren, ist ja deren „Wahrheit“. Nur eben als arg angestrengter Ausschnitt der Realität.
Und ich Dussel glaubte bislang, „Kernaufgabe der Wissenschaft, die **Realität** zutage zu fördern beziehungsweise ihr möglichst nahe zu kommen…“
Es gibt sicher keine direkte singuläre Beziehung zwischen IQ und Bildungserfolg. Man findet da und dort auch Bildungsversager bei Hochbegabten und wenn ein niedrigerer Grund-IQ mit hohem Fleiß einhergeht, dann kann man andererseits auch einiges erreichen. Aber es ist lächerlich, diese Verbindung ganz zu leugnen, weil sie nicht ausreichend politisch korrekt erscheint, man lügt sich damit selbst in die Tasche. Natürlich gibt es auch andere Faktoren, die auf die Bildung Einfluss haben, aber die Fähigkeit, auch komplexe Sachverhalte zu begreifen, ist für höhere Bildung unverzichtbar. Das Leben ist ungerecht. Aber eben auch im Hinblick auf andere Fähigkeiten, heute sind oft diejenigen die Gewinner, die den anderen mit den zwei linken Händen das Haus bauen. Den Einfluss des IQs zu verleugnen, würde bedeuten, ein weniger hoher IQ wäre eine Schande und zu verbergen und das ist grundfalsch. Eine Schande ist es wohl eher, wenn man aus dem nichts macht, was einem die Natur mitgegeben hat und dazu gehören schlicht viele verschiedene Fähigkeiten.
Solcherart Ideologie-getriebener bias-Studien werden ja meist mit einem steil eregierten Forderungsfinger in Richtung endlich herzustellender GERECHTIGKEIT vertrieben. Und so besehen wäre es ja wohl das Gerechteste, wenn die ‚Verteilung‘ der Bildungschancen sich im Ergebnis nach den natürlichen Gegebenheiten der einzelnen Individuen möglichst ungehindert zuteilen werde. Und selbstredend ist der Intelligenztest/ die Intelligenz zwar nicht völlig unabhängig von Sozialen Parametern, aber er/sie wäre ja wohl das ‚natürlichste‘ und somit gerechteste Zuteilungskriterium. Praktisch gesehen also: Noten und Tests sollten Bildungstüren öffnen um Bildungsgerechtigkeit zu erreichen, wenigstens im Großen und Ganzen. Aber dagegen haben sich unsere Bildungsforscher ja schon im Kleingedruckten voll Abscheu abgewandt. Wenn Frauen und Männer frei von sozialer Gängelung sich ihre Berufsfelder wählen, so ist das empirisch zumeist identisch mit sogen. Frauen – und Männerberufzuordungen, Ebenso ist es wohl wenn eine sogen. bildungsgerechte Gesellschaft empirisch untersucht würde, die faktische Zuordung erfolgte hauptsächlich nach Intelligenzparametern, und also auch nach vermeintlichen Sozialen Hierachsierungen.
>>… eine Langzeitstudie über soziale Ungleichheiten und Bildungserfolg.<<
## Jaaa, endlich! Man muss die Vorurteile brechen. Ein Vorurteil ist, man würde angeborene Dummheit schon auf 10 Meter riechen können. Und dann die Zusammenfassung des gesamten Wissens der Menschheit, „DBDDHKP“, ist das nicht auch ein Vorurteil? Die Geringbegnadeten sagen JAA!
Andererseits, wenn man angeborene Präferenzen nicht heilen kann, sondern akzeptieren muss, z.B. Morbus Schwulissimo Mmultiplex (MSM), dann ist es vielleicht auch ein Irrweg, wenn man seit nun schon Jahrzehnten, angeborene Dummheit heilen will.
Geht mir nicht auf den Schnürsenkel mit Menschenversuchen!
Ich sehe das so: An der Abwurframpe im Paradies bekommt jeder einen Fallschirm zugewiesen. Und manche landen einfach hart. Ist das nun ungerecht? Oder einfach die Breite der Verteilung. Vielleicht sind wir inzwischen zu viele, so dass es gar nicht mehr für alle reicht. Die Idee war es vielleicht, die Verschieden-Privilegierten in verschiedenen Gebieten zu sammeln und ihnen eine geordnete Bodenständigkeit zu geben? Dann wäre ja jeder Versuch, die Ungleichheit durch wildes Hin-und Her-Reisen zu mindern, einfach Verrat am Plan. Vertraut dem Plan! Vielleicht ist die erzwungene Wahrscheinlichkeit an verschiedenen Orten die einzige Rettung der Vernunft. Wer das missachtet, dem droht Verschissmus und die maximale Ausbreitung der Dummheit.
Warum soll man nicht Begabte in ihrem Teil der Welt auf ihre Weise glücklich sein lassen? Hört auf, denen Flausen in den Kopf zu setzen!
Ich sage mal so. Wo in der Gebrauchsanweisung für ein Gebet eine Himmelsrichtung und ein Ortsname enthalten ist, die sollen sich vielleicht gar nicht über das ganze Universum verteilen, weil das schon den Anderen gehört. Das ist ungerecht, aber manchmal ist Ungerechtigkeit die einzige Gerechtigkeit. Es ist nicht meine Schuld, wenn ein Anderer dumm ist. Hört auf, mich dafür verantwortlich zu machen, sonst muss ich Eure Anmaßung bekämpfen. Zwingt mich nicht!
Übrigens hat die deutsche Bildungspolitik diese „neuen“ Erkenntnisse doch schon ewig vorweggenommen. Seit Jahrzehnten sind diese die Grundlage deutscher Bildungsbemühungen. Da hätte die Studie doch feststellen müssen, dass die besonders gute Föderung, dieser letzten Jahrzehnte Früchte getragen hat. Wie lange haben Rot-Grün in vielen Bundesländern das Bildungsresort schon im Griff? Und da findet man keine Verbesserungen?
Epidemiologie? Ist vielleicht Epistemologie gemeint?