
Zitat: “Wobei der echte Gewinner dieser Wahl, braungebrannt außen, braungefärbt innen, sein Zahntechniker-Siegergrinsen wahrscheinlich auch nicht der analytischen Intelligenz der Wähler verdankt, sondern dem Dumpfstuben-Protest seiner Anhänger.” Wie herrlich muß es sein, dergleichen Verurteilungen zu schreiben und sich dabei so gut/rein/überlegen zu fühlen. Schade nur, daß es inzwischen facil und repetitiv wirkt. Eher das Niveau - und, schlimmer noch, die Haltung - der Süddeutschen Zeitung, nicht etwas für die Achse. Und dieser typisch teutonische Haß gegen gepflegte Leute! Neiden Sie dem Herrn, den Sie beschreiben, daß er gute Zähne hat? Spricht jetzt neuerdings ein verkommenes Gebiß für die Qualifikation eines Politikers? Wäre demnach auch ein Daniel Hannan oder Nigel Farage zu verurteilen, weil seine Anzüge besser geschnitten sind als jene von Elmar Brok oder Martin Schulz? Weil sie diese Anzüge auch tragen können, im Gegenteil zu den Herren Brok und Schulz? Ihr ästhetischer - hoffentlich nur: ästhetischer - Jakobinismus wird der Republik Österreich kaum helfen.
Mindestens mit gleicher blinder ‘Präzision’ wie Sie uns Österreicher als Wurschtler und Verdränger abtun, könnte man in den Artikel schreiben, dass jeder Deutsche einen Stock im Hintern hat, jeder Tscheche im Hinterhof dealt und so weiter und so fort. Ich bin kein Blauwähler, aber dennoch muss man das Ergebnis nehmen wie es kommt, so ist das in einer Demokratie (so ähnlich wie ‘Herrschaft des Volkes’, erinnern Sie sich?) nunmal. Wenn man nebenher gleich nochmal die Nazikeule (‘braungebrannt und braungefärbt’) schwingen kann, ist der gutdeutschen (rot-grünen?) Seele auch gleich viel leichter und wohliger zumute. Und was genau hat der Klimabericht der IPCC mit dem Österreichischen ‘Schlendrian’ am Hut? Die Überleitung haben Sie ganz klar verpatzt, das sollten Sie noch ein-, zweimal üben, so fürs nächste Mal. Solche Verallgemeinerungen müssen wirklich nicht mehr sein. Mit freundlichen Grüßen, Michael Kobler
Dazu ein Kommentar von Eugen Roth: “Ein Mensch, der spürt, wenn auch verschwommen, Er müßte sich, genau genommen, Im Grunde seines Herzens schämen, Zieht vor, es nicht genau zu nehmen.”
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