Gerd Held / 13.03.2023 / 06:15 / Foto: Fabian Nicolay / 75 / Seite ausdrucken

Wenn Grün verliert, gewinnt die Stadt 

Die CDU-Gewinne in Berlin und die Abkehr der SPD von der rot-grün-roten Koalition sind nur ein erster Schritt. Aber schon jetzt zeigt sich, wie wenig das selbsternannte „Großstadt-Milieu“ mit den Grundaufgaben einer großen Stadt zu tun hat

Bei der Betrachtung der Ergebnisse der Wahlen in Berlin ist man zunächst geneigt, die SPD als große Verliererin anzusehen. Sie verlor von den 26 Direktmandaten, die sie bei der (ungültigen) Wahl 2021 gewonnen hatte, sage und schreibe 22. Die Grünen verloren nur 3 ihrer bisherigen 23 Direktmandate. Aber ihre Mandate liegen alle in den Wahlkreisen der Kernstadt, in denen sie auch vorher stark waren. Der Wahlsieger CDU, der seine Direktmandate von 21 auf 48 steigerte, gewann diese im gesamten übrigen Raum Berlins, der an Fläche und Bevölkerung die Kernstadt deutlich übertrifft. So bildet das grüne Votum eine Art Insel inmitten eines schwarzen Groß-Berlin. Für die Grünen ist diese räumliche Begrenzung ihrer Mehrheiten auf ein Klein-Berlin eine folgenreichere Niederlage, als es die großen Verluste für die Sozialdemokratie sind. Denn man muss die Begrenzung an dem kolossalen Anspruch der Grünen messen. 

Sie waren angetreten als die Zukunftspartei, die vorgab, die richtungweisende Vision für eine „Große Transformation“ Berlins zu haben und zu verkörpern. Und diese Vision sollte für die Gesamtstadt gelten, das heißt für die sehr große Fläche des Berliner Stadtgebietes, das sich von anderen Metropolen, wie zum Beispiel Paris, dessen Bürgermeister nur über einen Bruchteil der Großraumbevölkerung regiert, deutlich unterschiedet. Nun ist dieser Großanspruch der Grünen von den Berlinern deutlich geschrumpft worden. Nur knapp 280.000 Bürger (von 2.431.772 Wahlberechtigten) haben der grünen Zukunft ihre Stimme gegeben. Und räumlich beschränkt sich dieses Votum auf einen engen, besonders gut ausgestatteten Binnenraum der Stadt. Die Erfolge der Grünen in diesem engen Binnenraum erweisen sich so als Pyrrhussiege. Das Berliner Wahlergebnis lässt die Tatsache, dass die Grünen eine Partei der Bessergestellten sind, noch deutlicher hervortreten. Von der Schwäche der SPD haben die Grünen nicht profitieren können. Die große Wählerbewegung fand ganz ohne das grüne Zukunfts-Berlin statt. Die Wähler hatten andere Sorgen. Die räumliche Konzentration auf die Kernstadt wirkt wie ein Rückzug. Die Grünen haben sich in den Wahlen gewissermaßen selbst eingemauert.

Die Volkspartei SPD muss nun erkennen, wie verheerend ihr strategisches Bündnis mit den Grünen für sie ist. Die Grünen haben die Sozialdemokraten in eine Politik gelockt, die sie in weiten Teilen der Stadt nicht mehr wählbar machte. Die grüne Stadtpolitik macht einen Großteil der Stadtbevölkerung zu Verlierern, und so machte es auch die Volkspartei SPD zur Verliererin. Sie wurde von den Grünen hingehalten, gelähmt, blockiert – so, wie die tragenden Gesellschaftsschichten des „grünen Zukunftsprojekts“ die Lebensformen der Mehrheit der Berliner Bürger mit Gleichgültigkeit und Geringschätzung behandeln. Insofern ist es konsequent und verdienstvoll, wenn sich die SPD jetzt diesem grünen Sog zu entziehen versucht. 

Erst die Stadt, dann die Parteien

Am Tag nach der Wahl stand in der Berliner Zeitung, die alles andere als ein „rechtes“ Blatt ist, ein bemerkenswerter Leitartikel von Moritz Eichhorn unter dem Titel „Der Anfang vom Ende“. Dort konnte man lesen:

„…auch wenn es keinen Wechsel gibt, ist diese Wahl doch der Beginn des Endes von Rot-Grün-Rot. Denn die Probleme beim Bauen, Wohnen, im Verkehr, bei der Bildung und der Sicherheit, deretwegen die Regierungsparteien abgestraft wurden, werden nicht kleiner. Ganz im Gegenteil: Es wird schlimmer werden. Es wird auch mit Enteignungen weniger Wohnraum geben, die Verkehrssituation wird dank Straßensperrungen chaotischer werden, die Sicherheitslage wird sich nicht bessern. Noch immer stand kein einziger Sylvester-Randalierer vor Gericht, geschweige denn, dass einer verurteilt wurde. Die Regierungsparteien haben kein Rezept gegen den Bildungs-Gau, den knappen Wohnraum und die Gewalt. Es sind ja gerade die Entscheidungen aus 20 Jahren SPD, Grünen und Linken, die uns genau dorthin geführt haben, wo wir uns jetzt befinden.“ (Berliner Zeitung vom 13.2.2023)

Das sind bemerkenswerte Sätze. Das Berliner Wahlergebnis (und neuere Wahlergebnisse in anderen großen Städten) signalisieren einen tieferen Stimmungswechsel. Die seit der Jahrtausendwende dominierenden Zukunftsvisionen verlieren an Zugkraft. Die Vision „ökologische und soziale Stadt“, die auf den ersten Blick alles zu bieten schien, was Politik in großen Städten sein kann, hat ihre Bannkraft verloren. Die Wähler haben gemerkt, dass eine solche „ganzheitliche Vision“ nicht im Geringsten garantiert, dass die Stadt dann auch funktioniert. Und Berlin ist das krasse Beispiel: In dieser Stadt können die elementarsten Funktionen (Termine für Personalpapiere, Führungszeugnisse, Eheschließungen, Kfz-Anmeldungen, die Sicherheit im öffentlichen Raum, der Verkehrsfluss auf den großen Verbindungsachsen, die Lernergebnisse der Schulen) immer weniger gewährleistet werden. Zwischen den Stadt-Visionen, die in bestimmten sozialen Milieus und dem Regionalsender RBB gepflegt werden, und dem realen Berlin gibt es heute einen tiefen Bruch.  

In der Berlin-Wahl hat sich dabei nicht nur eine vage „Angst“ oder „Wut“ geäußert. Nein, hier wurde ein Urteil über den Zustand der Stadt gesprochen. Dieses Urteil steht nun im Raum, für die ganze kommende Legislatur-Periode. Jede Regierungskoalition wird daran gemessen werden, ob es ihr gefällt oder nicht. Und auch den Massenmedien wird es nicht gelingen, dieses Urteil aus dem Gedächtnis der Berliner zu löschen. Es gibt den guten Grundsatz „Erst das Land und dann die Partei“. Er sollte auch so verstanden werden, dass der Wähler kein bloßer Parteigänger ist, sondern bei den Wahlen eine gewisse Idee des Landes – hier: der Stadt – vor Augen hat, die seinen Erfahrungen und Interessen entspricht. „Interesse“ muss nicht nur den eigenen Geldbeutel bedeuten; es enthält immer auch eine Idee des Ganzen der Stadt.  

„Die Stadt muss funktionieren“

Die Tatsache, dass die CDU erhebliche Stimmgewinne zu verzeichnen hat, liegt nicht an einer bestimmten Parteisicht, zu der andere Parteien nicht fähig wären. Eher hat die CDU mit ihrem Leitmotiv „Die Stadt muss funktionieren“ einen elementaren konstruktiven Anspruch erhoben und die Stadt zum sachlichen Maßstab der Politik gemacht. Der Satz mag wie eine Selbstverständlichkeit klingen, aber so ist die Lage in Berlin eben nicht. Damit hat die CDU einen Nerv der Berliner getroffen. Auch vieler Berliner, die die CDU nicht wählen wollten und eventuell auch aus Verdruss und Resignation der Wahl fernblieben. Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg betrug die Wahlbeteiligung nur 50 Prozent. Der Satz „Die Stadt soll funktionieren“ trifft die verschiedensten und teilweise schon langjährigen Erfahrungen der Berliner: Man will nicht auf endlosen Warteschleifen verwiesen werden, wenn man im zuständigen Amt dringend einen Termin braucht. Wenn man eine neue Wohnung braucht, will man nicht vom Zufall, von der Zugehörigkeit zu bestimmten Klientelgruppen oder von „Beziehungen“ abhängen. Man will nicht hilflos in irgendeiner Straßenblockade festsitzen oder im Notfall um das rechtzeitige Eintreffen von Notarzt oder Feuerwehr bangen müssen. Man will nicht vor der Gewalt im öffentlichen Nahverkehr oder in Parks Angst haben müssen, und nach Anbruch der Dunkelheit von vielen öffentlichen Orten praktisch ausgeschlossen sein.

Und während die Berliner so feststellen müssen, dass in ihrer Stadt die elementarsten, alltäglichsten, eigentlich schon vor langer Zeit errungenen Standards nicht mehr gewährleistet sind, hören sie ständig von allen möglichen wohlklingenden, außergewöhnlichen und aufwendigen „Projekten“. Vor diesem Hintergrund hat der Satz „Die Stadt muss funktionieren“ seine besondere Sprengkraft bekommen. Er ist der Anspruch, der nach dieser Wahl sozusagen auf alle Mauern geschrieben steht.   

Die Leistung der modernen Stadt-Maschine  

Betrachtet man das Funktionieren und Nicht-Funktionieren der Großstadt näher, ist das meistens nicht einfach eine Frage von mehr oder weniger Personal. In den meisten Fällen geht es um das sachgerechte Funktionieren und um sachliche Bestände in Gestalt verschiedener Infrastrukturen. Eine moderne Großstadt ist eine ungeheure Anhäufung von solchen Infrastrukturen. Die Versorgung mit Energie muss ständig und ohne Unterbrechung gewährleistet sein, ein Ausfall, eine ständige Unzuverlässigkeit würde die Gesamtleistung der Stadt stark herabsetzen. Gleiches gilt für die Versorgung und Klärung von Wasser. Und für die Entsorgung und Wiederverwendung von Müll, für die Pflege des öffentlichen Raums. Das Verkehrssystem muss für eine große Bevölkerung und ein relativ weites Einzugsgebiet Pünktlichkeit garantieren. Der Zeitverlust beim Zusammenarbeiten wäre sonst immens. Große Veranstaltungen wären nicht mehr zu bewältigen. Feuerwehr und Rettungswagen brauchen eine flächendeckende Verteilung in der ganzen Stadt. Und das gilt natürlich für die Polizeikräfte und den Schutz vor Gewalt und Raub. 

Das alles sind Aufgaben, die ständig erfüllt werden müssen und für die es auch Reservekapazitäten geben muss. Eine große Stadt kann man nicht auf der Basis von „Einzelstudien“ und „Projekten“ betreiben. Der Zustand der Infrastrukturen ist der kritische Maßstab, auch wenn sie oft wenig sichtbar sind und in den Medien selten vorkommen. Erst wenn es Ausfälle gibt, wird ihre immense Bedeutung plötzlich spürbar. Bei Infrastrukturen zählt nicht eine einmalige Maximalleistung, sondern ein gehobenes, breites Niveau, das auch bei verschiedenen und wechselnden Anforderungen der Menschen und Veränderungen der Umweltbedingungen aufrechterhalten werden muss. Als Maßstab der Infrastrukturen ist daher „Tragfähigkeit“ wichtiger als „Output“. Auch diese Tragfähigkeit ist ein striktes Effizienzkriterium. Auch hier geht es um Wertschöpfung, nur eben anders als bei einem Produktionsbetrieb. Auch eine moderne Großstadt ist eine „Maschine“. Aber sie dient nicht direkt zum Herstellen einzelner Güter und Dienste, sondern zum Tragen einer Vielfalt von Betrieben, Einrichtungen und Haushalten. 

Die Verdrängung der Fachleute aus der Führung der Stadt 

Wenn man diesen Maßstab anlegt und dann anschaut, welche Vorstellung von „Urbanität“ das Berlin-Bild der letzten Jahre und Jahrzehnte dominiert, wird eine riesige Lücke sichtbar: Die Infrastrukturen kamen in diesem Berlin-Bild eigentlich gar nicht mehr vor. Ihre vermittelnde Rolle verschwand in einem Modell, das in „das Soziale“ einerseits und „das Ökologische“ andererseits zerfällt. Man hört und liest immer, dass Berlin so „vielfältig“ sei. Und dann herrscht Schweigen – so als ob sich die Vielfalt von selber tragen würde. Dass eine Stadt nur leben kann, wenn sie Mensch und Natur in einem Dritten zusammenbringt, das produktiv und tragfähig ist, haben die tonangebenden politisch-medialen Milieus unserer Gegenwart völlig aus den Augen verloren. So auch in Berlin. Die deutsche Hauptstadt zehrt immer noch von den großen technischen Leistungen und Investitionen, die sie in länger zurückliegenden Jahrzehnten erbracht hat. In jenen Zeiten fanden Infrastrukturaufgaben und die Fachleute, die sie lösen konnten, Aufmerksamkeit und Respekt.

Das heutige Gerede von „arm, aber sexy“, von der „Fahrrad-Hauptstadt Berlin“, von hoch subventionierten „start ups“ zeigt eine fundamentale Verschiebung bei den gesellschaftlichen Milieus, die die Entwicklung Berlins prägen. Die praktische Wissenschaft und Ingenieurkunst haben ihren Einfluss weitgehend verloren. Gewiss sind die Fachleute, die in einem bestimmten Bereich ein präzises und erprobtes Fachwissen haben, noch da. Aber dieses Fachwissen ist fundamental entwertet, wenn eine „ganz neue“ Zukunft ausgerufen wird – von einer Führungsschicht, die nur in spekulativen und emotionalen „Erzählungen“ zu glänzen weiß. 

In einem Leitartikel, der gleichfalls in der „Berliner Zeitung“ (14.2.2023) erschienen ist, spricht Harry Nutt von den „mittleren Ebenen der Kompetenz“ in der Berliner Stadtverwaltung, die „weitgehend entmündigt“ worden seien – was er der SPD unter dem Regierenden Bürgermeister Wowereit ankreidet, aber nicht nur ihr. „Ein Wandel muss her“ steht über dem Leitartikel. Der Autor plädiert ganz offensichtlich für eine strukturelle Rückbesinnung in der Regierungsweise der Stadt. 

Eine große Korrektur, die nur schrittweise durchzusetzen ist

In den letzten Jahrzehnten sind in Berlin wichtige Errungenschaften und Fähigkeiten einer Großstadt verloren gegangen. Die große Stadt Berlin ist dadurch kleiner geworden – sie hat sich sozial und räumlich verengt. Diese Entwicklung hat sich so weit verfestigt, dass sie nicht in einem großen „Ruck“ korrigiert werden kann, sondern nur in einem allmählichen Prozess, bei dem kleine Schritte und Verschiebungen wertvoll sind – wenn sie erste fühlbare Verbesserungen bringen und wenn sie den Bürgern Orientierungspunkte für die weitere Entwicklung der Gesamtstadt bieten.  

Sowohl Dringlichkeit als auch Perspektive sprechen dafür, dass die CDU konstruktiv eine Koalition für einen Wechsel in der Stadtregierung sucht. Die Tatsache, dass CDU und SPD sich zu Koalitionsverhandlungen entschlossen haben, ist ein gutes Zeichen. Es ist eine Chance, dass sich die Berliner Politik weg von den großen „Stadtvisionen“ und hin zur Stadtrealität bewegt. Allerdings sollten CDU und SPD den Bürgern diese Koalition erklären: Sie ist eine Pflichtkoalition angesichts der prekären Lage Berlins. Es geht darum, eine weitere Verwahrlosung der Stadt aufzuhalten und ein elementares Funktionieren der Stadt sicherzustellen. Beide Parteien sollten sich davor hüten, diese Koalition großsprecherisch als „die Hauptstadt-Wende“ oder ähnliches zu verkaufen. Wir stehen erst am Anfang einer Rehabilitation der modernen Großstadt. Eine neue Stadtregierung sollte den Bürgern Zeit geben, um nüchterner und gründlicher über das Bewahren und Verändern in Berlin nachzudenken. Man muss hier ja auch bedenken, dass insgesamt in Deutschland noch die große Erzählung von der „Zeitenwende“ regiert. Die großen Städte im Lande müssen einen Großteil dieser Wende-Suppe auslöffeln und werden so in unhaltbare Zustände getrieben – siehe Energiewende, siehe Verkehrswende, siehe Massenmigration. 

Eine kämpferische große Koalition?

Grün verliert. Die Entzauberung dieser ganzen Denkrichtung wird sich fortsetzen. Aber man darf nicht erwarten, dass die Sozialschichten, die diese Richtung tragen, sich ändern. Man darf auch nicht darauf hoffen, dass sie aus den Städten verschwinden werden. Man muss damit rechnen, auf längere Zeit mit diesen geschworenen Feinden einer für alle Bürger funktionierenden Stadt zu tun zu haben. Schon jetzt ist in Berlin sichtbar, wie die verschiedensten Kräfte alles versuchen, um die Arbeit einer CDU-SPD-Stadtregierung zu lähmen. Sie wollen nicht abwarten und die Regierung erst mal ihre Arbeit aufnehmen lassen. Sie schaffen es nicht, die Bürger einmal selber auf den Gang der Dinge blicken zu lassen, sondern müssen sofort vorgeben, was man von der neuen Stadtregierung zu denken hat. Sie werden auch versuchen, ihre bisherige Politik einfach weiter durchzudrücken und ohne Rücksicht auf neue Mehrheiten in einer Grauzone Fakten zu schaffen. Hier hört man eine Argumentation, die aufhorchen lässt: Eine andere Koalition als die bisherige sei in Berlin unmöglich, heißt es, weil „die Partei-Basis“ da nicht mitmachen würde. So, so. Eine „Partei-Basis“ soll also ausschlaggebend sein, damit eine Koalition, die nach dem Ergebnis der allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlen möglich wäre, doch nicht möglich ist.

Die Grünen sind ja sehr findig, wenn es darum geht, sich einen Souverän herbeizureden, der sozusagen „von Natur aus“ ihrer Sache zugeneigt ist. So wird bei grünen Projekten immer die „Zivilgesellschaft“ beschworen, die – im Unterschied zur Gesamtgesellschaft – exakt das träumt, was die Grünen auch träumen. Oder es ist von der „Stadtgesellschaft“ die Rede, die merkwürdigerweise nicht in den Teilen der Stadt wohnt, wo man CDU, FDP oder AfD wählt. Auch Franziska Giffey wird nun wohl aus der „Stadtgesellschaft“ ausgebürgert. Und wenn es zu Straßenblockaden kommt, gibt es den Ehrentitel des „Aktivisten“, für den der gute Zweck alle Mittel heiligt. Man sieht, die Rede von der „Parteibasis“ ist alles andere als unschuldig. Wer heute ihren Widerstand beschwört, wird morgen mit „sozialen Unruhen“ drohen, wenn eine Koalition von CDU und SPD ihre ersten Maßnahmen trifft.   

Eine große Koalition in Berlin wird also kämpfen müssen, aber mit Sorgfalt in der Rede und Beharrungsvermögen in der Sache. 

 

Dr. rer. pol. Gerd Held absolvierte nach Facharbeiterlehre und Berufstätigkeit ein Studium der Sozialwissenschaften (Abschluss Diplom) und der Sozialphilosophie (Abschluss Maitrise) in Hannover und Paris. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund – dort Promotion und Habilitation, danach dort Privatdozent. Von 2008 bis 2015 Leitartikler und Essayist bei der Tageszeitung „Die Welt”. Zugleich Privatdozent am Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin.   

 

Vorschau: In zwei weiteren Beiträgen wird Gerd Held über die verheerenden Folgen der Verkehrswende und der drohenden Unbezahlbarkeit des Autos für den Großraum Berlin berichten – sowie in einem dritten Teil von dem Volksentscheid mit dem Betrugstitel „Berlin klimaneutral 2030“.

Foto: Fabian Nicolay

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Rainer Niersberger / 13.03.2023

Ein allgemeiner Hinweis zur Ergänzung : Am langen Ende ist und bleibt entscheidend, wer die Macht hat. Die Macht hat der, der die systemrelevanten Institutionen beherrscht, z. B. das BVerfG, die “Bildung” bestimmt und die mediale Gehirnwäsche vorgibt. Die Anzahl der echten oder unechten Gruenenfans ist vergleichsweise irrelevant, wenn zum einen Mehrheitsprinzipien ausser Kraft gesetzt sind, die nichtgruenen Fans eine gruene Partei waehlen, die gruene Lehrerin den Kleinen klarmacht, was sie zu glauben haben und das Politgericht alles Gruene absegnet. Die Relevanz der von Merkel mit aller Akribie und Perfidie betriebenen (personellen) Kaperung der Institutionen, grob gesagt aller von ihr geschaffenen Fakten, wird masslos unterschätzt. Diese Fakten sind mit “neuen” Koalitionen nicht zu beseitigen, vor allem dann nicht, wenn es inhaltlich nicht einmal neue Koalitionen sind, sondern nur ein andere Farbe dazukommt. Nicht nur diese Gesellschaft als solche ist ein Problem, sondern die fortbestehende Macht einer zahlenmaessig durchaus überschaubaren Clique neben, unter oder ueber einer formal gruenlosen Koalition. Fuer eine weitere gruene Politik braucht es nicht (mehr) zwingend eine offizielle Beteiligung der gruenen Sekte. Die gruene Weltsicht oder Weltanschauung schimmert fast ueberall durch, von den bekannten 10 % abgesehen. Es braucht ( irgendwann) auch keine Mullahs oder Imame, um den Islam weiter zu verbreiten. Derartige mentale Infektionen laufen auf bestimmten Wegen fast wie von selbst durch. Hier werden sie sogar mit den 80 Methoden der Propaganda verbreitet. Die 25 - jährige angehende Politologin wird mit 35 oder 40 nicht die Farbe wechseln, denn das fruehere, jugenddumme Linkssein wächst sich aus, die gruene Infektion auch dank fortbestehender Infantilitaet nicht.

Steffen Lindner / 13.03.2023

Die zunehmende Verlotterung insbesondere der Großstädte hat m. E. mit den vom Autor erwähnten Wahlergebnissen der Grünen in den Zentren zu tun. Ursache ist wohl der Umstand, dass es sich fast ausschließlich um Universitätsstädte handelt , in denen die Studenten mehrheitlich ihren Hauptwohnsitz haben und daher wahlberechtigt sind. Resultat sind i.d. Regel grüne Mehrheiten in den Stadträten. Würden allerdings die Politiker von CDU, FDP und SPD verantwortlich im Sinne der Mehrzahl der Bürger handeln, gäbe es keine grüne Politik., zumal man mit den „ Schwefelbuben“ der AfD nicht koalieren will( darf), selbst wenn es die Mehrheitsverhältnisse zuließen,Da aber bei den Altparteien die Grün-mediale Gehirnwäsche ebenfalls erfolgreich war, geht es eben weiter abwärts.

jan blank / 13.03.2023

Stadtgesellschaft ? Parteibasis? Könnse jeden Tach überall bei der Arbeit sehen. Hocken um 12.00 Uhr beim ersten Chai latte im Szenecafe, während die meist älteren Tiefbauarbeiter auf der Strasse vor ihnen die Infrastruktur flicken. Die machen dann aber schon “Mittag”. Diese “Sinnbilder” kann man überall in Berlin aufnehmen. Junge Leute mit zu viel Zeit und Geld. Und großem Talent zur Onanie. Und die wollen dann was von Klima, Kapitalismus und sozialer Gerechtigkeit erzählen. Geistige Übungen zum Füllen der Refraktärzeit….......

Sturm Peter / 13.03.2023

Mit dem islamsozialistischen Altparteien und grünrotlinken Zeitgeist wird es weiter in Richtung Schlucht gehen, mit oder ohne die Grünen Fanatiker. Multikultiexplosivgemisch ohne deutsches Reinheitsgebot! 3% Ausländeranteil, Stopschild der Masseneinwanderung und Orientalisierung, Souveränität des eigenen Volkes und Reformationen ist die Zielvorgabe, um den Staat und sein einheimisches Volk effektiv zu kriegen.

Geert Aufderhaydn / 13.03.2023

@Alex Gross (“Nur ein Mehrheitswahlrecht und die Auflösung der ÖR Medien könnten uns von dieser Geißel befreien, da das nicht in Sicht ist wird es der Islamismus des Kalifats sein, der irgendwann per Geburtenjihad den Kommunismus besiegt, hoffentlich erst nach meiner Zeit.”)  Da müssen Sie aber schnell sterben - ab Wahljahr 2029 haben wir einen islamischen Kanzler.  Gründe: exponentielle Geburtenentwicklung (5 Kinder/Familie), heiraten mit 17, (Halbierung der Generationenfolge), Wahlrecht ab 16 (Danke, SPD!), Familiennachzug, also mind. Vervierfachung der hier Anwesenden (Danke, Faeser&Konsorten;!). Es ist angerichtet, Guten Appetit!  (Ach ja, danke - endlich hat mal wieder jemand “Geißel”  statt “Geisel” geschrieben, auf ARD-deutsch:  einer der “vielversprechendsten”  Ansätze für richtiges Deutsch !)

Thomin Weller / 13.03.2023

@Horst Jungsbluth—>“Auch bei anderen freien Flächen sind sie gegen eine Bebauung, aber nicht dann, wenn Kleingärten oder historische Parks (Vera Lengsfeld hat hier auf der Achse darüber berichtet) deswegen zerstört werden müssen.”<—Exakt das >Gleiche wie in Hamburg. Allerdings, so eine durchgestochenes Papier, ist es die IHK die eine Betonierung für die Wirtschaft und Privatimmobilien, aller Kleingärten und Grünflächen fordert. Damit ein “Wirtschaftswachstum” simuliert werden kann. Aktuell simuliert Deutschland durch Zwangsgesetze und Abgaben einen “Aufschwung”, vor allem im Bauwesen und Ernergie wie Heizung, Isolierung. Natürlich mit immensen staatlichen Steuergelder. Der Wohnungsbau entspricht exakt der Stasi. Die sagte immer “Devisennot kennt kein Gebot” z.B. die Kunst und Antiquitäten GmbH, KuA. Und so werden alle Städte zum Spekulationsobjekt zumeist aus den Staaten die Rohöl haben. Nur aus dem Grund werden aus meiner Sicht Araber allgemein Moslem im Wohnungsbereich übervorteilt. Das Grundbuchamt ist der heilige Gral, keiner ausser bestimmte politische Kreise dürfen Einblick erhalten. Nach Land- nun auch Stadtgrabbing. Die Geldwäsche in Deutschland erreicht jedes Jahr neue Höchstmarken. Und die grüne Böll Pest vollens bei der Umsetzung dabei. Nebenbei werden Großstädte zu Zirkusveranstaltungen mit Tourismusbetrieb.

Marc Munich / 13.03.2023

Man könnte auch sagen:  Wenn Grün gewinnt - haben alle verloren!  (Bedauerlich nur, dass dies auch für den grün-kontaminierten Altparteienblock gilt.)

Ludwig Luhmann / 13.03.2023

“Die CDU-Gewinne in Berlin und die Abkehr der SPD von der rot-grün-roten Koalition sind nur ein erster Schritt.”—- Das ist alles nur Blendwerk. Die etablierten Parteien ziehen alle an einem Strang oder spielen Scheinopposition. Am Ende zählt, wie viele WEF Mitglieder in welchen Positionen sind:Scholz, Habeck, Baerbock, v. d. Leyen, Lagarde, Juncker, Macron, Trudeau, Rishi Sunak, BoJo und viele weitere Marionetten des WEF haben europaweit und weltweit die Parlamente “penetriert”. Wir werden über die EU bereits von UNO/WHO und WEF dirigiert, manipuliert, unterdrückt und tyrannisch regiert. Wenn das digitale Geld installiert ist, dann beginnt unsere dunkle Zukunft. Mit friedlichen Mitteln werden dann nie wieder ans Licht kommen!

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