Eines der großen Versprechen vor Errichtung der europäischen Währungsunion lautete: Niemals gemeinsame europäische Schulden. Niemals sollte ein Mitgliedstaat für die Schulden Anderer aufkommen müssen, und niemals sollte die Europäische Union (EU) als Institution eigene Schulden aufnehmen dürfen. Dabei geht es im Wesentlichen um die Stabilität des Euro, die durch unkontrollierte Schuldenaufnahme in Gefahr geriete. Doch auch die Frage der Souveränität spielt eine Rolle. Schuldenaufnahme sollte von denen demokratisch legitimiert sein, die anschließend dafür geradestehen müssen. Eine erste Delle erhielt die Zusage mit der Eurokrise. Keine gemeinsamen Schulden, aber doch irgendwie gemeinsame Bürgschaften für die Schulden der Hochverschuldeten. Die Stabilitätskriterien waren plötzlich das Papier nicht mehr wert, auf das man sie gedruckt hatte.
Lange galten die verabredeten Stabilitätsgrundsätze als unantastbar für die Währungsunion: die Preisstabilität, die Stabilität der öffentlichen Haushalte, die Wechselkursstabilität und die langfristigen Zinssätze. Damit sollte ein starker Euro garantiert sein. Die Inflationsrate sollte bei 1,5 Prozentpunkte über den stabilsten Mitgliedstaat liegen. Es dürfen nicht mehr als 60 Prozent Schulden gemacht werden und nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts neue Schulden aufgenommen werden. Der Wechselkurs für Mitglieder, die neu hinzukommen wollen, muss stabil sein. Last not least dürfen die Zinsen für Staatsanleihen nur zwei Prozent über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Mitgliedstaaten liegen. Damit sollte, grob gesagt, die Stabilität einer Währung garantiert werden, die in Staaten gilt, deren Wirtschaftskraft nicht unterschiedlicher sein könnte.
Die Eurokrise öffnete die Tür, die dann einige Jahre später ein großes Stück weiter aufgerissen wurde. Denn dann kam Corona und damit die Ausrede für alles. Die EU hatte damals – mit Verweis auf die Corona-Krise – erstmals in ihrer Geschichte im großen Stil Schulden auf europäischer Ebene aufgenommen. Dadurch wurde die Finanzarchitektur der EU auf den Kopf gestellt. Man hatte Sicherheiten und Bremsen eingebaut. So war die Verschuldungskompetenz der Europäischen Kommission zeitlich und in der Höhe begrenzt worden. Ferner war sie eng zweckgebunden deklariert worden. Doch dann kam der Europa-Wahlkampf mit immer neuen Stimmen, die mit großzügigen Krediten agierten, damit Wohlstand und Solidarität versprachen, am Ende jedoch Herausforderungen nur auf Pump zudecken würden.
Europäische Schuldensehnsucht
In Europa herrsche eine bedenkliche Sehnsucht nach einer dauerhaften Verschuldung der EU, schreibt die Stiftung Marktwirtschaft in einer Studie aus dem Jahr 2024. Nicht jede neue Krise erfordere neue Schulden, begrenzt die Stiftung die Schuldeneuphorie. Auch lasse sich eine mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedstaaten nicht mit Schulden nachhaltig erkaufen. Genau darauf setzen aber gerade finanzschwache oder hochverschuldete Mitgliedstaaten. Noch einmal die Kurzinfo der Stiftung Marktwirtschaft: „Ob Finanz-, Euro-, Migrations-, Infrastruktur-, Corona-, Ukraine- oder Energiekrise – die vermeintlichen Lösungsvorschläge laufen stets auf dasselbe hinaus: Die gute Bonität finanzstarker Staaten soll es finanzschwachen Staaten ermöglichen, Finanzmittel zu weitaus günstigeren Konditionen zu erhalten. Dadurch sollen nationale Finanzspielräume erhöht, die Zins- und Tilgungsverpflichtungen aber möglichst europäisiert werden.“
Zwar kommt es nun nicht zur geplanten Beschlagnahme des russischen Vermögens, welches derzeit in der EU eingefroren ist. Das von Russland deponierte Geld sollte als Sicherheit für Kredite verwendet werden, die die finanziell marode Ukraine durch den Krieg bringen sollte. Das Land wird seriösen Berechnungen zufolge bei Fortführung des Krieges im Laufe des kommenden Jahres einen Staatsbankrott hinlegen. Das will die EU verhindern. Da aber die EU-Staaten selbst schon nicht mehr in der Lage sind, die Ukraine über Wasser zu halten, sah man hierin eine Chance.
Belgien sträubte sich, weil es ein Husarenstück wäre, sich an fremdem Vermögen zu bedienen. Der Widerstand zeigte Wirkung, und das russische Vermögen bleibt – vorerst – unangetastet. Der neue Plan sieht vor, 90 Milliarden Euro als gemeinsame Schulden aufzunehmen, um der Ukraine ein zinsloses Darlehen zu gewähren. Dies solle dann später aus russischen Reparationszahlungen wieder getilgt werden. Soweit die Fantasie der europäischen Staatslenker. Am Ende werden die mitwirkenden Staaten, das heißt deren Steuerzahler, auf diesen Schulden sitzenbleiben. Abgesehen davon, dass schon in der Vergangenheit in der Ukraine Gelder durch Korruption in dunklen Kanälen versickert sind, dürfte dieses Geld auch dann, wenn wider Erwarten nichts davon durch Korruption verschwinden sollte, kaum ausreichen, die Ukraine über Wasser zu halten. Tritt nicht sehr zeitnah ein Waffenstillstand ein, kann man darauf warten, dass die EU-Staaten nachlegen müssen.
Die Schuldenunion ist da
Auch wenn es hier um die Finanzierung eines nicht der EU angehörenden Landes und dessen Verteidigungskrieg gegen einen Aggressor geht, sollte jedem klar sein, am Ende steht die EU mit gemeinsamen Schulden da. Das war schon lange das Ziel der Kommissionspräsidentin. Und wenn man nun schon einmal angefangen hat, dann wird Ursula von der Leyen sehr schnell weitere Ideen präsentieren, für die man auch noch Schulden machen könnte. Fundierte Kritik hieran kommt von der Stiftung Soziale Marktwirtschaft. Solange das ökonomische Grundprinzip der fiskalischen Verantwortung und Haftung nicht gewährleistet sei, noch nicht einmal die jetzigen EU-Schulden verbindlich gegenfinanziert sind und das Wiederaufbauprogramm der EU nicht abschließend von externen Wissenschaftlern evaluiert wurde, solle die EU von weiteren gemeinschaftlichen Verschuldungsaktivitäten absehen, betont die Stiftung in einem Papier dazu. Das sollte auch für die Finanzierung des Ukrainekrieges gelten. Gelder, die dazu aufgewandt werden, sollten nur von demokratisch legitimierten Regierungen bewilligt werden, nicht von multinationalen Konferenzen und nicht von einer demokratisch nicht legitimierten EU-Kommission.
Die abschließende Empfehlung der Stiftung Soziale Marktwirtschaft ist sehr klar eine Empfehlung für Haushaltsdisziplin: „Soll die EU echten europäischen Mehrwert mit europäischen Mitteln finanzieren, wäre es besser, eine Erhöhung des regulären EU-Haushalts – oder noch besser eine Priorisierung der bestehenden Mittel – in Angriff zu nehmen, statt über kreditfinanzierte Nebenhaushalte eine Fiskalunion über die Hintertür voranzutreiben.“ Letztendlich sollte man im Hinterkopf halten, dass der nächste Schritt nach gemeinsamen Schulden die Erhebung einer gemeinsamen Steuer durch die EU sein wird. Es wäre die Aufgabe der nationalen Regierungschefs im EU-Rat hier endgültig einen Riegel vorzuschieben. Doch leider gehen besonders die deutschen Fantasien gerade in eine völlig falsche Richtung. Der 90-Milliarden-Dammbruch wird schwer wieder einzufangen sein.
Beitragsbild: Library of Congress, Public Domain, via Wikimedia Commons
Wer den Great Reset verstanden hat, der wundert sich über absolut nichts mehr.
In aller Kürze, für die notorisch naiven Michel sinnlos : Welche ( tatsächlichen ) Motive resp Ziele, glaubt man hier, haben die EU – resp Euro- Täter damals wohl realiter verfolgt ? Schon vor Jahrzehnten, als sie wie üblich mit Narrativen der Art für den Michel den Untertanen riesige Bären aufbanden. Wer genau gehört bis heute zu den „ Gewinnern“ der Veranstaltung und wer rutscht kontinuierlich , natürlich nicht nur deshalb, nach unten ? In Schland ? Keine Ahnung, was passieren muss, bis der Michel, auch seine angeblich klügeren Vertreter, begreifen, welches Spiel hier wer von Anfang an mit welchen durchaus auch finsteren Absichten spielt. Immer noch. Dieses Land war und ist nicht von Freunden umzingelt, wobei es hier konkret um Macht, Alimentation und auch ( mindestens) Ressentiments geht. Mit den Konstrukten , denen sich Schland , interessanterweise vor allem „ seine CDU – Kanzler, natürlich nie derart hätte ausliefern dürfen, egal aus welchem Grund, haben unsere europäischen “ Freunde„ aus allen Himmelsrichtungen, genauer deren Regimes, exakt das erreicht, was sie von Beginn an wollten. National klein halten und sich qua Target und anderer Kreationen alimentieren und finanzieren lassen. Natürlich so, dass ein vital erforderlicher Ausstieg praktisch unmöglich wurde. Dass dieses Konstrukt sehr früh , vermutlich von Beginn an, die Phantasien der Imperialen beflügelte, die nun mit den bekannten Mitteln ihre eigenen Ziele verfolgen, war ebenfalls klar. Die Vorstellung , “man „ bliebe im nationalen Modus, zeigt die unglaubliche Naivität oder Weltfremdheit vor allem der Michel, der nun folgerichtig wieder einmal überrascht ist. Er, der Biedermann, ist immer überrascht. So überrascht, dass er sofort widerstandsunfähig ist, wenn es ihm erwartbar ans Leder geht. Die Wirklichkeit war, ist und wird nicht sein Ding.
„Wenn Du für die Schulden der Nachbarn haftest“ … Dann ist das Sozialismus und damit per se ein Unrechtsregime. Das Beste daran ist, dass die EU-Funktionäre und -Bürokraten bei jeder Gelegenheit anderen Ländern ihre „regelbasierten Ordnung“ unter die Nase reiben, sich aber selbst am wenigsten an die selbst aufgestellten Regeln halten. Der bekannte Doppelstandard der (Öko-) Sozialisten.
Ich frage mich gerade, welche Verträge, die die EU begründen, noch nicht gebrochen wurden: Lissabon-Vertrag, Maastricht- Vertrag, Dublin-Abkommen, usw. Vielleicht sollte sich die EU in Rechtsbruchgemeinschaft umbenennen. Eine Unio ist das ja nicht mehr.
Die Vorgabe keine „gemeinsame“ Verschuldung zu erzeugen bezog sich auf die Geldschöpfung durch die EZB. Die erfolgt aber weiterhin durch die nationalen Notenbanken und nicht durch die EZB. Wäre das anders, müsste man nicht ständig retten. Wie richtig angemerkt, gibt es bereits eine Reihe ähnlicher Anleihen: SAFE, SURE, NGEU, MFA, andere Ukraine-Hilfen und eine Reihe anderer Programme, zu denen die neue Ukraine-Hilfe noch dazukommt. Für 2027 ist die Summe der Verpflichtungen insgesamt auf 1050 Milliarden Euro projektiert. Die Öffentlichkeit wird aktuell nur mobilisiert, weil man in Bruessel gern russische Assets stehlen möchte. Politisch hat sich inzwischen eine Frontstellung entwickelt, in der Brüssel sich offen gegen die nationalen Apparate stellt und sich dafür sogar mit nicht EU-Staaten wie GB und der Ukraine verbündet. So war das zuletzt vor 1800 als der Kaiser ständig gegen die Fürsten stritt. Ergebnis: Reichsdeputationshauptschluss in da house, nuschelnde Tyrannenherrschaft, Streit bis hinten gegen.
Wer die Geschichte außerhalb des vom medialpolitischen Komplex getönten Bereiches durchstöbert, findet genügend Anhaltspunkte, wonach das Kapital bereits vor Jahrzehnten die Weichen gedacht und gestellt hat für das, was für unsere Gesellschaft heute als Demokratie, Frieden und Miteinander zu verstehen vorgegeben wird. Was z.B. aus der EU mit Stand heute geworden ist, eine Kloake institutionalisierten Betruges, kann also nur jene verwundern, die seit Jahrzehnten, den ohrenbetäubenden Lügen des unglaublich korrupten Teil unserer Politiker, als untertänige Vertreter ihrer im Dunkeln hantierenden proftgeilen Interessengeber, permanent bereit sind Glauben zu schenken, in der Hoffnung es nicht so schlimm kommen und es einen persönlich nicht so hart treffen wird. Doch das Kapital ist bereits soweit, dass ohne gesamtgesellschaftlichen organisierten Widerstand die systematische Versklavung der Massen nicht mehr aufzuhalten sein wird. Wer in den letzten Jahrzehnten genau hingehört hat weiß , dass unsere Gesellschaft gnadenlos dem Profit geopfert wurde und wird und unter Mithilfe der bewusst in die Ausuferung getriebene Bürokratie jede noch so kleine gesellschaftliche Einheit in beständige Abhängigkeiten und Überwachung gebracht wird. Nichts anderem dient u.a. die Digitalisierung des gesellschaftlichen Lebens, inklusive der Abschaffung des Bargeldes und über die faschistoid angelegte Missionierung, die Kolonialisierung der Massen erfolgt, wonach über eigens dafür organisierte Ereignisse wie Corona, Bildungskrisen, Gesundheitskrisen, Energiekrisen, Klimakrise, Inflation, allmögliche Sanktionen etc. Kriege im Namen des Friedens, systematisch die Gesellschaft ausgebeutet, ausgehöhlt und versklavt wird und nebenbei Gesetze geschaffen werden, die gesellschaftlichen und privaten Widerstand verhindern und es ermöglicht all jene die nicht bereit sind dieser Entwicklung zu folgen, gnadenlos vernichten zu dürfen. Der Ausbund der Arroganz, Jean Claude Juncker, lässt grüßen. Frohes Fest.
Niemand wird jemals diese Mega-Schulden zurückzahlen ( können ). Das kann mittlerweile auch Niemand mehr. Also, zurücklehnen, tief durchatmen und abwarten reicht leider nicht mehr. Eine Lösung ohne Blutvergiessen ist leider nicht mehr möglich, darauf sollte Jeder vorbereitet sein :o((