Zunächst das Offensichtliche. Der handstreichartige Überfall von US-Streitkräften und die Verbringung Nicolas Maduros in die USA war Kidnapping. Es gibt keinen Grund, ein neues Wort dafür zu erfinden. Wer genau da eigentlich gekidnappt wurde, ist jedoch gerade Gegenstand heftiger Dispute. Die Formulierungen „Präsident Maduro“ oder „Diktator Maduro“ führen jeweils zu gänzlich anderen Bewertungen der Legitimität der Operation und damit auch zu der gerade viel bemühten Behauptung, Präsident Trump habe durch dieses Husarenstück gegen Völkerrecht verstoßen.
Maduro ignorierte 2024 das Ergebnis von Wahlen, um im Amt bleiben zu können und stellte sich damit über jedes Recht – was den Kritikern der nächtlichen Militäroperation in Caracas kaum mehr als ein Schulterzucken wert war. Einmal Präsident, immer Präsident, scheint man zu denken und von der grünen Parteispitze bis zu Wagenknecht und Polenz wird die verletzte staatliche Souveränität Venezuelas betont, die für manche schwerer wiegt als staatlich orchestriertes sozialistisches Chaos, tausende Tote und acht Millionen aus ihrer Heimat geflohene Venezolaner.
„Die alte Weltordnung ist Geschichte“, jammern die Linken und meinen damit die dualistische Ordnung in ihren Köpfen, wo stets die Unterdrückten gegen die Unterdrücker kämpfen, den vermeintlich Guten alle Mittel erlaubt sind und für die im wohligen Westen alle Augen zugedrückt werden sollen:
Chinas Drohungen gegen Taiwan, die Angriffe auf philippinische Fischerboote, Pekings künstliche Inseln im Südchinesischen Meer, um größere ausschließliche Wirtschaftszonen zu schaffen, das in Hongkong gebrochene Versprechen vom „einen Land mit zwei Systemen“, Kubas und Venezuelas ewige Revolutionen, die in die faktische Verelendung beider Länder mündeten, afrikanische Despoten in Phantasie-Uniformen, gemästet mit „Entwicklungshilfe“ und immun Dank der Gegenleistung meistbietend verkaufter Stimmen bei den Vereinten Nationen oder der FIFA … Das „Völkerrecht“ hockt stumm und zahnlos immer dabei. Gelegentlich auch beschämt, wie im Mai 1960, als dem Mossad das Husarenstück gelang, Adolf Eichmann aus seinem argentinischen Versteck in israelische Untersuchungshaft zu überführen.
Scheindebatten und markige Forderungen
Die „alte Weltordnung“ bestand in den Köpfen ihrer Propheten aus kolonialem Westen und unterdrückter Dritter Welt, aus welcher der Westen möglichst viele Migranten aufzunehmen habe, während die Eliten der Herkunftsländer die Edelboutiquen in New York, Paris und Düsseldorf bevölkern, in Bad Godesberg bevorzugt medizinisch behandelt werden und sich unter Verweis auf internationales Recht die Einmischung in die Angelegenheit „ihrer“ Länder verbitten.
Völkerrecht bedeutet für die einen also die Praxis des konsequenzlosen Herrschens, während es anderen den Arm unten und die Taschen offenhalten soll. Den einen der Luxus, den andern die Lust an der eigenen moralischen Selbstverzwergung. „Völkerrecht“ und die gleichzeitige Abschaffung des Begriffes „Volk“ stehen dabei unwidersprochen nebeneinander.
Und erschien es uns nicht als zivilisatorische Errungenschaft, dass wir uns an staatliche Gewaltmonopole gewöhnt haben? Wir üben keine Selbstjustiz, wir rufen die Polizei oder die Gerichte an. Wir sind so zivilisiert, dass wir die Macht über unsere eigenen Belange sogar an Institutionen wie die EU-Kommission abgeben, über die wir keinerlei Kontrolle mehr ausüben können.
Doch wenn es um internationales Recht geht, stellt sich die Frage nach dem Gerichtsstand und, wie aus dem Apache-Helikopter geschossen kommt, von links die Antwort: die UNO! Genauer gesagt: der Traum davon, welchem Linke seit Jahrzehnten hinterherrennen, weil sie an Zentralismus, die Weisheit politischer Eliten und daran glauben, dass sich Völkerrecht verwirklicht, wo gewählte wie angemaßte Vertreter dieser Völker sich treffen. Seit Jahrzehnten ist das Einzige, worauf sich dieses „Weltforum“ einigen kann, die Verurteilung des Staates Israel und das völlige Ignorieren jedes Militärputsches, jeder ethnischen Säuberung oder gefälschten Wahl. Durchsetzen kann man ohnehin nichts und so erschöpft sich der linke Aktionismus in Scheindebatten und markigen Forderungen, um auf das eigene Moralkonto einzahlen zu können. Immer zulasten des verteufelten „Westens“.
Eine neue Hinwendung zur Realität
Wen wollte man nicht schon alles verhaften und am liebsten standgerichtlich aburteilen: Orban, Netanjahu, Putin, Trump sowieso – da kommt es für das gekränkte Ego und die eigene Machtlosigkeit natürlich sehr ungelegen, dass den USA ausgerechnet unter Trump eine solche Festsetzung gelungen ist. Das erste Mal seit George H. W. Bush 1989 Diktator Manuel Noriega aus Panama holen ließ: von 27.000 Soldaten in einer zweiwöchigen Militäroperation und mit Verlusten auf beiden Seiten.
Der Weltsicherheitsrat, dieses Konstrukt aus grauer Vorzeit, soll so etwas regeln, lautet die Forderung von links. Das funktioniert so zuverlässig wie ein Brief an den Weihnachtsmann und man bekommt zuverlässig weder etwas geschenkt noch geändert. Und ändern soll sich ja auch nichts! Die Lösung eines Problems würde das Bedauern über das Problem obsolet machen. Also hat man gefordert, demonstriert, das Völkerrecht als Zeugen angerufen, den Westen mit Asche bestreut und dabei prächtig von den Subsidien gelebt, die das schlechte westliche Gewissen sich selbst abgepresst hat.
Drei Ereignisse der letzten Tage, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, stehen symptomatisch für die Abkehr des Westens von linken Utopien und eine neue Hinwendung zur Realität. Zwei stehen dabei augenöffnend für das Ende der Naivität, alles Übel in dieser Welt käme von rechts und gehe vom Westen aus:
Der erneute linksextreme Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin widerlegt die Vorstellung, ideologische Zerstörung berge kreatives Potenzial. Der Milliardenbetrug von somalischen Kita-Betreibern in Minnesota widerlegt die Multi-Kulti-Idee von der „offenen Gesellschaft“ ohne Grenzen, in der das Zusammenleben wie einst auf Vertrauen aufgebaut sein kann. Der Eingriff Trumps in Venezuela schließlich widerlegt die Mär von der Zwangsläufigkeit, mit der sich Gesellschaften immer weiter nach links entwickeln müssen und man das gefälligst als Fortschritt zu sehen habe, selbst wenn sie in Diktaturen und mörderische Ideen münden. Man kann dagegenhalten! Zur Not eben von außen, wenn wie in Venezuela alle internen Widerstandskräfte längst erloschen und zerstört sind. Bedenkt man, wie jung das Jahr 2026 noch ist, sind wir schon weit gekommen mit dem Projekt „Zurück zur Realität“!
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Roger Letschs Blog.

Grundsätzlich eine zutreffende Bestandsaufnahme, was den Westen mit seinen sozialistischen Moralaposteln und deren auf Erfolglosigkeit angelegten, parasitären Geschäftsmodell angeht. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Amis noch niemals in irgendeinem Land geputscht haben, um den betreffenden Landesbewohnern „Frieden, Freiheit und Demokratie“ zu bringen. Bei ihren kriegerischen Aktionen in fremden Ländern geht es ausschließlich um Geostrategie und Erschließung von Ressourcen zur Durchsetzung ihrer nationalen Interessen. Wäre es anders, wäre nicht ausgerechnet das ölreiche Venezuela der erste Kandidat für eine Befreiung von einem Diktator gewesen, nachdem der Vorstoß über die Ukraine in Richtung Russland gescheitert ist.
Eine sehr treffende Lage-Analyse. „Links ist vorbei“, hat unser Kanzler der zweiten Wahl verkündet, was nur eine von vielen Wählertäuschungen war und ihm den Titel Lügenkanzler eingebracht hat. Beispielhaft ist aktuell sein lautes Schweigen zu dem Terrorakt in Berlin. Oder die Botschaft des Wadephul, daß man auf deutsche Interessen in Bezug auf die Unterstützung der korrupten Ukraine keine Rücksicht nehmen werde. So hatte das in ihrer Amtszeit auch Frau Baerbock formuliert. Herr Trump hingegen handelt und labert nicht nur. Er ist der erste und einzige, der in Nahost eine Friedensmission erfolgreich durchgeführt hat. Er verachtet viele der verweichlichten europäischen Führerfiguren, was er auch gelegentlich auf seine unnachahmliche Art formuliert. Und, ganz wichtig: er vertritt in allererster Linie das Volk, von dem er dafür gewählt wurde. Krasser kann der Unterschied zur deutschen Regierung und weiteren Mitgliedsländern des EU-Syndikats nicht dokumentiert werden.
Linke unterliegen einem großen Fehler. Sie glauben, der Mensch könne seine Probleme selber lösen. Dieser Glaube hat sich immer wieder als falsch erwiesen. „Ohne mich könnt ihr nichts tun!“ hat Jesus Christus gesagt (Joh.15,5). Welcher Glaube ist realistischer und hat welche Früchte gezeigt?
Den Russenschlächter Putin sähe ich schon gerne hinter Gittern, die andern natürlich nicht. Welcher Teufel reitet denn da den Autor?
@Peter H.: Ein sehr gutes Beispiel, danke. Man sieht auch, wohin der Westimport Marxismus, verschärft durch allerlei Figuren wie Lenin und Pol Pot etwa führt. Auch Pu, der Bär ist zu nennen. Süßsauer grinsend wie Lenin in seiner Gruft. Wenn sie doch nur endlich allesamt der Teufel holte.
Ich kann Trumpf nur einen Rat geben. Geben sie jedem Grönländer eine Millionen € und das Thema Völkerrecht ist für Grönland durch. Bis auf ein paar Spinner in der deutschen Politik, denen der Volksaustausch im eigenen Land nicht schnell genug geht. Finanziell wäre das für Amerika kein Problem.
M.G.
Voll auf die Zwölf getroffen , Herr Letsch und die Amerikaner verlassen 66 nichtsnutzige Organisationen ! Dass ist doch ein Anfang !
@ S.Buch : Korrekt. Dazu gibt es einen treffenden Artikel auf focus online von Herrn Reitz. Für Trump geht es um China , ein bisschen Russland oder ! die USA. Selbstredend gilt das nicht nur für Venezuela, wo sich beide sehr breit machten. Dass er sich nun Grönland zuwendet, um auch hier die Kaperung durch die beiden , die Ziele sind offensichtlich, zu verhindern , ist aus Sicht der USA, und nur um doe geht es ihm, zwingend. Er , und hier ein paar andere wissen, dass die „ Europäer “ zu nichts mehr in der Lage sind. Die Gründe kennen wir. Seine „ Aktionen“, rechtlich natürlich alles andere als unumstritten, schliessen aber parallele Versuche einer Verständigung qua Deals nicht aus. Ganz im Gegenteil. Allerdings darf er sich nicht darauf verlassen, denn in China und Russland sind Leute unterwegs, die jede Schwäche ausnutzen. Und nun zeigt er ihnen, dass es Grenzen gibt. Natürlich sind ist Energie für China existentiell. Dazu sind sie zu vielem bereit. Und natürlich helfen ihnen Regimes wie das von Maduro. Was das für die USA, zumal im eigenen Vorhof, bedeutet, ist offensichtlich. Aus Sicht der USA kann ich nichts Erratisches erkennen. Das mit dem „ Völkerrecht“ , ohnehin nur von „ Verdächtigen “ bemüht, sollte man , ob man will oder nicht, einstweilen vergessen. Aktuell geht es um ganz andere Fragen. Vereinfacht um die, ob und wie man im Wertewesten zukünftig existieren will.