Wolfgang Röhl / 26.03.2022 / 06:15 / Foto: Pixabay / 130 / Seite ausdrucken

Wenn der Transmann zweimal klingelt

Unser ehedem einfältiges Unterhaltungsfernsehen ist vielfältiger geworden. Aber reicht das? Der wichtigste deutsche TV-Produzent hat eine tolle Idee: Künftig werden Filme so gebaut, dass sich in ihnen wirklich alle Gesellschaftspartikel wiederfinden.

Vor elf Jahren ereignete sich im Vereinigten Königreich ein früher Fall von Cancel culture, der auch hierzulande beachtet wurde. Brian True-May, Miterfinder und Produzent der seit 1997 ausgestrahlten, weltweit populären Fernsehserie „Midsomer Murders“ (deutscher Titel: „Inspector Barnaby“) hatte in einem Interview bekannt, in seiner fiktiven Grafschaft Midsomer gäbe es aus gutem Grund keine Inder, Pakistaner, Kenianer oder Jamaikaner. Die Serie sei die letzte Bastion von „Englishness“ und für ein bestimmtes Publikum gedreht. Das Bild des ländlichen Englands, das sie vermittle, würde mit Minoritäten einfach nicht funktionieren („it just wouldn’t work“). Das sei wahrscheinlich politisch unkorrekt, aber er, True-May, stünde dazu.

Alsbald erhob sich großes Geschrei, und der Sender ITV gab sich „schockiert und entsetzt“. Was natürlich strunzverlogen war, denn bei ITV wussten sie nur zu gut, was das Erfolgsrezept der Serie ausmachte. Nämlich ein skurriles Retro-England, nach dem sich viele Briten, vom täglichen Multikulti genervt, heimlich zurücksehnten. 

True-May wurde gefeuert, entschuldigte sich und wurde wieder eingestellt. Allerdings trat er bald als Produzent ab. Seine Nachfolger bauten in die nächsten Staffeln hier und da eine Asiatin oder eine schwarze Familie ein, ohne es jedoch mit der Vielfalt zu übertreiben. Auch sind bei Barnaby, anders als im deutschen Konfektionskrimi, Angehörige ethnischer Minderheiten nicht notwendigerweise Unschuldslämmer. 

„Inspector Barnaby“, längst mit einer neuen Hauptfigur bestückt, läuft auch im ZDF und bei ZDFneo immer wieder. 129 Folgen wurden gedreht. Zusammen mit „Columbo“ eine Oase für ältere Krimifreunde, die nicht in jedem zweiten Satz Kosewörter wie verfickter Scheißkerl oder Schwanzlutscher hören mögen.

Diversität beäugen, wie es weiland die Bundesprüfstelle in puncto Rammelszenen tat

Was die eigenen Produktionen angeht, so setzt man in „Futschland“ (Archi W. Bechlenberg) alles daran, dass die Rassismuskeule gar nicht erst ausgepackt werden kann. Pro-Aktivismus heißt die Devise, um sich einen weißen Fuß bei medialen Petzen zu machen, die jeden Film auf Diversität beäugen, wie es weiland die Bundesprüfstelle in puncto Rammelszenen tat. 

Nico Hofmann, Chef des einflussreichen Potsdamer Filmunternehmens Ufa, stellte kürzlich den aktuellen Stand der – O-Ton Ufa – „On-Screen-Diversity“ vor. Dabei handelt es sich offiziell um eine Selbstverpflichtung seiner Firma, in ihren Fiktionen die Gesellschaft „repräsentativ“ abzubilden. Tatsächlich ist es der rückenschmerzfreie Kotau unter einen vermuteten Zeitgeist, welcher wie besessen scheint von Herkunft, Hautfarben, Gendergaga. 

Die Ufa kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die 1917 gegründete Filmfirma wurde nach dem Ende von Weimar sofort in den Dienst der Nazipropaganda gestellt. Ein Problem hatte sie damit nicht. Bereits im März 1933 entließ sie „in vorauseilendem Gehorsam“ (Wikipedia) zahlreiche jüdische Mitarbeiter. In den Ufa-Studios entstanden Hetzklassiker wie Veit Harlans „Jud Süß“. Aber auch Unterhaltungsperlen wie Helmut Käutners „Große Freiheit Nr. 7“ mit Hans Albers, welches im Nazireich wegen „undeutscher“ Figuren nicht in die Kinos kam.

Heute gehört die Ufa, eine der größten deutschen Produzenten für Fernsehfilme und sonstige TV-Ware, zum politisch aufgeweckten Bertelsmann-Konzern. Was sie verfertigt, gucken jede Woche Millionen Menschen auf Staats- und Privatsendern. Die meinungsbildende Macht der Ufa ist wahrscheinlich vielfach höher als die von BildSpiegel und FAZ zusammen. 

Allein deshalb, weil diese Kraft meist gar nicht im Gewand eines Meinungsverkünders auftritt. Negative und positive Klischees, die in Fiktionen verbreitet und zementiert werden – der schurkische Baulöwe, der skrupellose Banker, die tapfere Alleinerziehende, die unbeugsame Ermittlerin gegen Korruption in Polizei und Politik –, all das sickert in Zuschauerhirne gleichsam als Beifang ein.

Die besetzungsmäßige Vielfalt von 45 Ufa-Produktionen

Was produziert wird und in welcher Form, bestimmt maßgeblich Ufa-Geschäftsführer Nico Hofmann, zugleich Regisseur, Drehbuchschreiber, Produzent. Der erfahrenste Hase der deutschen Bewegtbildindustrie, Schöpfer ungezählter Krimis von „Tatort“ bis „Balko“, ist auch Motor sogenannter Event-Produktionen. Das sind für hiesige Verhältnisse hochkarätig besetzte, aufwändig beworbene, meist einschaltquotenstarke TV-Zweiteiler wie „Der Tunnel“, „Dresden“, „Die Flucht“. 

Hofmann hat ein Händchen für nahezu alles. Für die Verfilmung von Uwe Tellkamps DDR-Saga „Der Turm“ ebenso wie für den Wirtschaftswunder-Dreiteiler „Ku’damm 56“. Sein Wirken ist mit dem des Produzenten Bernd Eichinger vergleichbar. Allerdings fehlt dem smarten, geschmeidigen Hofmann die barocke Aura des früh verstorbenen bayrischen Genussmenschen („Christiane F.“, „Der Name der Rose“, „Das Parfüm“). 

Hofmann hat berechnen lassen, wie es um die besetzungsmäßige Vielfalt von 45 Ufa-Produktionen des Jahres 2021 steht, fiktionale und nicht-fiktionale. Die Erbsen wurden in „vier Dimensionen“ gezählt, berichtet der Branchendienst dwdl:

Gender, People of Color, LGBTIQ+ sowie Menschen mit Beeinträchtigung. Ausgezählt wurden dabei insgesamt 3205 Rollen bzw. Akteurinnen und Akteure - und die Ergebnisse sind interessant: Diversity fehlt insbesondere in der Abbildung von Menschen mit Beeinträchtigungen, die zwar 9,5 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen, aber nur 1,6 Prozent der dargestellten Figuren bzw. Akteurinnen und Akteure in den Produktionen der UFA im Jahr 2021.“

Frauen und Kolorierte kommen deutlich besser weg, mit 45,3 beziehungsweise 7,6 Prozent der Rollen auf dem Schirm. Was nicht ganz, aber näherungsweise ihrer Präsenz im echten Leben der Republik entspräche, glaubt dwdl. Dann aber der Hammer: Lesben, Gays, Zweispurige und Sonstige, die zusammen angeblich elf Prozent der Bevölkerung stellen, sind in Ufa-Filmen nur zu 4,6 Prozent vertreten. Skandal! Hofmann gelobt Besserung:

„Bei Readings von Drehbüchern kann man bei Rollen bzw. deren Besetzungen frühzeitig hinterfragen, wo eine Figur männlich oder weiblich sein muss. Welche Berufe man Figuren zuschreibt oder ob beim Casting selbstverständlich und nicht nur wenn es Gegenstand der Geschichte ist, People of Color oder Menschen mit Migrationshintergrund zu besetzen wären."

Grandiose Idee! Statt einfach nur gute, spannende, plausible Geschichten zu ersinnen und die dazu passenden Mimen aufzutreiben, verfährt man künftig andersherum. Zunächst kommt die Vielfalt, dann folgt der Plot. 

Nur noch zwei Jahre, und jeder Streifen ist diversifiziert

Stellen wir uns vor, wie das bei der Produktion des Meisterwerks „Apocalypse Now“ ausgesehen hätte?

Regisseur Francis Ford Coppola: Den Colonel Kurtz müssen wir notgedrungen als Mann besetzen. Steht nun mal so in der Romanvorlage von Joseph Conrad.

Ko-Drehbruchschreiber John Milius: Okay, aber dann nehmen wir eine Frau für die Rolle des Captain Willard. Hanoi-Jane vielleicht?

Bei der Ufa soll das famose Diversitätsziel bereits 2024 erreicht werden. Herrlich! Nur noch zwei Jahre, und jeder Streifen ist diversifiziert. Kein Krimi mehr ohne Behinderte, Schwule, Lesben. Kein Eventkino ohne Nichtbinäre, Transen, Queere, Asexuelle. Und dann und wann ein alter weißer Mann? Aber klar! Was wäre denn Vielfalt ohne die einfältige Kartoffel?

Wokeness-Wächter Hofmann steht nicht allein auf bunter Flur. Zwar, noch vor drei Jahren zeigte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer sich irritiert über eine Kampagne der Deutschen Bahn, in der als Bahnkunden hauptsächlich Nicht-Biodeutsche präsentiert wurden. Palmer via Facebook: „Welche Gesellschaft soll das abbilden?“ Das grüne Enfant terrible geriet unverzüglich in einen Shitstorm, den Palmer vorausgesagt hatte. Halb Twitterdeutschland saß auf dem Sofa und nahm übel. Es hagelte Rücktrittsforderungen aus seiner Partei. Fortan war er für chronische Zivilgesellschafter ein „Rassist“. 

Möglicherweise war es auch dieses Empörungsscharmützel, welches die Werbetreibenden aufscheuchte. Werber hören das Gras wachsen, stets bereit, jedem keimenden Kraut Tribut zu zollen. Wer jetzt nach längerer Abstinenz wieder mal ins Werbefernsehen oder auf YouTube zappt, gerät jedenfalls ins Staunen.

Wie lange soll das noch gehen, liebe ARD?

Von Spots für einen E-Mercedes bis zu H&M, es wimmelt nur so von Kolorierten in sämtlichen Tönungen. Da gibt es nun auch rastalockige Übergewichtige, sorry Kurvige, in schrägen Badeklamotten und sich für den Otto-Versand küssende Männer. Es geht voran. Casting-Agenturen fahnden nach dunkelhäutigen Müttern und Töchtern für Werbespots der Pharmaindustrie. Und für die Telekom darf eine Transgenderperson ihre Leiden Revue passieren lassen.

Selbstredend ist der Brotbereich der TV-Unterhaltung, der Fließbandkrimi, längst mit Frauen bis unters Revierdach bepackt. Da mag sich der Komödienstadl nicht lumpen lassen. Im Sender Sixx läuft gerade die amerikanische Serie „The Bold Type“, in der drei New Yorker Schnatterbäckchen mit diversen Hintergründen für Chancengleichheit und gegen Sexismus, Rassismus usw. kämpfen. Und schauen Sie mal, wer sich in der aktuellen ZDFneo-Comedyserie „Doppelhaushälfte“ aufs vermutlich Lustigste bezofft! Einzig Boris Palmer, der ewige Stinkstiefel, würde womöglich fragen: Welches deutsche Doppelhaus soll das abbilden?

Leider gibt es eine ARD-Krimireihe, die sich dem Guten, Wahren und Woken bislang verweigert. Sie heißt „Nord bei Nordwest“ und fährt sehr gute Quoten ein (letzte Folge: acht Millionen Zuschauer). Wohl auch, weil sie unter anderem viel Tier-Content enthält. Offenlegung: Ich, als Katzenhalter, sehe sie auch aus diesem Grund ausgesprochen gern.

Die 90-Minüter kreisen um einen ehemaligen Polizisten, der als Tierarzt an der Ostsee arbeitet und Fälle löst, die manchmal nicht ganz harmlos sind. Etwa in der Folge „Ein Killer und ein halber“. Davon abgesehen, ist alles furchtbar yesterday. Die mitwirkenden Frauen sind zwar taff, aber nicht die Bohne lesbisch. Der Protagonist ist verklemmt, aber definitiv nicht schwul. Frauen stehen auf ihn. Schwarze, Asiaten oder Behinderte kommen nicht vor, bloß ein schluffiger Türke namens Mehmet. 

Der Typ, hinreißend geslapstickt vom Hamburger Multitalent Cem-Ali Gültekin, kriegt in den Filmen nie was auf die Reihe. Ein schlitzohriger Kleinstunternehmer mit kleingaunerischen Ambitionen; geborener Verlierer und als Charakter nur halb sympathisch angelegt. Gegenüber Frauen verhält er sich oft anzüglich, ja schmierig. Sie, die Frauen, nehmen ihm das aber nicht wirklich übel, semmeln ihm keine rein oder so was. Was den Verdacht nährt, sie, diese urdeutschen blonden und rothaarigen Landweiber, hegten einfach das rassistische Vorurteil, Türken seien nun mal so wie der Mehmet. Repressive Toleranz? Man müsste mal nachschauen, ob Herbert Marcuses Formel hier greift.

Frage: Wie lange soll das noch gehen, liebe ARD? Wann legt ihr diesen Sumpf aus Sexismus, Fremdenhass und verlogener Landidylle trocken? Nehmt euch ein Beispiel am Sender ITV und greift endlich durch! Jede Menge Tipps für zeitgeistgerechtes Fernsehen hat Herr Nico Hofmann von der Ufa.                                                          

Foto: Staff Sgt. Marianique Santos via Wikimedia Commons

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Helga Müller / 26.03.2022

Zu Inspector Barnaby nur soviel: Seit John Nettles’ Abgang wurde die Serie sukzessiv ungenießbarer; die alten Folgen habe ich auf DVD und Prime, die schaue ich mir von Zeit zu Zeit auch immer noch gerne an. Eine Bekannte aus UK, kürzlich nach dreizehn Jahren Schland zurückgekehrt auf die Insel, teilt diese Meinung. Es ist einfach die Sehnsucht nach dem Alten. Da war zwar auch nicht alles rosig, aber doch besser als heute. Zu den hiesigen Film- und Fernsehproduktionen mag ich mich sowieso nicht mehr äußern.

sybille eden / 26.03.2022

Wenn ich mal wieder einen echten Krimi sehen will, hole ich meine “FITZ”-  DVDs aus dem Schrank und alle ” chronisch zivilgesellschaftenden” können mich mal kreuzweise. Robbie Coltrane hätte so einen Scheiß wie Tatort nie gedreht.

R. Reger / 26.03.2022

Die Briten sollen sich ihren Humor nicht nehmen lassen. Sehr interessant bei “freien” Nationen zu beobachten, worüber die sich “trauen” zu lachen. In Dämland traut der Großteil der Bevölkerung das Maul nicht mehr aufzumachen, geschweige denn öffentlich zu lachen. Wer weiss, wer mithört. Ich war übrigens baff, dass ausgerechnet ZDF Spartensender Neo eine ganze Weile die Serie “Little Britain” ausgestrahlt hat. Das ist jetzt allerdings vorbei. Eigentlich unfassbar, dass sowas hier noch geschaut werden durfte. Ich gucke mir immer noch die YT Folgen an. Gnadenloser schwarzer Humor, wo sich keine Minderheit sicher fühlen kann.

Gerald Weinbehr / 26.03.2022

Etliche Kommentare hier beziehen sich auf das, was dem dt. Publikum heutzutage seitens der Werbewirtschaft angeboten bzw. zugemutet wird. In der Tat ist es dort besonders auffällig. Ohne People of Colour und “Minderheiten” geht nichts mehr. Bei dem Werbespot eines Haushaltswarenherstellers (Name sei hier nicht genannt, gegr. 1836) schwingt eine große Tür auf und ein stattlicher PoC stürmt vor die Kamera, um die Produkte anzupreisen. Habe sofort abgeschaltet, nachdem ich regelrecht erschrocken bin. Von mir aus soll man mich dafür einen Rassisten nennen, ich nenne diese Art der Werbung politisch überkorrekten Schwachsinn. Aber was sagt uns dieses Verhalten der werbenden Firmen? Es sagt viel aus über die unheimliche Wucht des Zeitgeistes. Denn kaum eine Firma macht diese Art der Werbung aus Überzeugung. Das ist vorauseilender Gehorsam gegenüber der Political Correctness und die nackte Angst davor, an den modernen Pranger gestellt zu werden, Ziel eines Shitstorms zu werden (Welche Gesellschaft bildet Fa. X ab? Fa. Y diskriminiert einen bestimmten Kund******INNNNEN-Kreis!). Die Macht der linksgrünen Kulturkämpfer hat ein furchteinflößendes Ausmaß angenommen. (Fast) alle kuschen und laufen brav mit.

Ralf Pöhling / 26.03.2022

Und noch einen zur Bahnwerbung und Boris Palmers Kommentar dazu hinterher, weil der Platz nicht gereicht hat: Ich wohne in Münster und fahre öfters mal mit dem Zug nach Düsseldorf. Wenn ich die strittige Werbung der Bahn richtig im Hinterkopf habe, war dort weiß, schwarz und muslimisch gedrittelt. In der Realität spielt sich das wirklich nicht wieder. Wenn ich im Zug sitze, sehe ich 70-80% Araber und Turkmenen, hin und wieder mal einen Schwarzen und bestenfalls noch 20% Deutsche. Die allgemeine TV Werbung, nicht nur die strittige der Bahn, ist ja bereits seit längerem auf den “schwarz, weiß, muslimisch Zug” aufgesprungen, was man selbst in Werbung für Joghurt, Waschmittel oder was auch immer sofort sieht, wenn man das TV einschaltet. Realistisch ist das aber eben nicht und hat seinen Ursprung wohl weniger in der Realität, sondern eher darin, dass alle Mitarbeiter von Marketingagenturen der gleichen Gehirnwäsche ausgesetzt werden. Und das sollte einem doch schwer zu denken geben, denn wenn durch diese andauernde Gehirnwäsche ein ganzer Berufszweig nicht mehr in er Lage ist, seinen Job zielführend auszuführen, weil man die anzusprechende Kundschaft völlig falsch einschätzt, dann läuft hier doch wohl irgendwas schief.

Carlo Mayer / 26.03.2022

Wenn wir uns entspannen möchten, gucken wir Miss Marple. Wenigstens springt die alte Dame nicht mit Mister Stringer in die Kiste, sondern begnügt sich mit dem Auflösen von Kriminalfällen. Meine Schwester liest mit wachsender Begeisterung wieder Geogette Heyer, wie vor 30 Jahren. Und mein französischer Onkel, der in einem Landhaus im Corrèze wohnt, wo er von den Zumutungen der Buntheit komplett verschont wird,  guckt kein Fußballspiel mehr - für ihn ist das „Senegal gegen Kongo“.

Ralf Pöhling / 26.03.2022

Links-liberaler Quotenfimmel ohne Realitätsbezug. Die Linken versuchen so, Minderheiten für die globale Vereinigung des Proletariats vor ihren Karren zu spannen, und die liberalen Wirtschaftsbosse stützen das auch, weil man hofft, andere Ethnien kommerziell ansprechen und so monetarisieren zu können. Das Resultat davon sind dann Serien und Filme, in denen die Rollen nicht mehr nach Hintergrundgeschichte plausibel und/oder historisch korrekt besetzt werden, sondern danach, wer als Konsument alles damit angesprochen werden soll. Nicht nur die Deutschen, sondern ganz besonders auch die Amerikaner haben sich von den Commies anstecken lassen und den ausufernden Gerechtigkeitsfimmel als verkaufsfördernd für den globalen Markt erkannt. Eine Film oder eine Serie kann man einfacher in die gesamte Welt verkaufen, wenn darin aus jeder Ethnie einer oder eine mitspielt, mit dem sich die potentiellen Zuschauer selbst identifizieren können. Zumindest meint das irgendwer. Darum hat’s in modernen Produktionen neben dem üblichen Cast immer mehr Asiaten, Schwarze, Schwule, Transen, etc.. Dabei ist dieser Denkansatz völliger Blödsinn. In der Zeit der 60er bis weit in die 80er hinein, war es vollkommen normal, dass man im internationalen Markt in jede Richtung Filme und Serien verkaufen konnte, die aus anderen ethnischen Kreisen und kulturellen Zonen kamen. Man denke beispielhaft an das Hongkong Karate Kino der 70er, in dem nur Asiaten mitspielten, oder auch an die Blacksploitation Welle aus der gleichen Zeit, wo sämtliche Hauptrollen eben passend mit Schwarzen besetzt waren. In meiner Filmsammlung findet sich dergleichen auch, obwohl dort keine einzige weiße, blonde Kartoffel irgendeine tragende Rolle spielt. Genau genommen würde mich das auch schwer irritieren, wenn z.B. in chinesischen Streifen, die von Warlords des alten China handeln, plötzlich Weiße oder Schwarze zu sehen wären, denn das wäre historisch falsch und völlig an der Realität vorbei.

Ludwig Luhmann / 26.03.2022

@Michael Hinz / 26.03.2022 - “@Luwig Luhmann - “Vermutlich soll deswegen mein alleiniger Lieblings- und Bildungssender “Xhamster” für Futschland gecancelt werden, damit unsere heranwachsende woke Generation nicht lernt, wie Männer und Frauen tatsächlich aussehen und funktionieren.” Pornografie war in der DDR streng verboten - nur für den Staatsratsvorsitzenden nicht. Das wird auch hier kommen. Gruppensex (hetero) - als kommerzielle Veranstaltung -  ist bereits verboten, dafür wird Homosexualität in jeder Hinsicht massiv beworben. Antinatalismus ist Trumpf - und die Spritze natürlich: Läuft auf dasselbe hinaus.”—- Ich sehe, dass auf allen gesellschaftlichen Ebenen Zersetzungsprozesse in Gang gesetzt werden. Die staatlich und öffentlich beworbene Verschwulung und sexuelle Pervertierung der Menschen - inkl. der Jüngsten! - wird die Geburtenrate tendenziell weiter erniedrigen, was sicherlich gewollt ist, da wir Menschen von den Eliten als überflüssige Ressourcenverbraucher betrachtet werden.

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