Wolfgang Röhl / 04.12.2014 / 22:02 / 4 / Seite ausdrucken

Wenn der Esel malt

Wer Menschen liebt, einfach, weil sie so sind wie sie sind, würde Andrea sicherlich in den Arm nehmen und ihr ins Ohr flüstern wollen: Menschenskind! Hör auf. Mach was anderes. Das hier wird nie was. Auch wenn du just noch ein bisschen Förderknete für deinen armseligen Kräuterhof gekriegt hast. Nein, Andrea, das ist kein Modell! Das ist bloß Selbstausbeutung. Und bald bist du zu alt dafür. Nach dir wird kommen: nichts Nennenswertes. Aber wie könnte man das dieser Frau, „Bäuerin aus Leidenschaft“ (NDR), schonend verklickern? Deren Esel malt und die glaubt, dass es kein falsches Leben im richtigen gibt? Hier kommt das Drama eines selbstversorgerischen Lebens. Andrea hat es vermasselt, gewiss. Aber die wahren Schuldigen sitzen in den höchsten Ställen.
http://www.ndr.de/fernsehen/Typisch-Baeuerin-aus-Leidenschaft,typisch898.html
http://funckenhof.de/pages/hof.htm

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Leserpost

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Regina Horn / 05.12.2014

Ich habe den Beitrag gestern auch verfolgt. Es war irgendwie so unangenehm, da zuzuschauen. Mir tut diese Frau nur leid. Diese als “Auktion” getarnte Almosengeberei. Und sie HOFFT ernsthaft, dass der “Hof” eine Existenzgrundlage für ihre Tochter (?) bieten wird? WAS wird da gefördert? Warun? Will man diese Frau endgültig in den Ruin treiben? Aber naja, NDR halt, da wundert einen nicht viel…

Martin Lahnstein / 05.12.2014

Ich will allen Randexistenzen die Existenz, so gut es geht, gönnen. Ärgerlich ist allein eine Fernseh-Doku, die der in der Mitte verweilenden Bevölkerung die Mitte noch behaglicher machen will.

Klaus Metzger / 05.12.2014

Der öffentlich rechtliche Rundfunk lebt komplett in einer ökologischen Scheinwelt. Jede Reisereportage zeigt ausschließlich Menschen, die in Kleinstbetrieben Käse, Wolle, Bio-Produkte etc. herstellen. Damit wird für den Zuschauer eine heile Kuschelwelt als Vorbild und Sehnsuchtsort konstruiert, die es niemals gegeben hat und auch nie geben wird. Die Leute müssen doch nur ihre Oma fragen, wie es in so einer kleinteilig wirtschaftenden Welt war, arm, schmutzig und ungesund.

Wolfgang Schmid / 05.12.2014

Seien Sie nicht zu hart zu der Dame! Außer den paar vom Fuchs geholten Enten und den von den Krähen zerhackten Lämmern hat keiner einen großen Schaden von ihrer Bauernhof-Simulation. Es ist der Vorteil unseres Bildungssystems, dass auch der Abi machen und studieren kann, der sich ganz bewusst sich gegen Karriere und Teilhabe am Wirtschaftssystem entscheidet. Und wenn die Subsistenzbäuerin mal krank wird oder arbeitsunfähig, dann springt halt der Staat ein - da gibt es weitaus unsympathischere Leistungsempfänger! PS.: Es gibt eine andere Andrea, der man viel eher sagen möchte: “Menschenskind! Hör auf.” Aber keiner sagt es - und so wird sie vielleicht mal Kanzlerin!

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