Obwohl sie für ihr Projekt 2008 den Studentenwerkspreis erhalten hat und im vergangenen Jahr sogar vor den Deutschen Ethikrat geladen wurde, ist es fast zum Erliegen gekommen. Wegen Drohungen oder Beschwerden seien Unterstützer abgesprungen, sagt Frau Yadigaroglu. Wie etwa die lokale Volkshochschule. Und auf einer Veranstaltung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2010 in Berlin sei sie gebeten worden, ihren Vortrag nicht „Verwandten-Ehe“ zu nennen, sondern „Eheschließung unter Migranten“. Eine Verschlimmbesserung. Auch einen Doktorvater für ihr Thema hat Frau Yadigaroglu nicht gefunden. Sie erforscht nun stattdessen das ehrenamtliche Engagement von Einwanderern in Deutschland. Viel lieber hätte sie sich empirisch der Verwandtenehe angenommen, doch auch von Gender-Lehrstühlen wurde sie mit dem Argument abgelehnt, dazu gebe es keine Zahlen. Also bitte nicht erforschen, was nicht erforscht ist?
http://www.faz.net/artikel/C30190/verwandtenehen-darueber-spricht-und-forscht-man-nicht-30431938.html