Aus vielen Berichten ist bekannt, was Schiffbrüchige ohne Nahrung und Wasser erleiden müssen. Es gibt da psychische Qualen – die Enge im Boot oder auf dem Floß, die Klagen Verzweifelter und Verletzter, der Zwang, Zeuge der Körperfunktionen anderer zu werden – und natürlich physische Torturen: der Körper trocknet aus, die Zunge wird hart wie Holz und schwillt an, es bilden sich Ödeme, Haut und Augenlider brechen auf, und der Dürstende weint blutige Tränen. Seine Stimme versagt, die Gliedmaßen werden unförmig. Halluzinationen beginnen das Hirn zu beherrschen, und das Atmen wird zur kaum noch erträglichen Last. Alles wird getrunken: Urin, Blut, dann Seewasser, dessen Salzgehalt den Körperzellen Wasser entzieht und derart innerliche Austrocknung, Nierenversagen und schließlich den Tod bringt.
Im Pariser Museum Louvre erinnern 35 Quadratmeter Leinwand mit dem Titel „Le Radeau de la Méduse“ (Das Floß der Medusa), gemalt von Théodore Géricault, an ein Geschehen, das sich vor 210 Jahren ereignete. Das düstere, riesige Gemälde zeigt ein Floß in aufgewühlter See, auf dem Lebende, Tote und Leichenteile ineinander verschlungen zur Pyramide aufgetürmt sind, von der her rufende und mit Kleidungsstücken winkende Überlebende ihre Hoffnung auf die winzige Silhouette eines Schiffes am Horizont richten: Passagiere und Besatzungsmitglieder der französischen Fregatte „La Méduse“, die 1816 begleitet von einem kleinen Geschwader nach Westafrika segelte. Die Fregatte sollte mit den fast 400 Politikern, Beamten, Offizieren, Soldaten, Priestern, Lehrern und Siedlern an Bord die zuvor von Briten besetzte französische Kolonie Senegal erneut in Besitz nehmen.
Das Kommando auf der „Méduse“ führte Hugues Duroy de Chaumareys, ein Mann, der sich insbesondere dadurch ausgezeichnet hatte, dass er mit einem berühmten Admiral verwandt und der bourbonischen Monarchie während der Revolution und der Herrschaft Napoleons treu geblieben war. Dass dergleichen nicht ausreichen würde, um ein Schiff zur Senegalküste zu führen, erwies sich bald. Chaumareys war seit nahezu drei Jahrzehnten nicht mehr zur See gefahren, begegnete jedoch Ratschlägen und Einwänden seiner Offiziere mit Arroganz. Ihrem Beistand unzugänglich, berief er stattdessen einen Mann namens Antoine Richefort zu seinem nautischen Orakel. Richefort behauptete von sich, Philosoph und Hafenmeister zu sein und schon viele Fahrten in westafrikanischen Gewässern unternommen zu haben. Chaumareys befahl deshalb seinen Offizieren, dem Mann zu gehorchen und ließ Widersprechende in die Arrestzelle sperren. Da war bereits der Zusammenhalt mit den übrigen drei Schiffen verloren, und Richeforts Navigation führte schließlich auf eine seit langer Zeit bekannte Sandbank vor der Küste Mauretaniens – zu allem Unglück bei Hochwasser.
Jedem Kapitän war vertraut, was nun zu tun war: das Schiff energisch leichtern, Warpanker ausbringen und versuchen, sich von der Bank zu hieven, auf eine Springtide hoffen, die ein noch höheres Hochwasser bringt. Mit vierhundert Leuten an Bord kann man schon allerhand unternehmen: Zum Beispiel die Ladung und vor allem die Kanonen und Kugeln der „Méduse“, die insgesamt fast 50 Tonnen wogen, über Bord werfen lassen, aber dazu konnte Chaumareys sich nicht entschließen: Die Kanonen des Königs, verkündete er theatralisch, würde er nicht dem Meer opfern. Er opferte solcherart die Fregatte des Königs, und als ein Sturm aufkam, begann die See ihr zerstörerisches Werk.
Das Floß wurde zur Arena der Barbarei
Das Schiff schlug leck und musste verlassen werden. Die sechs Beiboote von unterschiedlicher Größe fassten allerdings nur die Hälfte der Reisenden, sodass aus Rahen und anderen Rundhölzern ein 20 Meter langes und sieben Meter breites Floß gezimmert wurde, auf dem zweihundert Menschen samt Vorräten – darunter kaum Proviant, zu viel Wein und zu wenig Wasser – Platz finden sollten. Der Bau dieses Floßes wurde seither gern als chaotische, von betrunkenen und aufsässigen Seeleuten belebte Episode beschrieben, obwohl sich eher vermuten lässt, dass es auf der „Méduse“ auch pflichtbewusste Offiziere und Mannschaften gab. Inmitten von viermal hundert verwirrten, angsterfüllten Menschen die Rahen abzutakeln und daraus ein Floß zu bauen, erfordert nämlich fraglos ein gewisses Maß von Entschlossenheit und Disziplin. Zumal dann, wenn einige tatsächlich versuchen, mit einem der Boote zu fliehen, während andere sich über die Weinfässer hermachen.
Siebzehn Männer mussten an Bord zurückbleiben, weil das beladene Floß nahezu hüfttief im Wasser lag und auch das letzte Beiboot überfüllt war. Hundertfünfzig Menschen gingen auf das Floß: hundertzwanzig Soldaten ohne Schusswaffen – weil die widerstrebenden Männer zur Floßfahrt gezwungen werden mussten – und deren Offiziere, neunundzwanzig Seeleute und Passagiere. Ihnen wurde versprochen, dass ein erfahrener Navigationsoffizier sie begleiten würde. Die übrigen Schiffbrüchigen, darunter eben jener erfahrene Navigationsoffizier, Prominente und Würdenträger aller Art, der künftige Gouverneur der Kolonie mit seiner Familie sowie Kapitän Chaumareys, besetzten hingegen die sechs Beiboote, die das Floß schleppen sollten.
Es zeigte sich aber rasch, dass es mit dem Floß im Schlepp kaum ein Vorankommen gab, und Niedertracht oder Feigheit bewogen die Insassen der Boote, schon nach kurzer Zeit die Schleppleinen zu kappen. Auf dem Floß blieben einhundertfünfzig tobende und verzweifelte Menschen zurück, die meisten davon knietief im Wasser stehend. Es war zu allem Übel eine viel zu niedrige Reling angebracht worden, weil, wie ein Überlebender schrieb, „jene, die das Floß bauen ließen, nicht im Sinn hatten, sich ihm anzuvertrauen“, sodass Wellen die Schwächsten bald über Bord spülten. „Das ungestüme Meer schleuderte die Leute hin und her; wir mussten uns im Mittelpunkt aufhalten, denn dies war der festeste Teil. Diejenigen, die ihn nicht erreichen konnten, kamen fast alle um. Vorn und hinten schlugen die Wellen wütend in die Höhe und rissen die Menschen fort, sie mochten sich noch so sehr dagegenstemmen. In der Mitte standen wir so gepresst, dass einige Unglückliche von ihren Kameraden, die über sie hinfielen, erdrückt wurden.“ Die Stärksten kämpften erbarmungslos um einen Platz in der Floßmitte oder um den Wein, zerschlugen rasend Wasserfässer, stritten mit den Offizieren, die schließlich ihre Säbel gebrauchten. Das Floß wurde zur Arena der Barbarei. Aus Handgemengen wurden Metzeleien, ausgetragen mit Messern, Bajonetten oder Säbeln, denn die Schusswaffen der Offiziere und das Pulver waren vorsorglich hoch auf dem Mast festgebunden worden.
Eine der Ursachen für das Gemetzel war, wie 1818 zwei Gerettete in ihrem derzeit auch in Deutschland, England, den Niederlanden und Italien erschienenen Bericht „Schiffbruch der Fregatte Medusa auf ihrer Fahrt nach dem Senegal ...“ erzählten, der unter der Tropensonne aufflackernde Wahnsinn: „Mitten unter dieser allgemeinen Verrückung sah man Unglückliche, die, den Säbel in der Hand, auf ihre Leidensgefährten losgingen und von ihnen Hühnerkeulen und Brot verlangten, um ihren verzehrenden Hunger zu stillen; andere fragten nach ihrer Hängematte, um, wie sie sagten, auf dem Zwischendeck der Fregatte einen Augenblick Ruhe zu genießen. Mehrere wähnten sich noch an Bord der Medusa […]. Andere sahen Schiffe und riefen sie um Hilfe an ...“
Nach zwei Tagen und zwei Nächten gab es nur noch knapp neunzig Überlebende, am vierten Tag noch achtundvierzig, am fünften noch dreißig, von denen kaum zwanzig sich aufrecht halten konnten. Aufrührer wurden nun kurzerhand über Bord geworfen, doch Durst, Hunger und Delirium sowie Entkräftung und Seewassergeschwüre, die den Bedauernswerten die Haut von den Beinen fraßen, blieben gegenwärtig. Offenbar begannen am fünften Tag die ersten damit, das Fleisch Verstorbener zu essen: „Wir warfen die Leichname ins Meer“, schrieb der Arzt Henri Savigny, Überlebender und einer der Autoren des erwähnten Berichtes, „und behielten nur einen, welcher nun denen zur Nahrung dienen sollte, die noch den Tag zuvor seine zitternden Hände gedrückt und ihm ewige Freundschaft geschworen hatten.“ Dann brachte ein Schwarm Fliegender Fische unverhoffte Nahrung. Sie wurden roh gegessen, später versuchte man vergeblich, sie über glimmenden Kleidungsstücken zu räuchern. Vergeblich blieben auch Versuche, einen der zahlreich um das Floß kreisenden Haie zu fangen. Also schrieb Savigny: „Die Unglücklichen, welche der Tod in der grauenvollen Nacht verschont hatte, fielen über die Leichname her, mit denen das Floß bedeckt war und teilten sie in Stücke, die von einigen auf der Stelle verschlungen wurden; viele andere und darunter die meisten Offiziere, rührten sie nicht an. [ ... ] Diejenigen, die sich nicht überwinden konnten, sie zu genießen, nahmen etwas mehr Wein zu sich. Wir versuchten Bandeliere [lederne Wehrgehänge, Patronenriemen] und Tornisterriemen zu essen; es gelang uns, ein paar Bissen hinunterzubringen. Einige aßen Leinenzeug, andere Hutleder, woran ein wenig Fett oder vielmehr Schmutz war, allein, wir hielten es nicht lange aus; ein Matrose machte sich sogar an Ausleerungen, konnte sich aber nicht überwinden, sie zu essen.“ Urin, meist vermischt mit Wein oder mit ein wenig Seewasser, tranken sie alle.
Sinnbild für eine mit Arroganz gepaarte Unfähigkeit
Wer krank oder verletzt war, wurde nun kurzerhand über Bord geworfen. Am neunten Tag lebte nur noch ein Zehntel der Hundertfünfzig, ernährt vom Fleisch und Blut ihrer Leidensgefährten. Mancher konnte jedoch nicht mehr mit der Reue über das leben, was er getan hatte: Eine Marketenderin, die vom Fleisch ihres Mannes gegessen hatte, erbat sich noch einen Schluck Wein und sprang ins Meer. Vom Beginn der Floßfahrt an waren es schon viele gewesen, die sich das Leben nahmen, die erschöpft aufgaben, weil der größte Teil des Floßes noch immer einen halben Meter tief im Wasser lag. Erst fünfzehn Tage nach der Strandung rettete die zur Suche ausgesandte Brigg „Argus“ fünfzehn Überlebende, von denen späterhin noch sechs wegen der erlittenen Entbehrungen starben.
Rasch ist erzählt, was den anderen Schiffbrüchigen geschah: Die Boote mit dem künftigen Gouverneur, mit Kapitän Chaumareys, dem hilfreichen Navigationsoffizier und den prominenten unter den Passagieren sowie ihren Familien machten gute Fahrt und landeten in Saint-Louis, der Hauptstadt der Kolonie. Hinter den Besatzungen anderer Boote lagen jedoch weniger glückliche Überfahrten: Die Schaluppe zum Beispiel strandete an der Saharaküste. Um sie flott zu bekommen, mussten fast sechzig Insassen den Landweg nehmen, und der entbehrungsreiche Marsch durch die Wüste brachte manchem von ihnen Siechtum und Tod.
Es lag wohl daran, dass die Verwaltungskasse der Kolonie mit 100.000 – nach anderen Quellen mit 90.000 – Francs in Goldmünzen auf dem Wrack zurückgeblieben war, wenn ihre Vorgesetzten sich nach fast zwei Monaten endlich auf die an Bord zurückgelassenen siebzehn Männer besannen. Die hatten weder Hunger noch Durst – sie waren ja Herren über reichliche Vorräte – erleiden müssen, litten aber unter der Angst, das Wrack könne jeden Tag auseinanderbrechen sowie unter Feindseligkeiten und Wahnvorstellungen: Keiner suchte die Nähe eines Kameraden ohne sein Messer oder ohne eine andere Waffe. Nach zweiundvierzig Tagen wollten schließlich zwölf von ihnen mit einem Floß die Küste erreichen und ertranken dabei. Ein anderer, der dieselbe Fahrt mit dem Käfig der an Bord gehaltenen Hühner unternehmen wollte, ertrank nahe beim Wrack. Es war in jener Zeit ja überaus ungewöhnlich, wenn ein Seemann schwimmen konnte. Ein weiterer starb an irgendeinem Fieber, sodass die Retter nur noch drei Überlebende fanden. Die Verwaltungskasse war da allerdings längst verschwunden – sie mochte schon mit einem der Beiboote entführt oder in dem erwähnten Hühnerkäfig auf den Meeresgrund gesunken sein.
Kapitän Chaumareys ist nach der Rückkehr nach Frankreich von einem Militärgericht degradiert und zu drei Jahren Festungshaft verurteilt worden. Der Bericht des Schiffsarztes Savigny und Géricaults Gemälde sorgten künftig dafür, dass der Schiffbruch der „Méduse“ zum Sinnbild für eine mit Arroganz gepaarte Unfähigkeit, für die Verantwortungslosigkeit und Korruption im Staat und für den – freilich noch fernen – Untergang der Bourbonenmonarchie wurde. Öffentliche Empörung bewirkte den von allerlei Ausflüchten begleiteten Sturz des Marineministers und die Entlassung zahlreicher Marineoffiziere. Unumstritten blieb hingegen seither der Rang von Théodore Géricaults Gemälde in der europäischen Kunstgeschichte, und das gilt ebenso für den während der vergangenen zwei Jahrhunderte immer wieder erschienenen Bericht über die Tragödie. Denn der Schiffbruch der „Méduse“ war ein Gleichnis dafür, was geschehen kann, wenn ein Staatsschiff mitsamt der Steuerkasse auf eine Untiefe gerät, wenn die ohnehin dünnen Leinen zwischen denen im Boot und jenen auf dem Floß gekappt werden und wenn nichts mehr Politiker, Beamte und Soldaten verbindet, weil die Zeit des falschen Glanzes und der Phrasen abgelaufen ist.
„Vor 210 Jahren lief die französische Fregatte “Méduse„ vor der westafrikanischen Küste auf eine Sandbank….“ Ist bekannt, ob da eine Steuerberaterin aus der Uckermark an Bord war?
@Lutz Herrmann: Deshalb entledigen sich solche Regimes rechtzeitig ihrer Ersten Offiziere, wie gerade in China passiert. Bei Putin war’s der Koch, der den Löffel abgeben musste.
Théodore Géricaults Gemälde kannte ich noch nicht, fantastisch! Die alten Meister konnten grandios malen, wahre Kunst. Ich schaue und staune… vielen Dank, natürlich auch für den überaus lesenswerten Text. Wieder etwas gelernt, danke dafür.
@Rolf Lindner : >>UNTERGANG DER TEUTANIC – Ist ungefähr dreißig Jahre her, ein Luxusschiff als Teutanic benannt, fuhr auf den Meeren kreuz und quer, war auch für vieles Gute bekannt.<<
## Da sind Sie leider unvollständig informiert. Es war nur ein technischer Fehler bei einem Eintrag ins Logbuch. Sowas kommt oft vor, je sowasser umso öfter. Die Teutanic wurde zuerst in Teutannik umbenannt, weil das ann aus der Ferne wie A.M. aussah. Davon erhoffte sich die Eigner:Innen-Kommission:In Subvention:Innen und Zuwendung:Innen ideeler Art. Und dann geschah der Fehler beim Eintrag ins Logbuch:In. Aus TEUTANNIK wurde TEUKANNIK. Aber weil man keinen Fehler zugeben konnte, wurde das so gelassen. Der nachfolgende Eintrag lautete: „Wir haben nichts falsch gemacht und würden es jederzweit wieder so tun.“
Es ist wie bei der Impfung. Wenn das Vertrauen erstmal weg ist, hebt sich der Meeresgrund kontinuierlich. Das war von Alters her auch so bei den Alpen. Und nun schauen Sie mal, was bis heute daraus geworden ist. Wenn das Sumpfland Bär Linn im Gegenzug untergehen würde, wäre das nur die lange erwartete Gerechtigkeit. Aber erstmal kommt die Tiegermücke. Alles hat seine Zeit. Der Status Quo, dass die Alpen zum Sumpfland gehören, ist nicht in Stein gehauen. Aber immer wenn Separatisten auftreten, kommt es zum Krieg. Beim Krieg Hochland gegen Sumpfland steht das Ergebnis aber schon fest. Steht so jedenfalls im Logbuch. Wir wissen aber nicht, ob der Eintrag auch falsch ist.
TEUTANIC heißt jetzt TEUKANNIK!
UNTERGANG DER TEUTANIC – Ist ungefähr dreißig Jahre her, ein Luxusschiff als Teutanic benannt, fuhr auf den Meeren kreuz und quer, war auch für vieles Gute bekannt. / War weltweit bekannt für Qualität, vom Fleiß der Mannschaft nicht zu schweigen, sogar eine gewisse Solidität war denen auf Brücke zu eigen. / Sicher gab es manche Querelen, wie auf ‚nem Großdampfer üblich, gesund an Körper und auch Seelen, einigte man sich meistens friedlich. / Der Schiffsrumpf selbst war nicht von Pappe und tipptopp war’n die Maschinen, konnten vertragen so manche Schlappe, fiel keinem ein, sie falsch zu bedienen. / Die Passagiere waren, das ist normal, sich untereinander nicht immer grün, die einen empfanden das als Qual, was anderen als Vergnügen erschien. / Das Verhängnis begann mit ‘nem Kapitän, was aus heutiger Sicht manchem ist klar, doch konnte damals niemand abseh’n, dass der neue Käpt’n ein Kuckucksei war. / Beim Schwimmen des Schiffs durch die Wogen der Zeit, wenn Stürme es begleiten, nutzte er jede Gelegenheit, ihm Schaden zu bereiten. / Heut ist das Schiff ziemlich leck geschlagen, die Maschinen bald völlig abgewetzt, statt echte Reparaturen zu wagen, der Käpt’n auf Hirngespinste setzt. / Hat intrigiert, gemogelt, gelogen, nicht um das Wohl des Schiffs zu gestalten, hat den Geist der Mannschaft und Führung verbogen, nur um sich auf der Brücke zu halten. / Nicht besser geht es den Passagieren, bezahlen freiwillig hohe Preise, lassen sich sinnlos abkassieren, wissen nicht, wohin geht die Reise. / Das kleine Häuflein von Nichtbesoff’nen, deren Hirn ist noch nicht total vernebelt, schwer fällt es, auf diese zu hoffen, werden von der Käpt’ncrew ausgehebelt. / Ruft von denen jemand „Eisberg voraus!“, um den Kurs des Schiffes zu korrigieren, verhöhnt man ihn und scheltet ihn aus, gern würd‚ man ihn arrestieren. / Weil ‘ne Meuterei ist nicht abzuseh’n, zu klein ist der meuternde Haufen, wird die Teutanic untergeh’n, unweigerlich eines Tages absaufen.
Fletcher Christian in der Lewis Milestone – Version hat mich immer am meisten interessiert . Und imponiert hat mir vor allem seine Begründung für die Rückkehr nach England . -
Es gibt nur wenige vollkommene Werke , dieses ist eines davon .
Danke für den Beitrag. Ein mahnendes Beispiel für das Staatsschiff, auch heute noch. Ein Staat ohne Kompetenz, Verantwortung und moralischer Führung gefährdet seine Bürger. Einseitige Ideologie ist brandgefährlich. Macht sollte stets kritisch hinterfragt werden können. Der Wert jedes Menschen ist zu achten. Ausgrenzung und Ungleichbehandlung sind mit einem Rechtsstaat unvereinbar.