News-Redaktion / 11.09.2019 / 15:00 / Foto: Pixabay / 0 / Seite ausdrucken

Weniger Ingenieure? Kein Problem für die Ministerin

Im neuen Report „Bildung auf einen Blick 2019“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), sieht Deutschland auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus, berichtet die Welt.  An den für die Wertschöpfung in einem entwickelten Industrieland existenziell wichtigen Absolventen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) mag es zwar etwas mangeln, aber deutsche Unternehmen dürften nach den OECD-Zahlen auf vergleichsweise hohem Niveau jammern. Der Analyse zufolge soll der Anteil der MINT-Akademiker in Deutschland nämlich bei 35 Prozent liegen. Im OECD-Schnitt hätten demnach nur 25 Prozent aller Menschen mit Hochschulbildung einen Abschluss in diesem Bereich.

Doch auf den zweiten Blick, wenn man auf die jüngsten Absolventenzahlen bei den Ingenieuren schaut, sieht es weniger rosig aus. 2017 hätten dem Bericht zufolge nur noch 22 Prozent aller deutschen Hochschulabsolventen einen Abschluss im Bereich Ingenieurwesen, Fertigung und Bau gemacht. Die junge Generation verliere offenbar ausgerechnet das Interesse an den Fächern, die für die deutschen Schlüsselbranchen so wichtig seien. Viele Bürger dürften angesichts einer solchen Nachricht erwarten, dass die deutsche Bildungspolitik diese Zahlen als Warn- und Weckruf versteht. Doch das Gegenteil ist offenbar der Fall. Die Welt berichtet:

„Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sah das bei der Vorstellung des Berichts in Berlin nicht als Problem. Die einzelnen Fächergruppen des MINT-Bereichs vernetzten sich zunehmend. „Wir werden in den nächsten Jahren erleben, dass die einzelnen Disziplinen stärker zueinander finden“, sagte sie. „Wir müssen uns also nicht so viele Sorgen machen um die Entwicklung in einzelnen Disziplinen, sondern den Gesamtbereich betrachten.“

Was der Ministerin „nicht so viele Sorgen“ macht, ist für die deutsche Wirtschaft aber aktuell ein ernstes Problem. Die Unternehmen können zahlreiche Stellen nicht besetzen. Ihnen ist mit dem Appell, „den Gesamtbereich“ zu betrachten, kaum geholfen.

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