Weltrettung: Das PIK-Ass ist gezinkt

Was der Planet Erde leider nicht bereitgestellt hat, nämlich „Klimagerechtigkeit“, will ein als gemeinnützig eingetragener Verein in Potsdam herbeiführen. Man nehme dazu eine Art Wellness-Tempel als Vereinssitz, einige Wissenschaftler, die zu einigen kleinen und eventuell großen Klimasünden der Menschheit forschen dürfen, aber vor allen Dingen eine missionarische Kaderriege von „Klimagerechten“.

Das 1992 gegründete PIK glänzt mit wortmächtigen Leitsätzen, die keine Wünsche unbefriedigt lassen: 

„Die wissenschaftlichen Grenzen der Klimaforschung für globale Nachhaltigkeit fächerübergreifend zu erweitern und Lösungen für eine eine sichere und gerechte Klimazukunft anzubieten – das ist die doppelte Mission des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Als auf seinem Gebiet führende Einrichtung verbindet das Institut die neuesten Erkenntnisse zum Erdsystem mit der Abschätzung von Klimarisiken und mit der Erforschung von Politikoptionen. Den Rahmen bilden dabei die beiden Konzepte der Planetaren Grenzen und der Globalen Gemeinschaftsgüter. Dabei zeigt das Institut, dass gesellschaftliche Relevanz auf wissenschaftlicher Exzellenz beruht.“ 

Und weiter:

„Seine Hauptmethoden sind Systemanalyse und Datenintegration; für aufwändige numerische Simulationen hat das Institut einen eigenen Supercomputer. Darüber hinaus vermittelt das PIK aktiv Erkenntnisse an Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.“

Mit einem 29-Millionen-Euro-Jahresetat des PIK aus Bundes- und Landesmitteln und mit etwa 350 Mitarbeitern ist sicherlich ein Forschungsbeitrag möglich. Insbesondere sollte man aber auch die Basisprinzipien der Industrietechnologie verstanden haben, wenn man sich als Anbieter vermeintlich „klimagerechter“ Lösungen anpreist. Allerdings entwickelt das PIK selbst keine „klimagerechten“ Technologien. Folglich müssen deren Erarbeitung nach dem Selbstverständnis des PIK wohl Dritte, d.h. die Wirtschaft, leisten. Das PIK begnügt sich demzufolge im Wesentlichen mit dem Erstellen von „Erkenntnissen“ von „planetarer“ Reichweite, wie z.B. Kohleausstieg, De-Karbonisieren und Treibhausgase vermeiden. Damit die (ansonsten wohl als unwillig eingestufte) Wirtschaft diese Vorgaben auch tatsächlich umsetzen wird, braucht man schließlich noch den gesetzlichen Zwang. Diesen erreicht das PIK über sein mannigfaltiges Einwirken bei der Bundesregierung, jüngst der „Kohlekommission“, dem „Klimakabinett“, den öffentlichen Verwaltungen, diversen Nichtregierungsorganisationen, der EU, dem UN-Weltklimarat und sogar mit einer Papst-Enzyklika. Darüber hinaus hat das PIK Einfluss im „Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen“ (WBGU). Schließlich war das PIK 2012 auch mitbeteiligt an der Gründung des Parallelinstituts im Geiste, des „Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change“ (MCC) in Berlin, das ca. 50 Mitarbeiter hat.

Das PIK ist somit zwar der Gehilfe der Staatspolitik um die Industrie-Gesellschaft neu zu formieren, allerdings ohne eigene technisch-industrielle Kompetenz und vor allen Dingen ohne jegliche Verantwortung. Dafür gilt Professor Edenhofer (Ökonom), einer der Direktoren des PIK, als Experte auf dem Gebiet der CO2-Bepreisung und tut seine diesbezüglich autoritären Vorstellungen öfter kund.

Eine symptomatische Randnotiz sei vermerkt. 2019 wurde das PIK wieder mit dem Prädikat „Total E-Quality“, diesmal aber mit dem Zusatz „Diversity“ ausgezeichnet. Sie können diese Gender- und Diversity-Einfältigkeit leicht im Internet unter total-e-quality finden.

Eine aktuelle Empfehlung (17.8.2020) des PIK ist der „Klima-Corona-Vertrag", auch „Generationenvertrag Klima und Corona“ genannt, der wie folgt begründet wird: „Sowohl die Corona- als auch die Klimakrise sind das Ergebnis des zunehmenden, durch Menschen verursachten Drucks auf den Planeten.“ Blättern Sie ruhig einmal in der Rubrik 'Aktuelles' → 'Nachrichten' zu den Aktivitäten des Instituts. Vortreffliche Selbstdarstellung, Pseudo-Soziologie und seltsame Elaborate mit teils prächtigen Wortneuschöpfungen überwiegen naturwissenschaftliche Meldungen. Dass man z.B. anstelle des Klimawandels (14.9.2020) die stark wachsende Menschenanzahl (speziell in Afrika und den islamischen Ländern) als Ursache der Migrationsbewegungen in den Blickpunkt nehmen müsste, kommt dem Institut nicht in den Sinn. Recht bizarr ist auch eine Meldung vom 16.3.2020: „Regionaler Atomkrieg wäre ein Risiko für die globale Ernährungssicherheit.“ Bekömmlicher dürfte hingegen der Vortrag „Was macht der Klimawandel im Kochtopf“ gewesen sein, vermeldet unter 'Öffentliche Veranstaltungen' vom 21.4.2020. 

Das PIK lenkt ab, wenn es von seiner „doppelter Mission“ spricht, weil ihm die (Klima-)Forschung selbst im Grunde genommen eine Nebensache ist. Das PIK ist der Wissenschaft entrückt mit einer ideologisch basierten „Klimafolgen-Mission“, genauer der „Großen Transformation“ der Gesellschaft. Als „Kreativer“ und „Designer“ könnte der Leser sich auch einbringen und zum sogenannten „Change Agent“ werden, wie es der mittlerweile emeritierte Professor Schellnhuber z.B. am 27.1.2014 unter „Öffentliche Veranstaltungen“ empfohlen hatte.

Gleichgültig, ob man mit einer globalen Erwärmung von 4 Grad Celsius („Nachrichten“; 19.8.2020) bis zum Jahr 2100 rechnet oder der Meeresspiegelanstieg aufgrund der Wirkung der Treibhausgase bei 1 m im Jahr 2100 bzw. bei 5 m im Jahr 2300 liegen könnte („Nachrichten“; 8.5.2020; basierend auf einer Umfrage unter 100 Experten), das PIK bringt wenig Mehrgewinn in der Klimadebatte, dafür jede Menge an politischer Einflussnahme. Die schrillen, pseudo-wissenschaftlichen Auftritte nerven und passen kaum zu einem seriösen Forschungsinstitut. 

Für ein Forschungsinstitut ziemlich erstaunlich ist die eigentlich doch recht naive Technologiegläubigkeit des PIK. Ohne jegliche Kompetenz in der Energiewirtschaft, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Verkehrstechnik, Städtebau und dem gesamten Ingenieurwesen glaubt man pauschal an „eine Zukunft mit klimagerechten“ Technologien, basierend rein auf „Erneuerbaren Energien“. Die alte, vermeintliche „Klimakrisen“-Industrie muss abgeschaltet werden, eine neue, „klimagerechte“ Industrie soll innerhalb weniger Jahrzehnte installiert werden. Hier schimmert die Planwirtschaft der kommunistischen Regime durch, aktuell natürlich in öko-grün. Die Berater der Macht organisieren sich heutzutage in „Think Tanks“. Ein strategisch wichtiger ist das PIK und dieses ist auf strikter Propagandamission zur unverzüglichen „Transformation des Industrie- und Handelssektors“.

 

Volker Voegele ist promovierter Physiker und lebt in der Schweiz. Er hat über 20 Jahre Berufserfahrung in der Prozessleittechnik für weltweite installierte Großkraftwerke und ist seit 2017 pensioniert.

Foto: Stefan Klinkigt

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Karsten Dörre / 22.10.2020

“...glaubt man pauschal an „eine Zukunft mit klimagerechten“ Technologien, basierend rein auf „Erneuerbaren Energien“.” Also wenn Energie preiswert und stabil verfügbar, habe ich kein Problem mit erneuerbarer Energie. Nur werden Glaube und Umsetzung hierzu keine besten Freunde. Vielleicht wird man in ca. 250 Jahren die Sonnenhitze einfangen und in Energie umwandeln. Das dauert noch.

PALLA, Manfred / 22.10.2020

+++ ERGÄNZUNG +++ WER den HIATUS (ErwärmungsPause) MIR nicht glaubt, darf gern nach “Das Schwächeln der Sonne” (SPON, 16/11/2009) v. “damaligen” Journalisten TRAUTVETTER (heute Propagandist), googeln - da sah am Ende des Artikels “mein Freund” RAHMSTORF nicht so gut aus ;-)

Peer Munk / 22.10.2020

Ich habe Schellnhuber im Interview gesehen. Mein Eindruck: Der Typ glaubt tatsächlich das, was er erzählt. Er ist ohne jeden Selbstzweifel.

Krug-Fischer, Bernhard / 22.10.2020

„Das PIK bringt wenig Mehrgewinn in der Klimadebatte, dafür jede Menge an politischer Einflussnahme. Die schrillen, pseudo-wissenschaftlichen Auftritte nerven und passen kaum zu einem seriösen Forschungsinstitut.“ Sollte man da nicht die Aufgaben des PIK neu definieren? Da die politische Einflussnahme sehr groß ist, sollte man den Zeitgeist bedienen und deshalb schlage ich vor, PIK in „Parlamentarische Inquisition gegen Klimaleugner“ umzubenennen. Arbeit gäbe es dann genug!

Rudhart M.H. / 22.10.2020

Einer der größten Scharlatane, da braucht man nur sein Bild zu sehen ... und seine Elaborate zu lesen ! Wirr ist gar kein Ausdruck! Aber wirkmächtig , weil Zugang zur obersten Heeresleitung, leider hat die absolut keinen Schimmer, was im ersten Graben wirklich vor sich geht ! Wie immer ! Der totale Zusammenbruch bringt dann wiedermal etwas Bodenhaftung , aber das vergeht ... und der Kreislauf beginnt wieder ,- alles wie gehabt.

Klaus Biskaborn / 22.10.2020

Wer kommt endlich und schaltet dieses entsetzliche und unwissenschaftliche PIK ab. Der Unfug den die verbreiten ist kaum zu ertragen, es sei denn man heißt Merkel, Greta oder Neubauer. Allerdings gibt es leider genug Opportunisten die sich, komplett ahnungslos, im Licht von PIK wohlfühlen.

Gottfried Meier / 22.10.2020

Das PIK arbeitet an der Aushölung unserer parlamentarischen Demokratie. Nach deren Willen sollen Umwelträte bestimmen, an was sich die Politik halten muss. Im Endeffekt würde das darauf hinauslaufen, dass unsere Parlamente nur mehr reine Schaufensterveranstaltungen wären, so ähnlich wie früher in der DDR. Das Schlimme ist, dass Merkel und Co. auf diese pseudowissenschaftlichen Ideologen hören und ihr Gedankengut in die politischen Entscheidungen einfließt.

E Ekat / 22.10.2020

Die Fackel des Glaubens, unterlegt mit Wissenschaftlichkeit.  Unchlagbar. Wußte bereits L. Ron Hubbard, machte daraus eine Kirche.

PALLA, Manfred / 22.10.2020

“EINFACH nur noch PEINLICH !!!” - so “durfte” Ich meinem “speziellen” Freund “40/100-Rahmstorf” im Januar 20 in “seinem” SPON-Forum einfachste WAHRHEITEN über den CO2-Anteil in der ATMO vorhalten:  - beim HUNDERT-Meter-LAUF macht das SPUREN-Gas KohlenDioxid (Pflanzen-/PlanktonNahrung) nur die START- oder nur die ZIEL-Linie aus (ca. 4 cm z.Z.) - WASSER-Dampf (LuftFeuchtigkeit) hingegen EINEN bis FÜNF “METER” - und da fehlt noch die fast “70prozentige” WOLKEN-Bedeckung unseres WASSER-Planeten in der “RückStrahlRechnung” - UND bei “DREI” Zentimetern CO2-Anteil “vor-industriell” sollte nach PIK-Meinung “die Globale WETTER-Küche” ohne jegliche VerÄnderung gewesen sein ?!?  - einfach UN-FASS-BAR !!! - da war was los - wurde sogar FORUM-Meister -  -  -  P.S.: - “meine” mind. 300 Mio. TO/p.a. H2O-EIS-Aerosole (HydroMeteore) der FLIEGEREI “über den Wolken und vor Sonne und Mond” sorg(t)en für leichten Temperatur-Anstieg seit den 70ern, aber nur entsprechend bis mitte der 90er - danach bis 2015 kaum eine Temp.-Erhöhung, trotz massiv gestiegener CO2-Einträge !?!  - 9/11-FlugVerbote (USA 2001) über VIER Tage zeigten ein Temperatur-Delta von mind. EINEM bis 1,8 Grad Kelvin - mehr Sonnen-Energie kam rein, mehr IR-Strahlung ging nachts raus -  bei TRAVIS et al. unter “Contrails ...” in NATURE 08/2002 nachzulesen - “Einfache Wahrheiten können so bitter sein” ;-)

Gerd Koslowski / 22.10.2020

Schellnhuber und seine Gang habe ich in die Schublade Rasputin, Lyssenko ... einsortiert, Schamanen und ideologisch betonierte Wissenschaftler.

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