Von Andreas Zimmermann.
Während Großstädte wie Singapur mit hoher Bevölkerungsdichte prosperieren, gelten andere wie Lagos als lebensgefährliche Moloche. Was sind die Gründe für so unterschiedliche Folgen einer hohen Bevölkerungsdichte?
Im ersten Teil dieses Artikels habe ich diskutiert, dass politmedial präsentierte Probleme oft genug lediglich Scheinprobleme darstellen, genauso wie die angebotenen Lösungen entsprechend oft genug Scheinlösungen sind. Im zweiten Teil untersuche ich nun, inwiefern diese Klassifizierung auf das Phänomen Überbevölkerung und die dafür diskutierten Lösungen zutrifft.
Was sind nun also die konkreten Probleme, die eine globale oder auch lokale Überbevölkerung angeblich verursachen? Da gibt es zum einen natürlich unseren guten, alten Bekannten, den „menschengemachten Klimawandel“. Mehr Menschen bedeuten mehr Kohlendioxid-Ausstoß, bedeutet mehr „menschengemachter Klimawandel“. Logisch, oder? Man kann das Ganze auch gleich ausweiten auf sämtliche Ressourcen und den sogenannten „Erdübernutzungstag“ proklamieren, den Dirk Maxeiner hier auf der Achse des Guten schon vor fast zehn Jahren als „uralten Quatsch“ gewohnt humorvoll entlarvt hat.
Nein, ein bisschen konkreter sollte man schon werden als „Klimawandel“ oder „Erdübernutzungstag“, denn das ist nicht viel besser als die Aussage „die Überbevölkerung ist ein Problem“. Aber es werden durchaus auch konkrete Probleme benannt, die angeblich durch eine globale Überbevölkerung oder auch eine zu hohe lokale Bevölkerungsdichte verursacht werden sollen. Da wären etwa gesellschaftliche und kriegerische Konflikte, Nahrungsmangel, Megastädte (das erwähnte Lagos dient gerne als Beispiel) mit all ihren konkreten Problemen wie Slums oder Armut, Luft-, Wasser- und allgemein Umweltverschmutzung, Migrationswellen, die Schädigung empfindlicher Ökosysteme oder auch das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten.
Sieht es nach einer demnächst fälligen globalen Hungerkatastrophe aus?
Beginnen wir mit dem angeblichen Nahrungsmangel. Hier wird als Lösung für den schon seit Jahrzehnten als unmittelbar bevorstehend vorhergesagten globalen Nahrungsmangel der Verzicht auf Fleisch und die Umstellung auf eine „pflanzenbasierte Ernährung“ propagiert, seit einer Weile garniert mit der Idee, die Eiweißversorgung der Bevölkerung nicht länger über Wirbeltiere wie Rinder, Schweine oder Hühner, sondern über den Verzehr von im industriellen Maßstab gezüchteten Insekten zu decken. Praktischerweise soll diese Umstellung auch gleich noch den Planeten retten und den „menschengemachten Klimawandel“ eindämmen, wie der WHO-Präsident Tedros Ghebreyesus, den viele aus der Zeit der „Corona-Pandemie“ in bester Erinnerung haben, erst letztes Jahr wieder verkündet hat.
Vergessen wir den „menschengemachten Klimawandel“ an dieser Stelle, der seit einiger Zeit als Begründung für so ziemlich jede Zumutung, die sich die Mächtigen für die Mehrheit der Bevölkerung ausdenken, herhalten muss, und betrachten wir schlicht die Ernährungslage der Weltbevölkerung. Sieht es hier nach einer demnächst fälligen globalen Hungerkatastrophe aus?
Nun, nicht wirklich. Die Getreideproduktion wächst seit Jahrzehnten recht linear, von weniger als 1 Milliarde Tonnen 1961 bis auf 3,13 Milliarden Tonnen 2023. Übrigens ein neuer Höchstwert. Ähnliches gilt für die Fleischproduktion, die sich im gleichen Zeitraum von gut 70 Millionen Tonnen auf gut 360 Millionen Tonnen mehr als verfünffacht hat. Dementsprechend ist auch die Zahl der durchschnittlich verfügbaren Kalorien pro Tag und Kopf in diesem Zeitraum von knapp 2.200 auf knapp 3.000 gestiegen – trotz eines Anstieges der Weltbevölkerung von gut drei auf gut acht Milliarden Menschen.
Entscheidungen verantwortungsloser Politiker
Tatsächlich hat sich die Nahrungsmittelversorgung – wohlgemerkt pro Person – in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessert, und zwar egal welchen Parameter man betrachtet. Gleichzeitig ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche weltweit kaum gewachsen, von 4,37 Milliarden Hektar 1961 auf 4,83 Milliarden Hektar 2023. Von einer Gefahr einer globalen Unterversorgung mir Nahrungsmitteln kann also keine Rede sein. Dass Afrika in Hinsicht auf Ernährungsfortschritte insgesamt schlechter abschneidet, liegt oft genug an der verheerenden Politik seiner „Eliten“, wie der Zusammenbruch der landwirtschaftlichen Produktion in Zimbabwe eindrücklich zeigt.
Diese begann um die Jahrtausendwende und fällt mit dem Beginn der massiven Vertreibung und Ermordung der weißen Farmer zusammen. Trotzdem ist auch in Afrika die täglich verfügbare Kalorienmenge pro Kopf von gut 2.000 im Jahr 1961 auf gut 2.500 im Jahr 2023 gestiegen. Egal wie man die Zahlen betrachtet, eine bevorstehende globale Nahrungsmittelkrise lässt sich aus ihnen einfach nicht ablesen.
Wie sieht es dann mit dem nächsten Punkt, nämlich gesellschaftlichen Konflikten aus, die angeblich durch „Überbevölkerung“ ausgelöst werden? Nun, dies lässt sich relativ schnell abhandeln. Um 1500, als die spanische Eroberung Süd- und Mittelamerikas begann, hatte Europa etwa 80 Millionen Einwohner. Hundert Jahre später, kurz vor dem Beginn des 30-jährigen Krieges, waren es 100 Millionen. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges waren es dann etwa 450 Millionen, zu Beginn des Zweiten Weltkrieges gut 520 Millionen und aktuell sind es etwa 745 Millionen. Die Gründe für die angeführten Konflikte waren in chronologischer Reihenfolge (und zwangsläufig stark vereinfacht) die Gier nach Macht, Reichtum und Ausdehnung der Einflusssphäre, Machtpolitik unter dem Deckmantel der Religion, Dummheit der politischen Machthaber („Die Schlafwandler“) sowie eine mörderische Ideologie. Nein, gesellschaftliche und kriegerische Konflikte haben nichts mit Bevölkerungszahl oder Bevölkerungsdicht zu tun, sondern immer mit Entscheidungen verantwortungsloser Politiker.
Wenn Städte Probleme haben, dann liegt dies nicht an ihrer Größe
Das Gleiche gilt für die Probleme der sogenannten Megastädte oder der Urbanisierung im Allgemeinen. Ja, Lagos hat mit gut 20 Millionen Einwohnern sicher mehr als genug Probleme. Doch Shanghai ist genauso groß und ist sauberer, sicherer und funktioniert in jeder Hinsicht besser. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn wir uns auch an der eigenen Nase fassen können. Singapur ist mit knapp 6 Millionen Einwohnern nicht nur bevölkerungsreicher, sondern hat auch eine höhere Bevölkerungsdichte als Berlin mit seinen knapp 3,7 Millionen Einwohnern. Wie Berlin in diesem Vergleich in Bezug auf Funktionalität, Sicherheit, Sauberkeit und Architektur abschneidet und was dies über die Kompetenz der Berliner Politiker aussagt, möge an dieser Stelle jeder selbst entscheiden. Ich denke, die Schlussfolgerung ist eindeutig – wenn Städte Probleme haben, dann liegt dies nicht an ihrer Größe, sondern an unfähigen, korrupten oder kriminellen Politikern.
Und auch die Probleme, die sich durch Migrationswellen ergeben, lassen sich schwer auf Überbevölkerung zurückführen. Man muss nur einmal die Zuwanderung nach Ungarn mit der nach Deutschland vergleichen. Wie Ulli Kulke selbst schreibt, gibt es in Deutschland erhebliche Pullfaktoren, die dazu führen, dass die Mehrheit der Migranten, die aus arabischen und afrikanischen Ländern nach Europa kommen, nach Deutschland wollen und dort auch bleiben. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem die reichliche staatliche Versorgung sowie die Sicherheit, in Deutschland bleiben zu können, sobald man den Fuß über die Grenze gesetzt hat, und zwar faktisch ganz egal, wie viele Straftaten man anschließend begeht.
Wie sieht es dann mit dem Problem der Umweltverschmutzung aus? Nun, Ältere werden sich erinnern, dass die Luft-, Wasser- und generell Umweltverschmutzung in der DDR ein wesentlich größeres Problem dargestellt hat als im dichter besiedelten Westen oder im wiedervereinigten Deutschland. Umweltverschmutzung ist in vielerlei Hinsicht ein technisches Problem und nicht eines der Bevölkerungsdichte. Etwas anders sieht es mit dem Aussterben von Tier- und Pflanzenarten aus. Hier gibt es tatsächlich Evidenz, dass es mit vielen Tier- und Pflanzenarten nicht zum Besten steht, wie etwa hier für Affenarten und hier für Süßwassertierarten gezeigt wird. Allerdings ist das Verschwinden von Tierarten überall dort, wo der Mensch auftaucht, nicht wirklich neu. Als der Mensch etwa vor gut 50.000 Jahren Australien besiedelt hat, verschwanden anschließend zahlreiche seltsame Tierarten, einschließlich einer bis zu sieben Meter langen Waranart, neben der der für sich alleine durchaus beeindruckende Komodowaran schon fast wie ein Kuscheltier gewirkt hätte. Und auch nach der Ankunft des Menschen auf dem amerikanischen Kontinent vor mehr als 10.000 Jahren ging es mit der Vielfalt speziell größerer Säugetiere rapide bergab.
Das eigentliche Problem ist nicht die Bevölkerungsdichte
Daher ist es wenig verwunderlich, dass eine Studie vor zwei Jahren zu dem Schluss kam, dass der Mensch seit mindestens 50.000 Jahren für das Verschwinden oder die Reduktion unzähliger Großtierpopulationen verantwortlich ist – also schon zu Zeiten, als die menschliche Bevölkerung im Vergleich zu heute recht vernachlässigbar war. Nebenbei, diese Studie kommt auch zu dem Schluss, dass der schon damals ganz ohne die Nutzung fossiler Brennstoffe regelmäßig auftretende Klimawandel (mal wurde es wärmer, dann wieder kälter) mit den Populationsschwankungen der Großtiere rein gar nichts zu tun hatte.
Was Elefanten und ihre ausgestorbenen Verwandten betrifft, sind manche Wissenschaftler sogar der Meinung, dass nicht nur der evolutionsbiologisch moderne Mensch, sondern bereits seine Vorfahren seit rund einer Million Jahren diese Tiergruppe aus immer weiteren Regionen verdrängt haben – wenn der Mensch kam, sind die Rüsseltiere verschwunden. Also gilt in Bezug auf das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten, dass das eigentliche Problem nicht die Bevölkerungsdichte ist, sondern – wenn überhaupt – der Mensch als Art an sich. Betrachtet man die Anzahl an ausgestorbenen Arten, dann haben die wenigen Menschen, die während der Steinzeit lebten, sogar deutlich mehr Tierarten auf dem Gewissen als die Milliarden Menschen des Industriezeitalters.
Tatsächlich haben die mit Abstand meisten Großtierarten in Afrika überlebt, während diese auf anderen Kontinenten spätestens am Ende der letzten Eiszeit verschwunden sind. Bei Mammuts, Wollnashörnern, Riesenhirschen, Säbelzahntigern, Riesenfaultieren und vielen anderen Arten ist es nur sehr wahrscheinlich, dass der Steinzeitmensch hier seine Finger, bzw. Speere im Spiel hatte, während es bei Arten wie Auerochse oder europäischem Wisent mit Sicherheit so ist, dass sie vom Menschen ausgerottet wurden, als dieser die Landschaft nach seinen Bedürfnissen umgestaltet hat. Von daher ist es nicht ganz unproblematisch, auf die „empfindlichen Ökosysteme“ in Afrika oder anderen tropischen Ländern zu verweisen. Dass in den Tropen potenziell mehr Arten aussterben könnten, hat zwei banale Gründe. Erstens leben in Äquatornähe einfach mehr Arten als in Richtung der Pole, und zweitens hat der Mensch auf allen anderen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis gewissermaßen schon vor Längerem tabula rasa gemacht.
„Ein jeder kehr’ vor seiner Tür, da hat er Dreck genug dafür“
Ähnliches gilt auch für die Ökosysteme in ihrer Gesamtheit – in den bewohnten Teilen Eurasiens ebenso wie in Nord- und Teilen Südamerikas sind die Ökosysteme nicht unbedingt per se robuster, es handelt sich schlicht schon lange um Kulturlandschaften, weshalb es kaum noch „empfindliche Ökosysteme“ gibt, die man zerstörten könnte. Das Gleiche gilt zwar auch für Afrika in einem weit größeren Ausmaß, als die meisten Menschen glauben, aber dennoch gibt es dort ebenso wie in Teilen Südamerikas und Südostasiens noch weniger stark modifizierte Landschaften. Und noch ein Punkt ist richtig: Aufgrund der höheren Temperaturen und der dadurch schneller ablaufenden biologischen Prozesse sind die Böden in tropischen Gegenden meistens flacher und bei falscher landwirtschaftlicher Nutzung daher schneller erschöpft. Aber das ist nicht die Schuld der Menschen, die dort leben.
Und damit komme ich zum Punkt mit dem höchsten Konfliktpotenzial, nämlich der Frage, ob es uns Europäer oder Deutsche eigentlich überhaupt etwas angeht, wie die Afrikaner mit Fragen wie Artensterben, Ökosystemen oder auch Bevölkerungswachstum umgehen. Wie Ulli Kulke angemerkt hat, wird vom linken und grünen Spektrum mittlerweile „jeder Gedanke an Entwicklungshilfe, die auch Familienplanungsprogramme miteinschließt, …als Bevormundung, auch als Rassismus abgetan.“ Das glaube ich gerne, aber nur weil Linke und Grüne zu allermeist Unsinn erzählen, heißt das ja noch nicht, dass sie nicht ausnahmsweise auch einmal etwas sagen, was richtig ist. Und wenn wir ehrlich sind, haben wir in Deutschland eigentlich mehr als genug eigene Probleme, die wir schon nicht gelöst bekommen.
Schon alleine deshalb (aber auch ganz generell) halte ich das Konzept „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ einfach nicht für zielführend. Oder, wie es meine Großmutter gesagt hätte „Ein jeder kehr’ vor seiner Tür, da hat er Dreck genug dafür.“ Warum aber selbst dieser eigentlich vernünftige Ansatz in Bezug auf die Bevölkerungsentwicklung nichts ändert und wie ein vernünftiger Umgang mit ihr aussehen könnte, diskutiere ich im dritten und letzten Teil dieser Serie am Montag.
Lesen Sie auch den ersten Teil der Serie.
Andreas Zimmermann ist promovierter Naturwissenschaftler und lehrt an einer deutschen Hochschule. Er schreibt hier unter einem Pseudonym.
Welche Probleme? Na, Lärm und Hitze, Dreck, Not und Armut. Indien etc. sind gute Anschauungsbeispiele. Auch #Kairos zB. Wir im globalen Norden sollten uns fragen: Wie wollen wir leben? So wie die im globalen Süden? Wollen wir den Hyperfertilen erlauben, uns zu überrennen und zum Süden zu machen? Oder lieber nicht? #Entscheiden Sie jetzt. Sofort.
„nämlich der Frage, ob es uns Europäer oder Deutsche eigentlich überhaupt etwas angeht, wie die Afrikaner mit Fragen wie Artensterben, Ökosystemen oder auch Bevölkerungswachstum umgehen.“ Genau. Das entspricht dem Tenor meines gestrigen Kommentars. Es geht uns nichts an. Unliebsame Zustände – nach unserer Bewertung – kann man nach Gusto quittieren und mit einem ein entsprechend ablehnendes Verhalten bestrafen, wenn man Moral, Grundsätze und ein Arsch in der Hose hat.
Weil anderenorts eine Überbevölkerung droht, vielleicht wie in Kalkutta, müssen wir Kalkutta helfen und selbst zum Kalkutta werden. Zu dicht gewachsene Bäume werden nicht versetzt, sondern gefällt. Auch ohne fällen regelt das die Natur von alleine.
Hermann Göring wurde bei den Nürnberger Prozessen gefragt, wie es ihnen gelungen ist ein ganzes Volk hinter ihnen zu vereinen. Seine Antwort war „Angst machen“. Genau das geschieht heute von den Eliten: Angst vor Corona, vor dem Klimawandel, vor der Überbevölkerung, vor der nächsten geplanten Pandemie. Die Reaktion des Volkes ist erschreckend: es steht „habt acht“ und lässt alles mit sich machen und schweigt dazu. Da ich absolut nicht an diese Bevölkerungszahlen glaube, habe ich im Internet die Bevölkerungszahlen von drei Ländern recherchiert. Das ist das Ergebnis: Gesamt Indien 1.450.935.791, abzüglich die 230 größten Städte 232.132.454, ergibt eine restliche Bevölkerung von 1.218.803.337. Dann habe ich das gleiche mit China gemacht und hier das Ergebnis. Einwohner China 1.419.321.278, ab Einwohner der größten 253 Städte -535.166.848, ergibt eine restliche Bevölkerung von 884.154.430. Dann wurde ich so richtig neugierig und habe das gleiche noch mit Nigeria gemacht. Auch hier das ähnliche Bild. Nigeria 212.915.636, ab 33 größte Städte -42.259.901, Restbevölkerung 170.655.735. Wo leben diese Menschenmassen in diesen Ländern? Mir konnte bis heute dafür noch niemand eine befriedigende Erklärung geben.
>>Andreas Zimmermann ist promovierter Naturwissenschaftler und lehrt an einer deutschen Hochschule. Er schreibt hier unter einem Pseudonym.<<
Es stimmt einen optimistisch zu wissen, dass es noch rational und nicht ideologisch denkende und argumentierende Hochschullehrer gibt. Und es stimmt nachdenklich, dass sie nur undercover publizieren können. Bleiben Sie standhaft, Herr „Zimmermann“! Und passen Sie gut auf Ihr Cover auf – dass kein finsterer ÖRR-Clown dahinterkommt!
Interessant und Vieles richtig. Bei Bevölkerung und Krieg muss ich widersprechen. Autor Zimmermann zeigt, dass Kriege nicht mit der absoluten Bevölkerungs-ZAHL zu tun haben. OK. Sie haben aber mit dem Bevölkerungs-WACHSTUM, also der zu großen VERÄNDERUNG der Bevölkerungszahl zu tun: Wenn zu viele junge Männer nachwachsen und es für sie nicht genug anerkannte gesellschaftliche Positionen gibt, gibt es viele unbeschäftigte, unbefriedigte, testosteron-gefüllte junger Männer. Was dies nicht durch Integration in den gesellschaftliche Prozess erhalten können (nämlich Einkommen, Sexualpartner, Status), werden sie sich gewaltsam nehmen wollen. (Siehe: G. Heinsohns „Kriegsindex“.) Das führt zu Krieg und/oder Migration, sei diese friedlich, gewaltsam oder eine Mischung. Die muslimischen Milizen in Afrika bestehen aus solchen Männern. Die napoleonischen Kriege Europas sind ohne damalige Überbevölkerung (Indikatoren: Armut, Räuberunwesen, Bettelunwesen) nicht denkbar. Die heutige afrikanische und Nahost-Einwanderung nach Europa beruht auf zu hohem Bevölkerungswachstum der Herkunftsregionen, welches auch die Kriege verursacht, die die Bewohner vertreibt. Zusammenfassung: In den hier genannten Fällen ist nicht eine (statische) Überbevölkerung das Problem, wohl aber das (dynamische) Bevölkerungswachstum, das die Aufnahmekapazität der Gesellschaften übersteigt. Wer den Migrationsdruck auf Europa mindern will, tut gut daran, die jetzige afrikanische Bevölkerungsexplosion zu mindern.
Überbevölkerung und Ressourcen: Dieser Artikel zeigt (völlig korrekt – vielen Dank!), dass in den letzten 200 Jahren die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen mit der Anzahl der Menschen mitgehalten hat. Die Zunahme der Nahrungsmittelproduktion bei fast gleicher Agrarfläche in den letzen 60 Jahren finde ich am beeindruckensten. (Klarer Erfolg des kapitalistischen Systems mit seiner unglaublichen Innovationskraft). Grund war u.a. die Industrialisierung der Landwirtschaft, die mit erhöhtem Energie- und Kunstdüngereinsatz einherging. Gerade Stickstoffdünger, in dieser Menge nur aus Luftstickstoff zu gewinnen, braucht viel Energie. Die fossilen Energien sind sicher begrenzt, auch wenn das bisher noch keiner merkt und wir nicht wissen, wo die Grenze ist. Ob Kernfusion je funktionieren wird, weiß keiner. Kernspaltung wird vermutlich noch einige hundert Jahre funktionieren – bei politischer Stabilität und ausreichender technisch-wissenschaftlicher Bildung, beides keine Selbstverständlichkeiten. –– Schon allein aus dem Vorsichtsprinzip heraus wäre eine maßvolle Minderung der Menscheit kein Fehler, wobei es essentiell ist, dass die wissenschaftlich-technischen Zivilisationen überleben – ohne diese würden große Teile der Menschheit schlicht verhungern.