Eine Podcasterin hat sich zu Wort gemeldet und erklärt, sie habe „sieben sexuelle Übergriffe“ erlebt, keiner der Täter habe „einen Migrationshintergrund“ gehabt. „All diese Männer waren weiß.“ Das Hauptproblem seien „gewaltvolle Männer“, die gebe es überall auf der Welt.
Marie Nasemann (Foto oben), 1989 geboren, ist „ein deutsches Model, Schauspielerin, Autorin, Podcasterin“, ein echtes neudeutsches Multitalent. „Sie wuchs in München auf und lebte dort unter anderem fünf Jahre lang in der Isarvorstadt.“ Das ist ein wichtiges Detail ihrer Biografie, denn wäre es die Maxvorstadt, Laim oder Sendling gewesen, hätte ihr Leben womöglich einen ganz anderen Verlauf genommen. So aber wurde Marie Nasemann eines Tages „von einem Modelscout angesprochen und in eine Modelagentur aufgenommen“.
Richtig bekannt wurde sie „durch ihre Teilnahme an der vierten Staffel von Germany’s Next Topmodel im Jahre 2009, wo sie den dritten Platz erreichte“. Anschließend war sie „international als Model tätig“, spielte in Filmen („Ein Sommer in Amalfi“) und Serien („Bella Germania“) mit und ließ immer wieder ihre Fan Base an ihrem bewegten Leben teilnehmen, z.B. wie sie „vor der Geburt ihrer beiden Kinder jeweils einen kleinen Hebammen-Trick“ angewandt hatte: „Damit die Wehen kommen, hatte ich Sex!“ – natürlich nicht mit einem der Geburtshelfer, sondern mit ihrem Mann.
Wenn Sie mehr Details wissen wollen, schauen Sie bei Wikipedia unter Marie Nasemann nach.
Am helllichten Tag
Nun hat Marie Nasemann ein anderes heißes Eisen in die Hand genommen. Auf Instagram gab sie bekannt, sie habe „sieben sexuelle Übergriffe“ erlebt, alle „am helllichten Tag“ und – das war der gemeinsame Nenner der Übergriffe – keiner der Täter habe „einen Migrationshintergrund“ gehabt. „All diese Männer waren by the way weiß.“
By the way: Diesem Gedanken mangelt es an der nötigen Trennschärfe. Dass ein Mann weiß ist, sagt nichts über seinen „Migrationshintergrund“ aus, so wie eine dunkle Hautfarbe nicht automatisch von einem Migrationshintergrund zeugt, aber das wirklich nur by the way.
Das Hauptproblem seien „gewaltvolle Männer“, die gebe es überall auf der Welt. „Deutsche Frauen werden von deutschen Männern getötet, Frauen mit Migrationsgeschichte von Männern mit Migrationsgeschichte – und alles durcheinander“, lässt uns Marie Nasemann auf Instagram wissen. Und kaum hat sie ihre private Chaos-Theorie ausgerollt, boten sich ihr der Spiegel, der Stern, BILD und die Dülmener Zeitung als Leitmedien an. Es gebe „keine einfachen Lösungen“, zitierten sie das Top-Model mit isarstädtischem Instagram-Hintergrund – „aber ein Ansatz wäre, mal dafür zu sorgen, dass es in Deutschland ausreichend Therapieplätze gibt; dass Menschen mit psychischen Problemen schnell und unbürokratisch Hilfe bekommen“.
Eine Million Therapeuten
By the way und in der Tat, das wäre echt „ein Ansatz“, obwohl es in Deutschland nicht einmal genug Therapieplätze gibt, um verhaltensauffällige Kinder an Grundschulen zu therapieren. Wollte man allen Menschen mit psychischen Problemen schnell und unbürokratisch Hilfe zukommen lassen, müsste mindestens eine Million Therapeuten aufgerufen werden. Und die gibt es nicht, es sei denn, dass man sofort alle Models, Schauspieler:innen, Autor:innen, Podcaster:innen als „Quereinsteiger“ zwangsverpflichtet. Und dazu alle Hebammen, die tolle Tricks kennen, um die nötigen Wehen einzuleiten.
Henryk M. Broder ist einer der Herausgeber der Achse des Guten.
Beitragsbild: Superbass - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bl äh Nasemann habe ich noch nie gehört – hat auch wieder nichts Ordenliches gelernt ausser bei der mir völlig unbekannten Schauspielbude Frese, HH, lese ich da – stimmt das ? Falls ja: Kann wieder weg finde ich.
Keine Lust mich mit Frau Nasemann zu beschäftigen. Will auch nicht herausfinden worin die „sexuellen Übergriffe“ bestanden. Offensichtlich ist sie gut in der Lage mit solchen Dingen umzugehen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, in dem sie ein sehr gutes Auskommen hat und eine Familie, die sie unterstützt (nicht nur bei Hebammentricks). Jetzt hat sie auch noch die Möglichkeit ihre Erlebnisse jederzeit im Internet auszubreiten und bestimmt weiss sie wie sie nicht mehr solchen üblen Männern ausgesetzt sein muss.
Damit habe ich mich auch schon mehr mit der Dame auseinandergesetzt als ich ursprünglich wollte. Ein gutes Leben wünsche ich ihr.
Manche Leute konstruieren eben ihre eigene Realität. Umsomehr sie in einem Umfeld leben, dass sowieso dem Surrealen frönt.
Frage noch: Warum ist die nicht im aktuellen Duschgel- äh -Camp ihr wisst schon. Noch so ein hübscher Verlesen von mir: Doof statt ove Dove – hat aber mit der Dme nichts zu tun ihr Rassistensucher !
Soso. Natürlich lügt da die Statistrik des FÄSERS BKA usw. Und morgen hören wir dann, dass Madame für die GR usw kandidiert oder ähnlich. Oder das Spieglein an der Wand meldelt sich. Und diesde „Einmann“en sind natürlich auch alle erfunden – von der Putin oder dem Afds. Über den mutmasslichen Gesundheitszustand Madames darf ich mich hier nicht äussern wg potenieller Kontosperrung usw.
Oha, das klingt weltbewegend. Ich als Frau wünsche keiner der meines Geschlechts Zugehörenden sexuelle Übergriffe. Ich hoffe wirklich, dass Frau Nasemann aufgrund irgendwelcher Übergriffe in der Notaufnahme vorstellig werden musste.
@Karsten Dörre : >>Der moderne, allwissende Therapieglaube produziert auch solch Sachen wie, Frieren für den Frieden, weniger Energie – mehr Leistung und Borkenkäfer retten gesunde Wälder. Die phantasielosen Frisuren der Frauen (gemeint ist nicht die Farbe) – erinnert an die Frisuren der Nazi-/Kriegszeit – sind auch ein Sinnbild des maroden Systems und einer verpeilten Gesellschaft.<< ## Ich bin für Glaubensfreiheit. Was ich der Marie zugute halten muss: Sie kandidiert wenigstens nicht als Bundeskanzler:Innen. Da sind die schlimmer, die wegen einem verpeilten Glauben kurz vor dem Ziel noch irrational abbiegen, nur weil ihnen der Donald seine neuen Richtlinien für die restlose Zerstörung Deutschlands offenbart hat. NEIN! Hat er nicht, er hat diese Leute gar nicht rein gelassen!