News-Redaktion / 04.06.2019 / 17:00 / 0 / Seite ausdrucken

Wegen „Klimanotstand“: Konstanzer Seenachtfest vor dem Aus

Das Seenachtfest findet traditionellerweise am zweiten Augustwochenende statt. Ausrichter des Volksfestes sind die deutsche Stadt Konstanz und die Schweizer Stadt Kreuzlingen. Höhepunkt ist am Samstagabend das Feuerwerk über dem Bodensee – es kostet rund 80.000 Euro und gilt als eines der größten öffentlichen Feuerwerke Europas.

Ab 2020 könnte damit jedoch Schluss sein. Laut einem Bericht des „Südkuriers“, prüft die Stadt Konstanz derzeit die Möglichkeit, einen bis einschließlich 2020 laufenden Vertrag mit der Stuttgarter Event-Agentur Full Moon vorzeitig aufzulösen. Hintergrund sei der jüngste Gemeinderats-Beschluss zum „Klimanotstand“. Die Stadt hat sich im Mai dazu verpflichtet, bei jeder Entscheidung des Gemeinderats die Auswirkungen auf das Klima zu untersuchen und zu berücksichtigen.

Das Seenachtfest passe in seiner bisherigen Form nicht mehr nach Konstanz und nicht mehr in die Zeit, zitiert der „Südkurier“ den Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt. Er wolle sich deshalb für „ein kleineres, ein konstanzerisches Seenachtfest einsetzen.“ In diesem Jahr hat sich Full Moon nach Angaben des „Südkuriers“ bereit erklärt, eine klimafreundlichere, „leicht abgespeckte“ Form des Volksfestes zu organisieren.

Die Event-Agentur richtet das Seenachtfest seit 2018 aus. Zuvor waren über viele Jahre hinweg der Gastronom Dieter Wäschle und die Event- und Festival-Management GmbH (EFM) für die Organisation zuständig. In den vergangenen Jahren stand das Seenachtfest wegen hoher Besucherzahlen in der Kritik. Einheimische beklagten, dass das Fest kein Bürgerfest mehr sei, sondern eine Touristen-Attraktion.

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