Stefan Frank / 15.03.2017 / 13:03 / Foto: Bildarchiv Pieterman / 1 / Seite ausdrucken

WDR enthüllt: Geert Wilders ist eine Marionette der Juden

Von Stefan Frank.

In seiner Reihe „Die Story“ zeigte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am 8. März einen 40-minütigen Dokumentarfilm („Holland in Not – Wer ist Geert Wilders?), der suggerierte, der niederländische Politiker Geert Wilders sei eine Marionette der Juden – er habe schließlich eine „jüdische Großmutter“ und zudem „ein Jahr in Israel verbracht“. Außerdem erhalte er Geld von Juden aus dem Ausland. In den Niederlanden stehen nämlich Parlamentswahlen an, und so kam der WDR auf die Idee, eine Pseudodokumentation über den Vorsitzenden der Partei für die Freiheit, Geert Wilders, zu produzieren (den einzigen niederländischen Politiker, für den sich deutsche Journalisten dauerhaft interessieren).

Wie stellt man das an, wenn man sich im Land der Windmühlen, Tulpen und Holzclogs nicht auskennt? Der WDR nahm einen Film, den der „Filmemacher“ (so und nicht anders wird er durchgehend im Film genannt) Joost van der Valk von der Firma „Red Rebel Films“ (die nur aus van der Valk und seiner Frau Mags Gavan besteht), vor acht Jahren für die BBC produziert hatte, dampfte ihn auf die Hälfte ein und versah ihn mit deutschen Kommentaren. Dadurch, dass am Anfang Schnipsel von Fernsehnachrichten über einige der in Europa in jüngster Zeit verübten dschihadistischen Terroranschläge gezeigt wurden, wurde zudem zweierlei suggeriert: zum einen, dass der Film Aktualität besitze – was er nicht tut, denn er ist eben alt und nicht neu; zum anderen, dass er sich mit dem Problem des Islamismus in Europa beschäftige – was ebenfalls nicht der Fall ist.

Der Neuaufguss dieses Machwerks tut so, als sei in den acht Jahren, die vergangen sind, seit das Hauptmaterial des Films gedreht und die Interviews geführt wurden, nichts passiert – als hätte es die Terroranschläge von Paris, Brüssel, Nizza, Berlin usw. nie gegeben. Die Ausgangsbotschaft, an der alle, die im Film zu Wort kommen, gemessen werden, lautet: Wer vor den Gefahren des Islamismus warnt, leidet unter Paranoia. So weit, so bekannt und alltäglich.

Was auch im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen nicht gewöhnlich ist, ist die offen rassistische antijüdische Hetze, die in diesem WDR-Film betrieben wird: Die sich durch den ganzen Film ziehende Botschaft, dass Juden in aller Welt gemeinsam und organisiert hinter den Kulissen die Fäden zu ziehen. Es ist im deutschen Fernsehen wohl bislang nicht vorgekommen, dass jemand, der vorgibt, über einen europäischen Politiker zu berichten, im Geiste der Nürnberger Rassegesetze dessen „jüdische Großmutter“ ermittelt; dass er wissen möchte, ob die betreffende Person Geld von amerikanischen Juden erhält und dass er nach Israel reist, um dort diejenigen aufzusuchen, die den fraglichen Politiker vor über 30 Jahren im Stile einer Gehirnwäsche politisch auf den von ihnen erwünschten Kurs gebracht haben sollen. Hier geht es weiter.

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Leserpost (1)
Ulla Smielowski / 15.03.2017

Könnte man ja “fast” als antisemitisch einordnen…. Nee ist das blöde, geradezu peinlich….  Ist da denn erlaubt…

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