WDR/Arte-Doku: Die endgültige Kapitulation vor dem Antisemitismus

Von Thomas Eppinger.

Israel ist der Garant für die Sicherheit aller Juden der Welt. Wer die Existenz Israels als jüdischen Staat in Frage stellt, stellt die Existenz aller Juden zur Disposition. Der israelische Staat ist Juden nicht nur Zufluchtsort und Heimat, sondern wenn nötig auch globale Schutzmacht für Juden in Bedrängnis. Wovon die Welt in der Nacht zum 4. Juli 1976 Zeuge wurde, als ein israelisches Einsatzkommando in Entebbe 102 jüdische Geiseln aus der Gewalt palästinensischer und deutscher Terroristen befreite.

Deshalb ist Antizionismus in seiner Konsequenz immer antisemitisch. Deshalb kann man nicht über den wieder erstarkenden Antisemitismus in Europa sprechen, ohne die Feinde des israelischen Staates zu erwähnen, die unter dem Tarnmantel der Israelkritik antisemitische Ressentiments schüren und verbreiten. Und darin auch von Personen unterstützt werden, die vielleicht selbst keine judenfeindlichen Gefühle hegen mögen (oder sich deren nicht bewusst sind), aber dennoch antisemitisch handeln.

Wer über Judenhass in Europa spricht, darf über den eliminatorischen arabischen Antisemitismus ebenso wenig schweigen wie über die willigen Helfershelfer aus aller Welt, die sich an der Dämonisierung und Delegitimierung des israelischen Staates beteiligen, und damit diesen Hass befeuern. Darum ist es richtig, dass Joachim Schroeder und Sophie Hafner in der Doku „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ den „Antizionismus“ und dessen Wurzeln nicht ausgespart haben.

Viel war in den letzten Wochen über die angeblichen Gründe zu lesen, warum die Auftraggeber ARTE und WDR die Dokumentation seit Monaten nicht ausstrahlen wollen. Bis diese Woche die BILD Zeitung den Film für 24 Stunden online stellte. Inzwischen ist er bis auf weiteres auch auf Youtube zu sehen. Was man vorher nur vermuten konnte, wird offensichtlich, wenn man den Film gesehen hat: die Gründe, die der Sender gegen die Ausstrahlung vorgebracht hat, sind nur vorgeschoben. Viel wahrscheinlicher ist, dass man die Zerstörung der vielen Legenden in der Nahostberichterstattung nicht hinnehmen wollte. Hier geht es weiter.

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Leserpost (7)
Marcel Seiler / 24.06.2017

Was mich immer wieder erstaunt und erbost, ist, dass dieselben Leute, die sich regelmäßig über Dinge wie israelische Straßensperren hochmoralisch empören, die erklärte Absicht der Hamas, Israel restlos zu vernichten, komplett ignorieren. Dies ist der Doppelstandard, von dem Herr Wolffsohn in der Maischberger-Sendung sprach. Die Berichterstattung der großen deutschen Medien, und gerade der öffentlich-rechtlichen Anstalten, unterstützt diesen Doppelstandard. Für mich gehört das zu der gleichen Einseitigkeit, die auch die US-Feindlichkeit der deutschen Berichterstattung hervorbringt.

Friedhelm Heeg / 24.06.2017

Israel ist das einzige, noch funktionierende Bollwerk gegen den Islam und sollte massiv unterstützt werden.

peter luetgendorf / 24.06.2017

Lieber Herr Eppinger, vielen Dank für diesen Artikel. Gruß Peter Lütgendorf

Horst Lange / 24.06.2017

Und es ist nur ein Mosaiksteinchen in einem viel größerem Bild. Gehen wir mal nicht auf Migranten ein, sondern schauen nur mal auf den Terror und die Angriffe von Linksextremisten. Genau. Berichte über derartige Ereignisse sind nach dem Suppen-Kasper-Prinzip geschrieben. Am dritten Tage sind sie quasi tot und erledigt.

Wilfried Cremer / 24.06.2017

Also erstmal mal: Unbewussten Antisemitismus gibt es nicht. Ich sage nur: Die Gedanken sind frei - und nicht selten heimlich böse. Zur Sache: Der Grund für die überschwängliche Begrüßung islamischer Zuwanderung wird langsam sichtbar.

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