Äthiopien vollendet umstrittenes Megaprojekt: Der Grand-Ethiopian-Renaissance-Staudamm steht – und sorgt für Spannungen. Während Addis Abeba auf Energie und Entwicklung hofft, warnen Ägypten und Sudan vor einer Bedrohung ihrer Wasserversorgung.
Der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed hat am 3. Juli 2025 dem Parlament in Addis Abeba mitgeteilt, dass der Grand-Ethiopian-Renaissance-Staudamm (GERD) fertiggestellt wurde. Der über 1,6 km lange und 145 m hohe Damm befindet sich am Zufluss des Blauen Nils im nordäthiopischen Hochland, aus dem 85 Prozent des Nilwassers fließen. Abiy Ahmed versuchte in seiner Rede, die Nachbarn flussabwärts, Sudan und Ägypten, zu beruhigen: Der Damm sei keine Bedrohung, sondern eine gemeinsame Chance. Er glaube an gemeinsamen Fortschritt, gemeinsame Energie und gemeinsames Wasser.
Äthiopien betrachtet den Staudamm als unverzichtbar für die Deckung seines Energiebedarfs (60 Prozent der Äthiopier sind derzeit ohne Stromversorgung), während der Sudan und Ägypten in dem Damm eine Bedrohung ihrer Wasserversorgung aus dem Nil sehen. Ägypten ist für fast sein gesamtes Süßwasser auf den Nil angewiesen und fürchtet eine Unterbrechung des Wasserflusses und dass eine Reduzierung der Nilwassermenge zu erheblichem Verlust bei bewässertem Land führen könnte. Der Sudan ist ebenfalls auf Nilwasser angewiesen und teilt die Bedenken Ägyptens. Frühere Verhandlungen konnten die Differenzen nicht beilegen.
Abiy Ahmed hofft auf Versöhnung und hat beide Staatschefs zur offiziellen Eröffnung im September eingeladen. Allerdings trafen sich erst vor wenigen Tagen der ägyptische Präsident Abdel Fatah al-Sisi und der sudanesische Militärchef Fatah al- Burhan und betonten ihre Ablehnung jeglicher einseitiger Maßnahmen im Blauen Nilbecken.
Alle Bemühungen um Vermittlung sind bisher gescheitert
Der Blaue Nil, an dem die Talsperre gebaut wurde, entspringt in den Bergen Äthiopiens, fließt durch Äthiopien, dann weiter durch den Sudan, wo er sich hinter Khartum mit dem Weißen Nil vereint. Der Weiße Nil ist die Lebensader vor allem für Ägypten. Und deshalb gibt es Streit. Ägypten sieht sich bedroht. Die Landwirtschaft, die Trinkwasserversorgung und die Stromversorgung des regenarmen Landes sind stark von der Wassermenge im Nilbecken abhängig.
Äthiopien, Ägypten und der Sudan ringen um die Frage, wie das Nilwasser künftig gerecht aufgeteilt werden soll. Der Fluss gehört den drei Ländern, sie müssen eine Lösung finden. Der Konflikt wird vor allem zwischen den beiden bevölkerungsreichen Regionalmächten Ägypten und Äthiopien ausgetragen. Alle Bemühungen um Vermittlung zwischen den Anrainerstaaten des Nils sind bisher gescheitert. Ägypten drängt auf garantierte Wassermengen, die Äthiopien durchlassen soll. Darauf konnten sich die beiden Staaten bislang nicht verständigen.
Der langfristige Betrieb des Dammes sollte idealerweise nach einem Mechanismus erfolgen, der bei der Freigabe von Wasser sowohl die Erfordernisse der Stromerzeugung als auch angemessene Schutzmaßnahmen für Ägypten und Sudan während Zeiten von Trockenheit und Dürre berücksichtigt.
Volker Seitz ist Botschafter a.D. und Autor des Bestsellers „Afrika wird armregiert“, dtv, 2021 (11. aktualisierte Auflage).
Das Buch wurde seit dem erstmaligen Erscheinen (2009) mit jeder der zahlreichen Neuauflagen aktualisiert und erweitert. Von der ersten Auflage bis heute haben sich die Seitenzahlen fast verdoppelt. Das Buch hat durch seine Informationsdichte einen hohen Wert. Seine Aussagen gelten nach wie vor. Die so genannte Entwicklungshilfe subventioniert immer noch schlechte Politik. Solange immer Ausreden gefunden werden, warum korrupte Regime unterstützt werden sollen, werden auch die Fluchtursachen nicht verringert werden. Die Profiteure der Entwicklungshilfe behaupten: Hilfe funktioniert. Aber warum gehe es heute den meisten afrikanischen Ländern schlechter als zum Ende der Kolonialzeit, fragt Seitz. Es würden kaum Arbeitsplätze vor Ort geschaffen und das breite Elend werde nicht beseitigt, weil Zielgruppen nicht in die Maßnahmen einbezogen werden. Afrikanische Kritiker würden nicht zu den Kongressen eingeladen.
Hilfsgelder heizten in vielen Ländern die Korruption an und halten Afrika in Abhängigkeit. Deshalb plädiert Seitz aus Respekt vor der Leistungsfähigkeit der afrikanischen Gesellschaften, die bisherige Hilfe durch wirtschaftliche Zusammenarbeit auf der Grundlage beiderseitiger Interessen zu ersetzen. Wirkliche Hilfe würde bei der intensiven Förderung von Geburtenkontrolle beginnen. Weniger Geburten hätten in Teilen Asiens und Südamerikas zu besseren Lebensbedingungen geführt. Er wundert sich über die Ignoranz in der Politik und den Medien, wenn es um das wahre Problem Afrika gehe.
Beitragsbild: Prime Minister Office Ethiopia - [1], Gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Immerhin ist das Wasserdargebot eine natürliche Grenze für die Bevölkerungsdichte. Allerdings indirekt, weil so viel trinken die nicht. Es geht ums Essen. Nun stelle ich mir die Frage, ob die Deutschen da in der Pflicht sind, wenn die Begrenzung der Ressource Wasser mit dem exponentiellen Bevölkerungswachstum in Ostafrika in Kollission gerät. Ich sehe das so: Die dort geboren werden, sind weitgehend KINDER. Alles geliebte Geschöpfe Allahs. Niemand, der ein Herz hat, kann dagegen sein, dass Kinder geboren werden. Außer wenn er links ist und den Sozialismus will. Dann aber keine eigenen Kinder in so eine Welt setzen will. He! Und ja, wer sonst, wenn nicht die Deutschen, ist da in der Verantwortung. Früher beim Leonid Breshnew waren die Sowjetmenschen verantwortlich und die Ossis. Die haben ihre Spezialisten (so hießen die Experten) nach Ägypten und den Sudan geschickt, die den Schwarzen dort zeigen sollten, wo es lang geht. Aber das hat kaum etwas genützt und heute ist das rassistisch-kolonialistisch. Dann hat man die Häuptlingssöhne nach Berlin und Leipzig geholt, um wenigstens denen zu zeigen, wo es lang geht. Die kommen schon noch und die Häuptlinge werden auch immer kleiner, aber niemand wagt es noch, denen Vorschriften zu machen. Im Gegenteil, wir lernen jetzt von denen. Und wenn die heulen, dass der Abessinier ihnen die Luft abschnürt, müssen wir mitheulen, und zwar noch lauter! Dabei wissen wir schon, was der Abessinier so macht… … … Aber sagen dürfen wir es nicht, sonst kommen auch die noch alle nach Deutschland! Dabei können wir noch nicht einmal den Tigrayaner vom Somaliesen unterscheiden.
@Christian Feider … Umso mehr Wasseroberfläche man erschafft, steigt reziprok die Verdunstungsrate an. Und wer weiß, was den Äthiopiern noch so alles einfällt, was sie mit dem Wasser anstellen können. Die Chinesen kriegen es innerhalb von 3 Jahren hin, den Flußlauf völlig zu verändern. Werfen Sie mal Ihre Suchmaschine an & recherchieren Sie die Auswirkungen der massenhaften Türkischen Staudamm-Projekte an Tigris & Euphrat inklusive der ökologischen -, wie ökonomischen Auswirkungen. Tigris & Euphrat führen regelmäßig immer weniger Wasser. Allerdings bieten sich den Anrainer-Staaten Syrien & Irak keine militärischen Optionen, um das zu verhindern.
@Jens Wast : >>Zitat Ostrovsky: „Ja, schrecklich. ……..—- Soviel zu ihren “Erhaltungssätzen„!<< ## Ja gut, und jetzt schauen Sie sich mal im Google Earth oder in Maps den Zusammenfluss des Blauen Nils in den Weißen Nil an, in Kartoum! Und südlich Kartoum den weißen Nil, da wo er angestaut ist auf viele Kilometer. Wie viel Wasser das ist, welcher Überfluss, welches Geschenk ihres Allahs! Und was dort versickert und verdunstet, Wahnsinn! Aber es reicht nicht, sie wollen mehr. Sie haben alle Angst, ein Anderer könnte etwas davon abhaben. Ich male mir aus, was man in Deutschland alles machen würde mit so einem Geschenk der Natur, was für Gärten, Felder, Wälder man geschaffen hätte, welche Kanäle man gebaut hätte, Wie weit um eine Stadt man Parks und Reviere für Wasservögel man geschaffen hätte. Ja, und dann wäre die niederländische Kavallerie eingeritten, weil wir denen das Wasser RAUBEN? Nein, ich kann da nicht mit heulen. Schauen Sie sich das Land außerhalb der Grenzen Karthoums an! Bei den Ägyptern ebenso. Das ganze Land besteht nur aus der Nil-Senke, seit Jahrtausenden. WEIL nichts verdunstet, sondern das ganze Wasser nach Cairo muss, wo es verschmutzt ins Mittelmeer fließt. Haben sie die Malteser schon heulen gehört “Unser Land geht unter, wenn die Ägypter ständig so viel Wasser ins Mittelmeer leiten!„. Nein? Wahrscheinlich denken die mit! Dort wo nichts verdunstet, wird es auch nicht abregnen, das ist logisch. Für mich jedenfalls. Und ja, ich habe überhaupt keine Ahnung von Ägypten. Die Leute dort machen schon alles, was ihnen möglich ist. Mehr können sie gar nicht. Das Bevölkerungswachstum schafft – so sagt die KI – schwere Herausforderungen für die Infrastruktur, das Gesundheitswesen und den Arbeitsmarkt. Die haben da ganz viele Arbeitslose! Und im Sudan noch schlimmer! Stellen Sie sich das mal vor! Und wenn das so weiter geht, müssen die alle nach Deutschland kommen.
Sowohl Ägypten, als auch der Sudan haben ihre Bevölkerung seit 1990 mehr als verdoppelt. Aber Äthiopien übertrifft die noch mal. Und vermutlich hat keind der Länder auch nur die Spur eines Plans, wie sie in naher Zukunft diese Bevölkerung ernähren können. In Ägypten hat der Assuan-Staudamm dazu beigetragen, dass die Landwirtschaft ihre Effizienz stark gesteigert hat. Daher ist die Verdopplung seit 1990 in Ägypten verständlich. Aber wieso gibt es im Sudan und in Äthiopien die gleichen Wachstumsraten, obwohl die bisher eigentlich nicht durch Technologie aufgefallen sind. Machen die das trotzdem und gegen jeden guten Rat, so wie die europäischen Autohersteller ihre Autos aufgeblasen haben, bis man sie in keine Parklücke und in keine Tiefgarage mehr bekommt? Bei den deutschen Autoherstellern war es eindeutig Arroganz. Die Zeichen stehen auf Sparsamkeit, aber nein, man stellt keine 3-Liter-Autos her, sondern so große, dass die meisten Muttis, die ihre Kinder zum Kindergarten fahren und zurück, ohne Sitzkissen die Straße nicht mehr sehen können.. So what? Wir habens doch. Fahrassistenzsysteme müssen her, weil Mutti nichts mehr sehen kann. Aber solche Streitereien, dass die eine Mutti der anderen die Benutzung der Straße vor dem Kindergarten geneidet hat, gab es selbst nicht im Totalen Zickenkrieg. Oder ich bin zu weit weg, von diesem Milliheu. Naja, die Ägypter haben noch ganz viel Fläche zum urbar machen und noch ganz viel Luft nach oben.
Sowohl Ägypten, als auch der Sudan haben ihre Bevölkerung seit 1990 mehr als verdoppelt. Aber Äthiopien übertrifft die noch mal. Und vermutlich hat keind der Länder auch nur die Spur eines Plans, wie sie in naher Zukunft diese Bevölkerung ernähren können. In Ägypten hat der Assuan-Staudamm dazu beigetragen, dass die Landwirtschaft ihre Effizienz stark gesteigert hat. Daher ist die Verdopplung seit 1990 in Ägypten verständlich. Aber wieso gibt es im Sudan und in Äthiopien die gleichen Wachstumsraten, obwohl die bisher eigentlich nicht durch Technologie aufgefallen sind. Machen die das trotzdem und gegen jeden guten Rat, so wie die europäischen Autohersteller ihre Autos aufgeblasen haben, bis man sie in keine Parklücke und in keine Tiefgarage mehr bekommt? Bei den deutschen Autoherstellern war es eindeutig Arroganz. Die Zeichen stehen auf Sparsamkeit, aber nein, man stellt keine 3-Liter-Autos her, sondern so große, dass die meisten Muttis, die ihre Kinder zum Kindergarten fahren und zurück, ohne Sitzkissen die Straße nicht mehr sehen können.. So what? Wir habens doch. Fahrassistenzsysteme müssen her, weil Mutti nichts mehr sehen kann. Aber solche Streitereien, dass die eine Mutti der anderen die Benutzung der Straße vor dem Kindergarten geneidet hat, gab es selbst nicht im Totalen Zickenkrieg. Oder ich bin zu weit weg, von diesem Milliheu. Naja, die Ägypter haben noch ganz viel Fläche zum urbar machen und noch ganz viel Luft nach oben.
Wasserraub trifft es wohl eher, ohne Wasser können Lebewesen nicht leben. Auch D. muss begreifen, wie das Wasser, erst Energie von globalen Konzernen aufgekauft wird und auch , das Politiker seit SPD GRÜN unsere Wasserechte verscherbelt haben.
Zitat Ostrovsky: „Ja, schrecklich. Dabei verbrauchen die Äthiopier das Wasser gar nicht wirklich. Sie stauen es nur an, aber nach allen Erhaltungssätzen müssen sie es im jährlichen Mittel in etwa der gleichen Menge an den Sudan abgeben, wie es zuläuft.“ ---
Das ist aus mehreren Gründen falsch: -
1) Wegen der riesigen Wasseroberfläche verdunstet ein guter Teil des Wassers und regnet in der Nähe ab. Ausserdem kühlt es in den umliegenden Gebieten die Luftschichten, insbesondere in Hitzeperioden. Vergleich Wirkung (natürlich in anderen Größenordnungen) der großen Seen in USA (Cornbelt, Grainbelt, Snowbelt). ---
2) Beträchtliche Mengen Wasser sickern über die Grundfläche des Sees in die Umbebung ein. Gut für die Landwirtschaft hier, schlecht für die Sudanesen. ---
3) Die Pufferfunktion des Stausees führt zu einer sicheren Wasserversorgung in Trockenzeiten, während sich der Unterschied von Trocken- zu Regenzeiten bei den Nachbarn verstärkt. ---
4) Der Stausee macht die Landwirtschaftliche Nutzung des Wassers wesentlich einfacher, was zu einem höheren Verbrauch führt. ---
Soviel zu ihren „Erhaltungssätzen“!