Gastautor / 20.06.2020 / 12:00 / Foto: Pixabay.de / 41 / Seite ausdrucken

Was stimmt mit unseren Medien nicht?

Von Joshua Fritz.

Die “taz” vergleicht Polizisten mit Nazi-Verbrechern, die Wahl einer Linksextremen zur Verfassungsrichterin entfacht keinen medialen Aufschrei, und neutraler Journalismus ist für den “Spiegel” Schnee von gestern. Signifikante Teile des Journalismus haben ihren Kompass verloren.

Die taz-Autorin Hengameh Yaghoobifarah wirft in ihrer Kolumne die Frage auf, was man denn mit den Polizisten machen sollte, würde die Polizei abgeschafft werden. Dabei vergleicht Yaghoobifarah deutsche Polizisten implizit mit Nazi-Verbrechern und stellt sie damit in den Kontext von Verbrechen der Schwere von Genoziden:

“Wohin also mit den über 250.000 Menschen, die dann keine Jobs mehr haben? Einfach in neue Berufe stecken? Weil das nach 1945 so gut funktioniert hat? Fehlanzeige. Aber welche Bereiche der Arbeitswelt wären sicher?”

Am Ende ihrer Kolumne kommt sie zu dem Schluss, dass man die Polizisten am besten auf der Mülldeponie entsorgen solle, denn woanders könnte man diese verdorbenen Charaktere nicht einsetzen. Eine Denke, die den Nationalsozialisten wohl zugesagt hätte.

Dass solch ein Text es durch die Redaktion der taz geschafft hat, ohne bemängelt zu werden, offenbart, dass einflussreiche Medienmacher ein immenses Problem haben: Sie respektieren grundlegende Errungenschaften der Aufklärung nicht mehr, darunter die Eigenwertigkeit des Individuums. Neutraler Journalismus ist für sie Schnee von gestern, Haltung zeigen, ist das Gebot der Stunde.

Was unterscheidet Kemmerich von Borchardt?

Die moralischen Doppelstandards einiger Medien lassen sich simpel entlarven anhand des Vergleichs zweier Personen: Thomas Kemmerich (FDP) und Barbara Borchardt (Linke). Wir erinnern uns, Kemmerich wurde zu Beginn dieses Jahres zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt, mithilfe der Stimmen der AFD, darunter auch Björn Höcke. Dieser ist führendes Mitglied des vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften “Flügels.”

Es wurde also ein liberaler, bürgerlicher Politiker mithilfe der Stimmen von Rechtsextremisten ins Amt gewählt. Keine schöne Sache, keine Frage. Doch die Medien unseres Landes sahen unsere Demokratie untergehen. Sie überschlugen sich in Kommentaren und Überschriften, die die Vorgänge aufs Schärfste verurteilten. Schnell war der Mythos der absichtlichen Zusammenarbeit von FDP und CDU mit der AFD geboren und Medien verbreiteten ihn wie Lauffeuer. Sachliche, nüchterne Analysen werden der Auslandspresse, wie beispielsweise der NZZ, überlassen.

Was ist nun im Mai in Mecklenburg-Vorpommern passiert? Barbara Borchardt wurde zur Verfassungsrichterin gewählt, mit Stimmen der CDU. Borchardt ist Gründungsmitglied der “Antikapitalistischen Linken”, einer vom Verfassungsschutz beobachteten linksextremen Organisation. Die Ironie, dass jemand, der im Verdacht steht, Bestrebungen gegen die Verfassung zu unternehmen, über diese nun richten soll, kann keinem entgehen.

Eine Linksextremistin wurde mithilfe von Bürgerlichen ins Amt gewählt. Einen wirklichen Aufschrei gab es nicht. Keine Kampagne, keine Proteste, nichts. Wo sind die Kommentare über einen politischen Dammbruch? Wo sind die Leitartikel, die den Untergang der Republik prophezeien? Als ein Bürgerlicher mit Hilfe von Rechtsextremen ins Amt gewählt wurde, gab es das.

Der „Spiegel” hält neutralen Journalismus für unaufrichtig

Ein wichtiger Teil der deutschen Medien hat einen eindeutigen Bias. Und wie der Spiegel diese Woche bewiesen hat, ist das auch ganz gewollt: Als hätten sie aus dem Relotius-Skandal nichts gelernt, schrieb ein Spiegel-Autor einen Kommentar zu dem Rauswurf des Meinungschefs der New York Times. Dieser verlor seinen Job, nachdem er einen Kommentar abdrucken ließ, der den Militäreinsatz Trumps rechtfertigte. Der Spiegel verteidigte den Rauswurf und fügte hinzu, dass neutraler Journalismus ein überholtes Ideal sei. Neutralitätsjournalismus sei “uninteressant und unaufrichtig”, heißt es.

Während “Aktivisten” in den USA Städte in Brand setzen, Geschäfte plündern und Menschen ermorden, echauffieren sich deutsche Medien über den Militär-Einsatz Trumps und zeichnen das Bild einer aufkeimenden Militärdiktatur, wie ein Tweet des ZDF-Korrespondenten Elmar Theveßen veranschaulicht.("What is this? Military dictatorship?")

All das zeigt: Führende Teile des deutschen Journalismus haben ihren Kompass verloren, und das im Glauben, diesmal auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Welcher Trugschluss.

Joshua Fritz studiert Politikwissenschaft an der Universität Hamburg. Nach Jobs und Praktika bei “Rheinpfalz”, “Business Insider” und “WELT” betreibt er seinen Blog joshuafritz.de, wo dieser Beitrag auch erschienen ist.

Foto: Pixabay.de

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Leserpost

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Horst Jungsbluth / 20.06.2020

Ist die Politik so miserabel, weil die Medien so miserabel sind oder ist es genau umgekehrt? Tatsache ist, dass alle Institutionen, also Parteien, Verwaltungen, Justiz, Interessenverbände und die Medien, die bereits in den beiden Diktaturen versagt und teilweise auch bewusst versagt haben,  wieder nicht funktionieren. Die (meisten)  Medien missbrauchen die grundgesetzlich garantierte Pressefreiheit in strafbarer Form und benutzen sie oft dreist, um die Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Da werden, wie in Berlin geschehen, schwere kriminelle Handlungen des Senats, der Ämter und der Justiz eisern verschwiegen, um gleichzeitig Phantomen nachzujagen und Popanze aufzubauen. Es ist fast wie in einer Diktatur. Ich habe den verdammten Eindruck , dass nun die Corona-Katastrophe als Brandbeschleuniger genutzt wird, um richtig in die “Vollen” zu gehen, was unabsehbare Folgen für unser Land und die Bürger nach sich ziehen wird. Unsere Kanzlerin und ihre Minister heißen alle “Hase”, haben keine Ahnung, wofür sie eigentlich da sind und beschimpfen jene unflätig, die auf die offenkundigen Missstände hinweisen.  Und der Bundespräsident? Der spricht für sich!

Dirk Jürgens / 20.06.2020

Kein Wunder, dass die Auflagenzahlen von Zeitungen wie TAZ und Spiegel dramatisch sinken; lustig dagegen ist, dass diese Hetzblätter jetzt Subventionen des Staates verlangen, den sie abschaffen wollen, und Wesen wie Hengsmeh gleichsam Staatsjournalisten wie Elmar Theveßen werden wollen.

Dr. R. Möller / 20.06.2020

Warum ist es nicht schön, daß ein Politiker mit Stimmen der AFD gewählt wird ? Was ist an dieser demokratischen Wahl unschön? Gehirngewaschen und nix davon mitbekommenen. So wird Faschismus erfolgreich. Glückwunsch.

Sebastian Laubinger / 20.06.2020

“Haltung zeigen”? Ist das die neue Art, zu sagen, “sich an diejenigen ranwanzen, die eine marxistische Diktatur anstreben”? Denn darauf läuft’s doch wohl letztendlich hinaus. Wie Herr Danisch immer so schön sagt: Diese Vollidioten wollen alles brennen sehen, weil sie meinen, aus der Asche würde die sozialistische Gesellschaft emporsteigen. (Völliger Unsinn, aber denen kann man sowas nicht erklären—die verstehen das wirklich nicht!) Offensichtlich haben diese Idioten NICHTS aus der Geschichte gelernt, weder aus der Zeit von 1933 bis 1945, noch 1949 bis 1989. Kein wahrnehmbarer Erkenntnisgewinn. Nun, beim Antisemiten Augstein hätte mich das auch gewundert. Jemand, der so verlogen ist, dass er einerseits Millionär, andererseits überzeugter Sozialist ist, dazu noch Juden anfeindet, dem ist buchstäblich alles zuzutrauen. Was seine Komplizen angeht—par for the course, wie die Engländer sagen.

Werner Arning / 20.06.2020

Es zeigt, wie verwurzelt die Demokratie in Deutschland in Wahrheit ist, nämlich kaum. Journalisten verwechseln „demokratisch sein“ mit „anti-rechts“ sein. Das zeigt, dass sie gar nichts verstanden haben. Politiker versuchen, es diesen Journalisten recht zu machen. Das zeigt, dass auch sie gar nichts verstanden haben. Oder aber, sie haben sehr wohl alles verstanden, glauben jedoch überhaupt nicht an die Demokratie. Sucht es euch aus.

Sabine Schönfelder / 20.06.2020

Gute Idee, schafft die Polizei ab, bei Lohnfortzahlung. Heute alles kein Problem. Drugge mer noch ä Biiljöhnsche! Äns mär odda wenischer! Dann schauen wir genüßlich zu, wie die grüne Bio- High -Society, Klaus Klebrig and Friends, der sich immerhin selbst als „ganz oben auf der Deutschen Einkommenspyramide“ sieht, von den weniger Betuchten ausgeraubt und geplündert werden. Auf einmal wird auch die Berichterstattung wieder authentisch! Ich freu mich drauf! ......und der Polizist auch…..Übrigens, die Gerichte, Frau Jakobifarrad, die gehören auch auf den Müll, aber dat läuft ja AUCH schon. Meck- Pomm ist da mal wieder ein deutscher Vorreiter…. galoppel, galoppel, wer Borchardt den dort durch Nacht und Wind….

Heinz Becker / 20.06.2020

Alles genauso richtig wie bekannt. Ja, und es wird nicht besser, im Gegenteil. DIE sind noch lange nicht fertig. Sicher hat das Schreiben hier eine psychohygienische Funktion, die in ihrem Wert nicht zu unterschätzen ist. Indes - es ändert nichts. Irgendwann wird der Zusammenbruch kommen - eine Frage der Mathematik, Demographie usw. Es wird dann im Gegensatz zu 1918 und 1945 allerdings niemand mehr in der Lage sein, die Ärmel aufzukrempeln und aufzuräumen. Deswegen frage ich mich: Wieviele der Kommentatoren, Foristen oder auch Gleichgesinnten aus deren jeweiligem Bekanntenkreis haben denn aus dieser Situation die Konsequenzen gezogen und das Gebiet BRD verlassen? SIE werden verlieren, aber es wird noch dauern…

Karl-Heinz Vonderstein / 20.06.2020

Würde mir wünschen, dass die Polizei-Gewerkschaft oder einzelne Polizisten diese taz-Autorin wegen schwerer Beleidigung und Hetze anzeigen.

Bertram Scharpf / 20.06.2020

Im Gegenteil: Linksgrün und ideologisch waren die Journalisten vor zwanzig Jahren auch schon. Das einzige, was sich geändert hat, ist, daß sie es inzwischen so offen zeigen. Sie sind dünnhäutig geworden, weil sie sich verrannt haben. Sie sind sich Ihrer Sache nicht mehr ganz so sicher, deswegen müssen sie immer aggressiver vorfahren. Ich bin fast schon dankbar, daß dies nun endlich aufgebrochen ist.

S. Marek / 20.06.2020

Diese ÖR Hauptmedien zur Verbreitung von Globalsozialistischer Propaganda der in nahen Zukunft sich noch bestimmt herauskristallisierten neuen Parteienlandschaft mit der GSPM (Globale Sozialistische Partei Merkels) und vernachlässigbarer Opposition.  Die globalsozialistische Propaganda (auch GS- oder Gazi-Propaganda) ist eine der zentralen Aktivitäten der künftigen Globasozialistischen Partei Merkels (GSPM). Sie dient sei der Deutschen Demokratischen Republik dem Ziel der Machtübernahme, in der Zeit nach Wiedervereinigung mit West Deutschland der „Verwirklichung des kulturellen Willens der FührerIn“ und der „Durchdringung des gesamten deutschen Volkes mit der globalsozialistischen Weltanschauung.“ Zum Zweck der Propaganda wurden Presse, Rundfunk und Fernseher eingesetzt.  Methodisch konzentriert sich die Propaganda der Globalsozialisten auf wenige Themen, die sie zu einprägsamen, an die Gefühle appellierende Parolen verarbeitetet. Sie folgt damit den Leitvorstellungen von Propaganda, die auch Adolf Hitler schon in seinem in den Jahren 1924 bis 1926 verfaßten Grundlagenwerk Mein Kampf beschrieben hatte: „Gerade darin liegt die Kunst der Propaganda, daß sie, die gefühlsmäßige Vorstellungswelt der großen Masse begreifend, in psychologisch richtiger Form den Weg zur Aufmerksamkeit und weiter zum Herzen der breiten Masse findet“.  Eine herausragende Rolle spielen zudem öffentliche Versammlungen und Aufmärsche, der Schulunterricht sowie eigene Organisationen wie die Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) oder der SA-ntifa von den Linken und SPD Parteien finanziert und politisch geführt, aber auch materielle Begünstigungen gegenüber der Bevölkerung, Helikoptergeld usw.. Eine wesentliche Institution für die Verbreitung und Kontrolle der noch nationalsozialistischer Propaganda war früher das von Propagandaminister Joseph Goebbels geleitete Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, heute wechseln die Sprachtüten nach Bedarf und Entscheidung von FührerIn Merkel.

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