Von Andreas Zimmermann.
Langfristig wird die Menschheit schrumpfen. Das ist zwar der heimliche Traum von vielen, die eine Überlastung des Planeten postulieren, wird aber neue Probleme bringen.
Im ersten Teil wurde erläutert, warum die Weltbevölkerung langfristig gesehen schrumpfen wird. Die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) hat am 21. Februar 2025 einen Bericht von ihrer Vizepräsidentin und „Special Representative on Demography and Security“, Dr. Gudrun Kugler, herausgegeben. Darin wird unter anderem vor den Gefahren einer schrumpfenden Weltbevölkerung gewarnt. Der für dieses Gremium ungewöhnliche Bericht stellte auch fest, dass der Bevölkerungszuwachs der letzten Jahrzehnte nicht etwa auf eine „Explosion“ (Anführungszeichen im Original) der Geburtenzahlen, sondern vielmehr auf eine Reduktion der Sterblichkeitsraten zurückzuführen ist.
Was folgt nun daraus? Auch dies wird im erwähnten OSZE-Bericht thematisiert. Zunächst werden insgesamt neun „Herausforderungen“ (im Original „challenges“) diskutiert: in den Bereichen „Soziale Struktur“, „Zunehmende Einsamkeit“, „Infrastruktur“, „Arbeitsmarkt“, „Migration“, „Ruhestand und Alter“, „Gesundheitssystem“, „Staatsfinanzen“ sowie „Sicherheit“. Leider versteckt dieser Teil des Textes trotz seiner relativen Kürze von insgesamt lediglich 22 Seiten die wichtigsten Kernaussagen, anstatt sie entsprechend zu würdigen (es lohnt sich trotzdem, den gesamten Bericht zu lesen!). Das Gleiche gilt für den nächsten Teil mit manchmal doch recht ratlos wirkenden Lösungsvorschlägen, wie etwa „Erhöhung der Geburtsrate und Reduktion ungeplanter Kinderlosigkeit durch kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen in Richtung der Unterstützung von Familien“ („Increasing the Birth Rate and Reducing Unplanned Childlessness through Cultural and Societal Shifts Towards Family Support“).
Diese Ratlosigkeit ist vielleicht nicht verwunderlich, denn nach allem, was wir wissen, ist die menschliche Bevölkerung mindestens seit Beginn der Industrialisierung immer nur gewachsen. Eine schrumpfende Weltbevölkerung wäre also, zumindest soweit das kulturelle Gedächtnis der Menschheit zurückreicht, ein Novum. Natürlich gibt es Vermutungen, welche Probleme sich daraus für unsere modernen, hochgradig komplexen Gesellschaften ergeben könnten. Etwa Schwierigkeiten, die Ruhestandsgelder des größer werdenden Anteils alter Menschen zu bezahlen, und zwar ganz egal, auf welches Rentensystem eine Gesellschaft setzt. Oder generell Probleme damit, die große Zahl alter und gebrechlicher Menschen zu versorgen. Auch wie die Infrastruktur einer anhaltend schrumpfenden Gesellschaft funktionstüchtig gehalten werden kann, ist nicht klar. Aber letztlich weiß kein Mensch, welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen eine über einen längeren Zeitraum schrumpfende Weltbevölkerung für die moderne Gesellschaft haben wird.
Die „progressive Gesellschaft“ betreibt ihren eigenen Untergang
Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum der Bericht in den beiden Hauptabschnitten teilweise recht vage ausfällt. Aber der mangelnde Fokus ist trotzdem schade, denn zwischen diesen vagen Teilen enthält der Bericht kristallklare Aussagen, die zwar eigentlich banal sind, aber gerade durch ihre simple Selbstevidenz enorme Sprengkraft besitzen, da sie im progressiv-woken Diskurs des modernen „Wertewestens“ in den letzten Jahren und Jahrzehnten faktisch tabu waren. So ist der abschließende Absatz des zweiten Teils mit dem so wahren wie für die moderne Wokeria schwer erträglichen Satz überschrieben „Ohne Menschen ergeben Dinge keinen Sinn“ („Without people, things don’t make sense“).
Und die Autorin legt in diesem Absatz gleich noch einmal nach: „Wir können Autobahnen, Gebäude und Fabriken bauen, aber ohne Menschen haben sie keine Bedeutung.“ („We can build highways, buildings and factories, but they mean nothing without people.“). Diese Aussagen stehen in dermaßen deutlichem Kontrast zur misanthropischen Sicht der modernen Pseudolinken, die den Menschen ja vor allem als Schädling betrachten, ohne den es die Erde besser hätte, dass es mehr als verblüffend ist, solche menschenbejahenden Sätze in einem OSZE-Bericht zu lesen. Und es kommt noch besser, denn der dritte Abschnitt („Solutions“) beginnt ähnlich, wie der zweite Abschnitt endet, und das auch noch geradezu poetisch: „Von allen Dingen auf dieser Welt sind Menschen das kostbarste Gut, und wir brauchen mehr von ihnen – mehr Kinder“ („Of all things in the world, people are the most precious, and we need more of them – more children“). Man vergleiche die Haltung hinter dieser Aussage mit der in Deutschland regelmäßig laufenden Propaganda für den Verzicht auf Kinder, weil diese ganz besonders klimaschädlich seien.
Im weiteren Verlauf scheut sich die Autorin auch nicht, zu benennen, was sich gesellschaftlich ändern muss, auch wenn sie damit nur implizit zum Ausdruck bringt, was aktuell gesellschaftlich falsch läuft. Betrachten wir zunächst ihre Aussagen im Abschnitt „Förderung einer familienfreundlichen Gesellschaft“ („Cultivating a Family-Friendly Society“). Dieser Abschnitt beginnt mit dem Satz: „Notwendig ist eine weitgehende kulturelle Transformation, um ein Umfeld zu schaffen, das die Gründung eine Familie genauso unterstützt wie ihre langfristige Stabilität, das Aufziehen von Kindern und die dazugehörige Work-Life-Balance.“ („A broad cultural transformation is needed to create an environment that supports family formation and its stability over time, child-rearing, and work-life balance.“)
Ignoriert man den Modebegriff „Work-Life-Balance“ und die negative Konnotation des Wortes „Transformation“, dann bedeutet diese Aussage im Umkehrschluss, dass das gesellschaftliche Umfeld in den OSZE-Staaten aktuell Gründung und Stabilität von Familien im besten Fall nicht unterstützt und vielleicht sogar sabotiert. Direkt gesagt, bedeutet das nichts anderes, als dass der lange Zeit dominante, sogenannte „progressive“ politische und gesellschaftliche Diskurs – sowie die auf der Grundlage dieses Diskurses getroffenen Entscheidungen – die Probleme, die nun akut werden, erst verursacht hat und letztlich, dass die „progressive Gesellschaft“ ihren eigenen Untergang betreibt. Nun, das ist vielleicht nichts Neues. Solche Aussagen, wenn auch nur implizit, in einem OSZE-Bericht zu lesen, ist trotzdem faszinierend.
„Werbung für die Wahrnehmung der Elternschaft“
Und es geht genau in diesem Tonfall weiter, denn der nächste Satz lautet: „Dies beinhaltet auch, positive Einstellungen in Bezug auf Elternschaft, Heirat und Familienleben zu fördern und den Wert stabiler Familienstrukturen zu betonen.“ („This includes fostering positive attitudes towards parenthood, marriage, and family life, emphasizing the value of stability in family structures.“) Noch besser wird es im nächsten Satz: „Es sollten auch Bemühungen unternommen werden, um die soziale Wertschätzung und Wahrnehmung der Rollen sowohl von Müttern als auch Vätern wiederherzustellen.“ („Efforts should also aim to restore societal prestige and recognition for the roles of both mothers and fathers.“) Keine Erwähnung angeblich toxischer Männlichkeit, keine Lobpreisung alleinerziehender Mütter und keine Hymnen auf angebliche „Transeltern“. Spätestens an dieser Stelle würde die Autorin in den deutschen „Qualitätsmedien“ vermutlich als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft – vorausgesetzt, die Journalistendarsteller in ebendiesen Qualitätsmedien hätten den Text bis zu diesem Punkt gelesen, was man getrost als hochgradig unwahrscheinlich betrachten darf. Denn eine Google-Suche nach „menschliche Bevölkerung OSZE Bericht“ liefert, abgesehen von einem Artikel der Kollegen von Tichys Einblick, kaum Treffer.
Der nächste Unterpunkt im OSZE-Bericht lautet „Stärkung der Stabilität von Ehen“ („Strengthening Marriage Stability“). Dies wird unter anderem damit begründet, dass stabile Ehen zu größeren Familien führen sowie Armut reduzieren und Kinder aus stabilen Ehen höhere Bildungsabschlüsse erreichen und weniger mentale Gesundheitsprobleme haben – alles Punkte, bei deren Erwähnung Vertreter der modernen Wokeria vermutlich Schnappatmung bekommen. Auch der nächste Unterpunkt schlägt in diese Kerbe:
„Werbung für die Wahrnehmung der Elternschaft: Es ist wichtig, sowohl Väter als auch Mütter in ihren sorgenden Rollen wahrzunehmen und zu unterstützen, ohne die Wichtigkeit einer der beiden Rollen zu unterminieren. Eltern, die zu Hause bleiben, sollten weder in der öffentlichen Meinung noch in der die Sozialpolitik stigmatisiert werden. Stattdessen sollte darauf hingearbeitet werden, die soziale Wertschätzung des Kinderkriegens, Familienlebens und elterlichen Engagements zu erhöhen.“
(„Promoting Recognition of Parenting: It is important to recognize and support both fathers and mothers in their caregiving roles, without undermining the significance of either. Public perceptions and social policies should avoid stigmatizing stay-at-home parents and should work towards increasing the social prestige of having children, family life and parental involvement.“)
„Nicht auf Massenmigration als Hauptlösungsansatz verlassen“
Diese Zeilen sollten sich deutsche Familiengerichte, all die „Progressiven“, die Mütter, die sich um ihre Kinder kümmern, als „Heimchen am Herd“ beleidigen, und sämtliche Politiker, die Ganztagsschulen für die wichtigste Errungenschaft der modernen Zivilisation halten oder die „Lufthoheit über den Kinderbetten“ erringen wollen, hinter ihre Ohren schreiben. Und am besten auch gleich noch auf ihre Stirn.
Und es gibt noch mehr Stellen, die der politmediale Komplex in Deutschland wohl als gesichert rechtsextrem einstufen würde, wenn die Autorin, würde sie in Deutschland leben, aufgrund ihrer Aussagen nicht gar gut daran täte, einen Bademantel griffbereit zu haben, nur für den Fall, dass sie frühmorgens Besuch bekommen sollte. Punkt 9, „Sicherheit in der OSZE-Region garantieren“ („Safeguarding Security in the OSCE Region“), muss man fast in Gänze zitieren. Er beginnt mit einem Absatz, der gleich eine ganze Reihe von verbalen Sprengsätzen enthält – zumindest für Vertreter der absurden Doktrin von „no borders, no nations“. Dort ist zu lesen:
„Regierungen sollten sich möglichst nicht auf Massenmigration als Hauptlösungsansatz für Arbeitskräftemangel verlassen, da dies zu Braindrain, Destabilisierung in den Ursprungsländern, Integrationsschwierigkeiten sowie der Entstehung neuer Ungleichheiten und sozialer Spannungen in den Zielländern beitragen kann. Stattdessen ist ein Ansatz, der den Schwerpunkt auf eine nachhaltige Arbeitskräfteentwicklung und eine gezielte Einwanderungspolitik legt, notwendig.“
(„Governments should avoid relying on mass migration as the primary solution to labour shortages, as this can contribute to brain drain, destabilization in countries of origin, integration challenges, and the emergence of new inequalities and social tensions in recipient societies. Instead, a balanced approach that prioritizes sustainable workforce development and targeted immigration policies is essential.”)
Weihnachten und Karneval statt Ramadan und „Ehrenmord“
Und in genau dieser Diktion geht es in den Unterpunkten dieses Abschnitts weiter, wobei ich nur die ersten beiden zitieren möchte. Es beginnt mit:
„Unkontrollierte Masseneinwanderung verhindern: Ein kontrolliertes Einwanderungssystem, das auf Berufe, in denen Arbeitskräftemangel herrscht, ausgerichtet ist, ist essentiell für wirtschaftliche Stabilität und soziale Integration. Anstatt auf unkontrollierte Masseneinwanderung zu setzen, sollte das Ziel sein, selektiv qualifizierte Arbeitskräfte, die kritische Arbeitsplätze besetzen können und positiv zur Gesellschaft beitragen, anzuziehen.“
(„Preventing Uncontrolled Mass Immigration: A controlled immigration system that targets professions facing labour shortages is essential for economic stability and social integration. Instead of uncontrolled mass migration, the focus should be on selectively attracting skilled workers who can fill critical positions and contribute positively to society.“)
Und weiter heißt es im nächsten Unterpunkt mit dem Titel „Integration fördern“ („Fostering integration“): „Einwanderer sollten bei der Integration in die Aufnahmegesellschaft begleitet werden, indem sie die Sprache lernen und sich an die herrschenden sozialen und kulturellen Normen anpassen.” („Immigrants should be guided toward integration into the host society by learning the language and adapting to shared social and cultural norms.“) Oder direkt gesagt, Weihnachten und Karneval statt Ramadan und „Ehrenmord“.
Bis zur Selbstabschaffung Deutschlands weitergehen
Teilt man, wie der Autor, die generelle Meinung, die in diesem Bericht vertreten wird, dann machen deutsche Politiker in der Einwanderungspolitik mindestens die letzten zehn Jahre, aber eigentlich schon seit Jahrzehnten, so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann. Eine Schlussfolgerung, die mittlerweile so eindeutig auf dem Tisch liegt, dass es verblüffend ist, wie vehement der politmediale Komplex in Deutschland das Offensichtliche nach wie vor leugnet. Und nicht nur das: Nach dem, was zurzeit so über „Sondierungs-“ und sonstige Hinterzimmergespräche in die Medien gelangt, sind die Politiker der selbsternannten „demokratischen Mitte“ in Deutschland fest entschlossen, diesen Holzweg mit tatkräftiger Unterstützung von „Qualitätsmedin“ (aus Steuergeldern direkt oder indirekt bezahlte Medien verschiedenster Art) und „Zivilgesellschaft“ (aus Steuergeldern bezahlte, offiziell privat organisierte Organisationen) bis zur Selbstabschaffung Deutschlands weiterzugehen.
Natürlich muss man nicht mit allem übereinstimmen, was in diesem Bericht steht. Viele Vorschläge, wie etwa die zu „Active Ageing“ sind zwar vielleicht gut gemeint, aber dass eine globale UN-Initiative „UN-Jahrzehnt des gesunden Alterns“ („UN Decade of Healthy Ageing“) irgendetwas daran ändern könnte, wie Menschen mit ihrem persönlichen Altern umgehen, halte ich bestenfalls für naiv. Was Menschen dafür vor allem brauchen, sind ausreichende finanzielle Mittel, ein funktionierendes soziales Umfeld und eine Umgebung, in der sie sich angstfrei bewegen können – alles Voraussetzungen, die von deutschen Politikern seit Jahrzehnten aktiv sabotiert und demontiert werden.
Aber wie bereits mehrfach erwähnt, lohnt es sich auf alle Fälle, die 22 Seiten des Berichts vollständig zu lesen, alleine schon, weil er sich in seiner Sichtweise so deutlich von den gewohnten Ergüssen internationaler Organisationen unterscheidet. Und deshalb möchte ich zum Schluss auch einfach noch einmal Gudrun Kugler in ihrem ebenso menschenfreundlichen wie lebensbejahenden Tonfall zu Wort kommen lassen, und zwar mit dem vorletzten Absatz auf Seite 22 ihres Berichts:
„Der menschliche Geist ist innovativ und hat in der Geschichte immer wieder bewiesen, dass Herausforderungen bewältigt werden können. Unzählige Male haben Völker Unheil und Schwierigkeiten in Chancen verwandelt und wir haben die Welt zu einem besseren Ort gemacht. Wir sind gestrauchelt – aber wir sind aufwärts gestrauchelt!“
Teil 1 finden Sie hier.
Andreas Zimmermann ist promovierter Naturwissenschaftler und lehrt an einer deutschen Hochschule. Er schreibt hier unter einem Pseudonym.
Alles schrumpft,auch die Germanen.
@Robert Sch.:L Ich danke Ihnen für Ihre Ausführungen, ab und zu mal etwas Vernünftiges tut gut, der doofe Rest ist Dummheit, Schweigen. Gruß Giesemann
@Geert A.: Das ist doch kindisch.
Aber sie werden, wie in den vergangenen MIllionen Jahren, überleben. Sicher, fragt sich bloß, wie.
Natürlich wird sich die menschliche Population verändern. Organismen von der Größe des Menschen halten sich im Allgemeinen nicht in milliardenfacher Ausführung auf diesem Planeten auf. Wenn sich diese Spezies nicht selbst durch Kriege eindämmt, dann gibt es noch einige andere Ereignisse, die dies bewerkstelligen könnten. Man denke z. B. an Supervulkanausbrüche oder Asteroide. So manche Ausbruchsgebiete sind bereits arg „überfällig“. Im Durchschnitt alle 40000 Jahre bricht das Magnetfeld der Erde zusammen und polt sich um. Das letzte Mal geschah dies aber vor 100000 Jahren, ist also auch „überfällig“. Wir wissen nicht, wie es uns ergeht, wenn die kosmische Strahlung ungehindert für einige Zeit auf uns hernieder prasselt. Unsere elektronischen Gerätschaften könnten allerdings in Mitleidenschaft gezogen werden. Wir wissen es nicht. Eine irgendwann stattfindende Verringerung der Menschenzahl ist vermutlich wahrscheinlicher als eine ständig steigende.
Also – dann wäre es wirklich schlimm, wenn nur 1Mio Menschen auf unserem Planeten lebten? Menschen, die sich auf dem Weg zum Nachbarn verlaufen, oder verfahren haben und jämmerlich verendet sind – massenhaft vereinsamte und depressive, selbstmordgefährdete Menschen – durchschnittliche Lebenserwartung 25 Jahre? Keine Kriege, kein Burn-out, kein Streß? Ich kann und will so nicht leben. Habe den Artikel noch nicht zu Ende gelesen, werde es aber wieder aufnehmen, weil all die Dinge, die meiner Sozialisation ins Gesicht schlagen, von einem MINT-Autor und nicht von einem Geschwätzwissenschaftler ausgebrütet worden sind. Wird es ein gutes Ende nehmen? Bin schon sehr gespannt . . .
Mit einer kleineren Weltbevölkerung haben wir Erfahrung, mit einer größeren nicht, alles bleibt Spekulation. Rechnungen, man könne die gesamte Population, jeweils 4 stehend auf 1 Quadratmeter, auf der Fläche des Saarlandes unterbringen, sind kindliche Zahlenspielereien. Wir sind schließlich keine Ameisen, brauchen eine gewisse Distanz zu anderen, brauchen Raum zur Erzeugung von Nahrung und nicht alle Landflächen sind bewohnbar, der Großteil der Erdoberfläche ist ohnehin von Wasser bedeckt. Der zitierte Text von Frau Kugler benennt zwar vieles richtig, aber eine Begründung für weiteres Wachstum kann ich daraus nicht ablesen. Je mehr Menschen, desto mehr Begehrlichkeiten, das sieht man doch schon heute, wenn uns immer der so geliebte „Wohlstand“ wie die Möhre beim Esel, vor die Nase gehalten wird, und wenn man gleichzeitig die teils prekären Lebensverhältnisse armer Regionen in Betracht zieht. Daraus resultieren Neid, Hass und letztlich Kriminalität und Kriege, weil die Benachteiligten genau das haben wollen, was die anderen auch haben. Und tut mir leid, auf das „ewige Leben“, in einer Gesellschaft wie der aktuellen, kann ich gut verzichten. Wer das anstrebt, sollte sich fragen, was er davon erwartet. Und vorher auch bedenken, mit was er sich beschäftigen will: das Leben einer Amöbe führen, so wie viele heute schon, bei zunehmender Verblödung, nur von Trieben und billigen Vergnügungen bestimmt? Oder gibt es Menschen, die tatsächlich noch im Alter etwas Sinnvolles tun, außer den üblichen Vergnügungen und Beschäftigungen mit Nichtigkeiten? Ich finde, solange man keine höhere geistige Entwicklungsstufe erreicht/anstrebt, sollte man sich demütig mit der natürlichen Lebensspanne begnügen!