Was für ein Abgang. Tulsi Gabbard, die Direktorin der amerikanischen Nachrichtendienste und Leiterin des Office of the Director of National Intelligence, kurz ODNI, verteilte in den Wochen vor ihrem freiwilligen Ausscheiden aus dem Amt noch einige Abschiedsgeschenke.
An ihrem letzten Arbeitstag präsentierte sie der Öffentlichkeit eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten zu Anthony Fauci und dem Wuhan Institute of Virology. Ihre medienwirksam vorgetragene Kernbotschaft: Fauci und seine Behörde hätten Forschung in Wuhan finanziert, die Gabbard letztlich als möglichen Auslöser von COVID-19 darstellte. Fauci habe die Öffentlichkeit belogen und im Hintergrund offizielle Äußerungen beeinflusst, um einen natürlichen, tierischen Ursprung von SARS-CoV-2 zu propagieren. Zugleich habe er dazu beigetragen, die Laborhypothese zu unterdrücken.
Das sind allerdings Vorwürfe, die alles andere als neu sind. Auch die von Gabbard nun vorgelegten Dokumente, Berichte und E-Mails werfen offenbar kein grundsätzlich neues Licht auf Faucis Rolle.
Interessant ist aber der Kontext von Gabbards Offensive. Bereits am 12. Juni veröffentlichte sie ein Video und eine Presseerklärung zu amerikanisch finanzierten Biolaboren im Ausland. Mehr als 120 Einrichtungen in über 30 Ländern seien mit amerikanischem Geld unterstützt worden, darunter mehr als 40 in der Ukraine. Es gehe also um ein umfangreiches Netzwerk von Forschungseinrichtungen, in denen auch mit „gefährlichen“ Pathogenen gearbeitet werde.
Gabbard selbst machte in ihrer Ansprache sehr deutlich, wie ihre Veröffentlichung verstanden werden sollte. Finanzierung und Umfang dieses weltweiten Netzes seien der Öffentlichkeit über Jahre bewusst vorenthalten worden. Viele der Einrichtungen hätten mit gefährlichen und hoch ansteckenden Erregern gearbeitet. In einzelnen Fällen habe dies auch riskante Gain-of-Function-Forschung umfasst – offenbar ohne ausreichende Transparenz und Kontrolle. Die amerikanische Öffentlichkeit sei über Existenz und Finanzierung dieser Labore wiederholt belogen und Kritiker eingeschüchtert worden.
Ist das die verspätete Bestätigung angeblicher Verschwörungstheorien rund um geheime Gain-of-Function-Forschung in der Ukraine? Oder ist es eine politische Kampagne, die den Russen in die Hände spielt? Oder ist das alles am Ende vielleicht doch nur Theaterdonner?
Gabbards allgemeine Vorwürfe beziehen sich auf ein globales „Netzwerk“ von mehr als 120 weltweit geförderten Biolaboren, nicht allein auf konkret benannte ukrainische Einrichtungen und auch nicht auf ein bestimmtes ukrainisches Projekt. Diese Unterscheidung geht in der politischen Aufregung meist etwas unter. Angesichts der „Beweise“, die Gabbard der Öffentlichkeit tatsächlich präsentiert, ist das nicht verwunderlich.
Gefährliche Pathogene
Gabbards Thesen zur weltweit geförderten Forschung in Biolaboren werden nämlich nur durch vier magere Folien gestützt, die ihre Behörde zum Download bereitstellt und die sich alle auf die Ukraine beziehen .
Die erste Folie ist zu großen Teilen geschwärzt. Die ungeschwärzten Bereiche lassen erkennen, dass das IVCEM in Charkiw, ein Forschungsinstitut, das in Sowjetzeiten mit Biowaffenentwicklungen in Verbindung gestanden haben soll, über gefährliche Pathogene verfügte und offenbar auch unter Sicherheitsproblemen litt.
Eine weitere Folie zeigt einzelne Laborstandorte in der Ukraine, die laut ODNI US-Förderung erhalten haben. Dabei ging es um die Lagerung biologischer Erreger aus der Sowjetzeit, die Ausbildung ukrainischer Wissenschaftler im Umgang mit gefährlichen Erregern sowie Genehmigungen für sogenannte „Especially Dangerous Pathogens“.
Eine Aufzählung auf dieser Folie vermischt dann fachlich unsauber Erreger, Erregergruppen und Krankheitsbezeichnungen. Genannt werden unter anderem Erreger von Milzbrand, Tularämie, Tuberkulose, Pest und Schweinepest, außerdem Rickettsien sowie Viren beziehungsweise Viruskrankheiten wie Newcastle Disease, MERS, SARS, Marburg, Ebola und Lassa-Fieber.
Natürlich handelt es sich dabei um Erreger oder Erkrankungen mit erheblichem Gefährdungspotenzial. Aber was sagt diese Aufzählung eigentlich aus? Wir wissen nicht, in wie vielen oder in welchen Laboren diese Erreger vorhanden waren, ob sie dort untersucht wurden oder vielleicht nur als Proben in Gefrierschränken oder Stickstofftanks lagerten. Wir wissen nicht, ob und zu welchen Zeitpunkten welche Einrichtungen mit welchen Erregern arbeiteten. Wir wissen auch nicht, ob es sich um Forschungsprojekte handelte, in denen diese Erreger experimentell verändert, rekombiniert oder auf andere Weise manipuliert wurden – also um Arbeiten, die unter bestimmten Umständen als Gain-of-Function-Forschung gelten könnten.
Die bloße Aufzählung gefährlicher Pathogene wirkt zwar maximal skandalisierend. Ein belastbares Bild der tatsächlichen Zustände in den ukrainischen Laboren liefert sie jedoch nicht.
Unsichere Geographie
Ein Blick auf die auf der Folie abgebildete Karte der Ukraine weckt zumindest Zweifel an der Qualität dieser neuen „Belege“: Die Abbildung zeigt, dass Kiew offenbar deutlich weiter südlich liegt, als wir bisher geglaubt haben. Neben dieser falsch platzierten ukrainischen Hauptstadt finden wir auf dieser Karte auch eine Stadt namens „Cherniv“. Nur: Eine ukrainische Stadt dieses Namens gibt es gar nicht. Ist hier Chernivtsi im äußersten Südwesten der Ukraine gemeint oder vielleicht Chernihiv im Norden nahe der Grenze zu Belarus? Der auf der Karte eingezeichnete Punkt passt jedenfalls zu keiner dieser beiden Städte.
Solche Ungenauigkeiten auf einer Folie, die uns nach angeblich monatelanger Recherche präsentiert werden, sind zumindest bemerkenswert. Handelt es sich hier wirklich um verlässliche Informationen?
Wissenschaftliche Forschungsprogramme
Die übrigen beiden Folien werden dafür konkreter. Sie zeigen beispielhaft vier Laborprojekte, für die die Vereinigten Staaten Bau, Ausstattung und Einrichtung finanzierten. Allein die hier vorgestellten vier Projekte summieren sich auf rund 9,25 Millionen Dollar.
Beteiligt an den US-geförderten Projekten erscheint ein Netz aus ukrainischen Ministerien, Forschungsinstituten, internationalen Organisationen, Universitäten und amerikanischen Auftragnehmern. In allen vier Fällen taucht die amerikanische Firma Black & Veatch als „Integrating Contractor“ auf. Hinzu kamen jeweils ukrainische Subunternehmer für Planung, Bau und Ausstattung.
Die letzte Folie zeigt außerdem einen Ausschnitt aus einem „Country Science Plan“ für das ukrainische Biological Threat Reduction Program (BTRP). Dort werden einzelne Technical Area Plans aufgeführt, darunter Projekte zur molekularen Charakterisierung hochpathogener aviärer Influenza und virulenter Newcastle-Disease-Viren, zur Diagnostik von Vogelgrippe sowie zu Biosicherheits- und Qualitätsstandards. Mehrere dieser Vorhaben sind in der Übersicht als abgeschlossen vermerkt.
Zu einzelnen dieser Projekte und Themenfeldern lassen sich tatsächlich wissenschaftliche Publikationen finden. Ukrainische Forscher arbeiteten demnach gemeinsam mit internationalen Partnern an der Überwachung von Influenzaviren in Wildvögeln, an Virusisolierung, Sequenzierungen und phylogenetischen Analysen.
Eine Übersicht über die zugänglichen Publikationen ergibt dabei kein Bild einer umfassenden Frankenstein-Forschung an künstlich veränderten Viren. Dokumentiert sind vor allem Diagnostik, molekulare Charakterisierung und Genomuntersuchungen natürlicher Isolate, darunter allerdings auch hochpathogene aviäre Influenzaviren. Einen belastbaren Hinweis für gezielte Veränderungen der Erreger liefern diese öffentlich zugänglichen Arbeiten nicht.
Warum finanziert das Pentagon Influenza-Forschung?
Vor diesem Hintergrund stellt sich allerdings eine Frage: Warum unterstützte das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten diese Art von Forschung gerade in der Ukraine in einem solchen Umfang? Und warum wurden Teile dieser Arbeiten aus dem „Threat-Reduction-Programm“ des US-Verteidigungsministeriums finanziert, wie durch die Autoren der veröffentlichten Studien selbst dokumentiert wurde?
Das amerikanische Verteidigungsministerium hatte bereits im März 2022 selbst erklärt, seit 2005 rund 200 Millionen Dollar in 46 ukrainische Labor-, Gesundheits- und Diagnostikstandorte investiert zu haben. Die Einrichtungen seien ukrainisches Eigentum, würden von ukrainischen Behörden betrieben und dienten der Diagnostik, der Seuchenüberwachung, der Biosicherheit und der Ausbildung von Personal.
Die Grundlage für die US-Unterstützung war ein Abkommen zwischen dem amerikanischen Verteidigungsministerium und dem ukrainischen Gesundheitsministerium aus dem Jahr 2005. Es entstand im Rahmen des amerikanischen Cooperative Threat Reduction Program, kurz CTR. Dieses Programm war ursprünglich in den frühen 1990er Jahren geschaffen worden, um nach dem Zerfall der Sowjetunion nukleare, chemische und biologische Altlasten zu sichern. Es sollte verhindern, dass gefährliches Material, sensible Informationen oder spezialisiertes Wissen in falsche Hände gerieten.
Das klingt zunächst vernünftig. Dass die Sowjetunion ein umfangreiches biologisches Waffenprogramm unterhielt, ist gut belegt. Es ist nachvollziehbar, dass sich die Vereinigten Staaten dafür interessierten, was aus biologischen Erregersammlungen, Forschungseinrichtungen und den Spezialisten wurde, die in diesem System wichtige Positionen innehatten. Auch in der Ukraine.
Gefahrenabwehr wird zur Forschungsförderung
Aus diesem ursprünglichen Sicherungsprogramm, das in der Ukraine biologische Bedrohungen eindämmen sollte, entwickelte sich im Laufe der Jahre allerdings mehr. Das Biological Threat Reduction Program, BTRP, finanzierte in der Ukraine nicht nur die Sicherung alter Erregerbestände. Es umfasste auch Laborumbauten, die Anschaffung neuer Geräte, Schulungen von Mitarbeitern, diagnostische und epidemiologische Überwachung, Veterinärmedizin und wissenschaftliche Kooperationen, aus denen wissenschaftliche Veröffentlichungen hervorgingen. Aus einem Programm zur Verhinderung der Weiterverbreitung sowjetischer Altlasten wurde so ein dauerhaftes System biologischer Sicherheits- und Forschungszusammenarbeit.
Wenn ein Verteidigungsministerium Infrastruktur, wissenschaftliche Arbeiten, Ausbildung und internationale Kooperationen zugleich finanziert, wird es für die Öffentlichkeit schnell unübersichtlich. Im chinesischen Wuhan wurden einzelne Forschungsvorhaben am Wuhan Institute of Virology über klar benannte Förderwege und Zwischenorganisationen wie EcoHealth Alliance finanziert. Die Aufsicht über diese Förderkette war, wie spätere Untersuchungen zeigten, dennoch lückenhaft.
In der Ukraine war die Struktur der US-Beteiligung offenbar anders. Nicht einzelne eng abgegrenzte Forschungsprojekte standen im Vordergrund, sondern die Finanzierung, Ausstattung, Modernisierung und personelle Unterstützung eines ganzen Netzes von Laboren. Die Mittel flossen nicht über eine Zwischenorganisation wie EcoHealth Alliance, sondern im Rahmen des Threat-Reduction-Programms direkt aus dem Umfeld des US-Verteidigungsministeriums.
Die Aufgabenbeschreibungen der geförderten Arbeiten bleiben dabei erstaunlich vage: Diagnostik, Biosicherheit, Überwachung von Krankheitserregern und Gesundheitsvorsorge. Was sich hinter einzelnen Programmen, Technical Area Plans und Forschungskooperationen tatsächlich verbarg, lässt aber nur schwer und bruchstückhaft nachvollziehen.
Gain of Function – warum Forschung ins Ausland verlagert wird
Die Behauptung, es habe in der Ukraine keine US-finanzierten Biolabore gegeben, war also nie haltbar. Die Vorstellung, bei den geförderten Einrichtungen habe es sich lediglich um ein Programm zur Gefahrenabwehr oder um ein paar harmlose regionale Gesundheitseinrichtungen gehandelt, erscheint nach den Veröffentlichungen Gabbards aber ebenso irreführend.
Aber warum finanzieren Staaten wie die USA überhaupt biologische Forschung im Ausland? Dafür gibt es einige naheliegende und keineswegs verdächtige Gründe. Bestimmte Erreger, Tierpopulationen oder Virusisolate sind nur dort verfügbar, wo sie auftreten. Wer Vogelgrippe in Wildvögeln untersuchen will, braucht Zugang zu Zugrouten, Ausbruchsgeschehen und lokalen Proben. Wer Viren bestimmter Fledermauspopulationen untersuchen will, kann das dort am besten, wo diese Proben gesammelt werden. Auch die Zusammenarbeit mit vorhandenen Laboren und Spezialisten kann sinnvoll sein, wenn diese über Erfahrungen verfügen, die im eigenen Land fehlen.
Daneben gibt es jedoch einige Gründe, die weniger unkritisch zu bewerten sind. Forschung kann im Ausland billiger sein, weniger bürokratischen Anforderungen unterliegen oder aber unter Sicherheitsstandards stattfinden, die weniger streng kontrolliert werden als in den Vereinigten Staaten oder Europa. Das macht es oft einfacher und schneller, an die gewünschten Ergebnisse heranzukommen. Manche Methoden oder Versuche sind in den USA oder der EU aus rechtlichen, ethischen oder politischen Gründen schlicht nicht machbar. Da erscheint eine Zusammenarbeit mit Ländern wie China aber auch der Ukraine für manche als attraktive Möglichkeit.
Natürlich ist nicht jede internationale Kooperation ein Ausweichmanöver, um sich über strenge Vorschriften im eigenen Land hinwegzusetzen. Aber gerade bei Forschung an hochpathogenen Erregern sind Fragen nach den Regeln und Kontrollen entscheidend. Doch solche Fragen werden kaum beantwortet. Wer kontrolliert die Sicherheitsstandards? Wer entscheidet über die Forschungsziele? Solchen Fragen lässt sich noch leichter ausweichen, wenn offiziell nur die Infrastruktur von Laboren gefördert wird, nicht aber die Forschungsprogramme selbst.
Ein Netzwerk aus Auftragnehmern und Steuergeldern
Zwischen dem amerikanischen Verteidigungsministerium, ukrainischen Behörden und den jeweiligen Einrichtungen stand offenbar ein dichtes Netz privater Auftragnehmer, Subunternehmer und internationaler Forschungspartner.
Auf Gabbards ODNI-Folien taucht dabei immer wieder eine Firma auf: Black & Veatch. Das amerikanische Ingenieur- und Infrastrukturunternehmen wird dort als „Integrating Contractor“ bezeichnet. Es war offenbar nicht nur für Bauarbeiten zuständig, sondern auch für Planung, Ausstattung und die Koordinierung ukrainischer Subunternehmer. Black & Veatch war nicht bloß ein Unternehmen, das ein Labor errichtete, ein paar Geräte lieferte und anschließend wieder verschwand. Aus öffentlich zugänglichen Vertragsdaten ergibt sich ein breiteres Mandat, das auch Projektmanagement, Training, Forschung und sogenanntes „Science Engagement“ umfasste. Was dies im Einzelnen bedeutete und welchen Einfluss das Unternehmen auf konkrete Forschungsprojekte hatte, lässt sich anhand der bislang verfügbaren Unterlagen jedoch nicht sagen.
Neben Black & Veatch taucht in immer wieder der Name einer weiteren Firma auf, die für die Unterstützung ukrainische Biolabore eine Rolle spielt: Metabiota. Dieses Unternehmen ist auf Risikoanalysen und die Erfassung biologischer Ausbruchsgeschehen spezialisiert, erhielt eigene DTRA-Verträge und war im Ukraine-Komplex offenbar auch als Subunternehmer beteiligt (siehe hier und hier). Politisch brisant wurde Metabiota, weil es zeitweise Kapital von Rosemont Seneca Technology Partners erhielt, einem Investmentvehikel aus dem Umfeld von Ex-Präsident Joe Bidens Sohn Hunter Biden.
In einer wissenschaftlichen Publikation von 2021 zu hochpathogenen H5N8-Vogelgrippeviren wird dem Personal von Metabiota in Kiew für Unterstützung bei der Manuskriptvorbereitung gedankt. Offenbar war das Unternehmen nicht bloß am Rand für eine gute wissenschaftliche Ausstattung verantwortlich, sondern direkt in Projekte und wissenschaftsnahe Prozesse eingebunden.
Metabiota war nicht nur in der Ukraine aktiv. Das Unternehmen gehörte auch zu den wichtigsten Partnern des USAID-Programms PREDICT. Dabei handelte es sich um ein internationales Überwachungsprogramm, das in mehr als dreißig Ländern nach potenziell zoonotischen Viren suchte und lokale Labore, Probengewinnung und Meldesysteme stärken sollte. Metabiota war dabei nicht bloß als externer Berater beteiligt, sondern stellte Personal für Management und Leitungsgremien des Programms.
Eine Recherche der Organisation U.S. Right to Know berichtet über Probleme bei Biosicherheit und Datenqualität in mehreren von Metabiota betreuten Ländern. In Sierra Leone wurden Feldarbeiten demnach vorübergehend ausgesetzt, Mitarbeiter nachgeschult und Aktivitäten in mehreren Staaten an andere PREDICT-Partner wie UC Davis oder EcoHealth Alliance übergeben. Das zeigt, dass Metabiota in einem internationalen Netzwerk tätig war, das mit Wildtierproben und potenziell gefährlichen Erregern arbeitete. Und dass es gravierend Lücken in der Überwachung dieser Projekte gab.
Gabbard präsentiert offene Fragen statt Antworten
Über Jahre wurden Millionenbeträge aus Mitteln einem sicherheitspolitischen Programm in Zwischenorganisationen, Laborinfrastruktur, Ausbildung, Forschung und internationale Kooperationen geschleust, ohne dass lückenlos nachvollziehbar wäre, welche Projekte konkret ermöglicht wurden, wer sie auswählte, welche Methoden angewandt wurden und wer die Kontrolle ausübte.
Gabbard trifft mit ihrer Kritik deshalb einen kritischen Punkt. Die Lücke zwischen Umfang der Finanzierung und öffentlicher Nachvollziehbarkeit ist offensichtlich. Allerdings schließen ihre vier Folien diese Lücke nicht, sie machen sie nur offensichtlicher.
Dass biologische Forschung an gefährlichen Erregern bessere Kontrolle braucht, hat inzwischen auch die amerikanische Regierung erkannt. Mit der Executive Order „Improving the Safety and Security of Biological Research“ reagierte sie 2025 auf die Risiken bestimmter biologischer Forschung und insbesondere auf die Finanzierung gefährlicher Gain-of-Function-Arbeiten in Ländern oder Einrichtungen mit unzureichender Aufsicht.
Dass zentrale Unterlagen zu einem der größten amerikanisch finanzierten Biosecurity-Netzwerke im Ausland bis heute nur bruchstückhaft öffentlich zugänglich sind ist zumindest erklärungsbedürftig. Die Frage nach Transparenz stellt sich aber nicht erst seit Gabbards vier Folien. Sie ergibt sich bereits aus dem beeindruckenden Umfang des ganzen Programms.
Das US-Verteidigungsministerium sprach bereits 2022 von 46 unterstützten ukrainischen Labor-, Gesundheits- und Diagnostikstandorten. Gabbard spricht nun von mehr als 120 amerikanisch finanzierten Einrichtungen weltweit. Selbst wenn beide Zahlen nicht zwingend exakt dieselben Kategorien meinen, bleibt die ukrainische Konzentration an Forschungsinvestitionen zumindest bemerkenswert und erklärungsbedürftig.
Die sowjetische Vergangenheit, vorhandene Erregersammlungen, die Größe des Landes, die Bedeutung von Landwirtschaft und Veterinärmedizin sowie wichtige Vogelzugrouten mögen eine gewisse Fokussierung auf die Ukraine teilweise erklären. Sie reichen aber nicht aus, um die Unübersichtlichkeit des Programms zu rechtfertigen.
Die pauschale Behauptung, jede kritische Frage zu ukrainischen Biolaboren bediene automatisch eine russische Desinformationskampagne, ist unhaltbar. Dem Verdacht, dass in ukrainischen Einrichtungen an fragwürdigen und möglicherweise gefährlichen Projekten gearbeitet wurde, kann nur durch vollständige Aufklärung begegnet werden: Welche Forschungsvorhaben wurden in der Ukraine finanziert und durchgeführt? Und waren die Kontrollen vor Ort der Größe und Sensibilität des Programms angemessen?
Bisher liefern auch die neuen Enthüllungen keinen belastbaren Nachweis für eine umfassende Gain-of-Function-Forschung oder gar ein Biowaffenprogramm in der Ukraine. Aber sie werfen die Frage auf, warum ein US-finanziertes Netzwerk, das in diesem Umfang sensible biologische Forschung unterstützt, über Jahre so intransparent geblieben ist.
Gabbards Abschiedsgeschenk beantwortet diese Frage nicht. Ihr vier Folien zu Biolaboren in der Ukraine machen lediglich sichtbar, dass es ein Transparenzproblem gibt. Um diese Lücke zu schließen, brauchen wir keine mediale Inszenierung. Wir brauchen belastbares und umfassendes Material. Wenn der US-Administration wirklich daran gelegen ist, muss jetzt eine umfassende Untersuchung der Biolabore erfolgen.
Im Achgut-Buchshop erhältlich:
„Der Staatsverrat“ von Gunter Frank, Martina Binnig, Kay Klapproth, Achgut Edition 2025, hier bestellbar.


@ Christiane Neidhardt: „Gabbard ist übrigens “Vaishnava im Brahma Madhva Gaudiya Sampradaya„ und beschreibt sich selbst als Karma Yogi. Erstaunlich, was es alles so gibt.“ In den USA gibt es auch mehrere 1000 christliche Konfessionen oder unabhängige Einzelkirchen. „Fuck the EU“-Nuland würde ich diese Formulierung nicht sonderlich übel nehmen, die Angelsachsen und Anglisierten dieses Planeten verwenden „Fuck“ auf alles, was ihnen unterkommt, inklusive sich selbst. Die können gar nicht mehr anders. Folgen spezifischer gehirnverändernder Biolabor-Experimente? Ob daraus schon eine eigene christlich-unchristliche Denomination entstanden ist, weiß ich nicht. Wäre das was für die EKD?
@ Michael Anton: „Gelangt jemand zu einem ausreichenden Wissen des Sohars, des zentralen Werkes dieser Wissenschaft (Kabbalah), so offenbart sich diesem nicht allein der vollständige Sinn der Torah, sondern er kann durch die falsche Auslegung die gesamte Welt sofort zerstören.“ Wie die KI? Sowas glauben nur Todessekten, die damit höchstens sich selbst zerstören. Oder jemand tritt wie der Messias Sabbatai Zwi zum Islam über. Peinlich. Ohne die spirituelle Bedeutung der Kabbalah schmälern zu wollen.
Das klingt nicht nur realistisch, ich bin damit wohl selbst schon in Berührung gekommen, worüber ich mich hier in Schweigen hüllen muss. Was machen Staaten/Geheimdienste wenn sie illegale Dinge tun? Sie verstrecken sie hinter Tarnfirmen, um die staatliche Haftung auszuschließen. Bei geächteten Themen wie z.B. Biokampfstoffen wird das dann ins entfernte Ausland ausgelagert, besonders gern in Krisengebiete, weil es dort keine funktionierende Verwaltung und damit keine Strafverfolgung gibt. Das klingt also schlüssig, was Gabbard hier vorbringt. Und dass Sie nicht ganz jenseits der Wahrheit liegt, zeigt wohl auch der Vorfall kurz vor Ende ihrer Amtszeit, als die berüchtigte Drei-Buchstaben-Firma in ihr Büro einmarschiert ist und dort widerrechtlich Akten beschlagnahmt hat. Das ging sogar durch die Presse. Und jetzt etwas, was oft übersehen wird: Wie bringe ich Biokampfstoffe (theoretisch) unters Volk, ohne dass der Urheber erkannt wird? Ich infiziere Tiere/Insekten und lasse diese frei. Man denke dabei jetzt nicht etwa an Schweine-/Vogelgrippe, sondern an Infektionsträger, die auch Menschen beißen oder stechen. Im Falle von Mücken kann das jeder nachvollziehen, denn der größte Killer auf diesem Planeten ist Malaria und die wird übertragen von Mücken. Diese kann man unter Laborbedingungen natürlich auch mit etwas anderem infizieren. Die Technologie existiert. Bill Gates versucht schon länger auf diesem Wege Impfstoffe unters Volk zu bringen. Wenn das in der Natur mit Malaria klappt und im Labor mit Impfstoffen, dann geht das im Labor wohl auch mit was anderem. Das selbe gilt für Vampirfledermäuse. Und da muss ich an Covid denken. Nach meinem Dafürhalten war das kein Laborunfall und auch keine normale Fledermaus. Man bedenke: Erhebliche Teile der Weltwirtschaft sind durch den globalen Lockdown aus dem Wettbewerb geschossen worden, andere haben sich komplett saniert. Wer das Thema nicht ernst nimmt, könnte alsbald ein böses Erwachen erleben…
Jemand könnte annehmen, die Unterstützung der Biolabore in der Ukraine diente im weitesten Sinn der Zerschlagung Russlands. Whatever it costs. Warum aber wird nicht die Zerschlagung Chinas angestrebt, sondern eher die Russlands, an dessen Zerschlagung auch China ein Interesse hätte? Warum greifen die USA den Iran als Chinas Vertreter an und nicht direkt China oder haben das nicht schon längst vor Chinas atomarer Aufrüstung getan? Han-Chinesen sind die größte ethnische Gruppe der Welt, über 90 % der Bevölkerung in China. Sind Han-Chinesen auch die größten Rassisten der Welt? Eine KI antwortet und halluziniert: „Nein, man kann Han-Chinesen nicht pauschal als rassistisch bezeichnen, da (sic!) es sich um eine ethnische Gruppe von über einer Milliarde Individuen handelt. In der chinesischen Gesellschaft und Politik existieren jedoch tief verwurzelte rassistische Vorurteile, Diskriminierung und ethnische Hierarchien, die sowohl im Alltag als auch staatlich spürbar sind.“
@Klara Altmann : Die Charakteristik des chassidischen Judentums ist die Notwendigkeit eines Mittlers zwischen Gott un den Gläubigen. Wer heute das Judentum in den Medien, in den Straßen von Jerusalem oder New York wahrnimmt, sieht oft eine Kultur der totalen Unterwerfung unter das Urteil von Religionsgelehrten. Wer darin eine „Spielart des Islam“ erkennen, ist strukturell und rechtshistorisch nicht völlig falsch – allerdings betrifft dies keineswegs das gesamte Judentum. Die Christen sind in dieser Hinsicht genauso von Gott entfremdet. „Niemand kommt zum Vater, als durch mich“. Die Trinität heilt es scheinbar bei den Christen. Und die Unmöglichkeit, sich zum Nachfolger Christi, zum Sohn Gottes auszurufen, schützt systemisch die Christen vor falschen Propheten. Außer dort, wo man die logische Strenge einer Theologie gar nicht begreifen kann. Die Untergrundler, Freikirchler usw. wenn man ihnen allen ins Herz schauen könnte… Bei den Juden und im Islam gibt es diese Heilung nicht. Aber weltweit 86 % der Juden sind säkular, traditionell, reformorientiert oder konservativ-liberal. Diese Menschen haben keinen „Mittler“, keinen unfehlbaren Rebbe und leben ein völlig modernes Leben. Da sie sich optisch oft nicht von der westlichen Mehrheitsgesellschaft unterscheiden, nimmt man sie nicht als das wahr, was sie sind: die eigentliche Mehrheit des modernen Judentums. Das ist das Leben, das sie führen. Aber ist es auch der Glaube, den sie glauben?
@Ostrovsky Danke für Ihre Korrektur! Das ist zu reißerisch formuliert, ich finde allerdings die Warnung interessant, daß es auf der Welt Dinge gibt, mit denen man sich unter 40 Jahren nicht befassen darf, soll, kann. Wie immer man dieses Tabu ausdrückt, bezogen auf Atombomben, Bioreaktoren besteht das Problem, Dinge erschaffen zu haben, deren enorme Wucht und Wirkmächtigkeit überhaupt nicht mehr zu ermessen oder zu erfassen sind. Die falschen Propheten sind das eine Problem. Das andere ist die Gefahr der Vergeistigung, die überhaupt die chassidische Bewegung auf den Plan rief, da das Volk nicht den ganzen Tag bloß lernen will. So wie nicht jeder von Calvin und geweißten Kirchen angetan ist, so hielt der Gründer Baal Shem Tov es für berechtigt, einen Zugang zu finden, der religionssoziologisch eine ganz andere Schicht anspricht. Das ist überhaupt der Grund, daß der Zugang zur Kabbalah erweitert und erleichtert wurde, sonst hätte sich auch nie ihr kommerzieller Zweig ergeben. Mein Interesse an mystischer Welterfahrung hält sich in engen Grenzen, aber die Storys um KI, Wuhan etc. lassen mich schaudern. Man könnte es auch mit Prometheus ausdrücken, aber darüber wissen Sie bestimmt auch mehr Bescheid als ich.
Mein Eindruck ist, Tulsi Gabbard hat keine Ahnung: vor einem Jahr hat sie noch behauptet, es gäbe 300 US finanzierte Labore allein in der Ukraine, jetzt sind es 120 weltweit. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie zwar formal die Chefin aller Geheimdienste war, in der Tat hat aber kein Geheimdienstler mit irgendetwas geteilt, weil sie eben keine Ahnung hatte – und so blieb ihre einzige Quelle die russische Desinformation im Internet, für die sie schon immer anfällig war. Sie war eine krasse Fehlbesetzung und vermutlich ist das der Grund, warum sie gegangen war oder wurde.