In Gaza leben 2,2 Millionen Menschen. In Israel 1,5 Millionen Palästinenser. Und jetzt erklären Sie mir, warum ein Staat, der angeblich einen „Genozid“ plant, es versäumt, bei der eigenen Bevölkerung anzufangen?
Ich habe nur noch meine Blase, in der ich noch denken darf. Manchmal denke ich, dass nicht ich es bin, der verrückt geworden ist – sondern die Welt. Dann rede ich. Und merke: Ich bin verloren.
Allein wenn ich versuche, das Wort Genozid zu erklären, schauen mich die Leute an, als würde ich ihnen gerade erklären wollen, dass die Erde rund ist – nur schlimmer. Nicht weil sie es nicht wüssten, sondern weil sie es nicht hören wollen. Denn sobald du anfängst zu erklären, machen sie dicht. Selbst in meiner Familie. Für sie bin ich der rechthaberische Typ, der blind Israel verteidigt. Einer, der nie locker lässt. Der einfach nicht spürt, wann man den Mund hält. Vielleicht haben sie recht – aber nur deshalb, weil das Publikum längst keine Argumente mehr will, sondern nur noch Zustimmung.
Also gut. Fangen wir beim Minimalprogramm an: Was ist eigentlich ein Genozid? Nicht das, was du auf dem nächsten Demo-Plakat siehst. Nicht das, was TikTok-Videos in Endlosschleife behaupten. Und schon gar nicht das, was Leute mit unterentwickeltem Stirnlappen brüllen, die das Wort „Idiot“ dreisilbig betonen: I-di-ot! (Wobei – vielleicht ist das noch ihr klügster Satz.)
Die Argumentation dieser Empörten ist ohnehin kurzatmig. Ihr Wortschatz besteht aus drei Etagen: Nazi, Rechts, Faschist. Ab dem vierten Stock gibt’s keine Luft mehr. Und Ahnung sowieso nicht.
Wenn du Massaker feierst, bist du Teil davon
Was mich wirklich trifft, ist nicht das Schweigen, sondern das Weglaufen – dieses „Klick“ im Kopf meines Gegenübers, wenn ich anfange, differenziert zu denken. Ich erkläre, dass Palästinenser Araber sind. Dass es 350 Millionen Araber gibt. Dass niemand einen „Genozid“ an einem Volk begehen kann, das in 22 Ländern lebt und dessen Zahl wächst – selbst im Krieg.
Und am Ende stehst du trotzdem da wie der Depp. Der Idiot. Der Rechthaber. Der mit der Israel-Flagge in der Seele. In meiner weitläufigen Familie – ich komme aus der Türkei – stehe ich längst allein da. Alle beteuern, sie seien keine Antisemiten. Und erzählen von der netten jüdischen Familie aus Istanbul, „die wir alle hatten“, in der Nachbarschafft. Hatten! Vergangenheitsform. Die Nachbarn sind weg. Auf sanften, aber bestimmten Druck. Richtung Frankreich. Richtung Israel. Richtung USA. Hauptsache weg.
Ich will nicht verallgemeinern, wirklich nicht. Aber ich weiß, dass ich auf der Skala des Antisemitismus nicht mal bei null stehe. Ich liebe Israel. Ich liebe meine jüdischen Freunde. Ich kann sie kritisieren – aber mit Herz, nicht mit Hass. Und dann höre ich diese „Gutmensch“-Unterscheidung: „Ich bin gegen die Hamas – aber für die Palästinenser.“ Ach so. Und ich bin gegen Hitler, aber für die NSDAP?
Ich habe am 7. Oktober 2023 keine Hamas-Funktionäre tanzen gesehen – sondern Palästinenser. Mit Süßigkeiten in der Hand und Gegröle im Gesicht. In Gaza. In Berlin. In London. In Paris. Wenn du Massaker feierst, bist du Teil davon. So einfach ist das.
Ihr habt es gewusst. Ihr habt es mitgetragen.
Es erinnert mich an die Nachkriegszeit. Damals hat niemand Mitleid mit den Deutschen gehabt – auch nicht mit den Unschuldigen. Die Welt sagte: Ihr habt es gewusst. Ihr habt es mitgetragen.
Und heute? Wenn du Gaza feierst, die Hamas verharmlost und Massaker relativierst, dann hast du es mitgetragen. Die Hamas hat zehntausende Kämpfer. In Gaza leben 2,2 Millionen Menschen. In Israel 1,5 Millionen Palästinenser. Und jetzt erklären Sie mir, warum ein Staat, der angeblich einen „Genozid“ plant, es versäumt, bei der eigenen Bevölkerung anzufangen?
Vielleicht, weil es keinen Genozid gibt? Sondern Krieg. Gegen Terror. Mit einem Gegner, der sich hinter Kindern versteckt. Und einem Westen, der lieber wegsieht. Oder mitgeht. Ich habe nicht mal mehr meine Familie. Aber ich habe meine Blase. Sie ist klein, aber sie ist klar. Und in ihr darf ich noch denken. Noch.
Ahmet Refii Dener ist Türkei-Kenner, Unternehmensberater, Jugend-Coach aus Unterfranken, der gegen betreutes Denken ist und deshalb bei Achgut.com schreibt. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite und bei Instagram.
Beitragsbild: CrisNYCa - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

@ Michael Müller: Dr. Bloch pflegte Hitlers todkranke Mutter teils unentgeltlich. Er nahm auch kein Geld für Medikamente. Der junge Hitler bedankte sich bei ihm tief gerührt für seine Fürsorge. Dr. Bloch meinte nie einen so gebrochenen Menschen gesehen zu haben wie den 17 jährigen Hitler nach dem Tod seiner Mutter. Hitler nannte nach dem „Anschluss“ 1938 Dr. Bloch einen „Edeljuden“ und bot ihm an ein „Ehrenarier“ zu werden. Dr. Bloch lehnte dankend ab. Hitler besuchte Dr. Bloch nicht. Es gab kein persönliches Wiedersehen. Dr. Bloch wurde zwar nicht drangsaliert, musste aber genauso wie viele andere Juden emigrieren und sein gesamtes Vermögen zurück lassen. Dr. Blochs letzter ergreifender Brief an Hitler kam wohl nie bei seinem Adressaten an. ✦ Was Ihre letzte Frage betrifft. Ich weiß es nicht. Bitte beantworten Sie sie.
Nochmal überarbeitet: „In Gaza leben 2,2 Millionen Menschen. In Israel 1,5 Millionen Palästinenser. Und jetzt erklären Sie mir, warum ein Staat, der angeblich einen “Genozid„ plant, es versäumt, bei der eigenen Bevölkerung anzufangen?“ Die arabischen Israelis sehen sich als Israelis. Warum soll die israelische Regierung etwas gegen diese Leute haben? Diejenigen, die im Gaza leben, sehen sich nicht als Israelis. Sie sehen sich als Palästinenser und wollen einen eigenen Staat. Dass die Palästinenser ein Recht auf einen eigenen Staat haben, wurde gerade in den letzten Tagen von Frankreich, England und Kanada sehr eindrücklich bestätigt, indem man Palästina als Staat anerkannte. Spiegel-Online hat heute (1.8.25) mal zusammengestellt, welche Staaten Palästina anerkennen und welche nicht. Ungarn hat Palästina schon 1988 anerkannt. Spanien, Irland und Slowenien zogen im vergangenen Jahr vor dem Hintergrund des Gazakriegs nach. Der Krieg brachte es also mit sich, dass als Ergebnis seither allein 5 europäische Staaten Palästina als Staat anerkannten. Nein, nicht als Belohnung für den 7.10.23, wie eine gängige Argumentation lautet – denn da hätte man Palästina am 8.10.23 anerkannt -, sondern als Ergebnis des langen Krieges mit all dem Leid. Aktuell erkennen 147 von 193 Uno-Mitgliedsstaaten Palästina als Staat an. Wenig ist das nicht!!! Übrigens: Auch der Heilige Stuhl erkennt als nicht-Uno-Mitglied Palästina an.
@Michael Müller / 01.08.2025: Hermann Göring: „Wer Jude ist bestimmen wir“. Verkündung der Nürnberger Gesetze 1935. Auschwitz Opfer?
Sehr geehrter Herr Dietmar Herrmann, Sie haben es trefflich beschrieben: Die Palis können sich nur vermehren, ansonsten haben sie zwei linke Hände und eine davon ist kürzer. Meine Landsleute aus Schlesien haben nach 1945 (mit anderen) Deutschland wieder aufgebaut ohne UNO Almosen. Die polnischen Flüchtlinge aus dem Osten genauso, heute sind Breslau und Danzig schöner als je zuvor. Die Zuwendung an Palis sind einzustellen und zwar sofort. OBI und Bauhaus können dort ihre Niederlassungen öffnen. Mehr nicht.
Respekt und Hut ab, sehr geehrter Herr Dr. Dener
Hypermoralische Kleinbürger haben sich über mehrere Jahrzehnte hinweg allmählich mehr und mehr in den angeblichen ‚Freiheitskampf‘ der angeblichen ‚Palästinenser‘ (eine Erfindung der 1960/1970er) hineingesteigert, dass sie nicht mehr zurück können. Das erfundene Opfervolk muss mit Zähnen und Klauen verteidigt werden. Und den Islam/Radikalislam will man schon gar nicht als Ursache/Triebkraft der Probleme im Nahen Osten erkennen oder benennen.
Chapeau!