Tamara Wernli / 09.06.2021 / 17:00 / 10 / Seite ausdrucken

Was im Journalismus falsch läuft

Alle waren zu Recht entsetzt über den Skandal um Claas Relotius. Dieser gab kürzlich der Schweizer Zeitschrift „Reportagen“ ein Interview, in dem er sich als psychisch krank darstellte und nebenbei erzählte, dass vermutlich die allerwenigsten seiner Texte korrekt gewesen seien. Doch wie konnte er es unter diesen Umständen im Journalismus eigentlich so weit bringen? Die Antwort liegt auf der Hand: Da die meisten Journalisten links der Mitte stehen, ist die Berichterstattung sehr einseitig. Das bestätigen auch Studien.

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Andreas Mertens / 09.06.2021

Ich halte Herrn Relotius keineswegs für psychisch krank (wobei Ferndiagnosen stets mit äußerster Vorsicht zu genießen sind). Welcher Art sollte denn diese Erkrankung sein? Etwa eine Pseudologia phantastica (ICD-10: F68.1), oder ein pathologischer Narzissmus (ICD10 F60.8) ? Oft ist die naheliegendste Erklärung auch die richtigste. Ich vermute es handelt sich bei Herrn Relotius Treiben schlicht um ausgeprägte kriminelle Energie. Aber das ist, darauf weise ich ausdrücklich hin, reine Spekulation. Was weiß ich denn schon. Ich arbeite erst seit 20 Jahren in der Psychiatrie.

Sabine Schönfelder / 09.06.2021

Hat Relotius Haftungsprobleme oder wird er neuerdings dafür bezahlt, daß er einen Systemfehler vertuscht, indem er seinen politischen Haltungsjournalismus als psychischen Defekt verkauft? So gesehen befindet er sich beim Spiegel epidemisch unter Mitinsassen. Praktischerweise entfernt man am Hauptsitz in Hamburg das Firmen-Emblem des Verlags und platziert stattdessen, geeigneterweise und nach außen sichtbar, die wahre Nutzung dieses Gebäudes: Irrenanstalt.

lutzgerke / 09.06.2021

Wenn Relotius sich als psychisch krank bezeichnet, ist das eher ein Beleg dafür, daß Redakteure gesund und krank nicht unterscheiden können, als daß die links der Mitte stehen. Was uns hier geboten wird, auf den Straßen, in den Zeitungen, in der Außen- und Innenwerbung, in der Fernsehunterhaltung, in den Parlamenten, sind traumatisierende Schocks. Während vor kurzem noch ein Bohei darum gemacht worden ist, daß die Deutsche Bank mit Lebensmitteln spekuliert hat, fällt die “Wette” auf Kinderimpfung gänzlich unter den Tisch. Die Widerwärtigkeiten zusammen genommen sind, ein Symptom für eine völlig aus dem Ruder gelaufene Pathogenese. Das Außen, die Wirklichkeit, ist die Innenwelt des Parlamentariers.

Hans-Peter Dollhopf / 09.06.2021

Ein Tick links, zwei Ticks libertär. Komme damit klar. Darf ich?

Volker Kleinophorst / 09.06.2021

Das Problem ist nicht die politischen Einstellung. Die gab es früher (Ich bin seit den späten 70ern dabei) auch, aber im wesentlichen (lassen wir ein paar Skandale aus der guten alten Zeit mal außen vor) ging es darum, wie ist die Geschichte und nicht, wie hätte ich gern die Geschichte. Das wurde auch so “gelehrt” an der Uni in Journalistenschulen. Zwei Quellen für alle schwierigen Fakten. Dass die Vorgesetzten beim Spiegel “alles tolle ,ehrliche Journalisten, Superprofis” so Relotius, auf ihn reingefallen sind, ist doch das eigentliche Problem. Relotius als Leumundszeuge für die Seriosität des Spiegel. Wir rufen auf den Zeugen: Claas Relotius. Muss nur ich da lachen.

Ralf.Michael / 09.06.2021

Frau Wernli : Überlegen Sie doch mal den Werdegang…Am Anfang…Ja, genau, am Anfang waren Die BILD-Reporter…BILD-Reporter konnte Jeder werden Smartfone reicht allemal und vollkommen aus, oder ?. Heute behaupten Die Alle, sie wären Journalisten. Die journalistische Qualität ist aber reiner ” Bullshit “. Für ein Pocket-Money kann man auch nicht mehr verlangen….Alles verstanden ??

j. heini / 09.06.2021

Und wieso nützen diese Studien nicht als Argument gegen die Rundfunkabgabe? Oder für eine Umgestaltung der ÖRR hin zu mehr “Diversität”?

Steffen Huebner / 09.06.2021

“Da die meisten Journalisten links der Mitte stehen, ist die Berichterstattung sehr einseitig.”  Das habe ich bereits auch ganz ohne Studien festgestellt und so wie ich, vermutlich viele Bürger ebenfalls. Was man dagegen tun könnte? Eigentlich nichts. Außer man schließt ARD und ZDF und entläßt das gesamte Personal. Danach stellt man - dem journalistischen Kodex verpflichtetes - Personal neu ein und öffnet dann wieder.—Ich weiß... aber man wird doch mal träumen dürfen?

Lutz Herrmann / 09.06.2021

Verehrte Mitleser, können Sie sich noch an die Mitschüler erinnern, die später Journalist geworden sind? Alles so kleine Relotiusse? Passt, würde ich sagen.

Bernd Meyer / 09.06.2021

Gute Journalisten machen sich angreifbar und halten zusammen. Und sie kommen in den Himmel. Wenn das kein Preis ist!

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