Gastautor / 18.04.2016 / 09:00 / 0 / Seite ausdrucken

Was hätte St.Martin ohne Mantel gemacht? (Serie Nächstenliebe, Teil 3)

Von Marei Bestek.

Der Schrei der „Willkommensaktivisten“ nach Hilfsbereitschaft ist laut. Es scheint, als hätte sich niemand dieser leidenschaftlichen Weltverbesserer einmal die Frage gestellt, warum wir eigentlich in der Lage sind, Flüchtlingen nicht nur Schutz zu gewähren, sondern sie auch mit Geld, Sach- und Dienstleistungen zu versorgen. Was hätte Sankt Martin damals getan, wäre er kein Soldat, sondern selbst nur ein armer Wandersmann gewesen? Er hätte keinen Mantel getragen und hätte diesen Mantel auch nicht teilen und weitergeben können. Wer wirklich helfen will, der muss sich zunächst um sich selbst kümmern. Auf sich selbst zu achten ist keine Form narzisstischer Eigenliebe, sondern eine nötige Voraussetzung, um Hilfe leisten zu können. Denn Nächstenliebe ist keine beliebige Opferbringung, sondern eine bewusste Handlung, die als allererstes Eigenverantwortung voraussetzt. Philosophin Ayn Rand sagte dazu: „Der wichtigste Beitrag, den jeder Mensch zur Lösung des Armenproblems leisten muss, besteht darin, selbst kein Armer zu sein.“. Wer Reichtum teilen will, muss zunächst welchen besitzen. Zurzeit machen wir allerdings nichts anderes, als den Reichtum, das Erbe, unserer Vorfahren auszugeben, also wieder „Dritte“ für uns zahlen zu lassen. Da wären zum einen unsere direkten Vorfahren, unsere Groß- und Urgroßeltern, die ihre Kraft und Lebenszeit investiert haben, um uns ein Leben im materiellen und immateriellen Reichtum zu ermöglichen. Zum anderen Erfinder und Forscher wie Gutenberg, Einstein oder Röntgen, Aufklärer wie Kant und Voltaire, Schriftsteller wie Goethe, Rilke, Schiller und Thomas Mann, die uns ein wertvolles Erbe hinterlassen haben, das es zu schützen, verteidigen und auszubauen gilt! Es scheint, als ob viele Menschen heutzutage gar kein Gespür mehr für die Endlichkeit des Lebens und den ursprünglichen oder immer noch vorhandenen Lebenskampf des Menschen haben. Das Gefühl für den Urschmerz und die eigene Sinnsuche gehen verloren, stattdessen verstecken sich immer mehr hinter ihrem Wohlfühlidealismus und anderen Ersatzreligionen, die erst der Dekadenz unseres westlichen Lebens entsprungen sind.

Morgen in Teil 4: Statt Hilfe wird ein Abhängigkeitsverhältnis geschaffen

Teil 1 finden Sie hier

Teil 2 finden Sie hier

Marei Bestek (25) wohnt in Köln und hat Medienkommunikation & Journalismus studiert.

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