
Das Ende der Wehrpflicht und das Urteil des BVerfG über den möglichen Einsatz der BW im Inneren haben das Ende des “Bürgers in Uniform” besiegelt. Diese traurige Brunnenbohrtruppe hat nichts mit der Verteidigung eines selbstbewussten Gemeinwesens zu tun - wozu auch, wenn sowohl Gemeinwesen als auch Selbstbewusstsein ad acta gelegt wurden. Eine Wehrpflichtarmee bewirkt, und das ist in meinen Augen das Wichtigste, dass ein Großteil der Bevölkerung in der Lage ist, mit Waffen umzugehen und in militärischen Strukturen handeln zu können. Da hat es ein potentieller Diktator schwieriger, bewaffnet gegen sein eigenes Volk vorzugehen. Warum wohl sind ‘89 in Leipzig keine Panzer aufgefahren? Viele Männer wären durch ihre NVA-Ausbildung in der Lage gewesen, mit einer Decke und einem Besenstiel einen Panzer stillzulegen. Eine Berufsarmee ist demgegenüber die ultima ratio eines diktatorischen Regimes.
Ich will es mal so sagen. Als Deutscher kann ich ja nur Soldat in einer deutschen Armee werden. Das lehne ich ab, weil Deutschland seine Glaubwürdigkeit im dritten Reich verspielt hat. Und was die Wehrmacht im Krieg der Zivilbevölkerung angetan hat, ist unverzeihlich und erfüllt mich mit großer Scham. Daher werde ich es nicht verteidigen. Die Demokratie steht auf tönernden Füßen. Nur versucht man heute in Deutschland nicht, ein viertes Reich zu errichten, sondern man macht es von Brüssel aus. Unsere Freiheiten werden immer mehr eingeschränkt, selbst der Eigentumbegriff wird ausgehöhlt. Aber die Bundeswehr wird nicht gegen Brüssel oder Straßburg marschieren, eher wird sie die Unfreiheit verteidigen.
Das deutsche Volk nennt sie pauschal keinen Berufsmörder. Das ist Unfug. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass es den einen oder anderen Menschen in diesem Lande gibt, der das, angesichts des internationalen Auftretens der Bundesrepublik, so sieht. Wer sich an ungerechten und verbrecherischen Kriegen beteiligt, der muss sich nicht wundern, dass er in die Nähe des Verbrechens gerückt wird. Dass die Amerikaner ihre Gedenktage begehen, ist zugegeben großes Kino. Ob sie allerdings aus den von ihnen geführten Kriegen etwas für die Gegenwart und Zukunft gelernt haben, bleibt fraglich. Dass die Amerikaner gegen die Nazis kämpften ist richtig. Ob sie gegen die Nazis kämpften, weil sie Angst vor dieser Ideologie und den Auswirkungen derselben hatten, oder es nur taten, weil sie Angst davor hatten, vom Kommunismus überrollt zu werden, ist offen. Dass der US-Amerikaner nach Europa und die Welt in den Krieg zog, um selbige vom Faschismus zu befreien, zweifele ich an. Seinem Land zu dienen, ist ehrenvoll. Einem Land zu dienen, ohne seine Ziele zu hinterfragen und seine Freunde zu kennen, ist nicht nur dämlich. Es schließt nicht aus, dass man selbst zum Verbrecher wird.
Man fragt sich, werden die Soldaten dieses System im Ernstfall noch verteidigen?
Toller Beitrag! Mein Vater war Soldat und lässt heute meine Kinder mit Bundeswehr-Plüschtieren und -Spielzeug spielen. Ich habe lange überlegt, ob ich das gut oder schlecht finden soll, und habe nach diesem Artikel endlich eine Antwort gefunden. Vielen Dank für den link! J. Stolte
Das mag jetzt gemein klingen, aber jeder Soldat, der sich wie der gute Mann aus dem Beitrag von Deutschland nicht genug be- oder gar missachtet fühlt, ist selber schuld. Schließlich haben alle diese Männer und Frauen sich freiwillig für den Dienst bei der Bundeswehr entschlossen. Er und seine Kameraden sind für einen jämmerlichen Sold bereit ihr Leib und Leben für ein Land zu gefährden, welches sie dermaßen verachtet wie er es selbst beschrieben hat: Linksextremisten, die Anschläge auf die Bundeswehr verüben, werden von der Presse durch ihr Schweigen geschützt und damit unterstützt; Schulen bekommen Friedenspreise, welche die Bundeswehr von Schulen fern halten; Jede noch so winzige Entgleisung eines Soldaten wird in der Presse breit getreten und zum neusten “rechtsextremen Skandal” aufgebauscht; Schon bei ihrer Vereidigung müssen Soldaten sich von Friedensbewegten und Linksextremisten als Massenmörder beschimpfen lassen; Und unsere Regierung pumpt lieber Billionen an Euro in Windräder und Solardächer als die zwingend notwendige Rüstung zu forcieren usw. usf. Liebe Soldaten, ihr seid selber Schuld. Meine Wenigkeit würde keinen Finger krum machen für ein Land, dessen tonangebende Schichten in Schulen, den Medien und der Politik soviel Verachtung für das Militär übrig haben. Ein solches Land ist keinen einzigen gefallenen Soldaten wert. Wenn die Pädagogen, Medienschaffenden und andere guten Menschen der Nation unbedingt “Frieden schaffen ohne Waffen” wollen, dann sollen sie es doch mal versuchen. Und wenn ein junger Mann unbedingt Soldat werden will, dann kann er das immer noch dort werden, wie z.B. in den USA, wo kein rot-grünes pazifistisches Meinungsklima herrscht. Ich habe den Wehrdienst übrigens verweigert und bin angesichts der beschriebenen Zustände in unserem Land rückblickend stolz darauf.
Wenn sich keine Armee gegen Hitler gestellt hätte, wäre auch WK II mangels Gegenwehr ausgefallen und wir hätten jetzt ganz wundervoll friedlichen weltweit einheitlichen Nazis- Irrsinn. Deshalb finden es hier auch ganz viele Friedensbewegte ganz wichtig, dass besonders und zu allererst Demokratien abrüsten- um ja niemanden zum “Krieg” zu provozieren. Keiner mag etwas gegen Diktaturen sagen,die Schwule an Baukränen aufhängen, wie der Iran, ihre halbe Bevölkerung in Lager sperren, wie Nordkorea oder metertief in Scheiße schwimmen lassen, während die “Elite” Millionen scheffelt, wie in Gaza - aber eine wehrhafte Demokratie ist natürlich böse, da sei die GEW vor. Dass unter den Nazis auch die freien Gewerkschaften abgeschafft wurden, hat man wohl erfolgreich verdrängt. O Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!
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