Es war die Nachricht des Samstagabends: Ayatollah Ali Chamenei, religiöses Oberhaupt und damit höchster Machthaber in der sogenannten Islamischen Republik ist tot. Erst verkündete US-Präsident Donald Trump die Nachricht, dann gab es Berichte von Jubel auf manchen Straßen in Teheran. Am frühen Morgen des 1. März 2026 gestanden auch die offiziellen iranischen Berichterstatter unter Tränen ein, wie die Medien berichteten:
„Mit brüchiger Stimme verkündeten Sprecher auf mehreren TV-Sendern gegen 2.30 Uhr deutscher Zeit den Tod Chameneis. ‚Das wird nicht schön für Trump enden“, sagte eine Moderatorin unter Tränen. ‚Sie werden sehen, was sie getan haben.‘ Wie die BBC berichtet, wurde im Staatsfernsehen zudem verlesen, dass er in seinem Büro getötet worden sei. Es wurde eine 40-tägige Staatstrauer angeordnet. Die iranischen Revolutionsgarden kündigten die „intensivste Offensivoperation“ an, um Israel und US-Stützpunkte im Nahen Osten anzugreifen.“
Die Propagandisten des Regimes wurden von den USA und Israel noch mit weiteren Anlässen zu Trauerbekundungen und Racheschwüren bedacht. Erst waren der Tod des Führers der iranischen Revolutionsgarden, Mohammad Pakpour, und des Vorsitzenden des nationalen Verteidigungsrats, Ali Schamchani, zu vermelden. Kurze Zeit später habe das iranische Fernsehen berichtet, dass auch der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Abdolrahim Mussawi, bei Angriffen auf eine Sitzung des Verteidigungsrates getötet wurde.
Man soll sich als kultivierter Mensch nicht über den Tod eines anderen Menschen freuen, aber wenn die Führer eines Regimes, dessen Macht auf Massenmord aufbaut, nicht friedlich in ihren Betten sterben, kann ich das nicht anders als gerecht empfinden. Und die Art der Kriegsführung, die auf gezielte Enthauptungsschläge gegen die Machthaber und Verantwortlichen setzt und die normale Bevölkerung möglichst schont, ist zumindest leichter erträglich, als würden die Bomben und Granaten größtenteils Unschuldige treffen.
„Später bekommen sie nur noch den Tod!“
Aber bleibt es dabei, bis das System der Mullah-Diktatur zusammenbricht? Wie lange kann es sich halten? Am Sonntagmorgen wurde berichtet, dass Teheran von einer gewaltigen Explosion erschüttert wurde. Über der Stadt sei eine riesige Rauchwolke aufgestiegen. Nach ersten Medienmeldungen habe sich die Detonation in einem Viertel ereignet, in dem sich die Zentralen der Polizei und des Staatsfernsehens befinden. Konnten diese Zentren der Repression und der Propaganda auch ganz gezielt getroffen werden?
Das derzeit noch lebende Führungspersonal des Regimes versucht zu suggerieren, dass die alten Herrscher trotz der Zäsur durch den Tod des Langzeit-Machthabers die Zügel der Macht fest und unbarmherzig in ihren blutigen Händen halten. Ein dreiköpfiger Rat soll das Land vorerst führen, heißt es. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi und ein weiteres Mitglied des Wächterrats übernehmen.
Das Trio sei die oberste Machtinstanz, bis der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, Chameneis Nachfolger benennt. Doch ist der Apparat unter den gegenwärtigen Kriegsbedingungen und der inneren Unruhe überhaupt noch in der Lage zu einer geordneten Neustrukturierung des Machtgefüges? US-Präsident Donald Trump hatte den hohen Funktionären des Mullah-Apparats anlässlich von Chameneis Tod ein Angebot gemacht, falls sie nicht mehr für ihr angeschlagenes Regime kämpfen wollen: „Jetzt können sie Immunität erhalten, später bekommen sie nur noch den Tod!“
Im Moment ist in all dem Informationsnebel nicht zu erkennen, ob dieses Angebot nennenswerten Anklang findet. Vielen aus dem Führungspersonal ist durchaus bewusst, für welche Verbrechen sie verantwortlich sind und dass sie vielleicht kein amerikanisches Immunitätsversprechen wirksam vor dem Rachedurst ihrer Opfer schützen kann.
Mehr Endkampf-Stimmung oder mehr Hoffnung?
Derzeit scheint die verbliebene Führung eher in Endkampf-Stimmung zu sein, denn sie schlägt in einer Weise um sich, die die Reihen ihrer Feinde eher stärkt. Die Raketen-Angriffe auf die arabischen Golf-Staaten führt letztere zu einem engeren Schulterschluss mit den USA. Dass fast der gesamte zivile Flugverkehr an so wichtigen Knotenpunkten wie Dubai und Abu Dhabi lahmgelegt wurde, dass der Iran Öltanker in der Straße von Hormus angegriffen hat und dass Luxushotels wie das Burj Al Arab in Dubai einen Treffer abbekommen haben, dürfte die Beißhemmungen der Herrscher auf der arabischen Halbinsel gegenüber dem Mullah-Regime in Teheran kaum stärken, im Gegenteil.
Daran ändern auch die aus den iranisch finanzierten Netzwerken organisierten Demonstrationen gegen US-Vertretungen wie in Bagdad und Karachi nichts. Bei versuchtem Sturm auf letzteres Konsulat gab es acht Tote, allerdings waren laut ersten Medienberichten keine Konsulatsmitarbeiter darunter.
Offenbar scheint es auch so, dass sich – wie möglicherweise zuvor informell abgestimmt – Russland zurückhält. Der Protest aus Moskau war zunächst zumindest nicht mehr als pflichtschuldig und vergleichsweise zurückhaltend. Ein paar derbere Sätze, die Putins Kettenhund Medwedew verbreiten durfte, gehörten wahrscheinlich eher in den Bereich der Polit-Folklore. Und dass Moskau sich der iranischen Forderung nach einer Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) anschließt, ist auch nicht gerade eine heftige Reaktion. Aber wird es dabei bleiben?
Vielleicht hat sich Russland mit diesem Krieg auch deshalb arrangiert, weil er die Ölpreise in die Höhe treibt und mehr Einnahmen generiert, die Moskau wegen des eigenen Krieges in der Ukraine dringend braucht.
Die ganz große Eskalation dieses Angriffs scheint zunächst nicht zu drohen, doch wie es im Iran weitergeht und welche Verwerfungen es dort noch geben wird, ist völlig ungewiss. Etliche Iraner hoffen auf eine Befreiung von der Mullah-Diktatur, andere fürchten ein Militärregime der Revolutionsgarden. Aber Wortmeldungen aus dem Iran selbst lassen sich zur Zeit nur äußerst bruchstückhaft in der restlichen Welt wahrnehmen.

@ Gerd Maar und A. Ostrovsky:
Die Westalliierten wollten Hitler noch möglichst lange Russen töten lassen? Und haben deshalb ein schnelles Kriegsende durch massives Bombardement des Führerbunkers vermieden? Wie krank ist das denn!
Klar, die Amis haben lieber ihre Soldaten in der mörderischen Schlacht in den Ardennen-Wäldern verheizt, anstatt schon vorher das Zentrum Berlins zusammen mit dem GröFaZ in Schutt und Asche zu legen à la Dresden? Wer soll denn das glauben!
ein regime-change im Iran wird:
einen Bürgerkrieg auslösen
uns viele viele Flüchtlinge bescheren, verschiedenster
Richtungen, aber ganz viele Moslems dabei.
Das ist dann Verstärkung für die Islamisierung Deutschlands.
Yeah, Prima.
Und nein: die hier befindlichen Iraner, die grade jubeln, werden nicht zurückkehren. Genauso wenig wie die Syrer oder Venezuelaner.
Mörderische Diktaturen leben lange – aber nicht immer: auch im Nazi-Deutschland gab es einen Endkampf, bis alle ausgelöscht wurden: das Regime und alle Waffen, bis nichts mehr geht.
Das hat Deutschland verstanden und eine neue Staatsordnung (Demokratie) konnte etabliert werden.
So läuft es und wir hoffen, daß auch in Zukunft das so laufen wird, auch im Iran, damit keine Unterdrückung des eigenen Staatsvolkes und kein Genozid an der eigenen Bevölkerung mehr stattfindet.
Die entscheidende Frage ist, was die Iraner selbst wollen. Wieder einen Schah zu installieren, der wie im Nahen Osten üblich diktatorisch im Interesse des US amerikanischen Auslands durchregiert, wird nicht funktionieren. Das hatten wir schon mal und hat überhaupt erst zum Mullah Regime geführt.
Die Perser kenne ich als überaus schlaue und gebildete Menschen. Und sie sind in der Breite ein sehr junges Volk. Ein Politbüro artig durchorganisiertes Mullah Regime durch einen monarchischen Diktator zu ersetzen, wird nicht funktionieren. Was funktionieren kann, ist eine repräsentative Monarchie wie in Europa. Also eine Monarchie mit demokratisch gewählten Parlamentarieren, die vom Volk gewählt werden. Dafür braucht es aber einen demokratischen Unterbau. Und die Frage die ich mir stelle ist, werden die Amerikaner das zulassen? Denn wenn die Iraner selbst darüber entscheiden können, wer ihr Öl bekommt, wird das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wieder zu destabilisierenden Geheimoperationen führen, um leichter an das Öl zu kommen. Dafür braucht es dann wiederum einen funktionierenden Geheimdienst- und Militärapparat, der das abwehrt. Der darf dann aber nicht fundamental-islamisch ticken wie bisher, sondern muss sich am Willen des iranischen Volkes orientieren. Ich kann mir aber vorstellen, dass das geht. Wenn man das iranische Militär denn lässt. Insofern wäre das fatal, wenn der Militärschlag gegen den Iran den iranischen Sicherheitsapparat komplett zerlegen würde. An sich, Religion beiseite gelassen, ist das System im Iran sehr effizient aufgebaut. Die setzen den Koran gezielt durch. Würde man den Koran durch eine demokratische Verfassung ersetzen, der Apparat würde diese dann durchsetzen. Aber dafür darf man den Apparat nicht komplett entmachten. Und was mir noch Sorgen macht: Syrien liegt direkt nebenan und wird faktisch von einem El Kaida Mann regiert. Denkt an den Sturm auf die Große Moschee in Mekka 1979. Wenn sich das wiederholt, geht alles den Bach runter…
Wie wären wohl die Reaktionen hier bei etlichen Foristen zu folgendem Fall. Irgend einem Land passt es nicht, was wir hier so treiben. Sie fangen den Kanzler weg und bomben nach Herzenslust. Was nun?
@Wolfgang Lang wirklich? Wen hat der Iran angegriffen? Auf welchem Planeten haben Sie denn die letzten 47 Jahre gelebt? Hisbolla, Hamas, Huti, Botschaft Teheran vergessen ? Anschläge weltweit auch vergessen? Das mullah Regime hat UNS, die Freiheit des Westens, angegriffen, wieder und wieder. Das wir uns nicht gewehrt haben macht den Angriff nicht ungeschehen. Israel wehrt sich und der große Bruder hilft.
@ Ralf.Michael – ne, zumindest wollen die nicht nur Irans Öl. Die wollen auch verhindern, das der Dollar als Weltleitwährung / Petrodollar untergeht und die normalen Amerikaner die Kosten zb für ihren ganzen „Militärzirkus“ vollumfänglich zahlen müssen. Die Kosten tragen bislang über das System Leitwährung fast ganz all die, die in Dollar handeln.