Man sollte in schwierigen Fragen stets die direkt Betroffenen konsultieren. Was Habeck und seine ministeriellen Energiewender nicht tun, macht die Achse.
Wir fragten: „Was denken die Ingenieure in den betroffenen Kernkraftwerken über die Entscheidung Habecks zum Stresstest?“
In einer Zusammenfassung der Ansichten der betroffenen Ingenieure zum Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums, zwei der drei laufenden Anlagen zum Jahreswechsel in die Kaltreserve zu schicken, um sie bei Bedarf wieder hochzufahren, wurden die folgenden Statements von betroffenen Ingenieuren der Energieversorger gemacht:
- Eine solche Kaltreserve ist technisch nicht ohne Weiteres darstellbar und daher ungeeignet, um den Versorgungsbeitrag der Anlagen abzusichern.
- Ein Hoch- und Runterfahren der Kraftwerke ist – mit den eingeschränkten Möglichkeiten eines Reaktorkerns im fortgeschrittenen Streckbetrieb – nicht und schon gar nicht kurzfristig innerhalb einer Woche machbar.
- Ein solches Vorgehen wurde bisher in dieser Form nicht praktiziert und die Betreiber haben keinerlei Erfahrungswerte damit.
- Das Austesten einer noch nicht praktizierten Anfahrprozedur sollte nicht mit einem kritischen Zustand der Stromversorgung zusammenfallen.
- Die Ingenieure sind für den sicheren Betrieb der Anlage verantwortlich – ein solches Vorgehen ist mit ihrer Sicherheitskultur nicht vereinbar.
Die Physiker haben die Möglichkeiten für einen Streckbetrieb im kommenden Winter, mit der zusätzlichen Nutzung bereits vorhandener Brennelemente ausgelotet. Insgesamt könnte pro Kernkraftwerk im echten Streckbetrieb eine Stromproduktion von über 4 TWh und eine gesicherte Leistung von bis zu 1.400 MW dem Strommarkt bzw. dem Netzbetrieb zur Verfügung stellen. Damit könnten auch die hohen Strompreise spürbar gedämpft werden.
Die Betreiber haben einmal mehr ein Fachgespräch mit den politisch Verantwortlichen angeboten, um die Möglichkeiten und Grenzen eines Weiterbetriebs aufzuzeigen.
Die hier beschriebenen Standpunkte sind die Meinungen von betroffenen Ingenieuren und entsprechen nicht den offiziellen Verlautbarungen der betroffenen Energieversorger. Wir von der Achse warten gespannt auf die offizielle Stellungnahme der Energieversorger.

Ich erlebe ähnlichen Wahnsinn aktuell bei meinem Arbeitgeber und bin dazu übergangen, nüchtern sachlich in Meetings zu schildern, warum Vorgang xyz nicht durchführbar ist. Verblüffenderweise herrscht dann nach meinem Vortrag absolute Stille. Das Meeting wird dann mit betretenem Schweigen beendet und ich höre von xyz dann nichts mehr.
Was ich sagen will: Meine Kollegen in den Kraftwerken mögen sich bitte weigern, irgendwelche Experimente durchzuführen. Endweder, die AKWs werden weiter betrieben, oder abgeschaltet. Punkt. Aus. Ende der Diskussion.
Sollen sie doch gucken, we weit sie mit ihren Windrädchen kommen …
Ich hatte an MDR, Hörer machen Programm im Juli d. J. angeregt, ein Gespräch zwischen Herrn Haferburg und Frau Kemfert zu organisieren. Der Grund war Herrn Haferburgs Sachverständigen-Anhörung im Sächsischen Landtag. Das Thema hieß „Versorgungssicherheit gewährleisten, Energiepreise stabilisieren – Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke und Überprüfung des Kohleausstiegs“. Ich hatte darüber auf der Achse gelesen.
Mir wurde daraufhin mitgeteilt, dass man meine Zuschrift an die Kollegen weitergegeben habe, die in der Regel mit Fr. Kemfert im Gespräch sind.
Bis heute hat sich nix getan und ich weiß, dass ich auch bissel naiv bin, so ein en Gesprächsaustausch als GEZ-Hörer zu verlangen, hihi….
Herr Haferburg, Sie haben das nicht verstanden! Energie kommt, wenn man auf den grünen Einschaltknopf drückt, auf den roten hingegen ist es dann aus. Was hinter der Betonmauer passiert ist völlig egal. Da sitzen die Heinzelmännchen des nachts und produzieren fleißig Strom. Irgendwie muss da jemand die Geschichten der Kölner Heinzelmännchen zu oft gelesen und verinnerlicht haben.
@A. Ostrovsky: Mit dem weitgehend normal Weiterarbeiten meinte ich natürlich nicht den öffentlichen Bereich wie Schulen und Verwaltung, schon gar nicht das Gesundheitswesen, sondern das Handwerk und die vielen kleinen und großen Betriebe, bei denen ja nicht öffentlich sichtbar war, wie man es intern mit den „Hygieneregeln“ hielt. Weshalb dort der Ungehorsam von seiten des Coronazi-Regimes hingenommen wurde. Natürlich habe ich dazu keine exakte Statistik, sondern nur eigene Beobachtungen und Antworten auf meine Nachfragen, wann immer dazu Gelegenheit war. Und natürlich den schlichten Fakt, daß bis heute noch so vieles funktioniert. Denn welche Produktion wäre schon bei Beachtung eines 1,50m-Mindestabstands zwischen Menschen möglich? Mit Maskierung ginge zwar manches, auch wenn es Arbeitsschutzgesetzen widerspricht. Nur siegte hier – nach meinem Eindruck – sehr bald der verbreitete Unwille, auch auf Arbeit solchen Schwachsinn mitzumachen (auch in der Bahn sind Berufspendler ein großer Teil der Maskenverweigerer – wiederum nur mein persönlicher Eindruck). – Intelligenz, im Sinne akademischer Ausbildung verstanden, war dabei gewiß nicht das Kriterium für Widerständigkeit. eher im Gegenteil. Weshalb die von Ihnen genannten Ärzte leider nur zu typisch für den Konformismus der oberen Mittelschicht sind. (Ich mache mir einige Sorgen für den Fall, daß ich mal wieder doch nicht ganz ohne ärztliche Hilfe auskommen kann…)
Frei nach Habeck: Wenn man stirbt, ist man ja nicht zwangsläufig tot! Mann hört bloß auf zu leben!
Also bitte. Die Ingenieure werden es doch nicht besser wissen als Habeck (ich erinnere: Kinderbuchautor!). Immerhin Nobelpreisreif seine Analyse: Wer Betrieb einstellt, geht nicht in Insolvenz.
Also bitte: Wen interessieren schon Ingenieure, diese alten, weißen Männer mit ihrem postkolonialistischen, patriarchalischen, rassistischen Anspruchsdenken? Wir haben heute die fesche Luisa „Es ist ein Mythos, daß Klimaschutz Jobs kostet“ Neubauer, die uns sagt, wie die Welt funktioniert. Und wir haben von der Leyen, die das beliebte wie erfolgreiche Motto „flatten the curve“ jetzt für die Stromversorgung voll ausschöpfen will. Was wollt ihr mehr?