Anabel Schunke / 23.01.2020 / 06:19 / Foto: Achgut.com / 271 / Seite ausdrucken

Warum wir keinen Partner finden

Es ist knapp drei Jahre her, als Dr. Eckart von Hirschhausen in der WDR-Sendung „Kölner Treff“ erklärte, weshalb bei der Partnersuche am Ende immer zwei Gruppen übrig bleiben würden: Schlaue Frauen und dumme Männer. 

Der Arzt und Kabarettist veranschaulicht dies anhand zweier gezeichneter Hügel, die jeweils das männliche und das weibliche Geschlecht darstellen sollen. Ganz oben die Traumprinzen und -prinzessinnen und dann geht es immer weiter abwärts. Dies wäre prinzipiell erst einmal kein Problem, so der Mediziner, so lange sich jeder auf seiner Ebene einen Partner suchen würde. Da Männer in der Praxis jedoch weniger Probleme hätten, sich „nach unten zu orientieren“, käme es zu einer Schieflage, die am Ende dazu führe, dass schlaue Frauen und dumme Männer übrig blieben, was in der Sequenz für allgemeines Gelächter sorgt.

Ja, natürlich sind Hirschhausens Aussagen polemisch. Natürlich handelt es sich um eine komödiantische Überzeichnung. Aber der wahre Kern ist unbestreitbar.

Der kurze Ausschnitt wird seitdem jedenfalls rege im Internet geteilt. Ich persönlich verschicke ihn immer gerne, wenn ich von Männern gefragt werde, warum denn „eine Frau wie ich“ Single sei oder weshalb ich häufig Männer daten würde, die angeblich nicht mit mir mithalten könnten.

Ja, ich bin 31 Jahre alt und Single. Das ist das Alter, in dem andere um einen herum größtenteils schon verheiratet sind und ein oder zwei Kinder haben. Das Alter, in dem man spätestens anfängt, in Gedanken nachzurechnen, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass man, selbst wenn der Traumprinz heute noch vor der Tür steht, frühestens wohl erst mit 33 bis 34 heiraten wird oder das erste Kind bekommt. Und dass sich diese Grenze mit jedem Jahr weiter nach hinten verschiebt, bis man vielleicht eines Tages sagen muss: Jetzt ist es zu spät. Weil ich kein Mann bin und wie Richard Gere auch noch mit 70 Jahren Kinder in die Welt setze. Weil ich nicht Janet Jackson heiße und dank künstlicher Befruchtung mit 50 Jahren noch Mutter werde. Und weil ich das so spät auch gar nicht wollen würde. Weil ich zu den Frauen gehöre, die Kinder immer nur in Verbindung mit dem richtigen Mann haben wollten. 

Beziehung wird durchweg als Belastung wahrgenommen

Dabei liegen meine Probleme, würde ich behaupten, woanders als bei den klassischen „Problemfällen“, von denen man die Allerschlimmsten irgendwann bei „Schwiegertochter gesucht“ bestaunen darf. Nein, ich habe kein Problem damit, Männer kennenzulernen. Ich habe nur ein Problem damit, sie zu halten. Auf Afterwork-Partys, im Club, bei Tinder. Überall an diesen Orten, die Singles wie mir, die klassische Partnerbörsen für einen Ort für Weirdos und Verzweifelte halten, bleiben, lerne ich Männer kennen, aber es klappt nicht. Dazu kommt, dass ich Freiberuflerin bin und größtenteils im Home Office arbeite, also auch eher selten über den Beruf Bekanntschaften schließe. Ja, auch ich würde mir eine filmreife Begegnung im Supermarkt eher wünschen als ein Tinder-Date, aber so etwas passiert eben zumeist wirklich nur im Film. 

Jedenfalls habe ich es bis jetzt auf keine Beziehung gebracht, die länger als ein Jahr hielt, was bei einem selbst unweigerlich irgendwann die Frage aufwirft, woran es liegt und was man ändern müsste, um endlich aus dieser „Fuckboy-Spirale“ herauszukommen. Denn das ist das wahre Problem, das wir Frauen heutzutage haben. Jeder Mann will nur noch Spaß. Beziehung ist den Männern meiner Generation und der nachfolgenden nämlich mittlerweile viel zu anstrengend und wird durchweg als Belastung wahrgenommen.

Die Gründe hierfür sind im Wesentlichen drei. Zum einen hat es etwas mit Erziehung und vorgelebten Werten zu tun. Wir leben in einer Gesellschaft, in der mittlerweile jede zweite Ehe geschieden wird. Seit Mitte der neunziger Jahre ist der Anteil der Kinder, die bei nur einem Elternteil aufwachsen, um 50 Prozent gestiegen. In größeren Städten ist der Anteil besonders groß. In Berlin wuchs 2017 schon jedes dritte Kind nur mit Mutter oder Vater auf. In Hamburg und Bremen sind es 27 Prozent und jedes Jahr kommen 100.000 neue „Trennungskinder“ hinzu. 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Männer, die ich in meinem Leben gedatet habe, durch die eigenen familiären Erfahrungen teils erheblich in ihrem Vermögen, eine eigene funktionierende Beziehung zu führen oder auch führen zu wollen, unterschieden. Partner oder Dates, die selbst nur bei einem Elternteil aufwuchsen, waren zumeist deutlich desillusionierter oder distanzierter, was Liebe und Beziehung anbelangt. Waren sie dies nicht, versuchten sie im Umkehrschluss mitunter etwas zu kompensieren und scheiterten an ihren eigenen Erwartungen, es besser zu machen als die Eltern.

Was in allen Fällen gegenüber jenen Partnern, die wie ich, in einer intakten, harmonischen Familie aufgewachsen sind, fehlte, war der tiefe intrinsische Glaube an die Liebe, den man in der Ausprägung zumeist weder als Scheidungskind besitzt, noch als jemand, der in einer zerrütteten Ehe aufgewachsen ist. Der Wille, es zu schaffen, mag da sein. Die Anleitung dafür wurde von zu Hause allerdings nicht mitgeliefert. Das muss nicht immer ein Problem sein, und am Ende schaffen es auch genug Scheidungskinder, selbst eine intakte Beziehung zu führen. Aber die Werte, die ich allein durch die Ehe meiner Eltern vermittelt bekommen habe, habe ich in der Ausprägung immer auch nur bei jenen gefunden, die dies auch zu Hause erlebt haben. Diese Partner waren deutlich offener, wenn es darum ging, die Vorzüge einer Beziehung zu sehen und bereit zu sein, in diese auch angemessen zu investieren. 

Als seien wir das Maß aller Dinge

Den zweiten Punkt halte ich jedoch für noch viel ausschlaggebender. Ich glaube, dass wir Frauen, vor allem diejenigen unter uns, die sich wie ich optisch und intellektuell für eine einigermaßen „gute Partie" halten, den kulturellen Wandel um uns, der sich schon vor einiger Zeit vollzogen hat, schlicht nicht mitbekommen haben. Stattdessen benehmen wir uns immer noch so, als seien wir das Maß aller Dinge, das Geschlecht, das die Fäden zieht und über Erfolg und Niederlage bei der Partnersuche entscheidet. 

Das hat natürlich vor allem damit zu tun, dass es für lange Zeit in der Menschheitsgeschichte genauso lief. Salopp ausgedrückt: Wer als Mann Sex wollte, musste bereit sein, in eine Partnerschaft zu investieren. Ohne Beziehung oder gar Heirat lief nichts. Dafür sorgten die gesellschaftlichen Konventionen oder eben die Kirche. Heute verhält es sich gänzlich anders. Nie war es so einfach, an unverbindlichen Spaß ohne jegliche Verpflichtung zu kommen. Etwas, was, evolutionär betrachtet, der männlichen Natur deutlich mehr entgegen kommt als der weiblichen. Und so ist es heute zumeist die Frau, die sich bemühen muss, um einen Mann für eine Beziehung zu begeistern und an sich zu binden. 

Das trifft natürlich freilich nicht auf alle Männer zu. Ausnahmen sind, wie gesagt, diejenigen, die auf Grundlage eigener Werte vom Konstrukt der Beziehung/Ehe/Familie überzeugt sind und jene, die vielleicht nicht ganz oben auf Eckart von Hirschhausens Männerhügel stehen. Der nicht so attraktive Mann, der weniger Erfolgreiche, weniger Gebildete muss sich nach wie vor bemühen. Denn Frauen, das haben wir gelernt, orientieren sich gerne nach oben. Nach unten verirrt sie sich nur, wenn der Einsatz stimmt. 

Was uns zurück zum Dilemma der Frauen bringt, die ganz oben auf Hirschhausens Frauenhügel stehen. Die wollen sich zumeist nicht nach unten, sondern auf Augenhöhe orientieren. Auch weil sie mit allem anderen schlechte Erfahrungen gemacht haben (warum erkläre ich noch). Der Mann auf Augenhöhe, der im Gegensatz zu ihr jedoch kein Problem damit hat, sich „nach unten“ zu orientieren, weiß indes sehr genau, dass er sich als rares und begehrtes „Alphamännchen“ die vermeintliche Anstrengung, die so ein „Alphaweibchen“ mit sich bringt, gar nicht geben muss, um an sein Ziel zu kommen.

Während Attribute wie Intelligenz, beruflicher Erfolg und Co. bei Männern durchweg positiv wahrgenommen werden, wirken sie bei Frauen gemeinhin attraktivitätsmindernd. Eine intelligente Frau gilt per se als anstrengend. Eine beruflich erfolgreiche Frau kratzt am zarten Männerego. Eine überdurchschnittlich attraktive Frau erfordert in der Vorstellung vieler Männer einen erhöhten Aufwand aufgrund erhöhter männlicher Konkurrenz. Und am Ende liegt sie beim Sex vielleicht nur wie ein Seestern da, weil sie selbst der Überzeugung ist, sich für nichts und niemanden bemühen zu müssen. Was soll die Anstrengung also, wenn man eine Stufe niedriger viel besser angehimmelt wird? 

Diejenigen im Club, die am seltensten angesprochen werden

Als Mann lachen Sie jetzt vielleicht oder sind sauer, weil Sie sich stets für jemanden hielten, der auf intelligente Frauen steht, aber das haben meine Ex-Partner und Affären auch immer behauptet. Am Ende scheiterten meine Beziehungen jedoch nie an trivialen Dingen, wie Betrug, sondern immer daran, dass das Ego meiner Partner nicht ausreichte, um sich neben mir wie der tolle Kerl zu fühlen, den ich selbst in ihnen sah. Und wussten Sie, dass es Studien darüber gibt? Dass Männer in einer Studie nachweislich sogar räumlich von jenen Frauen abgewichen sind, von denen ihnen gesagt wurde, dass sie in einem Test besser abgeschnitten hätten als sie? 

Dabei ist es nicht wichtig, ob die Frau tatsächlich unterwürfig oder dominant erscheint. Ich bin nicht dominanter als andere Frauen oder behandele meinen Mann wie einen idiotischen Hund, den ich an der Leine hinter mir herziehe. Das können andere Frauen viel besser. Letztlich zählt für den Mann nämlich nur, wer in Gedanken über dem anderen steht. Und das muss zumindest in Bezug auf die Intelligenz und den beruflichen Erfolg immer er sein. Die Frau kann ihn gerne dafür anmotzen, dass er wieder mit seinen Kumpels abhängt. So lange er den höheren Bildungsabschluss oder mehr Geld auf dem Konto hat, ist das egal.

Umgekehrt ist das Problem, dass viele der Attribute, die man uns „guten Partien“ zuordnet, nicht stimmen. Zumeist sind wir diejenigen im Club, die am seltensten angesprochen werden. Vielfach wollen wir gar nicht der dominante Part in der Beziehung sein, sondern eine Schulter zum Anlehnen haben. Oft ist es uns gar nicht so wichtig, dass der Partner gut verdient oder Akademiker ist. Meist scheitert unsere Beziehung nicht daran, dass wir „zu hohe Ansprüche“ haben, sondern dass der Partner sich nicht gut genug neben uns fühlt. Feststeht: Ein allzu großes Gefälle macht beide Seiten nicht glücklich. Das hat auch nichts mit Arroganz zu tun. Aber was sollen wir tun, wenn sich auch die Männer, die vermeintlich auf Augenhöhe sind, lieber „nach unten“ orientieren?

Der dritte und letzte Punkt umfasst den Wandel unserer Gesellschaft und Werte an sich. Nie zuvor stand die individuelle „Work-Life-Balance“ so im Fokus. Insbesondere erfolgreiche Männer legen oft weniger Wert auf die emotionale Zuneigung, die man durch eine Beziehung bekommt. Ihr Job steht an erster Stelle, danach kommen die Kumpels, und besser als Mutti ist sowieso keine. Sie bemerken, dass sie keine feste Partnerschaft in ihrem Leben, das ihnen sowieso anstrengend genug erscheint, brauchen. Schon gar keine mit einer Partnerin, um die man sich bemühen muss. Der Rest der Männer tickt ähnlich, ist aber, öfter als der Alphamann, schlicht und ergreifend mit seinem Leben ohne Beziehung schon genug überfordert.

Was bedeutet das für uns Frauen?

Manche von uns werden vielleicht das Glück haben, dass sich die ewige Floskel der Freunde und Bekannten, man würde „auch noch den Richtigen finden“ doch noch irgendwann erfüllt. Schließich gibt es irgendwo da draußen auch Männer, die keine Angst vor starken Frauen haben.

Die anderen von uns werden so lange tindern und durch Clubs ziehen, wie man mit den jüngeren Frauen noch mithalten kann und sich dann anschließend, wenn die Eierstöcke vertrocknet sind, fünf Katzen kaufen. 

Am Ende wird man uns dann Egoismus, Karrieregeilheit und abermals zu hohe Ansprüche unterstellen, weil wir keine Kinder mit dem Analphabeten bekommen haben, den Schwiegertochter gesucht noch übrig gelassen hat. Aber auch das wird die Welt und Deutschland verkraften. Sie sollte sich nur nicht mehr fragen, weshalb gut ausgebildete, attraktive westliche Frauen keine Kinder bekommen. 

Foto: Achgut.com

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Silas Loy / 23.01.2020

Am Ende dieser Klage sind wieder die Männer die Doofen und die Frauen die Opfer. Aber das ist zu einfach. Es ist eine Tatsache, daß die Frauen für die Männer sehr viel anstrengender geworden sind im Vergleich zu den alten patriarchalen Zeiten (die bei importierten Kulturen noch ganz intakt sind), daß sie weniger Kinder zeugen und ihre Freiheit weniger für ihr Beziehungsglück einsetzen als für ihre individuelle Selbstverwirklichung. Der alte Ordnungsrahmen ist obsolet und jetzt wissen sie nicht mehr weiter. Männer brauchen sie auch gar nicht wirklich, die waren sowieso oft eher eine Funktion für eigene Ziele. Aber Kinder hätten’s schon gerne, egal wie es denen dann ohne Vater ergeht. Mein Eindruck ist, dass viele Frauen heute Analphabeten in Beziehungsdingen mit Männern (weniger mit Hunden, Katzen oder Kindern) sind und sich echtes Interesse sehr schnell wieder vermasseln. Und mein Eindruck ist auch, dass viele Männer allmählich merken, welchen jahrhundertealten Ballast an Verantwortung sie nicht mehr zu tragen genötigt sind. Und das dann auch noch zum Preise des Abgezocktwerdens im Falle des Scheiterns der Beziehung. Hat eigentlich schon mal eine reiche Frau Millionen an den Ex-Partner zahlen müssen? Wenn man sich ausserdem ansieht, wie Frauen immer wieder auf die falschen Männer hereinfallen, Männer, die es ihnen irgendwie aus Kalkül leicht machen, während die ehrlichen Kerle, die gewisse Ansprüche haben müssen, weil man nicht auf Sand bauen kann, aussortiert werden, dann ist auch das Mitleid irgendwann begrenzt. Die Generation und Personen Merkel, von der Leyen, Kramp-Karrenbauer & Co. richten ausserdem gegenwärtig einen gewaltigen politischen Flurschaden an, der einen gewissen Vertrauensvorschuss vollkommen aufzehren und mit einem Saldo tief im Minus enden wird. - Sehr geehrte Frau Schunke, ich schätze Sie trotzdem für Ihre meistens intelligenten und treffenden Artikel, vielen Dank!

j.-f. grauvogel / 23.01.2020

Sie finden die antwort auf die ganz offensichtlichen widersprüche in diesem artikel, die mit sicherheit gewollt sind, bei professor h.-j. maaz. “Das falsche Leben - Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft”. besser, als dieser geniale psychotherapeut, kann man es nicht beschreiben. das problem ist tatsächlich die (gewollte) narzisstische gesellschaft.verwirkliche sich jeder auf teufel komm raus! unter den bedingungen der ignoranz und dummheit können nur narzisstische “persönlichkeiten” entstehen… moral ist nur noch mittel zum zweck der kohle generierung und vor lauter orientierungslosigkeit mündet es dann in dem, was h. m. broder in seinem “wer,wenn nicht ich” hervorragend beschrieben hat:“aber diese generation (zu der ich auch frau schunke zähle) ist nicht harmlos…sie will vor allem eines: rache nehmen an ihren eltern, sie weiss nur nicht recht wofür ... eine chiffre für die eigene ohnmacht angesichts eines lebens, das ihnen mehr abverlangt, als sie zu leisten bereit sind.” (beispielsweise beziehungen aufzubauen, die von gegenseitiger achtung und respekt getragen sind) ist man dann mit verstand gesegnet, wie offensichtlich frau schunke, dann bleibt nur verzweiflung ob der situation, die in solchen beiträgen ihren ausdruck findet.

Dr. Karl Wolf / 23.01.2020

Ich denke, es liegt wohl auch an Ihnen, Frau Schunke. Beziehungsunfähigkeit und Ich-Denken kennzeichnen die hier beschriebene Klientel der After work-Parties und Clubs. Selbstverwirklichung ohne Einschränkung. Das ist keine Grundlage für eine langfristige Beziehung, die immer auch Verzicht und Selbstbeschränkung bedeutet. Hätten unsere Eltern so gedacht wie diese Klientel der Gutverdienenden, gäbe es uns nicht. Meine Töchter sind hochqualifizierte, berufstätige Naturwissenschaftler, die leben alle in glücklichen Beziehungen mit Männern auf gleichem Niveau und mit Kindern.

Dr. Stefan Maier / 23.01.2020

“Die wollen sich zumeist nicht nach unten, sondern auf Augenhöhe orientieren.” Meine Empfehlung daher: Hobbies betreiben, wo Frau Männer auf Augenhöhe findet: beim Skifahren, Tennis, Golfclub. Abends in der Disco vermutlich eher nicht. Schauen Sie nach eher konservativen Männern, die kommen im Zweifel aus intakten Familien und haben einen ebensolchen Sinn für diese, und andere Werte. Und nein, da bin ich anderer Meinung: wenn intelligente Frauen keine Kinder mehr bekommen, dann wird Deutschland das nicht mehr verkraften….es ist sowieso schon 5 vor 12 in unserem Land.

Sophie Siemonsen / 23.01.2020

Ich verstehe das echt manchmal nicht. Männer können mehr zu bieten haben als ein Bank Konto. Besonders für eine längere Beziehung. Ich war in einer Beziehung mit einem Handwerker. Aber ich musste nie Angst haben, wenn ich mit ihm unterwegs war. Herumlungernde Asylbewerber sind ihm auch gruppenweise instinktiv aus dem Weg gegangen. Das war kein Mann, von dem man in der Zeitung lesen würde: “Er ging nach einem Schlag durch einen Vierzehnjährigen zu Boden und verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus.” Männer, die tolle Restaurants und Hotels aussuchen können, sind ja schön und gut, aber im Zweifel ist ein Mann mit dem man eine Zombieapokalypse überstehen kann doch wichtiger, oder nicht? Dazu hatte er eine hohe Allgemeinbildung und vielerlei Interessen. Männer solllten dagegen keine Probleme mit “intelligenten” oder “gebildeten” Frauen haben. Es kann ja nur gut sein, wenn der IQ des eigenen Nachwuchses angehoben wird und das Kind früh gefördert wird von der Mutter. Die Zukunft des Kindes ist doch wichtiger als das eigene Ego. Dass Männer heute teilweise leichter an Sex komen stimmt sicherlich teilweise, aber auch nur bedingt. zumindest in den USA ist die Zahl der Männer unter 30, die im letzten Jahr kein Sex hatten ziemlich hoch im Vergleich zu 10 Jahren davor. Es will auch nicht jeder Mann alles mitnehmen, was geht. Geschlechtskrankheiten wie z.B HPV haben ja auch zugenommen. Ansich wird es auch mit der generellen Schnellebigkeit unserer Zeit zu tun haben. Arbeitsplätze wechseln schneller, höhere Mobilität wird vorausgesetzt, hohe Flexibilität. Das beeinflußt natürlich auch das Daten. Generell kann es sich aber manchmal lohnen, nicht gleich bei Problemen die Flinte ins Korn zu werfen, sondern zu versuchen, daran zu arbeiten.  

Andreas Günther / 23.01.2020

Der Mann sucht Jugend und Schönheit, die Frau Wohlstand und gesellschaftliches Ansehen. Das gilt schon lange nicht mehr? Okay. Festzustellen ist eine gewollte Angleichung der männlichen und weiblichen Charaktereigenschaften: die Frau sei durchsetzungsstark, energisch, intellektuell, der Mann sensibel. Vielleicht sucht man aber bei einem Partner gerade das andere, das man nicht hat, anstatt ein gleiches. Ferner wird die Sexualmoral den Menschen in Presse, Funk und Fernsehen, ja sogar schon in Kindergärten und Schulen systematisch ausgetrieben. Das hysterische Gehabe bei der metoo-Debatte oder der Hetze gegen Priester der katholischen Kirche hat nur einen einzigen Aspekt im Kopf, den der sexuellen Selbstbestimmung. Fehlende Sexualmoral indes läßt manch einen halt nur noch nach einem fucking-girl bzw. einem fucking-boy Ausschau halten. Vielleicht sind die jungen Männer heutzutage gar nicht so anders als die Mehrzahl in meiner Generation es war: ein Mädchen mit einem lockeren Lebenswandel, das vielleicht schon mit 20 Kerlen im Bett war, wäre als Mutter ihrer Kinder nie infrage gekommen.

Daniel J. Hahn / 23.01.2020

Ja alles Probleme, die Frauen, wie Männer haben. Es gab Zeiten, da dachte ich auch, das wird nie was mit den Frauen. Für die attraktiven nahm ich an, daß solche Frauen längst einen festen Partner haben. Wer wollte nicht eine Traumfrau haben? Also lohnt die Mühe nicht, um sich dann doch nur einen Korb zu holen. Andere passten einfach nicht in mein ‘Beuteschema’. Und wenn ich dann doch mal auf einer Party war und den Mut aufbrachte, mal ein Mädchen anzusprechen, war sie nicht interessiert. Also im Prinzip die drei Probleme, wie oben beschrieben. Was nun sprach Zeus, die Götter sind besoffen? Ich habe mich einfach auf meine Hobbies konzentriert: Auto, Motorrad, Schlagzeug, Politik und natürlich hin und wieder auf Parties gehen, wo man Mädels trifft, die zumindest vom Konzept der Party her den groben Auswahlkriterien (Studentengemeinde, Verbindungsparties etc.) entsprechen. Was soll ich sagen, in vier Jahren feiern wir Silberhochzeit. Klingt alt, war aber erst 1999, mein grüner SAAB ist älter. Also nur Mut liebe Frau Schunke, das wird schon.      Auf die Schnelle keine Partner zu finden ist kein Gesellschaftsproblem. Gut vielleicht sind die zurückhaltenden Jungs wegen Me-too noch zurückhaltender. Vielleicht hat der ganze Genderkram den Spaß verdorben. Wer weiß das schon? Aber im Grunde ist Partnersuche das doch immer das gleiche Prinzip. Man kann sich irren - “...drum prüfe, wer sich ewig bindet…ob sich nicht was Bessres findet..” Letztlich muß eben den Sprung wagen, ob’s klappt weiß man eh erst am Ende seine Tage.

E. Grüning / 23.01.2020

Frau Schunke hat recht, Aber die Gründe für dieses Phänomen sind vielfältig. Zum ersten die Erziehung zu weniger Ernsthaftigkeit und Übernahme von Verantwortung. Die Ausdehnung der „ich bin noch so jung und muss mich erst finden und alles ausprobieren“-Phase geht gefühlt und beobachtbar bis Mitte dreißig, unabhängig vom Geschlecht, aber mehr ausgeprägt bei den männlichen Vertretern, denen früher die allgemeine Wehrpflicht eine nützliche Schule diesbezüglich war! Natürlich auch ein ausgeprägterer Narzissmus und das für sich anstrengend Finden, sich auf einen anderen Menschen einzulassen. Mit dem Verlust des nur fraulich sein Wollens ging leider auch der Verzicht auf eine gewisse Raffinesse verloren, unterschiedliches Balzverhalten bei Männlein und Weiblein auszunutzen. Das Wichtigste ist trotz allem die Chemie (alles ist Sex und Sex ist alles) und das sich Gefallen, was man verliebt sein nennt. Kommt dazu Vertrauen und eine gewisse Harmonie spricht man wahrscheinlich von Liebe. Vergessen sollte man, einen erwachsenen Menschen grundlegend ändern zu können. Beim Ausgehen einfach mal experimentieren: mal wenig schminken, mal die Herren in der zweiten Reihe anschauen, auch selbst kurz rüber lächeln und sehr aufschlussreich, nach! Feierabend in den Supermarkt gehen. Und nicht aufgeben natürlich, oft lohnt es sich, um einen Menschen zu kämpfen .

Mike Loewe / 23.01.2020

Früher gab es mal “Mauerblümchen” und “alte Jungfern”. Ich dachte das Thema wäre heute vorbei, weil jede Frau, die “keinen abkriegt”, sich einfach in der Flüchtlingshilfe engagiert oder sich auf andere Weise einen arabischen Migranten angelt. Aber Scherz beiseite, und außerdem sprechen Sie ja von intelligenten Frauen. Da bleibt nur der Ratschlag, mal zu überlegen, woher eigentlich die Norm stammt, dass unbedingt jeder Mensch einen Partner haben müsse. Sie stammt hauptsächlich aus Religionen und beruht auf der Annahme, dass alle Menschen gleich seien. Das ist jedoch Schwarz-Weiß-Denken. In Wirklichkeit sind alle Menschen charakterlich verschieden, manche geselliger, manche individualistischer, manche unselbstständiger, andere selbstständiger. Auch wenn die meisten in einer Beziehung glücklich sind (oder zu sein scheinen), gilt das noch lange nicht für alle. Es gibt also keinen Grund, dieser gesellschaftlichen Norm hinterherzuhecheln.

Karl Napp / 23.01.2020

“Männer und Frauen passen einfach nicht zueinander”, hat der große Denker, Vicco von Bülow, mal erklärt. Zuweilen schon, meine ich; aber immer nur für eine begrenzte Zeit.

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