Gestern ist etwas passiert. Zunächst mal nix Großes. Nur ein paar kleine Videos auf Youtube und andernorts. Na gut, es waren schon mehr als ein paar, nämlich über 50 kleine Kurzfilme. Echt gut gemacht. Verdammt gut getextet. Beneidenswert professionell. Und gesprochen von Schauspielern, die des Abends in jedem deutschen Haushalt als Krimi- oder Spielfilmbesetzung zu Gast sind. Jan Josef Liefers, Meret Becker, Martin Brambach, Richy Müller, Heike Makatsch, Ulrich Tukur, Wotan Wilke Möhring, Nadja Uhl, Ulrike Folkerts und so weiter und so fort. Die Creme de la Creme der deutschen Fernsehabende. Die Glaubwürdigkeit in Person. Jedes Unternehmen in Deutschland würde sich um ein Testimonial von diesen Herrschaften reißen. Zumindest bis gestern Abend.
Da haben sie nämlich was gemacht, was keiner so recht erwartet hat. Sie haben sich auf die subversive Wirkung der Kunst besonnen. Ich erinnere mich noch daran, wie der „Stern“ am 6. Juni 1971 mit einem Cover erschien. Darauf 374 prominente Frauen mit der Aussage: „Wir haben abgetrieben.“ Damit hat man damals noch etwas riskiert. Es war ein Skandal. Liefers & Co. haben aber nicht abgetrieben. Sie haben lediglich begonnen, in Sachen Corona selbst zu denken. Das ist heute ein Skandal und zeigt den Unterschied zwischen 1971 und 2021. Was vor 50 Jahren ein Verbrechen war, ist heute selbstverständlich, und was damals selbstverständlich war, ist heute ein Verbrechen. Zumindest ein Gedankenverbrechen.
Die Selbstdenker von gestern 22.04.2021, wussten, was sie taten. Denn sie bedienten sich des Mittels der Satire und Ironie. Beinhart und gekonnt. Vielleicht bewusst, vielleicht aber auch unbewusst, formulierten Sie ihren Einspruch schon so, wie das Künstler zu allen Zeiten in Diktaturen gemacht haben. Wenn Jan Josef Liefers den Medien für ihre verdienstvolle Angstkampagne im Dienste der Gemeinschaft dankt, dann könnte diese Szene auch für „Das Leben der Anderen“ gedreht worden sein: „Verzweifeln sie ruhig, aber zweifeln sie nicht.“
Das werden sie ihm nie verzeihen. Sie stehen so nackt da, und sie sehen genauso alt und spießig aus. Die Berufsjugendlichen von der Gesinnungspolizei sind gestern Abend um mindestens 20 Jahre gealtert. Das Image unserer hippen Weltretter fiel für einen kleinen Moment zusammen wie ein Soufflé, das vom kalten Buffet bei der Verleihung des Grimme-Preises gekippt ist. Und sie reagieren so pawlowesk wie ein Kaugummi-Automat, in den man 50 Cent einwirft. Im geistigen Spießerbiotop herrscht Großalarm. Die Geschütze, mit denen auf die Störenfriede geschossen wird, sind so überdimensioniert wie die Kanonen der Graf Spee. Von Böhmermann bis Niggemeier klappert das Gebiss ob des „Dammbruchs“.
Wie die Mäuse in einem Kornspeicher
Es ist zwar bislang nur ein Haarriss, der aber das Zeug hat, zum Dammbruch zu werden. Klar, die Revoluzzer werden jetzt zur Selbstkritik einbestellt und müssen widerrufen, was der eine oder andere auch tun wird oder schon getan hat. Aber es wird nichts nützen. Weder denen, die widerrufen noch denen, die es fordern. Widerrufen ist nur ein weiterer Akt im Drehbuch des Totalitären und somit ebenfalls Teil dieser Kunst-Installation. Der Zweifel ist aber ein Nagetier und vermehrt sich wie die Mäuse in einem Kornspeicher. Löscht ruhig die Videos, das wird deren ikonographische Rolle nur weiter befördern. Vor dieser Leistung wird sogar das Zentrum für politische Schönheit den Hut ziehen.
Unseren neuen Standup-Denkern von #allesdichtmachen sei jedenfalls gesagt: Never complain, never explain. Ihr habt bei den Claqueuren des Staatsbetriebes so oder so lebenslang verschissen. Es besteht keinerlei Anlass zu Defensive, und sie bringt auch nix. Gestern Abend habt ihr dem deutschen Moralbetrieb eine auf die Zwölf gegeben, damit kommen diese Hofschranzen ganz schwer zurecht, weil sie Widerstand nicht gewohnt sind. Und schon gar keinen so intelligenten. Sie hassen Euch jetzt, weil Ihr ihnen und der Welt vorführt, was für mittelmäßige, humorlose und spießige Alt-Flaschen sie sind. Es ist deshalb nur eine Frage der Zeit, bis sich die hübschesten Mädchen und Kerls hinter euch versammeln. Ihr werdet es noch erleben. Lotta continua!
Beitragsbild: Pixabay

Ja, ja, die die linke Empörungsmaschinerie rattert auf Volldampf, wunderbar , da hat man wohl den richtigen ‚ Nerv ‘ getroffen…herrlich.
Ist das auf dem Bild Karl Lauterbach ?
Wo sind die Musiker?
Das 20 Jahre Merkel, Tartort und Heute-Journal ein Volk zu blindem Kadavergehorsam erzieht ist unfassbar!
Dafür wurde im dritten viel Blut vergossen.
Aber die Aufstiegsgunst der Stunde hat immer schon gefügig gemacht – zumal man ja auf Seiten der Gesetzgeber gut versorgt wird.
Every Mind is corrupt – but you have a choice, and will earn the fruits you stay for !
Eigentlich geht es um nicht mehr und nicht weniger als um unsere Meinungsfreiheit. Die unsere Verfassung garantieren soll. Damit man auch Meinungen aushält, die einem nicht gefallen. Und darum, dass man für seine Meinung bei niemanden um Entschuldigung bitten muss. Das sollte eigentlich Teil unsrer Demokratie und unsrer freiheitlich demokratischen Ordnung sein.
Von dieser Meinungsfreiheit haben die Schauspielerinnen und Schauspieler Gebrauch gemacht. Das ist ihr gutes Recht. Und das finde ich gut.
Es ist einfach der Hammer – die große Maschine läuft auf Hochtouren…
Vor ein paar Stunden waren es auf Youtube über 40.000 Abos… ich mache das eigentlich nicht, habe mich extra angemeldet und auch abonniert… und vorhin waren es noch 389 Abos und ein große Anzahl von Videos fehlte schon…
Das Schöne und Wertvolle an diesen Beiträgen ist: Es sind allesamt renommierte Schauspieler, auf die ZDF und ARD nicht verzichten können, weil sie Quotenbringer sind.
Man stelle sich vor, es wären „nur“ Komparsen, die derart ihre Kritik äußerten? Die würden sofort von diesen „ freien“ und „ unabhängigen“ Anstalten Berufsverbot erhalten.
Danke jedenfalls. Es braucht eine öffentliche und hörbare Stimme… und das seid ihr. Danke!
Die Bundesregierung sollte doch eigentlich dankbar sein. Sie macht zwar bisher alles richtig, aber sie kann es einfach nicht kommunizieren.
Die letzte deutsche Reichsregierung hat die Bürgerinnen und Bürger wenigstens noch (unter nicht enden wollendem Beifall) gefragt: „Wollt ihr den totalen Lockdown? Wollt ihr ihn totaler und radikaler als wir ihn uns heute überhaupt vorstellen können?“. Warum klappt das heute nicht mehr? Ach stimmt ja: es gibt keinen Sportpalast mehr und wegen der Coronamaßnahmen dürfte eh keiner rein. Gut, dass die Schauspieler es übernehmen, der Regierung ihre und unsere unverbrüchliche Treue zu bekunden.
Ich finde, jetzt müssen alle auch noch einen Widerruf drehen, nach der gleichen Machart. Das wäre eine weitere Klatsche, weil den Spießern ihre totalitäre Maske heruntergerissen würde. Solche Sackgesichter wie Böhmermann haben das sowas von verdient! Man könnte die, die sich besonders das Maul zerrissen haben, persönlich erwähnen oder ansprechen und sich sehr herzlich bedanken, daß sie geholfen haben, einen auf den rechten Weg zurückzuführen und sich karrieretechnisch für einen einzusetzen, weil man ja doch inzwischen schreckliche Angst um die eigene berufliche Zukunft hätte….