Johannes Eisleben / 24.07.2018 / 06:25 / Foto: Ericrolph / 65 / Seite ausdrucken

Warum man die Hoffnung nicht fahren lassen sollte

Der Ex-Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier sagt, wir leben in einem Staat, der das Verfassungsrecht bricht, indem er es unterlässt,

“zwischen dem individuellen Recht auf Schutz vor Verfolgung auf der einen Seite und der Aufnahme von Migranten, sei es aus humanitären Gründen, sei es aus Gründen einer im wohl verstandenen Eigeninteresse Deutschlands erfolgenden Einwanderungspolitik auf der anderen Seite, zu unterscheiden.“ 

Auch andere bedeutende Verfassungsrechtler wie Udo die Fabio oder Rupert Scholz halten die seit nunmehr fast drei Jahren anhaltende Grenzöffnung für verfassungswidrig, weswegen Scholz eine Reform des Asylrechts dahingehend fordert, dass das Asyl nicht länger ein subjektiver Rechtsanspruch sein dürfe, sondern zu einer objektiv-rechtlichen Regelung werden müsse.

Derweil haben die Unionsparteien nun einen rein mit Hinblick auf das Publikum in Bayern für die anstehenden Landtagswahlen organisierten, heuchlerischen Placebo-Scheinstreit darüber, ob man die Grenzen für einen Bruchteil der Migranten vielleicht schließen solle, mit der Einigung, dies doch nicht zu tun, beendet: Jeder, der an der Grenze „Asyl“ sagt, darf weiterhin einwandern, eine teure Vollversorgung wie ein Bundesbürger erhalten, sich, wenn er möchte, straffrei nicht an Recht und Ordnung halten, ausgewiesen werden und erneut einreisen (!) sowie sich vor allem nicht integrieren, geschweige denn assimilieren: All dies ist den Migranten kaum vorzuwerfen, sie versuchen einfach nur, ihre Möglichkeiten zu nutzen und verhalten sich dann hier ihrer Sozialisation gemäß. 

Es ist glasklar, dass der Souverän unseres Staates (wir Bürger) mit überwältigender Mehrheit eine Grenzschließung will. Denn wir wissen, dass eine weitere Zuwanderung unser Land als Rechts- und Ordnungsstaat zerstören wird. Wie kann der Souverän sich gegen selbstzerstörerische Eliten wehren, die ein sozialistisches Ethos des Massenlebenswerts (Arnold Gehlen) verfolgen, das auf die ganze Welt ausgedehnt wird? Die außerdem den Staat okkupieren und beispielsweise absurde Urteile fällen.

Viele Zeitgenossen und Achse-Leser bezweifeln, dass dies durch Abwählen unserer Berufspolitiker-Elite noch möglich ist und führen dabei unter anderem den Begriff des „deep state“ an. Sie behaupten, unser Staatswesen sei in allen Bereichen der Exekutive und Judikative vom scheinlinken, pseudo-liberalen, humanitaristischen Ethos so durchdrungen, dass ein Abwählen der Regierung gar nichts mehr bringe, da eine neue Regierung die Mitarbeiter des „deep state“ gar nicht umsteuern könne. Auch die Presse sei irreversibel pseudoliberal durchseucht. Ist das so?

Ein perfekter Beamter

Stellen wir uns den fiktiven Dr. jur. Heinrich Sperling, Jahrgang 1888, vor. Nach dem Abitur beginnt er 1906 mit dem Jurastudium und erhält 1914 im Reichskriegsministerium eine Beamtenstelle im gehobenen Dienst. Da er durch Kinderlähmung eine leichte Gehbehinderung hat, wird er nicht zum Krieg eingezogen und dient als Beamter treu dem Kaiserreich, er ist zuständig für die ministerielle Betreuung der Logistik an der Westfront. Bei Kriegsende ist er Regierungsdirektor.

Nun dient er, nachdem das Kaiserreich beendet ist, genauso treu und pflichtbewusst der Weimarer Republik, nun aber im Finanzministerium, wo er als Ministerialrat für die Reparationszahlungen zuständig ist. Auch diese Aufgabe, die inhaltlich vollkommen seiner vorherigen widerspricht, vollbringt er tadellos.

Bis 1933 ist er Ministerialdirigent, nun wird er in das Landwirtschaftsministerium versetzt, wo er bis zum Ende des „Dritten Reichs“ für die Arisierung des Ministeriums und die Integration der neuen Reichsgebiete in die Reichslandwirtschaftsverwaltung zuständig ist: wieder eine Aufgabe, die seiner vorherigen inhaltlich widerspricht.

Nach dem Krieg erhält er problemlos seinen Persilschein und arbeitet bis zu seiner Pensionierung als vorbildlicher Beamter der Bundesregierung – ebenfalls im Landwirtschaftsministerium, wo er nun für den Wiederaufbau der Landwirtschaft nach dem Krieg hervorragenden Dienste leistet und im Jahre 1953 in Ehren entlassen wird.

Solche Karrieren hat es zu hunderttausenden gegeben, denn sonst wäre der Staat bei den drei geschilderten Umbruchsituationen auseinandergefallen. Doch die Beamten sind einfach weiter zur Arbeit gegangen und haben den Regierungsapparat am Laufen gehalten. Wie ist das möglich angesichts der krassen politischen Richtungswechsel in einem einzigen Menschenleben?

Menschen sind keine Überzeugungs- oder Gesinnungstäter

Weil es in der Tat einen „deep state“ gibt, dessen Mitarbeiter aber größtenteils ihre Erfüllung in der vorbildlichen Erledigung ihrer Arbeit und nicht in der Verwirklichung politischer Inhalte findet: Sie dienen jeder Regierung, egal, wie diese politisch ausgerichtet ist, selbst wenn es ganz offensichtlich eine Regierung von Mördern und Verbrechern ist, wie ab 1933.

Es wäre naiv zu glauben, dies sei heute anders. Denn die meisten Menschen sind keine Überzeugungs- oder Gesinnungstäter, sondern wollen einfach nur angesichts ihrer Möglichkeiten das Beste aus ihrem Leben machen. Auch wenn sie als Beamte Teil des Herrschaftsapparates sind, werden sie von den Regeln der Institutionen, denen sie dienen, beherrscht.

Wenn sie sich an diese Regeln halten, sind Einkommen, Status und persönliche Sicherheit optimiert. Daher werden sich die Beamten, Richter und Angestellten des Staates, das waren in Deutschland 2016 insgesamt 4,6 Millionen, – etwas mehr als 10 Prozent der Erwerbstätigen – davon 1,6 Millionen Beamte und Richter, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einem veränderten politischen Willen wie in unserem fiktiven Beispiel anpassen. 

Wie wird das funktionieren? Schauen wir uns die drei Arten der Gewaltbeschränkung des Staates, die unsere Verfassung vorgibt, an: Gewaltenteilung, Primat und Unveränderbarkeit der Grundrechte sowie Föderalismus. Können diese dazu führen, dass eine Abwahl der Pseudoliberalen wirkungslos bleibt? Könnte eine Regierung des Wandels überhaupt das Notwendige tun angesichts der Grundrechtegarantien unserer Verfassung?

Schon heute haben wir leider de facto nur relativ wenig Gewaltenteilung, da die Legislative in Bund und Ländern die Exekutive wählt und zwischen der Judikativen einerseits und exekutiver/legislativer Gewalt andererseits auf höchster Ebene enge Absprachen (dort Abschnitt „Spaziergänge mit der Pythia“) bestehen. Wenn die Stimmung in Deutschland kippt, die CDU/CSU sich von Merkel, Seehofer und deren Gesinnungsgenossen endlich befreit und wir uns eine Regierung des Wandels wählen, wie dies etwa in Österreich geschehen ist, werden sich neue Machtverhältnisse bilden und die Judikative wird umdenken. Spitzenrichter der Judikative gehen in Deutschland immer mit dem Ethos der Politik, im guten wie im schlechten Sinne, das war seit der Reichsgründung 1871 noch nie anders. (Nebenbei gesagt ist der Grund für die fragwürdigen Justizreformen in Ungarn und Polen die Tatsache, dass die Judikative dort dem politischen Wandel nicht gefolgt ist.)

Die Beamten werden einen Wandel auch praktisch umsetzen

Pseudoliberale Gesinnungstäter unter den Beamten wird man einfach kaltstellen – durch Versetzung in wirkungsarme Abteilungen oder Betreuung mit irrelevanten Aufgaben. Die Pflichtarbeiter, wie der fiktive Dr. Heinrich Sperling, werden einfach die neuen Weisungen befolgen und die Leitlinien des Wandels (Grenzschließung, Durchsetzung der Verfassung, Repatriierung nicht-anerkannter Asylbewerber, Umwandlung der monetären Sozialleistungen für Asylbewerber in Sachleistungen, Durchsetzung des Strafrechts und Ähnliches) umsetzen.

Das Primat der Grundrechte bedeutet nicht, dass die Gewichtung der Grundrechte in der Güterabwägung oder die Interpretation ihrer Bedeutung keinem Wandel unterliegen kann. So ist die Verabsolutierung der Würde des Menschen (Art. 1 GG) gegenüber anderen Werten oftmals nichts als ein plumper Versuch, eine Rechtsgüterabwägung zu unterdrücken – zahlreiche Beispiele dafür findet man in Spiegel und Zeit. Selbstverständlich kann der alte Art. 16 (vor der Einfügung von 16a Abs. 2, die momentane Anwendung des Asylrechts ist ja verfassungswidrig) nicht alle anderen Grundrechte übertreffen, wie etwa Art. 2 Abs. 2 („Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“) oder Art. 3 Abs. 2 („Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“) – beide Grundrechte schützt unser Staat heute nicht mehr ausreichend, weil er Art 16 in der alten Form (!) den Vorzug gibt.

Das lässt sich leicht ändern. Außerdem kann die Religionsfreiheit (Art. 4) auch so ausgelegt werden, dass damit – in Abwägung gegen den Erhalt unserer Verfassung selbst – nur Religionen gemeint sind, die nicht – wie zahlreiche Strömungen im Islam dies anstreben – unsere Verfassung umstürzen und durch eine Umma mit Scharia ersetzen wollen. Es ließen sich viele Beispiele anführen, die zeigen, wie der Wandel des politischen Ethos zu einem Wandel der Auslegung der Verfassung geführt hat. Siehe dazu beispielsweise die Untersuchungen von Dieter Grimm zum Thema Souveränität.

Dieser Wandel in der Auslegung der Grundrechte und eine neue Güterabwägung, die Ausdruck eines echten Pluralismus im Sinne eines Gleichgewichts konkurrierender Werte ist, werden den politischen Wandel begleiten.

Wandel im Bund zieht Wandel in den Ländern nach sich

Der Föderalismus begrenzt zwar die Macht des Bundes durch die zustimmungsbedürftigen Gesetze, bei denen der Bundesrat zustimmen muss, und auch durch die föderale Organisation von Sicherheitsinstitutionen des Inneren wie der Polizei und die Geheimdienste. Doch dürfte das Momentum eines Wandels, das zum Ausmaß des vom Staat seit 2010 begangenen Unrechts proportional sein wird, gewaltig sein. Daher würde ein Wandel im Bund auch schnell einen Wandel in den Ländern nach sich ziehen, auch innerhalb von dort laufenden Legislaturperioden, etwa durch Misstrauensvoten. Daher ist eine gegenseitige Blockade von Bund und Ländern bei den Fragen, um die es hier geht (wie staatliche Souveränität bei einem Auseinanderbrechen des Euros, Migration), unwahrscheinlich.

Dies alles gilt übrigens auch für das internationale Völkerrecht, hier ein Beispiel aus dem Seerecht – nirgends wird ernsthaft gefordert, ein Staat müsse seine Grenzen aufgeben, um dem Völkerrecht zu genügen. Denn dann lösten sich ja die Subjekte des Völkerrechts, die Staaten, auf.

Betrachten wir noch kurz diejenigen, die sich „Qualitätsmedien“ nennen. Deren Zustand ist wirklich bedenklich. Die Hypermoral hat dort inzwischen ein Stadium der autodestruktiven Mentalität erreicht, wie wir es der Form, nicht dem Inhalt nach, aus den Eliteorganisationen der finstersten Phase unsere Geschichte kennen: Chiliasten, egal welcher Couleur und welchen Wirkungsgrades, scheinen dem Ende der eigenen Existenz innerlich irgendwie nahe zu stehen.

Und trotzdem: Wenn der Wandel kommt, wird sich die große Mehrheit brav dem neuen Ethos unterordnen – bis auf wenige, die es entweder nicht wollen, weil sie echte Gesinnungsschreibtischstäter sind oder weil sie zwar an alle Umstände vollkommen anpassungsfähig, aber verbrannt sind. Beispiele für beide Typen möge der Leser sich selbst vergegenwärtigen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass weder Verfassung noch „deep state“ oder gar Medien einen friedlichen demokratischen Wandel hin zu einer Renaissance des Ordnungsstaatsethos aufhalten werden. Bismarcks Motto lautete zeitlebens: "Fert unda, nec regitur – die Welle trägt, aber sie wird nicht regiert."

Die radikale Form des Wandels im Rahmen der Verfassung

Oftmals wird übersehen, dass echten Notzuständen auch im Rahmen unserer Verfassung mit radikalen Mitteln begegnet werden kann. 1968 versuchte die große Koalition durch die Einführung der Notstandsgesetze, die bis dahin für solche Fälle bestehende Lücke in unserer Verfassung zu ergänzen. Bei innerem Notstand, der unter anderem eintritt, wenn Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes besteht (Art 91 GG), kann die Bundeswehr im Inneren eingesetzt werden, um den Notstand zu beheben. Dort sind wir noch nicht angelangt, doch könnte eine Regierung des Wandels einen solchen Zustand feststellen. 

Zusammen mit den Notstandsgesetzen wurde – aus Sorge, diese könnten missbraucht werden – auch das Widerstandsrecht (Art 20 Abs 4 GG) in die Verfassung eingefügt. Ordnungsstaatlich denkende Verfassungsjuristen wie Forsthoff haben dies damals kritisiert. Doch könnte sich, wenn der friedliche Wandel sich hinauszögert, eine Situation herausbilden, die manchen eine Berufung auf diesen Artikel („Gegen jeden, der es unternimmt, diese [die verfassungsmäßige] Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“) als Mittel der letzten Wahl plausibel erscheinen ließe.

Soweit sollten wir es nicht kommen lassen, denn das wäre ein möglicher Ausgangspunkt für einen Bürgerkrieg. Stattdessen sollten wir alle daran arbeiten, dass rasch ein grundlegender politischer Wandel eintritt, damit unser Staat den Verfassungsbruch endlich unterlässt und unsere politische Klasse damit aufhört, das eigene Land zu zerstören.

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Andreas Rühl / 24.07.2018

Es wird keinen Wandel geben, weil es keine Richtungsdebatte gibt. Es fehlen die Gebildeten und es fehlt an Bildung bei den Lautsprechern in den Medien. Das ist die conditio sine qua non. Die Parteien steuern jedenfalls weit weniger die öffentliche Meinung, als sie selbst glauben. Und wenn, dann wird von allen Seiten mit einer Polemik gefeuert, die den jeweiligen Gegenständen ganz unangemessen ist. Die großen Fragen (Zuwanderung, demographischer Wandel, KI und Robotik und die Folgen für Arbeitswelt, die wachsende Dominanz Chinas, der Verlust der Westorientierung und Entsäkulasierung der Türkei, der politische Islam und seine Unterwanderungversuche in die christlich und aufklärerisch geprägte Zivilisation, Energiewirtschaft, freier Welthandel und aufkeimende protektionistische Strömungen, die zukünftige Rolle Russlands und vieles mehr) eignet sich nicht für polemisches, von zweifelhaften “Gefühlen” und noch zweifelhafteren “Moralvorstellungen” geprägtes Herumschreien. Nichts anderes höre ich aber Tag für Tag. Wo ist sie hin, die Vernunft? Ganz einfach, diese scheue Göttin flieht vor dem Gekreisch und Gekeifer einer Welt, die sich in ihrer Unvernunft auch noch selbst gefällt und sich am moralischen Dünkel selbst befriedigt. Was wir brauchen, ist keine “Wende”, sondern einen Kompass. Dazu müsste aber das Niveau der Debatte angehoben werden (derzeit auf Tauchfahrt) und das Geschrei muss einem an der Sache orientierten Gespräch weichen - ohne Eitelkeiten, ohne sinnlose Polemik, ohne moralische Selbstüberhebung. Das Problem ist also nicht, dass ein “deep state” eine “Wende” verunmöglichen würde, sondern das Problem ist, wohin denn die Wende führen soll. “Zurück” jedenfalls ist keine Antwort.

Daniel Oehler / 24.07.2018

Ich bin mal gespannt, wie in etwa 10 Jahren die ideologisch Annäherung der Restbestände der EKD (“Evangelische” Kirche in Deutschland) an die AfD aussehen wird. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts war die ev. Kirche strikt kaisertreu. Die Fürsten galten seit der Refomationszeit als “Notbischöfe”, weil kein katholischer Bischof konvertierte. Bis die Evangelischen den Untergang des Kaiserreiches verdaut hatten, war auch schon die Weimarer Republik am Ende. In der braunen Zeit war die ev. Kirche sehr führertreu. Die - im Sinne des damaligen Zeitgeistes - politisch-korrekten Evangelen nannten sich “Deutsche Christen”, verbannten Juden aus der Kirche und wollten das Alte Testament aus der Bibel entfernen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Völkermord an Juden, Zigeunern und Russen gab es Schuldbekenntnisse und öffentliche Zerknirschung. Der Widerständler Bonhöffer wurde zum Märtyrer und Quasi-Heiligen der ev. Kirche. Mit der Präsenz der US-Besatzung wurde es modern, in Jugendgruppen und Gospelchören auf Englisch zu singen - zum Erschrecken derer, die wirklich Englisch sprechen können -. Nichts klingt so grauenhaft wie englische Lieder, die mit starkem deutschen Akzent gesungen werden. Mehrere Jahre nach dem Aufkommen der Grünen wurden zuerst der Kirchentag und dann die ev. Landeskirchen vergrünt. Öko-Themen sind “in” auf Kirchentagen, nicht nur unter der Regie einer gewissen Frau Göring-E. Die Kirchen selbst sind ziemlich leergepredigt. Viele engagierte Christen, denen das Evangelium wichtiger ist als grüne Ideologien und das Thema Klimawandel, sind in andere Kirchen abgewandert, zu Freikirchen, Katholiken und Orthodoxen. Natürlich outen sich die ev. Kirchen als Vertreter der “Refugee welcome”- und Anti-AfD-Szene. Man/frau will ja schließlich zu den Guten gehören. In der badischen Landeskirche gibt es eine Initiative namens “Der grüne Gockel”. Peinlicherweise ist der Hahn aber ein Symbol für den Verrat an Christus.

Volker Kleinophorst / 24.07.2018

Wird laufen wie immer. Fünf Minuten nach Untergang des Systems werden plötzlich ALLE aber wirklich ALLE im Widerstand gewesen sein. Dazu fällt mir eine Szene aus dem Nachkriegsklassiker “Wir Wunderkinder” (u.a mit Wolfgang Neuss) ein: Nach dem Zusammenbruch. Der ehemalige Funktionär kommt auf Hamsterfahrt auf einen Bauernhof. Die Bäuerin begrüßt ihn freudig: “Guten Tag, Herr Sturmbandführer.” Er erschrickt: “Nein. Nicht mehr Sturmbandführer. Ich heiße jetzt anders.” Bäuerin: “Ach guten Tag, Herr Anders.” (aus der Erinnerung aufgeschrieben, also: so oder so ähnlich)

Sepp Kneip / 24.07.2018

Nein, man darf die Hoffnung nicht aufgeben. Und wenn man glaubt, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her. Oft kommt dieses Licht aus einer Ecke, in der man es nicht vermutet. Meine Hoffnung ruht auf Trump und der AfD. Trump, weil er sich anschickt, die verkrusteten Strukturen des Washingtoner Establishments aufzubrechen und den demokratisch nicht legitimierten “Elite”-Zirkeln um Soros und Genossen in die Suppe zu spucken. Die AfD, weil sie als einzige Partei in Deutschland gegen den Mainstream schwimmt und den Bürgern klarzumachen versucht, welch unheilvolle Politik Merkel in Deutschland gegen Recht und Gesetz macht. Dass sie sogar darauf aus ist, in wessen Auftrag auch immer, Deutschland und Europa via Massenimmigration auf dem Altar eines zerstörerischen Multikulturalismus zu opfern. Wenn die Leute das verstanden haben, besteht die Hoffnung, dass sie mittels Stimmzettel dieser Selbstzerstörungspolitik Merkels ein Ende machen.

Martin Stumpp / 24.07.2018

Mit zwei Anmerkungen stimmen ich dieser Analyse zu: Zum einen ist das Widerstandsrecht aus Artikel 20 Abs 4 GG das Papier nicht Wert auf dem es steht. Denn nur die Sieger schreiben Geschichte. Wer Widerstand leistet und gewinnt, braucht das Widerstandsrecht nicht und wenn er verliert nützt es ihm nichts. Für Rebellion gibt es keine Entschuldigung, außer man gewinnt. Zum Zweiten ist es fraglich ob es ausreicht einige Exempel zu statuieren. Was ist mit den Beamten und Richter, die bewusst gegen ihren Amtseid verstoßen haben. Denn Beamte sind auf das GG vereidigt, nicht auf die Regierung. So verstößt z. B. ein Beamter gegen seinen Eid wenn er Asyl genehmigt, obwohl der Betreffende aus einem EU Land eingereist ist. Genauso ein Richter der dies goutiert oder sogar offenkundig einen Kultur/Islam-Rabatt gibt, was hin und wieder sogar aus der Urteilsbegründung hervorgeht.

Sabine Schönfelder / 24.07.2018

Hoffen wir das Beste , lieber Leser! Der Souverän ist heute bräsig und satt und ein idealer Kandidat zur paternalistischen Verwaltung nach grün-linker Gutsherrenart. Individualisten mit Eigeninitiatve befinden sich auf dem Rückzug und werden gesellschaftlich als Außenseiter gebrandmarkt( im günstigeren Fall!). Der Mensch bewegt sich erst aus seiner Komfortzone, wenn es ihm ans Eingemachte, sprich ans Pekuniäre, geht. Die nächste Finanzkrise könnte ein Initiator zum politischen Wechsel sein, aber solange Merkel Draghi weiterdrucken läßt…......

Elke Albert / 24.07.2018

Dear Mr. Robinson, thank you for this beautiful description of the Germany of my childhood and youth! Your text really moved me to tears as it is so true. I couldn’t have brought it to the point better. Including the bitter final description of today’s situation. With just a few words you described what we have lost. Forever. (Thanks to Mrs Merkel and others who enforce their inhuman ideology of the “New World Order” at our costs!)

Alexander Mazurek / 24.07.2018

Die Analyse der Vergangenheit ist zutreffend: Bürokraten arbeiteten für jeden Dienstherrn, mitunter besserwissend, siehe “Yes, minister”. Allerdings ist der “deep state” heute, nach dem “Marsch durch die Institutionen” der 68-er “Kämpfer”, durchdrungen von ihnen bzw. ihrem Geist. Bleibt nur zu hoffen, das der “zuerst kommt das Fressen”-Reflex bei ihnen ähnlich stark ausgeprägt ist, wie bei den ehrwürdigen “Staatsdienern”, stärker als die ideologische Verblendung.

Michael Malcher / 24.07.2018

Die Geschichte des fiktiven Dr. jur. Heinrich Sperling, Jahrgang 1888, hat nur einen Haken: sie endet 1953! Die Geschichte der jetzigen Richter, Journalisten, Beamten und Politiker beginnt 1968! Das Beispiel vieler tausend ehemaligen Beamten lässt sich m. E. nicht auf heute übertragen.

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