Johannes Eisleben / 24.07.2018 / 06:25 / Foto: Ericrolph / 65 / Seite ausdrucken

Warum man die Hoffnung nicht fahren lassen sollte

Der Ex-Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier sagt, wir leben in einem Staat, der das Verfassungsrecht bricht, indem er es unterlässt,

“zwischen dem individuellen Recht auf Schutz vor Verfolgung auf der einen Seite und der Aufnahme von Migranten, sei es aus humanitären Gründen, sei es aus Gründen einer im wohl verstandenen Eigeninteresse Deutschlands erfolgenden Einwanderungspolitik auf der anderen Seite, zu unterscheiden.“ 

Auch andere bedeutende Verfassungsrechtler wie Udo die Fabio oder Rupert Scholz halten die seit nunmehr fast drei Jahren anhaltende Grenzöffnung für verfassungswidrig, weswegen Scholz eine Reform des Asylrechts dahingehend fordert, dass das Asyl nicht länger ein subjektiver Rechtsanspruch sein dürfe, sondern zu einer objektiv-rechtlichen Regelung werden müsse.

Derweil haben die Unionsparteien nun einen rein mit Hinblick auf das Publikum in Bayern für die anstehenden Landtagswahlen organisierten, heuchlerischen Placebo-Scheinstreit darüber, ob man die Grenzen für einen Bruchteil der Migranten vielleicht schließen solle, mit der Einigung, dies doch nicht zu tun, beendet: Jeder, der an der Grenze „Asyl“ sagt, darf weiterhin einwandern, eine teure Vollversorgung wie ein Bundesbürger erhalten, sich, wenn er möchte, straffrei nicht an Recht und Ordnung halten, ausgewiesen werden und erneut einreisen (!) sowie sich vor allem nicht integrieren, geschweige denn assimilieren: All dies ist den Migranten kaum vorzuwerfen, sie versuchen einfach nur, ihre Möglichkeiten zu nutzen und verhalten sich dann hier ihrer Sozialisation gemäß. 

Es ist glasklar, dass der Souverän unseres Staates (wir Bürger) mit überwältigender Mehrheit eine Grenzschließung will. Denn wir wissen, dass eine weitere Zuwanderung unser Land als Rechts- und Ordnungsstaat zerstören wird. Wie kann der Souverän sich gegen selbstzerstörerische Eliten wehren, die ein sozialistisches Ethos des Massenlebenswerts (Arnold Gehlen) verfolgen, das auf die ganze Welt ausgedehnt wird? Die außerdem den Staat okkupieren und beispielsweise absurde Urteile fällen.

Viele Zeitgenossen und Achse-Leser bezweifeln, dass dies durch Abwählen unserer Berufspolitiker-Elite noch möglich ist und führen dabei unter anderem den Begriff des „deep state“ an. Sie behaupten, unser Staatswesen sei in allen Bereichen der Exekutive und Judikative vom scheinlinken, pseudo-liberalen, humanitaristischen Ethos so durchdrungen, dass ein Abwählen der Regierung gar nichts mehr bringe, da eine neue Regierung die Mitarbeiter des „deep state“ gar nicht umsteuern könne. Auch die Presse sei irreversibel pseudoliberal durchseucht. Ist das so?

Ein perfekter Beamter

Stellen wir uns den fiktiven Dr. jur. Heinrich Sperling, Jahrgang 1888, vor. Nach dem Abitur beginnt er 1906 mit dem Jurastudium und erhält 1914 im Reichskriegsministerium eine Beamtenstelle im gehobenen Dienst. Da er durch Kinderlähmung eine leichte Gehbehinderung hat, wird er nicht zum Krieg eingezogen und dient als Beamter treu dem Kaiserreich, er ist zuständig für die ministerielle Betreuung der Logistik an der Westfront. Bei Kriegsende ist er Regierungsdirektor.

Nun dient er, nachdem das Kaiserreich beendet ist, genauso treu und pflichtbewusst der Weimarer Republik, nun aber im Finanzministerium, wo er als Ministerialrat für die Reparationszahlungen zuständig ist. Auch diese Aufgabe, die inhaltlich vollkommen seiner vorherigen widerspricht, vollbringt er tadellos.

Bis 1933 ist er Ministerialdirigent, nun wird er in das Landwirtschaftsministerium versetzt, wo er bis zum Ende des „Dritten Reichs“ für die Arisierung des Ministeriums und die Integration der neuen Reichsgebiete in die Reichslandwirtschaftsverwaltung zuständig ist: wieder eine Aufgabe, die seiner vorherigen inhaltlich widerspricht.

Nach dem Krieg erhält er problemlos seinen Persilschein und arbeitet bis zu seiner Pensionierung als vorbildlicher Beamter der Bundesregierung – ebenfalls im Landwirtschaftsministerium, wo er nun für den Wiederaufbau der Landwirtschaft nach dem Krieg hervorragenden Dienste leistet und im Jahre 1953 in Ehren entlassen wird.

Solche Karrieren hat es zu hunderttausenden gegeben, denn sonst wäre der Staat bei den drei geschilderten Umbruchsituationen auseinandergefallen. Doch die Beamten sind einfach weiter zur Arbeit gegangen und haben den Regierungsapparat am Laufen gehalten. Wie ist das möglich angesichts der krassen politischen Richtungswechsel in einem einzigen Menschenleben?

Menschen sind keine Überzeugungs- oder Gesinnungstäter

Weil es in der Tat einen „deep state“ gibt, dessen Mitarbeiter aber größtenteils ihre Erfüllung in der vorbildlichen Erledigung ihrer Arbeit und nicht in der Verwirklichung politischer Inhalte findet: Sie dienen jeder Regierung, egal, wie diese politisch ausgerichtet ist, selbst wenn es ganz offensichtlich eine Regierung von Mördern und Verbrechern ist, wie ab 1933.

Es wäre naiv zu glauben, dies sei heute anders. Denn die meisten Menschen sind keine Überzeugungs- oder Gesinnungstäter, sondern wollen einfach nur angesichts ihrer Möglichkeiten das Beste aus ihrem Leben machen. Auch wenn sie als Beamte Teil des Herrschaftsapparates sind, werden sie von den Regeln der Institutionen, denen sie dienen, beherrscht.

Wenn sie sich an diese Regeln halten, sind Einkommen, Status und persönliche Sicherheit optimiert. Daher werden sich die Beamten, Richter und Angestellten des Staates, das waren in Deutschland 2016 insgesamt 4,6 Millionen, – etwas mehr als 10 Prozent der Erwerbstätigen – davon 1,6 Millionen Beamte und Richter, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einem veränderten politischen Willen wie in unserem fiktiven Beispiel anpassen. 

Wie wird das funktionieren? Schauen wir uns die drei Arten der Gewaltbeschränkung des Staates, die unsere Verfassung vorgibt, an: Gewaltenteilung, Primat und Unveränderbarkeit der Grundrechte sowie Föderalismus. Können diese dazu führen, dass eine Abwahl der Pseudoliberalen wirkungslos bleibt? Könnte eine Regierung des Wandels überhaupt das Notwendige tun angesichts der Grundrechtegarantien unserer Verfassung?

Schon heute haben wir leider de facto nur relativ wenig Gewaltenteilung, da die Legislative in Bund und Ländern die Exekutive wählt und zwischen der Judikativen einerseits und exekutiver/legislativer Gewalt andererseits auf höchster Ebene enge Absprachen (dort Abschnitt „Spaziergänge mit der Pythia“) bestehen. Wenn die Stimmung in Deutschland kippt, die CDU/CSU sich von Merkel, Seehofer und deren Gesinnungsgenossen endlich befreit und wir uns eine Regierung des Wandels wählen, wie dies etwa in Österreich geschehen ist, werden sich neue Machtverhältnisse bilden und die Judikative wird umdenken. Spitzenrichter der Judikative gehen in Deutschland immer mit dem Ethos der Politik, im guten wie im schlechten Sinne, das war seit der Reichsgründung 1871 noch nie anders. (Nebenbei gesagt ist der Grund für die fragwürdigen Justizreformen in Ungarn und Polen die Tatsache, dass die Judikative dort dem politischen Wandel nicht gefolgt ist.)

Die Beamten werden einen Wandel auch praktisch umsetzen

Pseudoliberale Gesinnungstäter unter den Beamten wird man einfach kaltstellen – durch Versetzung in wirkungsarme Abteilungen oder Betreuung mit irrelevanten Aufgaben. Die Pflichtarbeiter, wie der fiktive Dr. Heinrich Sperling, werden einfach die neuen Weisungen befolgen und die Leitlinien des Wandels (Grenzschließung, Durchsetzung der Verfassung, Repatriierung nicht-anerkannter Asylbewerber, Umwandlung der monetären Sozialleistungen für Asylbewerber in Sachleistungen, Durchsetzung des Strafrechts und Ähnliches) umsetzen.

Das Primat der Grundrechte bedeutet nicht, dass die Gewichtung der Grundrechte in der Güterabwägung oder die Interpretation ihrer Bedeutung keinem Wandel unterliegen kann. So ist die Verabsolutierung der Würde des Menschen (Art. 1 GG) gegenüber anderen Werten oftmals nichts als ein plumper Versuch, eine Rechtsgüterabwägung zu unterdrücken – zahlreiche Beispiele dafür findet man in Spiegel und Zeit. Selbstverständlich kann der alte Art. 16 (vor der Einfügung von 16a Abs. 2, die momentane Anwendung des Asylrechts ist ja verfassungswidrig) nicht alle anderen Grundrechte übertreffen, wie etwa Art. 2 Abs. 2 („Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“) oder Art. 3 Abs. 2 („Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“) – beide Grundrechte schützt unser Staat heute nicht mehr ausreichend, weil er Art 16 in der alten Form (!) den Vorzug gibt.

Das lässt sich leicht ändern. Außerdem kann die Religionsfreiheit (Art. 4) auch so ausgelegt werden, dass damit – in Abwägung gegen den Erhalt unserer Verfassung selbst – nur Religionen gemeint sind, die nicht – wie zahlreiche Strömungen im Islam dies anstreben – unsere Verfassung umstürzen und durch eine Umma mit Scharia ersetzen wollen. Es ließen sich viele Beispiele anführen, die zeigen, wie der Wandel des politischen Ethos zu einem Wandel der Auslegung der Verfassung geführt hat. Siehe dazu beispielsweise die Untersuchungen von Dieter Grimm zum Thema Souveränität.

Dieser Wandel in der Auslegung der Grundrechte und eine neue Güterabwägung, die Ausdruck eines echten Pluralismus im Sinne eines Gleichgewichts konkurrierender Werte ist, werden den politischen Wandel begleiten.

Wandel im Bund zieht Wandel in den Ländern nach sich

Der Föderalismus begrenzt zwar die Macht des Bundes durch die zustimmungsbedürftigen Gesetze, bei denen der Bundesrat zustimmen muss, und auch durch die föderale Organisation von Sicherheitsinstitutionen des Inneren wie der Polizei und die Geheimdienste. Doch dürfte das Momentum eines Wandels, das zum Ausmaß des vom Staat seit 2010 begangenen Unrechts proportional sein wird, gewaltig sein. Daher würde ein Wandel im Bund auch schnell einen Wandel in den Ländern nach sich ziehen, auch innerhalb von dort laufenden Legislaturperioden, etwa durch Misstrauensvoten. Daher ist eine gegenseitige Blockade von Bund und Ländern bei den Fragen, um die es hier geht (wie staatliche Souveränität bei einem Auseinanderbrechen des Euros, Migration), unwahrscheinlich.

Dies alles gilt übrigens auch für das internationale Völkerrecht, hier ein Beispiel aus dem Seerecht – nirgends wird ernsthaft gefordert, ein Staat müsse seine Grenzen aufgeben, um dem Völkerrecht zu genügen. Denn dann lösten sich ja die Subjekte des Völkerrechts, die Staaten, auf.

Betrachten wir noch kurz diejenigen, die sich „Qualitätsmedien“ nennen. Deren Zustand ist wirklich bedenklich. Die Hypermoral hat dort inzwischen ein Stadium der autodestruktiven Mentalität erreicht, wie wir es der Form, nicht dem Inhalt nach, aus den Eliteorganisationen der finstersten Phase unsere Geschichte kennen: Chiliasten, egal welcher Couleur und welchen Wirkungsgrades, scheinen dem Ende der eigenen Existenz innerlich irgendwie nahe zu stehen.

Und trotzdem: Wenn der Wandel kommt, wird sich die große Mehrheit brav dem neuen Ethos unterordnen – bis auf wenige, die es entweder nicht wollen, weil sie echte Gesinnungsschreibtischstäter sind oder weil sie zwar an alle Umstände vollkommen anpassungsfähig, aber verbrannt sind. Beispiele für beide Typen möge der Leser sich selbst vergegenwärtigen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass weder Verfassung noch „deep state“ oder gar Medien einen friedlichen demokratischen Wandel hin zu einer Renaissance des Ordnungsstaatsethos aufhalten werden. Bismarcks Motto lautete zeitlebens: "Fert unda, nec regitur – die Welle trägt, aber sie wird nicht regiert."

Die radikale Form des Wandels im Rahmen der Verfassung

Oftmals wird übersehen, dass echten Notzuständen auch im Rahmen unserer Verfassung mit radikalen Mitteln begegnet werden kann. 1968 versuchte die große Koalition durch die Einführung der Notstandsgesetze, die bis dahin für solche Fälle bestehende Lücke in unserer Verfassung zu ergänzen. Bei innerem Notstand, der unter anderem eintritt, wenn Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes besteht (Art 91 GG), kann die Bundeswehr im Inneren eingesetzt werden, um den Notstand zu beheben. Dort sind wir noch nicht angelangt, doch könnte eine Regierung des Wandels einen solchen Zustand feststellen. 

Zusammen mit den Notstandsgesetzen wurde – aus Sorge, diese könnten missbraucht werden – auch das Widerstandsrecht (Art 20 Abs 4 GG) in die Verfassung eingefügt. Ordnungsstaatlich denkende Verfassungsjuristen wie Forsthoff haben dies damals kritisiert. Doch könnte sich, wenn der friedliche Wandel sich hinauszögert, eine Situation herausbilden, die manchen eine Berufung auf diesen Artikel („Gegen jeden, der es unternimmt, diese [die verfassungsmäßige] Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“) als Mittel der letzten Wahl plausibel erscheinen ließe.

Soweit sollten wir es nicht kommen lassen, denn das wäre ein möglicher Ausgangspunkt für einen Bürgerkrieg. Stattdessen sollten wir alle daran arbeiten, dass rasch ein grundlegender politischer Wandel eintritt, damit unser Staat den Verfassungsbruch endlich unterlässt und unsere politische Klasse damit aufhört, das eigene Land zu zerstören.

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Rolf Lindner / 24.07.2018

Ich selbst habe es erlebt, wie eine Person, die zu DDR-Zeiten eine Dissertation über die Erziehung von Menschen zu sozialistischen Persönlichkeiten geschrieben hatte, nach der Wende zumindest nach außen unbeschwert mit der Entlassung enttarnter IMs beschäftigt war. Solche oder ähnliche hat es nach dem Zusammenbruch der DDR massenhaft gegeben. Das macht mich optimistisch im Sinne des Artikels. Der Aufmarsch der realitätsentrückten Islamisierungs- und Verfassungsbruchleugner am Wochenende in München ist jedoch Anlass zum Pessimismus. Es sind ja nicht nur die Beamten, denen es möglicherweise leicht fällt, sich den neuen Umständen anzupassen. Man sollte sich jedenfalls seelisch, moralisch und materiell doch auf bürgerkriegsähnliche Zustände vorbereiten.

Claudia Meier / 24.07.2018

Ein spannender Aufsatz Herr Eisleben, mögen Sie bitte Recht behalten, und eine spannende Diskussion hier im Lesrerforum, die mich eher wieder entmutigt. Auch ich pendle gedanklich immer mehr zwischen Flucht- und Widerstandsdenken. Ein “linkischer” Hinweis zum hier angeführten CIA-Report wäre Hilfreich. Denn heute schon erleben wir immer häufiger Freitags: Morgens Moschee, Mittags Morden. Ergo, der Optimist lernt Chinesisch, der Pssimist, Arabisch, der Realist Schießen…

Petra Wilhelmi / 24.07.2018

Beamte arbeiten, erlassen keine Gesetze. Sie hören auf Anweisungen ihre Vorgesetzten, die wiederum auf Anweisung der Ministerien hören. Die Regierung ist die Stelle Nr. 1, wo gesagt wird, nach welcher Ideologie gearbeitet werden muss. Nun sehe ich nirgendwo eine Mehrheit, die das Parteienkartell von Linksgrün aufbrechen könnte. Nichts wird sich ändern, wenn immer die gleichen auf Ministersesseln landen und im Parlament, denn das hieße, dass die Parteien des Kartells alle aufgelöst werden müssten. Linksgrün hat eine große Anhängerschaft in Deutschland, vor allem ab den jungen Leuten, die schon wählen dürfen bis weit hinein in die Zwanziger/Dreißiger. Die ehemals konservativen Parteien, die es nicht mehr sind, sondern sich auch Linksgrün ergeben haben, haben eine gedankenlose Anhängerschaft bei Älteren. Dazu kommt noch die Anhängerschaft der Doppelpassler. Welche Hoffnung soll man sich machen? Beamte arbeiten “nur”. Politik macht das Parteienkartell, welches seine Macht in die Beamtenschaft, in die Justiz in die Medien gebracht hat und das mit der Zustimmung einer Mehrheit der Deutschen. Was nützt es uns, dass die Beamten ihre Arbeit auch unter anderen Vorzeichen machen würden. Das andere Vorzeichen ist z.Z. nicht absehbar.

Michael Guhlmann / 24.07.2018

Zum Widerstandsrecht würde ich gerne wiedergeben, was gestern ein Mann äußerte, neben dem ich zufällig in der Straßenbahn zu sitzen kam.  Gewaltsames Vorgehen? fragte er.  Sollen wir mit bloßen Händen in die Messer der Mohammedaner laufen oder ins Maschinengewehrfeuer einer unterwanderten Polizei? Uns kann nur noch ein Militärputsch retten, dessen Führer eine provisorische Regierung ausrufen, welche sofort! den Austritt Deutschlands aus NATO und EU erklärt und sofort! eine ausländische Macht um Schutz bittet, und zwar eine, deren Machtmittel dermaßen abschreckend sind, daß die UN-Erklärungen zu lächerlichen Phantasien verkommen.  - Weil mir das staatsgefährdend vorkam, hielt ich es für meine Pflicht, diesen Typen anzuzeigen, aber während ich mein Handy herauskramte, stieg er eilig aus.

Paul Mittelsdorf / 24.07.2018

Veränderungen sind möglich. Aber nur dann, wenn die Leute als Wähler Druck machen. Wenn der Autor schreibt, daß die Mehrheit der Bürger gegen die Masseneinwanderung ist, dann frage ich mich, warum die Menschen dann in eben jener Mehrheit ihre Stimmen den Parteien geben, die für die Masseneinwanderung sind. Wer eine Veränderung will, hat nur eine einzige Wahl und die besteht darin, die AFD zu wählen. Wer etwas anderes denkt, redet sich etwas ein und fördert mit seinem Wahlverhalten den Niedergang unseres Landes.

Jörg A. Ehm / 24.07.2018

Ihren Optimismus teile ich überhaupt nicht, und das aus zwei Gründe: 1. Wird es einen politischen Wandel nicht geben, über 80% der Wähler in Deutschland wählen Parteien, die in immer schnellerem Maße Politik gegen die eigene Bevölkerung und deren Wohlstand machen (Euro/Target 2/QE, Massenzuwanderung von Analphabeten in die Sozialsysteme, ineffektive und hoch ineffiziente “Energiewende” etc.). Der “Deep State” steht voll dahinter, häufig in einer Art vorauseilendem Gehorsam und von Sendungsbewußtsein beseelt. Der Wandel kommt genau dann, wenn die Rechnungen über Billionen Euro oder Dollar fällig werden (in geschätzt 20 bis 40 Jahren) - dann ist es zu spät. Deutschland wird dann ein totalitärer Staat, entweder gemäß der Deep-State-Theorie-Vertreter links geführt (“Verhinderung des Faschismus”, “Alternativlosigkeit” etc.) oder eben rechts (also AfD, “nationale Interessen”, “Wiederaufbau” etc.). 2. Ihr Herr Dr. Sperling kommt aus guten bürgerlichen Verhältnissen, ist Jurist, im Kaiserreich sozialisiert, hat vermutlich gedient und ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eher konservativ. Die Regimewechsel sind Wechsel, in der er mit seiner Einstellung sehr wohl seinen Platz gefunden hat, nichts war da diametral entgegen seinem Weltbild. In der DDR wäre er vermutlich nicht weiter beschäftigt worden, der bürgerliche Herr Jurist aus dem Kaiserreich… Doch sowohl in der DDR als auch im “Dritten Reich” wäre jede Form von Widerstand oder Sabotage mitunter streng geahndet worden. Diese Befürchtung haben die Herrschaften aus Presse, Justiz, Verwaltung oder Politik heute nicht mehr. Wir sind ein Land, in dem militärische Traditionen bekämpft werden, in dem kaum Jemand bereit ist, das Land zu verteidigen (18% lt. Gallup 2015), in dem Fahnenflüchtige praktisch grundsätzlich Freispruch erwarten können. Widerstand und Sabotage etwa gegen eine Regierung mit AfD-Beteiligung ist mehr als nur denkbar, bei einem quasi kompletten Umsteuern der Politik mehr als wahrscheinlich…

Archi W Bechlenberg / 24.07.2018

Die aktuell Herrschenden (zu denen ich bis auf die AFD auch die so genannte Opposition zähle) hat in den letzten Jahren mehrfach und eindeutig gezeigt, dass ihnen bei Bedarf demokratische Grundwerte ganz und gar egal sind. Das wird sich noch dramatisch verschlimmern, je mehr es ihnen an den Kragen geht. Die Pläne für das, was dann kommt, liegen seit Jahrzehnten bereit und nennen sich Notstandsgesetze. Die Herrschenden werden um nichts bereit sein, von ihrem Kurs der Abschaffung westlicher und aufgeklärter Werte abzuweichen. Warum sollten sie auch? Diese Geisterfahrer stehen ja dazu und sehen sich nicht auf dem Weg ins Verderben. Sie werden nicht morgen wach und erkennen ihren fatalen Irrtum (so weit es überhaupt ein Irrtum war und nicht ein Plan). Und wenn das Gemetzel losgeht (“I see rivers of blood!” Enoch Powell 1968) werden alle, die dann noch da sind, erleben, dass wir nicht bedauernswerten, schwachen Flüchtlingen Tür und Tor geöffnet haben, sondern den besten und stärksten ihres Kontinents, sonst hätten sie es nicht bis hier geschafft. Und die werden den europäischen Träumern dann ihre “Dankbarkeit” zeigen. Nicht klein-klein wie momentan noch, sondern in vehementer, erbarmungsloser Breite.

Arne Brandt / 24.07.2018

Warum hoffen, wenn es auch viel einfacher geht? Es gibt in Europa mittlerweile mindestens 30% halbwegs vernünftige Menschen, in vielen Ländern stellen diese bereits die Mehrheit. Warum auf die Einsicht der Verrückten hoffen, wenn man sich auch mit vernünftigen Menschen zusammentun & seine eigenen Staaten schaffen kann? Sollen die Linksextremen doch mit Isis zusammenleben, wenn ihnen das gefällt. Bayern & Sachsen, oder die Regionen in Frankreich, in denen Konservative das Sagen haben, können doch ihr eigenes Ding machen. Dazu braucht es keine Hoffnung, nur den Mut, den ersten Schritt zu machen.

Siegmar Sulzer / 24.07.2018

Ich bin ein Optimist, der sieht wie Frau Merkel mit dem grossen Hammer in der Hand ein paar Naegeln im ihren nach unten zeigenden Mundwinkel hat. Diese Sargnaegel ( ploetzlicher Atomaustieg, Migrantenkrise, Vernichtung der deutschen Autoindustrie.) tut sie mit Rekordgeschwindigkeit hereinschlagen. Nebenbei sehe ich eine Totengraeberin mit Spaten in der Hand wie die Bundestagsvizepraesidentin…. Ebenso sehe ich einen Praesidenten der Eurokomission, der im Suff fast in den Grab fallen wird, was seine politischen Totengraeber gemacht haben. Aber ich bin optimist, esse eine Zitrone damit meine Mundwinkeln nach oben zeigen

Gabriele Schulze / 24.07.2018

Gerade heute durchfuhr’s mich: es ist zu spät. Ich teile den Pessimismus vieler Kommentatoren, ebenso wie die demographische Anmerkung von Christina Falke. Am 23.07.18 schrieb Leser Giovanni zu einem Artikel über Özil auf welt.de: “Wir hatten Sicherheit, wir lebten in Frieden, unsere Kinder hatten eine gute Zukunft in Aussicht und dann kam der Gutmensch”. Punkt. Weiter nichts - aber traurige Zusammenfassung. Ich heuchele mich durch den Tag….

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