Es gibt vier Gründe, warum der Boden der ehemaligen DDR so trocken ist. Drei von vier sind menschengemacht. Einer ist klimabedingt, aber nicht menschengemacht. Drei sind menschengemacht, aber nicht klimabedingt. Und der CO2-Gehalt der Luft ist es nicht.
Deutschland erlebte von Juli 2023 bis Juni 2024 die nassesten zwölf Monate seit Messbeginn im Jahre 1881. Dennoch weisen die Böden in den neuen Bundesländern ein Niederschlagsdefizit auf. Dieses trockene Gebiet zeichnet beinahe exakt die Grenze zur ehemaligen DDR nach. Warum ist das so? Dafür gibt es vier Gründe. Einer ist klimabedingt, aber nicht menschengemacht. Drei sind menschengemacht, aber nicht klimabedingt. Und der CO2-Gehalt der Luft ist es nicht.
Deutschland bekam im vergangenen Jahr mehr Regen ab als üblich. Vergleicht man den langjährigen Mittelwert von 1991 bis 2020, war die Niederschlagsmenge im Westen Deutschlands um bis zu 800 Liter pro Quadratmeter höher als erwartet, und das Niederschlagsdefizit der trockenen Jahre 2018 und 2019 wurde verringert. In den neuen Bundesländern sieht das völlig anders aus: Je weiter man nach Osten schaut, umso weniger Regen ist gefallen – in der Uckermark und im Erzgebirge nur so viel, wie der Mittelwert erwarten lässt, also kein Überschuss. Dort gab es auch im Juni 2024 noch Gebiete mit extremer Bodendürre.
Ein Grund dafür ist klimabedingt und wird verursacht durch den Übergang von westeuropäischem Maritimklima zu osteuropäischem Kontinentalklima. Von Westdeutschland aus wird das Klima Richtung Osten zunehmend kontinental, weil Meeresoberflächen wie der Atlantik eine temperaturausgleichende Wirkung haben, denn sie sind im Winter deutlich wärmer und im Sommer kühler als die Festlandoberflächen. Und weil der Wind in Deutschland vorwiegend von West nach Ost weht (Westwindzirkulation, Luftzirkulation in der Rotationsrichtung der Erde), wird der atlantische Einfluss von West nach Ost immer schwächer. So kommt es also zu diesem allmählichen Übergang von einem maritimen zu einem kontinentalen Klima und einer von West nach Ost abnehmenden Luftfeuchtigkeit.
Drastisch durchgeführte Flurbereinigung
Im Kontinentalklima wird die Landmasse im Sommer schneller aufgeheizt und kühlt im Winter schneller ab, es kommt zu kalten Wintern und warmen Sommern mit einer insgesamt geringen Jahresniederschlagsmenge. Genau das ist in den neuen Bundesländern der Fall, gut dokumentiert in der Karte des mittleren Niederschlags in den Sommerhalbjahren 1961 bis 1990. Durch diese natürlichen Klimabedingungen in unseren Breiten sind die Böden im Osten, in den neuen Bundesländern, also anfällig für Trockenheit und Dürre.
Vom Menschen verursacht ist die in DDR-Zeiten drastisch durchgeführte Flurbereinigung. Diese ist in den neuen Bundesländern nach wie vor deutlich sichtbar: Es herrschen großflächige baum- und strauchlose Agrarsteppen vor. Auch die Zahl der Kleingewässer wurde durch die Zusammenlegung großer Ackerflächen erheblich reduziert. Dies führt zu einer verstärkten Austrocknung der Böden und begünstigt die Bodenerosion durch Wasser und Wind. Bestrebungen, diese landschaftlichen Eingriffe aus den Zeiten der sozialistischen Planwirtschaft nach und nach wieder rückgängig zu machen, sind freilich nicht sichtbar.
Im Gegenteil – gerade hier werden zunehmend großflächige Windparks ‚gepflanzt‘. Und schon sind wir beim zweiten vom Menschen verursachten Grund für die größere Bodentrockenheit im ehemaligen DDR-Gebiet.
Einigen Wind gemacht hat eine Studie zu den klimatischen Folgen von großflächigen Windkraftwerken in den USA aus dem Jahr 2018. Die Studie lässt zwar keinen Zweifel am insgesamt positiven Einfluss von Solarparks und Windparks auf das Weltklima – dieser darf offensichtlich von vorherein nicht in Zweifel gezogen werden. Aber es zeigte sich doch, dass große Windparks dort, wo sie stehen – also im lokalen Kleinklima – die Temperaturen erhöhen, besonders in den Nachtstunden. Dieser Effekt wurde in 28 Windfarmen in den USA beobachtet. Durch diesen windkraftgemachten Temperaturanstieg könnte es bis zu 100 Jahre lang dauern, bis sich ein großer Windpark positiv auf die menschengemachte Klimaerwärmung auswirken würde.
Mehr Bodentrockenheit
Es gibt also inzwischen wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Einfluss von Windkraftanlagen auf das lokale Klima, die nachweisen: Je mehr dieser Anlagen an einem Ort installiert werden, umso größer wird die durch sie verursachte lokale Erwärmung der Luft. So könnte die Erzeugung des Strombedarfs der USA nur durch Windenergie die Oberflächentemperatur dort um 0,24 Grad Celsius erwärmen.
Und große Windkraftanlagen können auch zu mehr Bodentrockenheit führen. Durch die großen Windparks in Mecklenburg-Vorpommern wird die feuchte Luftströmung, die aus dem Nordatlantik über das Meer nach Deutschland kommt, gebremst. Das könnte die Böden dort noch trockener machen. An der Westküste Englands wurden bis zu elf Prozent weniger Niederschlag gemessen, nachdem große Offshore-Windparks ihre Arbeit aufgenommen hatten. Dennoch: Zu den lokalen Auswirkungen großer Windkraftanlagen auf die Niederschlagsmenge und Bodenbeschaffenheit finden sich kaum wissenschaftliche Untersuchungen – was die Regierung nicht daran hindert, immer mehr Windräder aufstellen zu lassen. Fachkundige Ansätze in dieser Richtung werden von der populärwissenschaftlichen Presse umgehend ausgebremst.
Manche Wissenschaftler möchten keinesfalls in den Verdacht geraten, dass sie Forschung betreiben, um Argumente zu finden, die gegen Windkraft und somit gegen die planwirtschaftliche Energiewende sprechen. Und so können sie dann gar nicht schnell genug Pressemitteilungen herausbringen, in denen sie ihre eigenen Forschungsergebnisse wieder relativieren. Es werden Unsummen an Forschungsgeldern investiert, um herauszufinden, wie sich das Klima abhängig von der CO2-Konzentration verändert. Aber wer auch nur vorsichtig anregt, ERST die Auswirkungen von großen Windparks auf das lokale Klima zu untersuchen, BEVOR weitere riesige Anlagen gebaut werden, riskiert seine berufliche Karriere. Dieses derzeit vorherrschende unwissenschaftliche Vorgehen, sobald es um Klimaforschung geht, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in einem ausführlichen Artikel näher betrachten.
„Gorbatschow-Effekt“
Die dritte menschengemachte Ursache für die Trockenheit der Böden in den neuen Bundesländern ist der sogenannte Gorbatschow-Effekt: Nach dem Ende des kalten Krieges im Jahr 1989 stiegen die Temperaturen in Mitteleuropa messbar an.
Die Ursache dafür war, dass ab 1990 wesentlich weniger Industrieabgase aus dem „Schwarzen Dreieck“, der Grenzregion zwischen Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei, in den Himmel stiegen. Davor gelangten erhebliche Mengen an kohlenstoffhaltigen Ruß- oder Ascheteilchen sowie Schwefeldioxid und Stickoxide in die Atmosphäre. Aus diesen entstehen durch chemische Prozesse in der Luft Aerosole, feinste, in der Luft schwebende feste oder flüssige Teilchen, die als Kondensationskeime für Wasserdampf dienen. Sie fördern also die Bildung von Wassertröpfchen in den Wolken, die dadurch mehr Sonnenlicht zurück in den Weltraum streuen. Die Aerosole, die aus dunklen Ruß- oder Aschepartikeln bestehen, nehmen hingegen die Sonnenstrahlung in sich auf. Insgesamt kam also durch die Industrieabgase in der Luft weniger der durch Sonneneinstrahlung erzeugten Wärme am Boden an – am Erdboden blieb es durch die Industrieabgase also kühler.
Die Menge dieser Abgase fiel zwischen 1988 und 1998 fast auf die Hälfte. Dadurch ließen die Wolken mehr Strahlung zum Erdboden durch, und deshalb wurde es nach der Wende wärmer. Mithilfe von Langzeit-Messreihen mehrerer amerikanischer Satelliten, einerseits aus den Jahren 1985 bis 1989 und andererseits aus den Jahren 1996 bis 1999, konnte dieser „Gorbatschow-Effekt“ nachgewiesen werden: Durch die drastische Reduzierung der Abgase wird die Erdoberfläche von der Sonne stärker erwärmt.
Genau dieser Effekt könnte sich möglicherweise derzeit weltweit zeigen: Die Luftreinhaltung, wie beispielsweise die Begrenzung des Schwefelgehalts im Diesel der Ozeandampfer, verursacht einen Rückgang der wolkenbildenden Aerosole. Und dadurch könnte, wie oben beschrieben, mehr Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche ankommen, was dann einen globalen Temperaturanstieg verursachen würde.
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Uta Böttcher ist Diplom-Geologin, mit dem Fachbereich angewandte Geologie, speziell Hydrogeologie.

Es ist eine Binsenweisheit, dass die Niederschlagsmengen in Europa in der Westwindzone von Westen nach Osten abnehmen. Wenn man das mit Astro-TV kreuzt, kommen die drei Lehrsätze Dunkeldeutschlands heraus. Egal welches Klimamodell man strapaziert. So eine plumpe Umkehrung der Stoßrichtung der Prophetie des IPCC überzeugt mich noch nicht. Man muss da auch noch eine Statistik über die Zahl der Maulwurfshügel drantackern, sonst ist es nicht vollständig. Zumal ja die Ziele bereits im ersten Absatz fest gezurrt sind, kann eigentlich nichts anderes herauskommen. Ich habe in 2018 Jammergeräusche aus München und Umland gehört, wo in den Parks die Bäume abgestorben sind, aber nicht aus Ostdeutschland. Also gibt es sicher neben dem betreuten Hören auch ein selektives Hören. Das ist sicher. Bitte lasst mir mein letztes Stück Voreingenommenheit! Außerdem widerstrebt mir die Theorie von den vier Gründen, statt von den vier Himmelsrichtungen, weil das ein Kennzeichen überkomplexer Theorien ist, Die vier Hauptfeinde des Sozialismus hießen Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Aber es gibt eine genau geordnete Reihenfolge. Zu jeder Zeit ist nur ein Hauptfeind aktiv. Dieses Durcheinanderwirken von vier Trockenheitsdämonen, einer sogar Gorbatschow, ist lachhaft. So funktioniert das nicht in der DDR! Das ist der Beweis, dass es sich bei der kritischen Theorie der Wasserscheuheit um eine Sicht von außen handeln muss. Fremdbestimmung über Identitäre? Das wäre ja noch schöner. Da könnte ja jeder kommen.
Sehr guter Text, aber eine Anmerkung sollte an der Stelle nicht fehlen: „Vom Menschen verursacht ist die in DDR-Zeiten drastisch durchgeführte Flurbereinigung. Diese ist in den neuen Bundesländern nach wie vor deutlich sichtbar: Es herrschen großflächige baum- und strauchlose Agrarsteppen vor. Auch die Zahl der Kleingewässer wurde durch die Zusammenlegung großer Ackerflächen erheblich reduziert.“ Sicher ist dort viel Schaden angerichtet worden.
Aber gerade in Brandenburg und Mecklenburg waren große Güter bevor die DDR – Landwirtschaft begann, weit verbreitet, um dort mit Dampfpflügen zu arbeiten, sind die Flächen schon passend gemacht worden. Und nach der Wende waren bundesdeutsche Landübernehmer auch nicht kleinlich, ehe auch hier Gesetze griffen.
Es ist durch Messungen der Erträge von Solaranlagen (die normalerweise jährlich minimal abnehmen, nicht systematisch zunehmen, wenn nur Alterung wirkt) bewiesen, dass die Wolkenbildung abnimmt. Das ist vermutlich eine Folge der Luftreinhaltung und des Rückganges der Schwefeldioid-Emissionen. Die Abnahme der Bewölkung hat zwei Wirkungen: 1) Mehr Sonneneinstrahlung (mit PV messbar) und 2) Weniger Regen. Allerdings passt das nicht zu den häufigeren Starkregen-Ereignissen, die um die ganze Welt auftreten (außer Osterinsel). Da muss es eine separate Ursache geben. Das behandeln wir aber erst im nächsten Jahr, wenn die Klassifizierung endet. Nun ein Wermutstropfen. Wer sich jemals mit relativer Luftfeuchtigkeit befasst hat, weiß, dass eine Zunahme der Erdmitteltemperatur zu einer Zunahme des Wasserdampfgehalts der Atmosphäre führen wird, unausweichlich. Dann werden auch die Niederschlagsmengen unausweichlich zunehmen. Wenn über mehrere Jahre die Abnahme der Niederschlagsmengen beobachtet wurde, hat entweder die Erdmitteltemperatur (dieses absurde Kunstgebilde) abgenommen, oder alle Theorien sind Stuß. Man muss auch mal anerkennen, wenn man keine Ahnung hat. Dieses Herumgefuchtel mit Statistiken, die alle falsch sind, ist krank. Moment, „krank“ ist doch ein Adjektiv… muss es dann nicht heißen: ist kränklich? OK, es gibt noch mehr ungelöste Probleme und je mehr wir stochern, um so mehr werden es.
Vorsicht, geehrte Autorin: das Nennen wissenschaftlicher, unbestreitbarer Tatsachen, die den Mächtigen nicht in den Kram passen, ist naturgegebenerweise „Delegitimierung des Staates“, denn schließlich gilt für derartig Regierende ja: der Staat sind wir! Und so etwas ist entweder schon strafbar oder, falls derzeit zufällig noch ‚unterhalb der Strafbarkeitsgrenze’, mindestens sanktionierbar. Und sprechen dann ARD, der Spiegel oder Nancy Faeser über Sie die Bundesacht aus, können Sie hier einpacken. Und wenn Sie dann mit Begriffen wie „Rechtsstaat“ kommen wollen – die freundliche Dame mit der Waage und der Augenbinde sieht wegen Letzterer leider nicht, wenn wieder mal jemand den Finger auf der Waage hat!
Der Ertrag von PV-Anlagen sinkt jedes Jahr geringfügig. Das nennt man Alterung. Wer seit mehreren Jahren eine solche Anlage unverändert betreibt, wird aber jedes Jahr eine Zunahme des Ertrags feststellen. Das ist nur mit weniger Wolken erklärbar, wenn man mal den Wissenschaften glauben darf, dass die Sonne selbst nicht so signifikante Änderungen macht. Eine Abnahme der Bewölkung ist mühelos durch Luftreinhaltungs-Maßnehmen und die Verringerung des Schwefeldioxids erklärbar. Das führt alternativlos zu mehr Wasserdampf in der Luft und das führt zu mehr Niederschlägen. Wenn dann jahrelang gejammert wird, dass es so trocken ist, während gerade das Nachbardorf weggespült wird, fehlt mir persönlich die Evidenz. Sicher will man das verstehen, aber die Herausforderung ist ja gerade, ob man es verstehen kann. Wenn tatsächlich großflächig die Niderschläge abgenommen haben, kann nur die Verringerung der Erdmitteltemperatur (die ein theoretisches Monster ist, das nicht ehrlich messbar ist) abgenommen haben. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz und wir sind wieder mitten im Klimaschwurbel. Das möchte ich nicht. Wenn man nichts weiß, muss man das auch mal anerkennen. Uns fehlt die Gelassenheit, dann die Hände zu falten und den Verrenkungen des Regentanzes der Schamanen zu zu schauen. Irgendwie wollen wir immer mit tanzen. Das ist aber schädlich für den Regen. Dieses ständige Hochalten des wärmsten Nachmittages seit der Sintflut in der einen Hand und der trockensten Schlammflut seit 1945 östlich der Elbe in der anderen langweilt.
Wenn ich schon sehe, dass man die Temperaturdifferenz zu einem ausgewählten früheren Zeitraum auf eine Stelle nach dem Komma genau angibt, kommt mir das Essen hoch. Viele Messstationen wurden verändert, und zwar häufiger tiefer als höher aufgestellt. Schon 100 Meter Differenz machen da mehrere Zehntel Grad aus. Wenn dann noch von Waldnähe in die Nähe von Wohngebieten umgezogen wurde… ach, ich lasse es. Will ja mich nicht morgens schon ärgern…
@Günter Hempel : Ja, besonders der Rückstau im Westen wäre so interessant gewesen. Die Leute sind nicht ausgelastet. Wir brauchen bedingungsloses Grundeinkommen, dann können die Großkonzerne auch schließen.