
Nachtrag als Beispiel. Zum Beispiel. Gehen sie mal als Deutscher nach Thailand und erfüllen alle Anforderungen für lediglich 1 Jahres Visum (das man jährlich erneuern darf, wenn man den Anforderungen entspricht). Ein beliebtes Urlaubsland der Deutschen. Egal ob sie da 2-4 Wochen die Beine im Meer baumeln lassen, oder sich von hübschen Mädchen massieren lassen. Ob sie kurz oder länger da bleiben wollen. Sie sind immer nur Ausländer. Und dort darf sich auch der „super reiche“ Deutsche hinten in die Schlange stellen, wie einer aus einem Drittweltland. In D. wäre sowas rassistisch, hier ist es sowas ganz normal. Kommen sie mal als Türke nach Thailand. Wir sehen uns beide hinten wieder (lol)
“Bei einem Deutschlandtürken (das Wort benutze ich lieber als Deutschtürke), der in Deutschland geboren ist, ist eigentlich nichts Türkisch, außer den Eltern vielleicht.” Das kann man als Deutscher ganz anders sehen, etwa so: “Bei einem Türken, der in Deutschland geboren ist, ist eigentlich nichts Deutsch, außer dem Geburtsort vielleicht.”
Ahmet Refii Dener, Sie bleiben immer ein Deutscher mit Migrationshintergrund. Damit unterstehen Sie dem universalen Schutz für Migranten, Ausländern, Flüchtlingen, Andersfarbigen, Andersgläubigen - aller gesellschaftlich adressierten Opfer, weil schwach, in Minderheit, zurückgeblieben, nicht sprachaffin, usw.
Nun, Herr Dr. Dener, Ihre türkischen “Inneneinsichten” sind stets sehr interessant und erweitern meinen Horizont enorm. Gleichwohl wage ich, zu bedenken, daß die geostrategischen Ziele Zar Peters immer noch nicht erfüllt sind: 1) Öffnung nach Westeuropa. 2) Eisfreie Häfen. 3) Kontrolle über die Meerengen. - Nun ist es gerade Ihr oder Ihrer Eltern Heimatland, das die russische Schwarzmeerflotte in der Teilnahme am internationalen geopolitischen Spiel behindert, weil sie - trotz unzähliger russischer Eroberungsversuche in der Vergangenheit - immer noch die Kontrolle über die Meerengen ausübt - noch als NATO-Mitglied. Mit gewisser Besorgnis verfolge ich daher die türkische Annäherung an Rußland (vel vice versa) weil ich befürchte, daß uns ein nächster (3./4.) Weltkrieg ins Haus steht, sollten die gegenseitigen Annäherungen beider Mächte zu einem ungehinderten Passagerecht der Schwarzmeerflotte durch die Meerengen führen. Dieses halte ich - auch und gerade angesichts des Krieges in der Ukraine - für ein realistisches Szenario: Rußland führt diesen Krieg um einer stabilen Landverbindung zur Krim willen, denn ohne eine solche ließe sich die Schwarzmeerflotte kaum auf Dauer versorgen oder halten. Und ohne Passagerechte durch die Meerengen besitzt die Schwarzmeerflotte nur begrenzte militärische Bedeutung. Daher ist mE. der Ukraine-Krieg nur eine “Etappe” in der russischen geostrategischen Planung. Das nächste Ziel der russischen Außenpolitik wird Konstantinopel sein.
„Alter, guckst du“;-) Jeder Deutsche ist, sobald er Buntland verlässt auch Ausländer. Dumm nur, dass viele Deutsche glauben wenn sie in ein anderes Land gehen, müssten da alle so ticken wie sie selbst. Und wenn ein Deutscher länger als 6 Monate weg war aus Buntland, schaut sich die deutsche Grenzpolizei den Pass auch 20 mal an, anstatt sonst 2 mal. Schicksal einfach. Machen sie sich keinen großen Kopf. Die Welt ist und bleibt Gaga.
Obwohl ich kein Däne bin und seit über 15 Jahren nicht mehr dort war, berührt mich die dänische Nationalhymne am meisten: „Es gibt ein lieblich‘ Land mit breiten Buchen am salz‘gen Ostseestrand, mit Hügeln und Tälern ... es heißt das alte Dänemark, Heimat der Freya ... bewohnt von edlen Frauen, schönen Mädchen, Männern und flinken Burschen auf den dänischen Inseln ... Unser altes Dänemark möge bestehen, so lange sich die Wipfel der Buchen im Blau der Wellen spiegeln“. Zu Tränen rührend schön! Und ohne jeglichen Chauvinismus und Nationalismus oder Hybris gegenüber anderen Nationen gehört die Flagge, der Danebrog, zum Alltag der Dänen ganz selbstverständlich dazu.
Sehr geehrter Herr Dr. A.R.D., dann darf ich Sie zum 17. Juni, dem Tag der deutschen Einheit, unserem gefühlt einzig richtigen und wahren Nationalfeiertag, herzlich grüßen und beglückwünschen. Sonst macht es ja hier keiner ;-) Es sollte sich niemand dafür schämen (müssen), seine Herkunft, seine Heimat, seine Sprache, seine Kultur, sein Land zu lieben, wie es uns von Politikern vorgemacht wird, welche die deutsche Fahne auf offener Bühne wegwerfen, „Vaterlandsliebe zum Kotzen finden“, „Deutschland (als) mieses Stück Scheiße“ ansehen, keine deutsche Kultur außer der Sprache erkennen können. Diese sollen ihre Meinung haben, dann aber nicht vom deutschen Steuerzahler sich mit fetten Pfründen und Ämtern füttern lassen. Genau so, wie ich jedem Türken, Griechen, Polen, Dänen, Franzosen usw. seine Heimatliebe und sogar seinen Patriotismus zugestehe, bin ich froh darüber, seit 1990 sagen zu können: „Ich bin Deutscher, und das ist auch gut so.“ Wie heißt es bei Bert Brecht in der Kinderhymne? „Und nicht ÜBER und nicht UNTER anderen Völkern woll’n wir sein ... und das liebste mag‘s UNS SCHEINEN, so wie ANDREN Völkern IHR‘S“. Es ist schade, dass zu dieser Hymne nach über 30 Jahren immer noch keiner eine einfache, singbare Melodie geschaffen hat, und wir immer noch mit dieser verschämten Notlösung einer Rumpfstrophe des „Liedes der Deutschen“ leben müssen. Die Politik und der Staat halten sich am besten heraus und den Mund, wenn wir unsere Heimat lieben, insbesondere s.o. in Deutschland.
Herr Dener, danke für die Einblicke. Ich würde dennoch gewisse Parallelen zwischen dem türkischen Autoritarismus und dem grünen sehen wollen. Gut lebt, wer das Dogma nicht in Frage stellt.
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