Fast 35 Jahre lang habe ich deutsche und Schweizer Unternehmen in die Türkei geführt, Markteinführungen begleitet und sie erfolgreich etabliert. Ich weiß, worauf es ankommt und warum Unternehmen in Deutschland über kurz oder lang ins Ausland abwandern müssen.
Im Laufe der Jahre war ich immer stolz darauf, eine starke deutsche Industrie im Rücken zu haben. Eine teilweise Verlagerung ins Ausland diente stets dazu, den gesunden Mix auf dem Heimatmarkt zu finden, ohne den Standort Deutschland aufzugeben.
Deutschland gilt oft als ein Land mit einer starken Wirtschaft und einem florierenden Mittelstand. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine Realität, die es Unternehmen zunehmend schwer macht, Fuß zu fassen und zu wachsen. Die Hindernisse, die Unternehmen in Deutschland überwinden müssen, sind vielfältig: hohe Löhne, teure Energie, hohe Steuern und eine allgegenwärtige Bürokratie. Diese Faktoren erschweren es Unternehmen, wettbewerbsfähig zu bleiben und sich in einem dynamischen globalen Marktumfeld zu behaupten.
Die hohen Löhne in Deutschland sind ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite tragen sie zur hohen Lebensqualität der Arbeitnehmer bei, auf der anderen Seite stellen sie für Unternehmen eine erhebliche Belastung dar. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die oft mit begrenzten finanziellen Ressourcen arbeiten, sind die hohen Arbeitskosten ein erheblicher Kostenfaktor.
In Branchen mit niedrigen Gewinnmargen kann dies schnell zu einem Wettbewerbsnachteil führen, besonders gegenüber Unternehmen aus Ländern mit niedrigeren Lohnkosten. Diese Belastung wird durch die hohen Sozialabgaben und Versicherungsbeiträge, die Arbeitgeber zusätzlich zu den Bruttolöhnen zahlen müssen, noch verstärkt.
Wenn wir von begrenzten finanziellen Ressourcen bei einigen Unternehmen reden, vergessen wir oft, dass das Kapital nicht dafür da ist, um lange durchzuhalten, bis man dann einsieht, dass es nicht weitergeht. Gesünder ist es, sofort das Heil in Ländern zu suchen, wo die Lohnkosten, die Steuern und das sonstige Unternehmensumfeld gesünder sind als in Deutschland. Mittlerweile ist das fast überall der Fall, zumal Deutschland an allen Fronten abgehängt wird.
Teure Energie und eine Übergangsphase für die Ewigkeit
Energie ist ein weiterer wesentlicher Kostenfaktor, der die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen beeinträchtigt. Deutschland hat einige der höchsten Energiepreise in Europa, was vor allem energieintensive Industrien stark belastet.
Die Energiewende, die den Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien fördern soll, hat zwar langfristig ökologische Vorteile, führt aber in der Übergangsphase zu erheblichen Mehrkosten für Unternehmen. Diese Kosten werden oft in Form von Umlagen und Abgaben auf die Unternehmen umgelegt, was die Produktionskosten in die Höhe treibt und den Export von Gütern erschwert.
Auch hier macht man sich etwas vor, wenn man von einer Übergangsphase spricht. Diese Phase wird niemals enden, zumal die deutsche Bürokratie wohl nicht kleinzukriegen sein wird. So hängt man im Zeitplan bei allen Dingen nicht nur hinterher, sondern der Investitionsstau wird immer länger.
Neben den hohen Lohn- und Energiekosten ist auch die Steuerlast in Deutschland für Unternehmen eine erhebliche Hürde. Die Unternehmensbesteuerung in Deutschland gehört zu den höchsten in Europa, und die Komplexität des Steuersystems stellt eine zusätzliche Belastung dar.
Hohe Steuern schmälern nicht nur die Gewinne der Unternehmen, sondern reduzieren auch die Mittel, die für Investitionen in Wachstum und Innovation zur Verfügung stehen. Investitionen sind jedoch entscheidend, um in einem globalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben und auf sich schnell ändernde Marktbedingungen reagieren zu können.
Für viele Unternehmen stellt die hohe Steuerlast daher ein großes Hindernis dar, wenn es darum geht, in ihre eigene Zukunft zu investieren. Eigentlich ist es die zweite Frage, die ein Unternehmer stellt, der mit seinem Unternehmen oder seiner Produktion ins Ausland gehen möchte. Zuerst fragt man den Berater, wie hoch die Lohnkosten sind, und schon folgt die Frage, wie hoch die Steuern sind.
Bürokratie: Ein oft unterschätztes Problem
Vielleicht das größte Hindernis von allen ist die allgegenwärtige Bürokratie in Deutschland. Der bürokratische Aufwand, der mit der Gründung und dem Betrieb eines Unternehmens verbunden ist, kann oft entmutigend sein.
Komplizierte Vorschriften, langwierige Genehmigungsverfahren und die Notwendigkeit, sich durch ein Labyrinth von Gesetzen und Verordnungen zu navigieren, stellen für viele Unternehmer eine große Belastung dar.
Diese Bürokratie hemmt nicht nur die Gründung neuer Unternehmen, sondern behindert auch das Wachstum bestehender Unternehmen, indem sie wertvolle Zeit und Ressourcen bindet, die besser in das Kerngeschäft investiert würden.
Die Herausforderungen, denen Unternehmen in Deutschland gegenüberstehen, sind zahlreich und vielfältig. Während hohe Löhne, teure Energie, hohe Steuern und Bürokratie sicherlich alle ihre Gründe haben, tragen sie gemeinsam dazu bei, das wirtschaftliche Wachstum zu bremsen und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu beeinträchtigen.
Um ein Umfeld zu schaffen, das es Unternehmen ermöglicht, zu gedeihen und zu wachsen, muss eine Balance gefunden werden zwischen notwendigen Regulierungen und der Förderung eines wirtschaftsfreundlichen Klimas. Nur so kann Deutschland langfristig seine Position als eine der führenden Wirtschaftsnationen der Welt behaupten.
Die letzten zwei Sätze muss ich allerdings relativieren. Warum soll ich mich als Unternehmer mit einem Balanceakt herumschlagen, wenn es woanders einfacher geht? Das unternehmerische Risiko ist groß genug, egal wo man investiert. Aber bei diesem Bürokratie-Dschungel Deutschland und den sonstigen Rahmenbedingungen? Nein, danke!
Wenn Unternehmen dennoch in Deutschland investieren, seid gewiss, dass der Staat tief in die Tasche greifen muss, um das Projekt zu fördern. So wird man das Auswandern des Unternehmens ins Ausland etwas verzögern, aber nicht verhindern können. Es ist reine Mathematik des Überlebens, denn unterm Strich bleibt immer: Weg aus Deutschland!
Ahmet Refii Dener, Türkei-Kenner, Unternehmensberater, Jugend-Coach aus Unterfranken, der gegen betreutes Denken ist und deshalb bei Achgut.com schreibt. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite und bei Instagram.
Beitragsbild: Library of Congress

Die Wirtschaft wandert sicher nicht ab. Volkswagen packt seine Sachen und geht nach, ja wohin denn? Wer will die haben? Es sind auch nicht die Handwerker, die jetzt die Heizung und Badeofen im Afrikas Savanne oder Pakistans Süden stehenden Wellblechhütten installieren. Es ist eine Industrie, die selbst nur am Tropf von Fördermittel das Land ausgesaugt hat, die verschwindet und zieht weiter wie der Ballermann. Alle anderen gehen Pleite, machen eine Insolvenz oder haben wegen Nachfolger- oder Fachkräftemangel Feierabend. Einzelne Lizenzen oder Patente werden versilbert. In Deutschland geht das Licht aus. Die Masse merkst es erst, wenn ihre Hirnprothese keinen Empfamg mehr hat. Oder Ihr Canabisversorger weg bleibt. Dann werden die Leute auf natürlichem Entzug sehr unleidlich.
Die Energiewende, die den Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien fördern soll, hat zwar langfristig ökologische Vorteile….
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Auch diese Aussage ist falsch! „Ökologische Vorteile“ ergeben sich nur dann wenn man dem Klimamärchen der menschengemachten, schrecklichen, Klimaerwärmung Glauben schenkt. Ohne dieses Narrativ bleiben von dem Irrsinn nur die Nachteile und die werden Deutschland um Generationen zurückwerfen.
Für Zündhölzer Fabrikanten sind die hohen Löhne hier ein Problem. Maschinenbau hier ist etwas anderes als in Indien. Es sei denn Manager verschenken das Know-how nach China. Jahrzehnte wurden Billigkräfte nach D verschifft ( Auch heute noch) um mit Billigmärkten zu konkurrieren. Das Bildungssystem stürzt zusammen. Auszubildende, die ihren Namen schreiben können, werden händeringend gesucht. Andererseits reicht ein Anti-Trump-Aufsatz zu einem Fachabitur mit anschließenden Gaga Studium.
Klar muss der Rest mit hohen Löhnen davon abgehalten werden. Das sagt aber nichts von ihrer Arbeitsauffassung aus. Die ist aber leicht durch eine richtige Haltung zu ersetzen. Eine Esken zu Wehners Zeiten, eine Merkel bei Adenauer. Undenkbar!!
„Die hohen Löhne in Deutschland sind ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite tragen sie zur hohen Lebensqualität der Arbeitnehmer bei…“ Eben nicht unbedingt, denn bei den Arbeitnehmern kommt zu wenig von deren Bruttolöhnen an. Die Abzüge sind viel zu hoch, muss doch das stetig wachsende Heer der Arbeitsscheuen mitgetragen werden – unfreiwillig finanziert durch die immer wenigen Dummen, die noch einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit in Deutschland nachgehen. Wenn man das schon liest: „…Anteil der Bürgergeldempfänger ohne Bereitschaft zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit“ – von mehreren Millionen(!) Personen ist dabei die Rede. Und das soll „sozial“ sein? Wenn Faule sich den Tag auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung versüssen? Und jene noch dafür verachten? Hier hat sich die rot-grüne Regierung die Zustimmung (samt Wahlstimmen) eines Prekariats mit öffentlichen Mitteln gekauft, mit Geld, das die Arbeitnehmer erwirtschafteten und das jenen mutwillig entzogen wurde. Und man kann sicher sein: jede Partei, welche diesen Missstand beseitigen wollte, würde von eben jenen Profiteuren eines falsch verstandenen Sozialsystems an der Wahlurne abgestraft. Und genau das ist das Ziel: Stimmenkauf im wahrsten Wortsinne auf Kosten der Arbeitnehmer. Wer sich fragt, wer noch SPD, Grüne und Linke wählt: es sind nicht nur die besserverdienenden, unverbesserlichen Hypermoralisten, die wohlstandverwahrlosten Erben aus Beamtenhaushalten, es sind auch etliche Wähler vom ganz anderen Ende des Einkommenspektrums, die ihr Dasein oft seit Jahren sozial kommod abgefedert verbringen und dies auch gern so fortsetzen möchten.
Sehr geehrter Herr Dener,
die deutschen Lohnkosten sind keine Katastrophe, die Lohnnebenkosten machen die Betriebe fertig. Noch die teuersten Energiekosten der Welt und unsere Steuern obendrauf und schon ist der Betrieb platt. Wir haben momentan ein doppelt so hohes Steueraufkommen, wie vor 10 Jahren. Reicht aber leider immer noch nicht im besten Deutschland aller Zeiten.
Mfg
Nico Schmidt
Energiewende….. ohne preiswerten Strom,Gas und Öl wandert die Industrie ab. Die blödeste Regierung der Welt schießt sich selbst ins Bein und möchte Windräder als neue Energieerzeuger verkaufen. Wumms! Das war’s. ( s. Automobilbranche, Maschinenbau, Pharma— und Chemieindustrie)
„Keine Großindustrie und Exportindustrie zu haben ist tatsächlich unsere Stärke. Wir brauchen hier keine große Autoindustrie.“ – Robert Habeck (Quelle: TAZ „Wir brauchen keine Autofirmen“) // „Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht.“ – Robert Habeck